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Woher kommt dieser Wunsch oder das Bedürfnis...

guardianangel

Mitglied
...sich schlagen oder erniedrigen zu lassen?
Das sich einige, unter anderem auch ich selber, in gewissen Situationen selbst seelisch oder körperlich weh tun weiss ich.
Aber woher kommt das? Der Wunsch, sich zu verletzen oder verletzen zu lassen? Masochist zu werden im schweren Fall sogar?
Es wird doch keiner geboren und sagt sich "Man, ist das toll. Diese Erniedrigungen und Schläge! Gib mir mehr"
Beruht das immer auf einem Trauma oder aus Erfahrungen der Kindheit?

Wenn ich mich selber so ansehe, würde ich jetzt ja sagen. Denn viel Liebe hat es in unserer Familie nicht gegeben. Mehr Schläge und verbale Erniedrigung als eine Umarmung oder ein freundliches Wort.
Manchmal, im Moment sogar ziehmlich oft, erwische ich mich dabei, das es mir gefällt, wenn ich mir wehtue. Danach hasse ich mich noch mehr als vorher. Ich versuche zwar mit Therapie der Sache entgegenzuwirken, aber es ist nicht immer von Erfolg gekrönt.
Meine Therapeutin vermutet, das ich nie wirklich Liebe bekommen habe und es nie wirklich gelernt habe, Glück zu spüren. Das ist mir auch schon aufgefallen. Ich bemerkte selten, wenn ich was gutes getan habe und sich jemand freut. Dafür aber um so mehr, wenn ich etwas falsch gemacht habe, man es mir vorgaukelt oder ich es nur glaube. Dann sitze ich binnen Sekunden in der Spirale der Erniedrigung und Demütigung. Es ist, als ob jemand den Schalter umlegt. Ein kleiner Auslöser reicht und ich komme da sehr selten noch raus. Sage dann demjenigen, der mich erniedrigt alles was er hören will. Tue vielleicht sogar alles was gewünscht ist. Sexuell wie menschlich. Denke, man muss mich so behandeln, wie eine Nutte oder ähnliches. Liege oder sitze da wie eine Marionette und tue was verlangt wird. Weil ich es nicht wert bin, geliebt zu werden.
Jetzt weiss ich auch von einem anderen Familienmitglied, das sich verdreschen (auspeitschen) lässt und glaubt, das letzte Stück Dreck auf dieser Welt zu sein. Auch beim Sex kommt es bei ihm immer mehr dazu, das er Schmerzen erleiden muss um sexuell erregt zu werden. Will ich mit ihm darüber reden winkt er nur ab und lässt mich stehen. Teilt mir mit, das er mein "Mitleid" nicht braucht. Er wolle das so. Aber sorry, so einfach lasse ich mich nicht abwimmeln.
Kann mir da wer weiterhelfen? Mir tut dieser Mensch leid. Ja, ich weiss, Mitleid ist nicht gerne gesehen. Aber wer das Wort mal im Duden nachschlägt wird auch Anteilnahme und andere Worte für das finden das ich meine.

Bin gespannt auf eure Antworten. Und nein, es ist nicht alles auf mich gemünzt. Es geht wirklich um mehere Personen und ich möchte mich und die andere Person verstehen, bzw. helfen.

LG eure guardianangel 😉
 
Zuletzt bearbeitet:
Es gibt da wirklich nicht mehr so harmlose Dinge und auch unsaubere, die man nun wirklich schwer verstehen kann.

Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Respektiere es, wenns geht.

Du willst Dich selber verstehen - hm ja habe da auch keine Idee, warum das so sein kann.
 
Hallo Guardianangel.

Ich denke auch, dass es stark mit der Kindheit zusammenhängt. Früher hab ich zwar diese Ansichten abgelehnt, aber heute sehe ich immer mehr Parallelen, auch bei anderen Menschen.

Es gibt ja die These, dass Menschen sich erniedrigen und erniedrigen lassen, weil sie von den Eltern keine Liebe empfangen haben. In deinem Fall ist da der Vater relevant. Frauen, die Ablehnung und Erniedrigung durch den Vater erfahren haben, neigen nach dieser These dazu, sich auch für Beziehungen Männer mit ähnlichen Verhaltensweisen "auszusuchen". Vermutet wird, dass man dadurch versucht "wieder" Liebe zu spüren. Da man nie gelernt hat, wie sich Liebe eigentlich anfühlt, hat man den Hang dazu, das Verhalten des Vaters als tatsächliche Liebe zu verwechseln. Daher kann man auch kaum Lob entgegennehmen, weil sich "Liebe" doch eigentlich anders anfühlen müsste.

Was deinen Verwandten angeht: Vergleiche dich nicht allzu sehr mit ihm. Erniedrigung muss nicht immer etwas Krankhaftes sein, vielleicht ist es aber besser, wenn man dann von Unterwerfung spricht. Es gibt Leute, die sich sehr gerne unterwerfen, manche sind lieber dominant, andere mögen beide Formen. Der Unterschied zu dir ist, dass diese sich danach nicht schlecht fühlen und Schuldgefühle haben. Der Drang zur Unterwerfung ist meiner Ansicht nach etwas Natürliches.
Vielleicht hat dein Familienmitglied einfach gefallen daran? Vielleicht hat er aber auch ähnliche Probleme wie du? Vielleicht will er aus Scham nicht darüber reden? Dabei kann es sich entweder um Scham der Erniedrigung handeln oder der Scham in Bezug auf das Stigma in unserer Gesellschaft - sobald jemand gefallen an etwas findet, was nicht als normal gilt.

Übertreibe es nicht mit deinem Mitleid. Wenn du glaubst, dass du den Austausch brauchst und er dir weiterhilft, dann versuche weiterhin mit Menschen zu reden, die in einer ähnlichen Situtation sind. Aber nicht alleine des Mitleides wegen.

Viele Grüße,
Moonpigs
 
Zuletzt bearbeitet:
Dahinter stecken oft Programme aus der Kindheit.

Ein Kind, welches keine Aufmerksamkeit bekommt, stirbt!
Schläge sind immer noch mehr Aufmerksamkeit als keine, somit wird Gewalt oft als Liebe abgespeichert.
Auch wenn Eltern ein Kind schlagen und sagen "Wir wollen nur dein bestes" oder "Wir tun das nur, weil wir dich lieben" wird das eingraviert.

Das Kind entwickelt hier Gedanken und Muster über sich selbst, indem es sagt, ich bin schlecht und ich muss ein bisschen Gewalt ertragen, damit ich es überhaupt verdient habe zu leben. Ich brauche Strafe, damit ich besser werde und und und

Hier empfinden Menschen oft tatsächlich Befriedigung und Erleichterung durch diese Schläge. Da die Programme, Gedanken und Gefühle dahinter oft nicht bewusst sind, sieht man nicht den kompletten Mechanismus, sondern nur das Ergebnis, nämlich: "Schläge tun mir gut"
 
Das ist nicht richtig.
Schläge enthaten mehr nährende Aufmerksamkeit als Ignoranz.
Ein Kind gar nicht zu beachten, schadet ihm mehr, als wenn es geschlagen wird.

Klingt kurios, ist aber so.
Aufmerksamkeitsentzug ist die schlimmste Strafe, die ein Kind bekommen kann.

Deswegen verhalten sich viele Kinder auffällig, um dadurch zumindest "negative" Aufmerksamkeit zu bekommen.

Natürlich kann man ein Kind tot schlagen, dann ist es tot. Aber wenn man es regelmäßig körperlich "züchtigt" wird es dadurch (physisch) nicht sterben.
Bekommt ein Kind alles, was es braucht (Nahrung usw.) und keine Aufmerksamkeit, stirbt es.
Dazu wurden sogar mal Experimente gemacht.
 
Ich muss Dir leider widersprechen.
Ich wurde geschlagen und ich zerbrach fast daran.
Suchte Liebe und bekam Hiebe.
Wenn die Erwachsenen nicht weiter wissen....
wenn sie überfordert sind, egal, es gibt keinen
einzigen Grund zu schlagen.
Frage die Kinder, die geschlagen werden/wurden.
Die geben Dir die Antwort.

Das ist kein Mittel zum ERZIEHEN.
Ich habe vllt. etwas daraus gelernt, das kann sein.
Meine Kinder wurden nicht mit Schlägen gross.

Fee
 
...sich schlagen oder erniedrigen zu lassen?
Das sich einige, unter anderem auch ich selber, in gewissen Situationen selbst seelisch oder körperlich weh tun weiss ich.
Aber woher kommt das? Der Wunsch, sich zu verletzen oder verletzen zu lassen? Masochist zu werden im schweren Fall sogar?

Hallo Angel

Den Wunsch sich verletzen zu lassen?
Nun, ich habe mir das nie gewünscht.
Ich kann Dir die Frage leider nicht beantworten....

Als Kind geschlagen - man hat es nicht verstanden.
Nur, dass die Seele starb, dass spürte keiner.
Man zeigt sich ja nicht schwach, sagt niemandem,
dass man geschlagen wird.
Als "Erwachsene" geschlagen werden - da stirbt das Herz.
Ein Leben aus Hieben.
Aber ich konnte meine Kinder lieben und sie liebevoll erziehen.
Eines weiss ich, ich lasse mich nie wieder schlagen.

Eis-Fee
 
Liebe Fee, du widersprichst mir nicht.
Ich sage niemals, das Schläge gut sind.
Ich bin auch der letzte, der dass als Erziehung wahrnimmt.

Aber denke nicht aus der Sicht des Erwachsenen, sondern aus Sicht des Kindes.
Alles, was ich da oben geschrieben habe, kann man durchaus belegen.
Das ist nicht nur eine Meinung, sondern eine Tatsache.

Es ist grade bei solchen Themen wichtig, hinter die Kulissen zu schauen.
Worte wurden nur erfunden, um ein Gefühl zu überdecken.

Man kann die Wahrheit nur soweit aussprechen, wie man sie versteht.
Strom kommt aus der Steckdose und Geld kommt aus dem Automaten.
Das ist die Wahrheit, aber eben nicht die ganze.
Um das zu erkennen, muss man den Mechanismus dahinter verstehen.
 
Aber denke nicht aus der Sicht des Erwachsenen, sondern aus Sicht des Kindes.
Und ich habe aus dieser Sicht geantwortet.
Wenn man seinen Vater liebt und DER dann seine Liebe
zeigt....mit Schlägen. Da geht was in einem kaputt.
Das Kind wird von einem Moment zum nächsten erwachsen und
verdammt hilflos. Und findet immer nur Menschen die schlagen.

Das ist nicht nur eine Meinung, sondern eine Tatsache.
Tatsache? Macht es die besser?
Es ist grade bei solchen Themen wichtig, hinter die Kulissen zu schauen.
Worte wurden nur erfunden, um ein Gefühl zu überdecken.
Ich liebe dich! Kann man das nicht sagen?
Gefühle? Die sterben - so wahr es zumindest bei mir.

Fee
 

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