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***Wird es irgendwann wieder besser...???***

Hallo John,

kein Problem, dass du gestern verhindert warst, du kannst ja nicht immer am PC sitzen..
Mir ging es gestern sehr schlecht, aber heute ist es schon ein bissel besser.

Ich glaube meine Mutter hat einfach wahnsinnige Angst davor, dass sie was Falsch gemacht hat. Sie war nach der frühen Scheidung eine junge alleinerziehende Mutter von 2 Töchtern und hat sich bestimmt alle Mühe mit uns gegeben. Sie hatte es nicht leicht, denn mein Vater war Alkoholiker. Er hat uns alle in seinem Suff tyranisiert, aber sie hat natürlich das Meiste abgekriegt. Danach war sie nicht mehr fähig Emotionen zu zeigen oder uns zu geben. Ich war 3, meine Schwester 6. Ich habe mich immer ungeliebt gefühlt und war ein sehr aggressives Kind, aber ich weiß auch warum ich so aggressiv war. Auweia, warum erzähle ich das jetzt eigentlich alles. Jedenfalls kommt es mir so vor, als hätte sie uns gegenüber schon Schuldgefühle, auch wenn sie das natürlich nie zugeben würde. Daher schiebt sie meine Depression aufs Serotonin, denn dann hat sie ja keine Schuld an meiner Situation. Nur damit löst sie natürlich bei mir das Gefühl aus, dass alles was ich schlimm empfunden habe, ja gar nicht so schlimm gewesen ist - sondern ja alles nur am Serotonin liegt und damit fühle ich mich in meiner schweren Kindheit nicht gewürdigt und das bringt mich zur Aggression.

Ich warte auch gar nicht darauf, dass meine Mutter mich anruft. Ich weiß, ich kann sie jederzeit anrufen und sie weiß, dass sie mich jederzeit anrufen kann. Ich liebe meine Mutter und ich weiß, dass sie mich bestimmt auch irgendwie gerne hat - ich bin ja ihre Tochter... Nur ich weiß auch, dass ich über diese Themen nicht mit ihr sprechen kann, wir haben das schon sehr oft versucht und es ist immer im Streit geendet. Sie fühlt sich von mir angegriffen. Daher werde ich mit ihr über dieses Thema nicht mehr reden, weil sie es persönlich nimmt, sich so fühlt als müsse sie sich verteidigen und damit fühle ich mich widerrum verletzt. Ist das irgendwie verstehbar??? Sorry, weiß nicht, wie ichs anders erklären kann...

In der Klinik gibt es keine ambulante Abteilung bzw. Tagesklinik.
Außerdem befindet sich die Klinik ca. 150km entfernt von mir, d.h. als Tagesklinik würde das auch leider nicht funktionieren. Die Klinik ist eine systemische Klinik, d.h. den Klienten wird Eigenverantwortung "anerzogen". Das bedeutet, du bekommst nur dann geholfen, wenn du es äußerst und außerdem solltest du dann auch schon ungefähr wissen, wie du geholfen bekommen möchtest, denn der andere kann ja keine Gedanken lesen. Das ist eine harte Schule, aber sehr hilfreich...
Am Entlassungstag war ich durcheinander und dachte daher es wird schon irgendwie und seit ich Zuhause bin, habe ich keinen Kontakt mehr zur Klinik. Gruppentherapie gibt es nur bei einer stationären Aufnahme. Allerdings gibt es eine Nachsorgegruppe so alle 14 Tage dort, da werde ich nun am Sonntag hinfahren, wenn ich nicht zu schwach bin.

Aber ich muß mir unbedingt einen Freundeskreis aufbauen mit Leuten mit denen ich mich auch darüber unterhalten kann, Aber wie soll ich das schaffen, wenn ich jetzt nur noch zu Hause herumhänge...und alleine gehe ich nicht in die Disco oder Kneipe - dazu bin ich nicht (mehr) der Typ.

Danke fürs Zuhören!
Soviel wollte ich gar nicht schreiben..

Wie schaffe ich es mit meinen Suizidgedanken so umgehen zu können, dass ich mich mehr selbst liebe, dadurch mehr Selbstbewußtsein bekomme und daraufhin wieder alleine um die Häuser ziehen kann, um dann nette Menschen kennenzulernen?
Wie war das bei anderen?
Ich möchte lieber mein Leben wieder zurück, anstatt es vorzeitig beenden zu müssen...
 
Lass den Kopf nicht hängen! Auch ich habe schon so einige Klinikaufenthalte hinter mir und ich fühle mich nach jedem erstmal schlecht, weil ich dann nicht mehr diesen geschützten Bereich habe und weil ich mich erstmal wieder zurecht finden muß. Mit den Tagen kommt dann auch wieder "die Normalität" zurück und alles wird langsam wieder einfacher.
Werte dich nicht selbst ab, weil es gerade nicht so läuft. Setze dir kleine Tagesziele und dann kannst du größere Schritte machen.
Also Kopf hoch! Was uns nicht umbringt, macht uns nur härter!🙂

LG Caty
 
Vielen Dank für die Rückmeldung, dass es dir nach der Klinik auch erstmal schlecht ging. Das gibt mir das Gefühl, dass es nicht nur mir so geht...

Ich wundere mich total darüber, denn beim 1. Klinikaufenthalt ging es mir sowohl in der Klinik immer besser, als auch zu Hause. Klar hatte ich auch mal hier und da einen Tiefpunkt, aber das war nichts gegen dem was jetzt bei mir los ist.

Ich dachte eigentlich, dass es mir in der Klinik schon so schlecht ging, wie nie. Aber seitdem ich Zuhause bin ist es tatsächlich noch schlimmer geworden.

Danke, dass du das auch kennst, das gibt mir wirklich viel!

Dein Tipp mit den kleinen Tageszielen werde ich beherzigen.
Bestimmt habe ich mir wieder zu hohe Ziele gesetzt, so dass ich zu gar nichts imstande war.
 
Hallo Depri,

danke für die ausführliche Schilderung. Bei uns sah es ähnlich aus, nur, dass mein Vater lange Jahre sehr krank war und vor 13 Jahren gestorben ist. Vor 4 Jahren ist meine Frau und dann auch noch meine Mutter gestorben. Ich stand mit einem schulpflichtigen Kind alleine da.

Aber zurückzeihen hilft nicht. Alle paar Tage durchlebe ich noch ein Tief und gehe dann auch nicht vor die Türe, sitze dann meist hier am Computer schreibe etwas und höre mitunter 6-8 Stunden Musik, manchmal auch noch länger. Danach geht es mir meist wieder besser. Dann klappt auch der Tagesplan wieder.

Es kostet anfangs einige Überwindung, den Plan durchzuzeihen. Wenn sich dann die ersten kleinen Erfolge einstellen, gibt das Kraft für die nächsten Tage.

Mein Sohn ist mittlerweile ausgezogen und wohnt mit seiner Freundin zusammen. Damit ich unter die Leute komme, habe ich mich hier ehrenamtlich 'verpflichtet' und besuche außerdem sehr kranke, alleinstehende Leute, denen ich praktische Hilfe in Form von Erledigungen anbiete oder einfach nur mit Ihnen Rede.

Vielleicht läßt sich sowas in der Art auch bei Dir organisieren?

So ergeben sich regelmäßig kleine Aufgaben, deren Erledigung auch Freude macht.


Viele Grüße

John
.
 
@John-2
Du hast eine sehr tragische Geschichte!
Du hast mein tiefstes Mitgefühl und gleichzeitig meine tiefste Bewunderung!
Wenn ich sowas höre, denke ich immer, was will ich denn überhaupt?
Eigentlich gehts mir doch gut, was stelle ich mich so an...

Ich finde es toll, was du aus deiner Situation gemacht hast und dass du nun sogar anderen Menschen helfen kannst. Ich denke, da bist du mit Freude dabei und dadurch kostet es dich keine Kraft, sondern wahrscheinlich gibt es dir sogar Kraft.
Das ist wunderbar! Das ist genauso, wie ich früher war und genau da würde ich gerne auch irgendwann wieder hinkommen.

Bei mir ist es so, dass ich für mich selbst - gefühlt - nix hinbekomme. Das demotiviert mich total.
Das vermittelt mir widerum das Gefühl von Kraftlosigkeit, so dass ich mich so fühle, dass, wenn ich nichts für mich hinbekommen kann, ich erst recht nichts für andere hinbekommen kann.
Mein Problem ist, dass ich - gefühlt - nichts mehr gerne tue, sondern nur aus Pflichtgefühl.
Das war vor dem 2. Mal Klinik anders und ich verstehe einfach nicht, wieso sich das geändert hat.
Ich möchte wieder dahin zurück, wo ich vor dem 2. Mal war. Aber ich schaffe es einfach nicht.
Ich lebe zwar, aber ich lebe nicht mehr gern. Ich fühle mich leer, innerlich tod und von niemandem verstanden.
- Wie soll mich auch jemand verstehen, wenn ich mich selbst nicht verstehe...
Ich bin froh, dass ich wenigstens noch das Pflichtgefühl in mir habe, denn wenn das auch noch weg wäre, würde ich wohl nur noch zu Hause rumsitzen...
So sind es nur 5 tage von 7 - immerhin.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Depri,

bin gerade in einer ähnlichen Situation, was die Depressionen angeht. Kurzbeschreibung: Nach einigen Jahren krank (Wirbelsäule, Arthrosen, Fibromyalgie, Erschöpfungssyndrom, Schlafstörungen, Depris) bekam ich die Kündigung, danach ein Jahr arbeitslos, nun ausgesteuert und eben "nichts mehr".

Zurzeit machen sich die Depressionen bei mir mit Lustlosigkeit verbunden mit einer enormen Aggression bemerkbar. Wenn mir etwas nicht gleich gelingt, fluche ich, haue mit der Faust auf die Tischplatte usw.. Ich habe einen richtigen Selbsthass entwickelt.

Bis zum Sommer hatte ich ungefähr 1 Jahr lang Fluoxetin genommen. Damit war ich nicht aggressiv, aber auch nicht lebensfähig. Ich hatte genauso wie jetzt Lust zu nichts, war aber eher den ganzen Tag müde und "knatschig" und hab zugenommen.
Da ich auch noch weitere Medikamente nehmen muss, unter anderem eine sehr hohe Dosis Tilidin (Opioid), Antiarrhythmikum (Vorhofflimmern), Betablocker, Parkinsonmedi gegen Restless-Legs und diverse Versuche mit ADs zum Schlafen, hatte ich irgendwann so einen Hass auf die Pillen, dass ich die ADs abgesetzt habe.

Und nun warte ich darauf, dass sich etwas tut, dass sich diese Sch...-Situation wieder verändert.

Zur Reha hat man mich genialerweise in eine orthopädische Einrichtung geschickt - eine psychosomatische wäre sinnvoller gewesen. Daher hab ich also mit so einer Klinik überhapt keine Erfahrung, denke aber desöfteren daran, dass mir das vielleicht noch helfen könnte.

Eine Therapie mache ich zurzeit auch wieder. Der Psycho meint, dass ich gerade "den Dreck aus meiner Vergangenheit" an die Oberfläche kommen lasse und aus dem Grund aggressiv werde. Die Aggressivität wäre ein Ausdruck einer Traurigkeit, die ich nicht an die Oberfläche kommen lassen will.
Gut, aber wie komme ich aus dem Schlamassel wieder raus??? Dazu sagt er nur, es dauert, bis das bearbeitet ist. Jaaaa, toll, und wenn mir meine Vergangenheit scheißegal ist und es einen anderen Grund für diese Depressionen gibt? Dazu kann er mir auch nichts sagen.

Ich will doch nur, dass ich halbwegs wieder normal leben kann und dass diese miese Stimmung endlich aufhört.

Liebe Grüße
Wolkenratte
 

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