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Wird es das Fernsehn wie wir es kennen bald nicht mehr geben

Ein wichtiger Unterschied ist aber: wenn ich von Netflix oder Amazon die Nase voll habe, kann ich kündigen. Und muss nicht weiterzahlen. Und erklär dann mal der GEZ, dass du dort kündigen willst, weil dir das Programm nicht mehr zusagt. Du musst trotzdem zahlen. Egal ob oder wie viel und was du guckst oder eben nicht. Und was macht denn die GEZ, wenn du plötzlich nicht mehr zahlst? Da flattert ja auch kein verständnisvoller Brief ins Haus, dass das schon okay ist, dass man anscheinend nicht mehr gewillt ist, zu zahlen oder finanzielle Probleme hat.
 
Ein wichtiger Unterschied ist aber: wenn ich von Netflix oder Amazon die Nase voll habe, kann ich kündigen. Und muss nicht weiterzahlen. Und erklär dann mal der GEZ, dass du dort kündigen willst, weil dir das Programm nicht mehr zusagt. Du musst trotzdem zahlen.

Deswegen kam ich auf den Vergleich mit den Steuern, bei denen ich auch nicht einfach aussteigen kann, mit der Begründung, dass ich das Finanzieren neuer Straßen nicht mittragen wolle, weil ich nur mit der Bahn fahre.
 
Beim ÖR ist dies Diskussion eher die, ob das Gebührenmodell gerecht ist.

Wenn der ÖR im öffentlichen Interesse ist (Bildungsauftrag, freie Medien...), dann wäre er analog anderer öffentlicher Dienstleistungen (Polizei, Feuerwehr, Straßen ...) eher über Steuern zu finanzieren. Dann muss ich auch niemandem nachspionieren, sondern schlag einfach 0,2% auf die MwSt drauf.

Eigentlich möchte ich aber nicht die nächste GEZ Diskussion hier, hatten wir zu Genüge. Die GEZ ist eine von vielen Sachen, bei denen der Staat Geld von uns nimmt, obwohl viele dagegen sind. Das besondere ist eben, dass es eine Gebühr ist, die heraussticht und immer wieder Zündstoff bietet.

Generell betrachtet ist die Deutsche Medienlandschaft ungewöhnlich.
In den USA z.B. gibt es auch einen ÖR: Public Broadcasting Service (PBS)
Der finanziert sich aber nur teilweise durch staatliche Zuschüsse und primär aus Spenden. Die US Gesellschaft ist wesentlich mehr auf Konsum und Spenden konzentriert. Pay TV ist dort schon lange normal.

Deutschland wirkt dagegen fast pedantisch und geizig. Gespendet wird praktisch gar nicht. Alles muss kostenlos sein oder über Steuern abgedeckt. Lieblingssatz des Deutschen "Ich habe ein Recht auf ...., schließlich zahle ich Steuern!" Pay TV hatte es in Deutschland immer schon schwer und Streamingdienste kommen auch erst langsam ins Rollen. Während Sky sich aber nix auf Breite durchsetzen konnte, glaube ich, dass in 10 Jahren 90% der Menschen Streamingdienste wie Netflix nutzen. Es ist bezahlbar, bequem und bietet den Mehrwert des zeitunabhängigen Schauens.

Was mir derzeit erleben ist Aufteilung der TV Kultur auf zwei Konsumentenkreise
A) Will/kann kaum zahlen und konsumiert nur freies Programm, ÖR, freie Private, kostenlose Videos
B) Will sich Inhalte aussuchen, zahlt nach Geschmack für Pay TV oder Streaming Dienste, konsumiert wenig von A

Geld scheint hier aber gar nicht die größte treibende Kraft zu sein, sondern eher Faktoren wie Alter und Lifestyle. In der Nerd Serie "Big Bang Theorie" fiel mal der schöne Satz "Wir haben heute auch nicht Fernsehen gesehen wie alte Leute, sondern Netflix"

Der Kreis A wird vermutlich weiter schrumpfen. Es wird ein Basisangebot übrig bleiben, aber daran sollten sich Sender anpassen. Der ÖR etwa gehört auf Kultur, Doku und Nachrichten geschrumpft. "Tatort" gehört da nicht hin. Musikantenstadl langsam auch nicht mehr und Fussball kann auch privat laufen. Zusammenstreichen und über Steuern zahlen.

Gleichzeitig müssen auch Private streichen und mit der Zeit gehen, etwa Inhalte parallel online anbieten.
 
Der Kreis A wird vermutlich weiter schrumpfen. Es wird ein Basisangebot übrig bleiben, aber daran sollten sich Sender anpassen. Der ÖR etwa gehört auf Kultur, Doku und Nachrichten geschrumpft. "Tatort" gehört da nicht hin. Musikantenstadl langsam auch nicht mehr und Fussball kann auch privat laufen. Zusammenstreichen und über Steuern zahlen.
Ich persönlich würde da zustimmen, weil ich durchaus finde, dass der Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen Sender am besten über gute Informations- und Bildungskanäle erfüllt werden könnte (und das würde eben überwiegend ein Programm bestehend aus Nachrichten, Dokumentationen, Telekolleg, Kultursendungen, gesellschaftlich relevanten Themen etc. nahelegen). Tatort, Vorabend-Krimiserien, Helene-Fischer-Shows etc. müssten da nicht unbedingt laufen.
 
Bisher bin ich halt davon ausgegangen, dass wir in einem Gemeinwesen leben, in dem wir alle gewissen Beiträge leisten, um die Infrastruktur zu gewährleisten und zu erhalten bzw. zu erweitern. Dazu habe ich bislang auch den ÖR Rundfunk gerechnet. ("Old School Denkmuster", oder?)

Das Problem ist halt, dass die Entsorgung meines Hausmülls mittlerweile mehr Bildung enthält, als der Bildungsauftrag welchen die ÖR heute erfüllen. ^^

Es gibt da sehr gute Erklärungen im Netz von Kritikern die das fundiert beschreiben. Auch das sie sehr viel Geld für Eigenproduktionen verschleudern, die weder einen Bildungsauftrag verfolgen, noch irgendeinen anderen Nährwert besitzen. Und das auch noch obgleich die Finanzen der GEZ ohnehin sehr undurchsichtig sind. Auch darüber ist sehr viel im Internet zu finden.

Als Teil des Gemeinwesens kann ich sie unmöglich einordnen. Selbst wenn ich kein Auto fahren würde, wären mir Ausgaben für die Strassenrenovierung immer noch sympathischer. Erreicht mich doch schließlich auch mal ein Päckchen von eBay, oder die restliche Post. Ebenfalls möchte ich das mich mein Besuch erreicht, ohne ein Schleudertrauma wegen defekten Strassen zu erleiden. Und vielleicht ganz praktisch, wenn ordentliche Zufahrtstraßen für Rettungsfahrzeuge zugegen sind.

Was leistet die ARD für mich? Gar nichts. Auch nicht indirekt oder über sonstige Umwege!
 
Das Problem ist, dass der meiner Meinung nach sehr hohe monatliche Beitrag erzwungen ist. Und dass ihn auch Leute bezahlen müssen, die z. B. überhaupt nichts in der Richtung einschalten. Es gibt aber mittlerweile Konkurrenten, von denen man auch Tagesgeschehen und Bildung beziehen kann: Zeitungen und das Internet. Und das ist eine harte Konkurrenz. Es ist nicht so, als wäre da nichts anderes vorhanden. Auch bei Filmen und Serien sieht es sehr mau aus. Da gibt es Netflix und Co. zu einem wesentlich günstigeren Preis, auch ohne Werbung und mit wesentlich mehr Auswahl. Mit dem Argument kann man also zumindest bei mir nicht punkten. Ja, es gibt ein paar einzelne gute Reportagen und Dokus. Aber dafür dann monatlich so viel hinblättern? Da gibt es auch woanders sowas im Angebot.

Einige Seiten zuvor habe ich einen Link gepostet, der gut aufschlüsselt, wie viel Geld für was draufgeht. Und da sind Teile dabei, die ich nicht ansatzweise konsumiere. Ich finde es halt unangebracht, monatlich erzwungen einen zweistelligen Betrag dafür zu bezahlen, dass andere etwas nutzen können, das ich überhaupt nicht nutze.

Es gibt ja nicht nur die Alternative mit Steuern, sondern auch, dass es Teilbeträge gibt. Wer mehr will, muss bezahlen. Oder wenn man ganz fair sein will, dass nur der die GEZ bezahlt, der dann auch die Sender empfangen möchte. Nur wird halt ein riesen Anteil an Leuten sofort nicht mehr zahlen und die GEZ würde sich der Herausforderung gegenüber sehen, wettbewerbsfähiger zu werden und näher mit den Konkurrenten zu befassen. Das Einkommen wäre ja nicht mehr geritzt durch Zwang.
 
Das Problem ist, dass der meiner Meinung nach sehr hohe monatliche Beitrag erzwungen ist. Und dass ihn auch Leute bezahlen müssen, die z. B. überhaupt nichts in der Richtung einschalten.

Ja, schon, aber ich bin auch dazu gezwungen, mit meinen Steuergeldern Straßen und Einrichtungen zu finanzieren, die ich nicht nutze. Wenn jeder nur noch zahlt, was er auch nutzt, dann muss man überall Bezahlvorrichtungen installieren (unter anderem für jede Landstraße Maut erheben).

Das würde wahrscheinlich dazu führen, dass für selten befahrene Straßen nur wenig Geld zur Verfügung steht, und der Erhaltungszustand von der Nutzungsintensität abhängt. Die Frage wäre, ob jemand dann noch eine Straße in eine dünn besiedelte Gegend bauen würde, weil es sich ja gar nicht lohnen würde.

Wie ist das eigentlich bei Streamingdiensten, die jede Nutzung separat abrechnen: lohnt es sich da überhaupt noch, anspruchsvolle Produktionen anzubieten, für die sich möglicherweise nur wenige Nutzer interessieren und die dementsprechend wenig Geld einbringen? Wie verhindert man, dass die Vielfalt des Angebots abnimmt zugunsten stark nachgefragter Produkte (z.B. Sport)?
 
Ja, schon, aber ich bin auch dazu gezwungen, mit meinen Steuergeldern Straßen und Einrichtungen zu finanzieren, die ich nicht nutze. Wenn jeder nur noch zahlt, was er auch nutzt, dann muss man überall Bezahlvorrichtungen installieren (unter anderem für jede Landstraße Maut erheben).

Das würde wahrscheinlich dazu führen, dass für selten befahrene Straßen nur wenig Geld zur Verfügung steht, und der Erhaltungszustand von der Nutzungsintensität abhängt. Die Frage wäre, ob jemand dann noch eine Straße in eine dünn besiedelte Gegend bauen würde, weil es sich ja gar nicht lohnen würde.

Mal ein wenig provokant gefragt: wenn ARD, ZDF und Co. nicht mehr da wären, wäre das wirklich ein merklicher Verlust für die deutsche Gesellschaft? Würden da mehrere wirklich darunter leiden? Würde da was fehlen, weil es eigentlich super wichtig ist?

Wenn die Straßen kaputt sind, kommt es schlimmstenfalls zu so großen Schäden, dass das Fahren problematisch wird und es zu Unfällen kommen kann (Schlagloch).

Wenn die Schulen nicht sarniert werden, werden die Gebäude irgendwann so baufällig, dass sie nur noch unter Gefahr nutzbar sind. Wo sollen die Kinder und Jugendlichen dann aber hin?

Die Autobahnen und Straßen dienen auch allgemein dazu, Menschen zu beliefern. Polizei und Krankenwägen ein gefahrloses und schnelles Vorankommen zu ermöglichen.

Ich sehe da schon einen gesellschaftlichen Mehrwert, der wichtig ist und wo es problematisch werden kann, wenn man nichts dagegen tut und auch mit Steuergeldern sarniert.

Das ist jetzt alles überspitzt dargestellt, aber ich denke, du weißt, worauf ich hinaus will.

Wenn die ARD, ZDF und Co. wegfallen, gibt es immer noch die Zeitungen und das Internet als Informationsmedium. Reportagen und Dokus sind auch woanders abrufbar. Dass gewisse Regeln eingehalten werden bei der Berichterstattung, dafür sorgen gewisse Gesetze.

Sport - für viele ein wichtiger Grund. Das könnte man auf Streamingdienste auslagern oder andere Sender. Das komplette Fernsehen würde ja nicht mit dem Verlust der ARD, ZDF und Co. sterben.
 
Mal ein wenig provokant gefragt: wenn ARD, ZDF und Co. nicht mehr da wären, wäre das wirklich ein merklicher Verlust für die deutsche Gesellschaft? Würden da mehrere wirklich darunter leiden?

Ich kann nicht wirklich wissen, wie die Fernsehgewohnheiten der Deutschen sind, aber ich denke, das dürfte regelmäßig in Umfragen und per Markforschung nachgefragt werden.

Meiner Ansicht nach hätte man es in den Forschungsergebnissen schon gemerkt, wenn sich kaum noch jemand für die Sendungen von ARD, ZDF etc. interessieren würde, denn die Sender dürften vermutlich nur wenig Bestreben haben, ein tägliches Programm zu produzieren, das niemanden interessiert.

Daher würde ich behaupten: ja, es wäre derzeit ein merklicher Verlust für viele Menschen in Deutschland, sonst hätten die Sender schon längst reagiert.
 

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