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Wisst ihr noch wie Marzipan schmeckt?

Andreas900

Sehr aktives Mitglied
Weihnachten 2018, ein voller Teller mit Süßigkeiten, alles dabei von Schokolade bis Printen. Mensch, es geht uns gut, aber schmeckt es so wie früher?

Früher war in der Marzipanstange und im Dominostein Marzipan drin, heute Persipan. Kleiner Unterschied? Jedenfalls ist Persipan günstiger und man kann man essen und die Geschäfte verdienen mehr Geld. Hauptsache kräftig Zucker rein, dann gehts.

Essen ist nicht mehr, was es einmal war. Früher war Essen nicht unbedingt immer besser, doch die Zutaten haben anders geschmeckt. Intensiver. Mehr. Radieschen waren schärfer, Tomaten süßsäuerlicher und der Blumenkohl, nun, der schmeckte mehr nach Blumenkohl. Irgend*etwas scheint im Verlauf der letzten Jahr*zehnte den Geschmack aus unseren Lebensmitteln gedrängt zu haben. Der Eiweißanteil in Hähnchen z.B. ist um rund ein Drittel gesunken – zugleich hat sich der Fettanteil verdoppelt.

Was essen wir? Wie leben wir? Früher war alles besser? Nein, aber irgendwie direkter, ehrlicher. Die Welt schien einfacher und wer Gemüse gegessen hat, wusste was es war.

Gehöre ich zur Generation Y, die alles hinterfragt?
Zumindest haben wir tausende Möglichkeiten von Selbstoptimierung und Social Media. Low Carb, Vegan, Paleo? Wer nicht einem Credo folgt, ist schon Außenseiter. Aber früher musste ich auch nicht so viel hinterfragen. Im Dominostein und im Maripanriegel war genau das, was ich vermutete: Marzipan.

Auch der Rest der Welt schien klar: Die Russen waren die Bösen, die Amis die Gute. Der Tagesgeldzinssatz, Rente und Familie waren sicher und der Arbeitsplatz auch. Fleiß wurde belohnt und man brauchte wenig im Leben. Smartphone, Facebook? nie gehört! Heute? Erstmal lesen ob im Schokoriegel auch Schokolade ist....

Warum schreibe ich all das? Vielleicht weil es vielen an Orientierung fehlt, an Wahrheit. Staatliche Institutionen und Kirche scheinen kein Vorbild mehr. Man orientiert sich an Youtube Stars oder am selbstgewählten Lebensmotto. Ich bin Nerd, Veganer oder Genussmensch. Was bin ich eigentlich? Identifiziere ich mich mit irgendwas? ich weiß immerhin, dass ich Marzipan mag, zumindest bis ich entdecke, dass ich seit 10 Jahren keines mehr esse, sondern Persipan. Kleiner Unterschied? Wenn ich nicht mal mehr weiß, was ich esse, was weiß ich dann überhaupt? Was ist Wahrheit?

Ich stelle zu viele Fragen. Essen wir einfach weiter, was schmeckt. Wen interessieren Inhalte? Süß müssen Dinge sein. Wahrheit und innere Werte sind unwichtig. Ich lebe wie alle anderen, halb geblendet, halb selber ein Auge geschlossen. Wer nicht zu viel fragt, wird auch nicht zu viele enttäuschende Antworten bekommen.

Wann ist wieder Weihnachten? Ich will Marzipan oder was es halt so gibt und was jeder isst....
 
Ich habe jede Menge Marzipan im Schrank. Schmeckt gut.

Früher war auch nicht alles Gold. Man hat es nicht so hinterfragt.

Essen ist eine Art Ersatzreligion geworden.
 
Wann ist wieder Weihnachten? Ich will Marzipan oder was es halt so gibt und was jeder isst....

Interessanter Post. ;-)

Warum bis Weihnachten warten? Zu Ostern gibt es so Zeugs doch auch. 🙂

Und ja, früher war das Leben einfacher. Aber so wie es war, wird es nie wieder. Vielleicht zum Glück.
Und warum sorgst Du dich? Du denkst doch noch, also funktioniert Dein Oberstübchen auch. Und das ist doch das wichtige.
Darf man nach Deinem ( in etwa ) BJ fragen?

LG
Old Flow
 
Interessanter Post. ;-)

Warum bis Weihnachten warten? Zu Ostern gibt es so Zeugs doch auch. 🙂

Und ja, früher war das Leben einfacher. Aber so wie es war, wird es nie wieder. Vielleicht zum Glück.
Und warum sorgst Du dich? Du denkst doch noch, also funktioniert Dein Oberstübchen auch. Und das ist doch das wichtige.
Darf man nach Deinem ( in etwa ) BJ fragen?

LG
Old Flow

Ich bin von 82. Je nach Definition keine Generation Y oder so gerade eben. Bin definitiv ein Kind der 80er. Ich frage mich nur, was wir überhaupt WISSEN. Oder was Menschen wissen wollen oder überhaupt hinterfragen.

Ernährung ist ein Thema von vielen. Ich falle selber immer wieder drauf rein. In der Leberwurst ist keine Leber, ok. Aber wenn in 9/10 veganen Bioprodukten extrem viel schlechtes Fett oder Zucker drin ist. Wenn Obst kaum noch Vitamine aber dafür dickmachenden Fruchtzucker hat, dann muss ich doch mal fragen, ob die "gesunden" Sachen wirklich selbiger sind.

Angesichts der wenigen Vitamine in Obst und Gemüse spricht die Die Welt-Gesundheits-Organisation WHO: "7 bis 9 Portionen an Obst und Gemüse pro Tag sollen den Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen decken."
Wenn es nach den Forschern des Imperial College London geht, besser 10! Dadurch würden 7,8 Millionen vorzeitige Todesfälle weltweit pro Jahr (!) verhindert.
https://www.wasserklinik.com/naehrstoffgehalt-von-obst-und-gemuese/

Es soll nicht nur um Ernährung gehen, aber es versinnbildlicht das Problem. Wir glauben, alles ist gut wenn wir täglich 2-3 Portionen Gemüse oder Obst essen. Wir glauben, dass wir Marzipan essen. Aber wir wissen scheinbar wenig, auch ich, erschreckend wenig.

Wir sind doch angeblich so wissenschaftlich und aufgeklärt. Viele treten aus der Kirche aus, Glaube ist out, aber dann wieder ist es doch schön sich einfach nur in Sicherheit zu glauben mit dem was wir eben zu wissen glauben....
 
Nicht jammern - sondern aktiv werden und selbst an den Herd.
Meine Generation kann noch selbst Marzipan herstellen. Das schaffst du sicher auch - früher war nicht alles besser auch wenn wir es nostalgisch gerne so sehen.
 
Ja da hab ich fast 20 Jahre mehr auf dem Buckel.
Und auch ich weiß nicht so viel. Und auch mir wurde schon sehr viel Unfung aufgetischt.
Aber noch bin ich neugierig. Und so erkennt man vieles. Wenn auch nicht immer sofort.
Vieles muß ich aber auch gar nicht so genau wissen.
Wenn mir z.B. jemand " guten Morgen " sagt, prüfe ich nicht, ob nicht schon Mittag ist.
Aber Nachrichten, habe ich lieber aus mehreren Quellen.
" Die Menschen " ist nicht! Jeder ist anders, und möchte somit auch andere Dinge wissen.
Und was ist schon wahr?
Z.B. der zur Konservierung mit Ascorbinsäure behandelte Saft.
Auf dem Etikett steht aber
Von uns, für Sie mit Vitamin C angereichert. Weil uns Ihre Gesundheit am Herzen liegt.
Ist das nun wahr, oder gelogen? ;-)
Bleib wachsam, aber grübel nicht zu viel.

LG
Old Flow
 
Für mich sind das auch teilweise echt Luxus-Probleme.

Immerhin haben wir genug von allem und müssen uns nur schlau darüber machen, wenn es uns wichtig ist.

Es gibt Länder, da wäre den Leuten sowas ziemlich egal, wenn sie nur ein bisschen was von dem Warenangebot hätten.

Ich war vor 2 Jahren in Kuba, da gibt es einen Haufen Rum und Zigarren für das gemeine Volk, aber alles andere gibt es so gut wie nicht.

Rindfleisch darf dort gezüchtet werden, aber gegessen nur von den Touristen.

In jedem Lokal ist die Speisekarte exakt diesselbe und besteht aus ungefähr 5 Gerichten (immer dieselben) , weil es eben nur das gibt, was da drauf steht und sonst nix.

So poplige Dinge wie Seife und Haarkämme, Schirme usw. (was für uns normal ist , das sofort überall zu erhalten) gibt es höchstens alle Schaltjahre mal zu kaufen.

Eingekauft werden immer dieselben 10 Lebensmittel in begrenzter Menge auf Lebensmittelkarte.

Und hier drehen wir durch , weil wir die Auswahl haben und uns ein bisschen kümmern müssen, wenn wir genaueres wissen wollen?

So ganz verstehe ich das nicht.
 
Na ich glaube es hat sich vieles geändert. Ich bin ja 64 er Jahrgang und ich kann sagen, das ich wirklich noch frisches Obst und Gemüse gegessen habe. Es kam alles aus Omas Garten , Fische wurden geangelt , das Fleisch kam aus dem eigenen Stall. Hühnchen wurden geschlachtet , wenn sie gebraucht wurden. Es gab keine Konservierungsstoffe oder Zusatzaromen.
Zum Thema Marzipan kann ich nur sagen, wir wurden damit zu Weihnachten zugeschüttet und deswegen mag ich den heute nicht mehr. Ich habe schon vor etlicher Zeit meine Ernährung umgestellt und verzichte auf Süss . Wenn ich dann mal etwas esse. empfinde ich den Geschmack sehr intensiv , da ich mich ja nicht mit süss zuschütte.
Beim Kochen gebe ich sehr sehr wenig Salz dazu , damit der Geschmack des Gemüses nicht verfälscht wird.
 
ich glaube, es ist generell gut, wenn wir uns nach den "guten alten Dingen" sehnen, die es in unserer Kindheit gab: Die Kuchen, die die Oma gemacht hat, die Plätzchen, den Schweinsbraten: All das ist natürlich nicht mit dem zu vergleichen, was man so "fertig" bekommt: Da steckt ganz vie Kindheitserinnerung drin: Da sind wir in Gedanken wieder mit unserer Oma am Herd, wir erinnern uns, wie sehr wir uns als Kinder gefreut haben. Freude, wie wir sie heute nicht mehr oft empfinden: Aber ich sehe da ne Chance: Sich eben nicht mit dem zufrieden zu geben, was uns bisweilen so vorgesetzt wird, sondenr nach dem zu suchen, was noch nach der "guten alten Zeit" (also dem was wir dafür halten) schmeckt. Das kann doch antrieb sein, dieses Gute wiederzubeleben: Sebler zu backen, zu kochen, die alten rezepte rauszukramen, die Oma löchern, wie sie es damals gemacht hat: Das ist doch wunderbar!
 

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