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WM und Migration

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Dr. House

Gast
Ich seh grad Extra auf RTL und dort zeigen sie einen Bericht über etwas, was ich auch mit erstaunen wahrgenommen habe, nämlich das mitfiebern von "Ausländern" mit der deutschen Nationalmannschaft.

Ausländer deshalb in Klammern, weil es ja größtenteils Deutsche sind, deren Eltern Migranten sind.

Auf jeden Fall sieht man das immer häufiger. Ausländer schwingen die deutsche Flagge, tragen schwarz-rot-goldene Perücken, an vielen Dönerbuden hängen deutsche Flaggen usw. Und bei jedem Sieg sind sie echt glücklich darüber.

Angefangen hat das denke ich 2006, mit der WM im eigenen Land.

Ich weiß noch ganz deutlich, wie ich damals eine junge muslimische Frau im Fernsehen gesehen habe, die ein schwarz-rot-goldenes Kopftuch getragen hat und todtraurig war, weil Deutschland ausgeschieden ist.

Das ist etwas, was mich sehr freut. Denn es spiegelt mein Verständnis von Migration wider. Dass Migranten in ein Land kommen und spätestens ihre Kinder sollten mehr zum "Zuwanderungsland" stehen, als zum Heimatland ihrer Eltern.

Denn sie leben ja hier, sind hier aufgewachsen.

Ich frage mich allerdings, wie lange das wohl halten mag? Natürlich kann eine WM, mit dem Anfang von 2006 zwei, nicht jahrzehntelange falsche Migrationspolitik wettmachen.

Aber ich hoffe, dass es zumindest ein Anfang ist......
 
Sowas ist mir auch schon aufgefallen, also ich finds toll 🙂.
 
Könnte aber auch etwas damit zu tun haben, dass deren "Heimatländer" (wie auch immer) nicht an der WM teilnehmen...
 
Ich beobachte hier einen meiner französischen Nachbarn. Bis zum Ausscheiden der französischen Nationalmannschaft hatte er natürlich die riesengroße französische Flagge auf seiner Garage gehißt. Nach dem Ausscheiden war es eine ähnlich große deutsche Flagge - kurz abgelöst am Sonntagmittag von einer Ferrari-Fahne.
 
Wäre z.B. die Türkei dabei, dann würden sicherlich die wenigsten Türken den Deutschen die Daumen drücken, an den Dönerbuden würden ausschließlich Türkische Flaggen hängen und bei jedem Sieg wären die Städte mit hupenden Autokorsos, mit alten BMW´s durchzogen. Man würde gar nicht merken, dass man hier in Deutschland ist. 😛

Das glaube ich nicht. Seit der WM 2006 ist das anders.

Bei der EM vor zwei Jahren war die Türkei auch dabei und trotzdem waren die meisten Migrantenläden zumindest mit zwei Flaggen bestückt: die des Heimatlandes und der deutschen.

Ich denke wirklich, da ändert sich langsam etwas.
 
vielleicht funktioniert die integration besser, als wir alle annehmen. kann sein, dass der sport auch verbindet.

meine tochter hat so einen multikulti bekanntenkreis. habe ich vor jahren noch gefragt: "welcher nationalität gehörst du an", wenn sie mir jemanden vorgestellt hat, würde ich mich das heute nicht mehr wagen.
die antwort wäre eh: deutsch.

"wir sind deutschland" ist viel-, nicht dreifarbig.
 
Ich bin selbst ein Migrant, habe allerdings mein komplettes Leben in Deutschland verbracht und war bisher noch nie im Heimatland meiner Eltern, was sehr schade ist, da es die politische Situation dort nicht zulässt. Ich habe auch zur WM 2010 die DEUTSCHE Flagge gezeigt, denn ich bin ja eigentlich auch Deutscher, nur werde ich auf der Straße leider als "Auslander" abgestempelt, aufgrund meines südlichen Erscheinungsbild. Das ich bei der WM auch für Deutschland war, lag auch daran, dass das Heimatland meiner Eltern die Qualifikation knapp verpasst hat. Ich glaube, wenn es dabei gewsen wäre, hätte ich keine deutsche Flagge aus dem Fenster gehängt, sondern die Flagge des Heimatlandes meiner Eltern. Ich mag Deutschland zwar sehr und fühle mich auch wohl hier, doch stört es mich, dass ich als "Ausländer" bezeichnet werde von Leuten, die überhaupt keine Ahnung von meiner Biographie haben. Ich glaube dieses Flagge zeigen der Migranten ist nicht mit vollem Herz, sondern eher halbherzig, da ihr Land nichr dabei ist und sie sich dadurch vielleicht Sympathien verschaffen wollen und nach außen hin zeigen wollen, dass sie integriert sind, doch es in Wirklichkeit nicht sind. Und außerdem kann man Integration nicht darüber definieren, dass Migranten die deutsche Flagge schwenken bei WMs, sondern über das allgemeine Alltagsleben. Wenn das ohne Störungen abläuft, kann man davon reden, dass sie sich so angepasst haben, dass sie sich mit den "Inländern" verstehen.
 
Ich finde dieses neue "Flagge zeigen" vieler Migranten ein bischen unehrlich(wie schon zuvor bei einem Beitrag von mir erwähnt). Ausgerechnet vor allem die Türken und auch Araber, die am wenigsten integriert in der deutschen Gesellschaft sind und hierzulande teilweise einen schlechten Ruf genißen zeigen während WM-Zeiten so intensiv Flagge für Deutschland. Ich finde man ist nicht integriert wenn man ein Stück Stoff in den Farben Schwarz-Rot-Gold schwenkt, sondern das merkt man an anderen Aspekten. Man kann ja nicht davon reden, dass ein Türke, der Flagge zeigt, sonst aber nur Stress macht integriert ist im Gegensatz zu einem Vietnamesen, der sich an das deutsche Gesetz hält und unaufäliig und friedlich mit den Deutschen lebt, aber keine deutsche Flagge zeigt. Ich finde man sollte dieses Verhalten vieler Migranten zu WM-Zeiten nicht überbewerten, doch ist tatsächlich zumindest ein kleiner Schritt zu einer besseren Integration zu erkennen.
 
Da dieses Thema mich interessiert, schreibe ich meinen dritten Kommentar dazu. Ich finde das Deutschland ein freies, schönes, sauberes und faires Land ist. Ich fühle mich wohl hier(wie gesagt lebe ich ja auch seit meiner Geburt hier, bin aber trotzdem Migrant). Mir gefällt aber die Mentalität mancher Deutschen nicht. Wenn du in der Öffentlichkeit dich mit einer deutschen Flagge als Migrant zeigst, finden das viele Deutschen gut, aber gibt es auch einige, die dann böse gucken, das sie es nicht akzeptieren können das auch Migranten "ihre" deutschen Nationalsymbole verwenden. Solche Deutsche mag ich nicht. Auch diese Leute müssen akzeptieren, dass Deutschland halt ein Einwanderungsland ist und deshalb viele Einwohner multikulturell sind. Also Integration hängt nicht nur von den Ausländern ab, sondern die Deutschen müssen auch ihren Teil dazu leisten. Doch gebe ich zu, dass wenn es bei einem Fall nicht so gut klappt, das häufig das am Migrant liegt und nicht an den Deutschen.
 
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