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wir streiten uns ständig

zeitlos

Aktives Mitglied
Hallo ihr Lieben!
Vielleicht hat einer von euch einen Rat.
Ich bin seit 1 Jahr mit meinem Freund zusammen. Aber wir streiten uns jetzt schon über jede Kleinigkeit. Und die meisten Streits sind auch ziemlich doll. Wir schreien uns total an, schlagen Türen zu usw. Wegen nichts!! Selbst ich seh, dass das nicht normal ist! Das komische ist, wenn wir uns gerade nicht streiten, dann ist die Beziehung doch total schön! Wir mögen uns doch, warum streiten wir nur!? Wir hatten keine schöne Kindheit und habens heute noch nicht leicht.
Was kann ich tut damits besser wird? Das Problem ist, dass wir beide sofort an die Decke gehen wenn der andere was falsches sagt oder schlechte Laune hat. Hat einer von euch einen Tipp wie man in dieser Situation reagiert bzw einfach ruhig bleibt obwohl man sooooo wütend ist??
Ich will doch einfach nur ne normale Beziehung aber wir beide haben echt ne Macke was das Streiten angeht.

Ich würde mich sehr über ein paar Antworten freuen!

Liebe Grüße
zeitlos
 
Hallo zeitlos,

komisch das du bei schlechter Laune von ihm wütend wirst. Ich fang in dem Moment an mir zu überlegen, was ihr jetzt besser tut, reden oder einfach mal Ruhe?
Meist lass ich sie erstmal Luft holen. Je nach Situation setz ich ihr einfach was zu trinken vor die Nase, lächel, kein Wort, je nach ihrer Anspannung eine kurze Berührung und zurück ziehen. Vielleicht stelle ich auch eine beiläufige Frage. Wenn ein "mmh" kommt, okay das ist es jetzt nicht. Das ist für mich eher ein abtasten.

Wenn ich selber schlecht drauf bin und werde zugetextet, man hat ja nicht immer Attenen, dann sag ich meist: "Gib mir 5 Minuten, war stressig heute, muss erstmal runter.". Ist bei mir die klare Ansage, bitte jetzt nicht auf mich einreden, ich hab grad gar keinen Nerv. Das versteht sie dann auch. Sie kennt meine Schwachpunkte und ich ihre und meist klappte das ganz gut.

Zeitlos, wie machst du das?

Sianus
 
danke für eure antworten!
wenn er schlechte laune hat, ist es ja nicht so schlimm aber er lässt sie an mir aus und wird echt unfair. ich kanns einfach nicht auf mich sitzen lassen.
ich wünschte es wäre bei mir auch so wie bei dir. einfach sich kurz aus dem weg gehen und sowieso ruhig bleiben.
bei uns ist es so, wenn einer irgend was blödes sagt dann regt der andere sich darüber auf und dann schaukeln wir uns so hoch. ich versteh das selbst nicht. wir schaffes meistens nicht einfach ruhig zu bleiben. was könnte ich z.b. machen wenn er super unfair ist, schlechte laune hat und doofe sachen sagt und ich innerlich vor wut koche?
im nachhinein reden wir ja drüber und sind einsichtig und wissen wie doof das war von uns. aber es passiert trotzdem immer und immer wieder. das ist ein teufelskreis...

lg zeitlos
 
Hi Zeitlos,

erstmal würde ich ihn in ruhigen Zeiten auf den Teufelskreis hinweisen. Dann ist wichtig, das du ihn fragst, wie ihr gemeinsam die Situation entschärfen könnt. Vielleicht kann er einfach joggen gehen oder anderes um sich abzureagieren.
Steckt die Köpfe zusammen und findet eine Lösung. Ihr werdet zu Beginn üben müssen. Verhaltensweisen lassen sich leider nicht einfach wegdiskutieren. Aber wem sag ich das 🙂.
Mach ihm auch klar, was passiert, wenn er sich nicht an euer Gespräch hält.

Hält er sich nicht dran, kannst du einfach die Wohnung verlassen. Gehe schwimmen oder so. Lass ihn stehen! Du bist nicht da, damit er sich abreagieren kann. Also ruhig und möglichst noch unverkrampft die Situation verlassen. Nicht auf seine Stichelein oder gar Beleidigungen eingehen.

Ich weiß nicht was er dir an den Kopf wirft. Doch wenn es richtig harte Dinger sind, dann kannst du auch möglichst ruhig, wie ein Zuschauer, sagen: "Ich verbiete dir diesen Umgang mit mir." und dann gehst du. Auf eventuell folgende Hänselleien kannst du einfach antworten: "Wir hatten eine Vereinbarung." und dann gehst du.

In den nachfolgenden ruhigen Momenten mach es ihm nicht zu einfach, er muss spüren, dass hier deine Grenzen verletzt wurden. Also ruhig den Ärger spüren lassen. Du hast ihn ja nicht von ungefähr.
Ansonst fällt das für ihn auf Dauer unter den Namen "alles halb so wild" und dann ist es wirklich nicht gut.

Ich hoffe ,es bringt dich weiter.

Sianus
 
Ja, gestritten habe ich mit meiner Freundin die letzten 2 Jahre sehr häufig. Wie bei dir über Kleinigkeiten. Die großen Dinge, die uns letztenendes getrennt haben, haben wir garnicht bereden können, weil wir bis dahin schon garnicht mehr gekommen sind.

Irgendwann guckt der Partner komisch oder sauer oder so und man hat eigentlich nichts gemacht. Dann spricht man seinen Partner drauf an, der sich sofort meint rechtfertigen zu müssen und man fängt an sich über "nichts" zu streiten, weil man jetzt selber sagen muss, warum man seinem Partner unterstellt, "komisch geguckt zu haben".

Sich über nichts zu streiten lässt sich nur ganz schwer abstellen. In guten Zeiten muss man anfangen darüber zu reden, wie man verfahren kann. Nachdem sich meine Freundin sich nach 3 Jahren Beziehung von mir getrennt hat, haben wir nochmal lange darüber geredet, was wir hätten machen können. Wenn man einmal den "Streitrespekt" vor dem anderen verloren hat und sich sofort angenervt fühlt, wenn der zeigt, dass es ihm nicht gut geht, das aber auch auswirkungen auf sein Verhalten hat, wird es besonders schwierig.

Beide müssten sich in sofern ändern, dass man sich komplette Sätze des anderen anhört und ihn nicht schon unterbricht, wenn man "weiß", dass das nicht in Ordnung ist, was der sagt. Anschließend muss man gegenfragen, ob der Partner das wirklich so gemeint hat (also man wiederholt das in eigenen Worten). Dann hat der Partner kurz Gelegenheit, seinen "Angriff" oder seine Aussage, die nicht 100%ig das ist, was er wirklich sagen will wieder rückgängig zu machen.

Es macht einen nachdenklich, wenn der Partner in seinen eigenen Worten das wiederholt, was man gerade selbst gesagt hat. Dann will man das vielleicht garnicht mehr so stehenlassen, wo man jetzt selbst drüber nachdenkt und der Partner gibt einem durch seine Rückfrage auch die Gelegenheit dazu, vielleicht doch was vernünftiges zu sagen.

So steht es zumindest in irgendwelchen Büchern. Ich habe mich mit meiner Freundin geeinigt, dass wir das so hätten machen müssen, bevor wir uns im Streit so lange verletzt haben, dass es uns auseinander gebracht hat. Es wurde für uns immer schwerer auf den anderen einzugehen, weil wir uns nurnoch angegriffen gefühlt haben.

Ich hoffe, ihr bekommt das besser in den Griff. Wir waren auch außerhalb der Streitigkeiten immer sehr Glücklich. Liebe und nicht streiten können, haben scheinbar garnichts miteinander zu tun.
 
hallo,

meiner meinung nach gehört auch ein streit, in eine beziehung. ohne streit bekommt der partner nichts mit, was den anderen stört, oder welche probleme er hat.
man muß die probleme zusammen durcharbeiten, dazu gehören leider auch immer zwei menschen. man sollte auch dem partner zuhören können, um ihn auch zu verstehen.
den schweigen vernichtet eine beziehung, ich spreche da nun aus erfahrung. da ich das gerade durchmache.

gruß

iceman72
 
Jo, ein bisschen Streit gehört in eine Beziehung, genau wie eine kleine Portion Eifersucht die Beziehung bissl würziger macht.

Wir reden hier aber von Dauerstreits über "nichts". Sich ganz ganz häufig über "nichts" zu streiten ist eine ganz böse Sache und gehört leider nicht in eine Beziehung. Ich denke zeitlos weiß was ich meine...
 
hallo ihr lieben!

@ Sianus
ich finde, dass es ein guter tipp ist. wir haben gestern uns vertragen und nochmal drüber gesprochen. in solchen momenten sehen wir es ja beide ein und wissen wie wir eigentlich in solchen situationen reagieren sollten (!).
ich werde es mal ausprobieren einfach (leichter gesagt als getan) ruhig zu bleiben und ihn an unsere abmachung zu erinnern. und umgekehrt hoffe ich wird er das auch versuchen. werd also deine tipps mal ausprobieren ;-)
wie kann ich eigentlich meine wut in diesem moment unter kontrolle kriegen ohne unfair oder laut zu werden, wenn ich keine möglichkeit habe wegzugehen?

@ Slater

das was du erlebt hast, kommt mir sehr bekannt vor! bei uns ist es teilweise auch so. es ist so als ob in der luft schon eine spannung ist und man spürt, dass es bald kracht. obwohl noch nicht los war.
man hat manchmal einfach nur eine grundgenervtheit.
das mit dem ausreden lassen ist bei uns auch ein problem. wir unterbrechen uns auch schon weil der andere ja weiß was er sagen will oder weil es nicht in ordnung ist was er da gerade sagt.
du hast recht, man sollte den anderen ausreden lassen. das mit dem wiederholen was der partner gesagt hat, klingt gut. ich werde es auf jeden fall mal ausprobieren. danke für den tipp!
und du hast recht, liebe allein reicht manchmal nicht. und die liebe hat wirklich nichts mit den streitereien zu tun!
sag mal, gibt es für euch beide eigentlich eine chance? oder ist es nun entgültig vorbei bei euch?

@ iceman72

ja das stimmt auf jeden fall, dass streits dazugehören. das peppt die beziehung auf. nur dauersteit, wegen sachen wo man zum schluss garnicht mehr weiß warum man sich gestritten hat, machen es kaputt!
streits im gesunden maße sind ok. das stimmt sicherlich, dass schweigen die beziehung vernichtet, aber dauerstreits auch! man sollte das gesunde mittelmaß finden!

@ slater

klar, weiß ich was du meinst... wie schon gesagt, alles in maßen! man macht sich gegenseitig die beziehung kaputt mit den dauerstreits!

liebe grüße
zeitlos
 
Hallo Zeitlos,
ich habe ähnliches in meiner letzten Beziehung erlebt. Ich weiss, wie schlimm das ist, sich mit dem Partner, den man ja eigentlich liebt, ständig zu streiten. Ich habe damals einige Bücher über Kommunikation in Beziehungen gelesen. Woran ich mich noch erinnern kann sind folgende Dinge:

1 Sieh deinem Partner bei einem Gespräch immer in die Augen. Manche haben die Angewohnheit auf den Boden zu gucken um sich besser auf das was der Partner sagt konzentrieren zu können. Das ist nicht böse gemeint, wird aber völlig falsch aufgefasst. Der Partner denkt sich, dass dich das nicht interessiert. Und das willst du ja gerade nicht.

2 Zeige unbedingt Verständnis für die Kritik. Es steckt ja etwas dahinter. Im ersten Moment versteht man es nicht. Man steht auf dem Schlauch und hält die Kritik für eine böswillige Anschuldigung. Man ist bereit "zurückzuschlagen". Mach das bitte nicht! Hole tief Luft und wiederhole laut (wie schon Sianus, glaube ich, gesagt hat) in deinen eigenen Worten, was dein Partner gesagt hat. Das wird dir helfen, den Sinn zu begreifen. Du bist aufgeregt und da funktioniert das logische Denken nicht so schnell. Jetzt gehe darauf ein, in dem du zuerst die Argumente aus deiner Sicht bestätigst, die deiner Meinung nach richtig sind. Dann erst kannst du damit kommen, was deiner Meinung nach ungerechtfertigt ist.

3 Reagiere auf das, was dein Partner sagt, mit Nicken, Mmh sagen, etc. Rückmeldung ist wichtig und kann fast nach jedem Satz gemacht werden. Meine es aber ernst, sonst fühlt sich der Partner verarscht. Wenn dein Partner sich verstanden fühlt, auch wenn er/sie dich richtig dolle kritisiert hat, ist die halbe Miete schon bezahlt. Das gilt auch für Punkt 2.

4 Manchmal meint dein Partner das garnicht so ernst, wie es aussieht. Er/Sie hat z.B. einen schlechten Tag gehabt und fühlt sich von der ganzen Welt ausgenutzt oder ähnliches. Dann geht es ihm oder ihr eigentlich nur darum, von dir Mitgefühl oder Anerkennung zu bekommen. Das ist seltsam, aber in unserer Kultur kann man nicht direkt nach Lob fragen. Was uns bleibt ist Lob über Motzen zu bekommen. Beispiel: deine Freundin oder Freund kommt zu dir und sagt: Glaubst du eigentlich, dass ich deine Putzfrau bin?! Ich putze die Wohnung, wasche deine Kleidung, etc. Es kann hier wirklich sein, dass sie oder er nur will, dass du ihr oder ihm bestätigst, dass er/sie ein Held ist. Ich persönlich, kann echte von falscher Motzerei nicht unterscheiden. Also halt ich mich lieber daran, alles als echte Motzerei aufzufassen und Punkte 1 bis 3 anzuwenden.

Bei mir hat dieses Wissen nicht mehr gefruchtet. Ich konnte es noch ungefähr einmal mit Erfolg einsetzen und dann war die Beziehung schon zu Ende. Hätte ich all das vorher gewusst, hätte ich vielleicht noch etwas retten können.

Ich hoffe, hilfreich gewesen zu sein.
5.
 

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