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Wildes Durcheinander

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 122565
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Gelöscht 122565

Gast
Hallo zusammen, ich bin die Lumi!

Ich habe jetzt sehr lange überlegt, wo ich meinen ersten Thread schreiben soll, da mich so unglaublich viel beschäftigt. Mein Leben ist zur Zeit ein einziges Durcheinander & ich komme einfach nicht mehr zur Ruhe.

Eine chronologischen Reihenfolge wäre vielleicht ganz gut, auch wenn die nicht die schwere meiner Probleme wiedergibt.

Anfang 2021 fing meine 10-Jährige Beziehung an zu bröckeln. Schuld war so wirklich niemand, wir haben einfach nie richtig zusammengepasst, aber aus Liebe & aus Angst vor dem Alleinsein haben wir es beide wohl so lange durchgezogen. Er war immer ein sehr schwieriger Mensch (Drogenkonsum), aber ich war auch nicht ohne. Nichtsdestotrotz konnten wir uns im August/September 2021 "freundschaftlich" trennen & haben bis heute ein gutes Verhältnis zueinander.
Er ist in all den Jahren mein bester Freund geworden & ich seine beste Freundin. Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir es geschafft haben die Freundschaft zu bewahren, da ich mit ihm über (fast) alles immer reden kann. Umgekehrt natürlich genauso.

Trotzdem macht es einem natürlich zu schaffen, wenn man jemanden nach so vielen Jahren nicht mehr tagtäglich sieht.
Hinzukommt, dass ich seit Anfang 2022 in einer neuen Stadt lebe (Umzug für eine Job) & hier bis auf eine Person (dazu kommen wir später) nicht wirklich kenne. Meine Arbeitskollegen sind zwar 1A & ich würde manche schon fast als "Freunde" bezeichnen, aber dennoch habe ich zur Zeit nicht die Kraft etwas neben der Arbeit zu tun, weswegen ich nach Feierabend & am Wochenende zunehmend vereinsame.
Ich würde gerne dagegensteuer & weiß auch schon wie, über Jodel habe ich z.B. drei sehr nette Mädels in meinem Alter kennengelernt, aber mir fehlt immer der Mut mich zu einem Treffen hinreißen zu lassen.

Denn irgendwie ist etwas ganz tief in mir dir kaputt gegangen/gestorben/oder ich weiß nicht wie ich es sonst ausdrücken soll. Ich hatte hier einen sehr, sehr tollen Mann kennengelernt. Er war alles was ich mir jemals gewünscht hatte & noch viel mehr. Das Ende vom Lied war, dass wir es beide gut vermasselt haben. Er hat Mist gebaut, ich habe Mist gebaut. Näher möchte ich darauf bitte nicht eingehen.

Das ganze hat nun jedoch zur Folge, dass ich die Stadt komplett meide, weil ich diese neue Stadt mit ihm entdeckt habe & mich fast jede Ecke an ihn erinnert. So bekomme ich mitten in der Stadt entweder keine Luft mehr oder kriege Heulkrämpfe. Sobald ich aktiv an ihn erinnert werde, fühle ich mich als würde mich eine Dampflock überfahren und pure Panik kriecht in mir hoch. Ein Zustand den ich gerne beheben würde, nur weiß ich nicht wie.

Zudem würde ich ihn gerne hinter mir lassen, nur weiß ich auch da nicht wie. Wir beiden haben uns gegenseitig verletzt, das ist zwar richtig, aber jeder hatte seine nachvollziehbaren Gründe. So hege ich keinen Gräuel auf ihn & umgekehrt sieht es genauso aus. Da ist auch ständig diese Stimme in meinem Kopf, die mir sagt, dass alles wieder gut wird & er zurück kommt. Diese Stimme würde ich gerne endlich zum verstummen bringen, da mir diese ewige Hoffnung nicht dabei hilft ihn endlich loszulassen.

In Therapie bin ich auch, merke aber immer wieder, dass mir diese 50 Minuten in der Woche nichts so richtig bringen. Schlichtweg einfach deswegen, weil es zu wenig ist. Aber ich weiß auch, dass sie keine Kapazitäten für zwei Termine in der Woche hat & ich bin schon unendlich dankbar, dass ich so schnell einen Termin bei einer so tollen Therapeutin bekommen habe.

Nur habe ich sowieso keine Kraft mehr & ich merke wie es immer schlimmer wird. Mein Alltag sieht so aus, dass ich früh aufstehe, dusche, zur Arbeit fahre, nach Hause fahre und wie eine Irre anfange zu weinen sobald ich meine Wohnung betrete & das solange bis ich schlafend ins Bett falle. Meine Wochenenden sehen ohne die Arbeit genauso aus, obwohl ich da oftmals nicht mal die Kraft zum weinen habe.

Ich würde so gerne aus diesem Teufelskreis raus, die Langzeitbeziehung verarbeiten, den letzten Mann endlich vergessen, egal wie viel Hoffnung da noch ist & endlich mein Leben als Single-Frau genießen. Geistig & körperlich über mich hinauswachsen, mal nur Sachen für mich tun, die mir gut tun & mir in meiner Entwicklung helfen. Nur trotz all den Wünschen & dem Wollen finde ich einfach nicht die Energie dafür....
 
Hallo Lumire,
als ich deine Zeilen laß glaubte ich in Teilen ich selbst hätte sie geschrieben. Auch ich lernte einen Mann kennen und wir wurden über die Zeit sehr vertraut miteinander und beste Freunde. Doch auch zwischen uns gab es tiefe Verletzungen sodass unsere Wege sich trennten und auch in mir etwas gestorben ist. Was dies ist - ich kann es nicht beschreiben. Aber es hat nich sehr verändert und meine Welt dunkler gemacht. So etwas kannte ich vorher nicht.
Diese Stadt, in der so viele Erinnerungen stecken, ist seither,wie auch bei dir, wie vergiftet. Selten bin ich dort noch zugegen und wenn ich dies muss, dann ist dieser Besuch immer mit einer schwer zu beschreibenden Trauer verbunden.
Die Hoffnung konnte ich jetzt, nach zwei Jahren und nahe zu einem Jahr Kontaktabbruch ablegen. Aber in meinem Herzen wird dieser Mensch wohl immer bleiben und die Erinnerungen, die mit ihm und mit dieser Stadt verbunden sind, werden mir sicher noch lange die Tränen in die Augen treiben. Aber es wird besser. Und es fing an besser zu werden, als ich alle Hoffnung aufgegeben habe. Es war ein unglaublich schwerer Weg, mit vielen Tränen und der Ort in meinem Herzen bleibt wohl für immer schattig. Eine Therapie kann dich da nur begleiten, aber den Weg musst du selber gehen.

Ich wünsche dir von Herzen, dass dir das gelingt und du einen Umgang damit findest.
 
Hallo,

das klingt wirklich nach ein paar Baustellen, aber ich sehe auch einige positive Aspekte.
Du hast einen guten besten Freund, auch wenn Eure Beziehung leider in die Brüche ging. Auf der Arbeit läuft es, nette Kollegen, was auch sehr positiv ist. Und Du bist in Therapie, bei einer tollen Therapeutin.

Das sind einige positive Dinge in Deinem Leben, die Dir ja auch durchaus bewusst sind und Du schreibst reflektiert und dankbar. In Therapie ist es ja so, dass erstmal vieles hochgespült wird, man verarbeitet die Dinge, indem man darüber redet, reflektiert und sie sich wieder ins Gedächtnis ruft. Dabei geht es einem natürlich nicht gut und es dauert seine Zeit, bis sie so verarbeitet sind, dass die Gefühle ihren spitzen Schmerz verlieren und noch ein dumpfer Schmerz bleibt, der irgendwann meistens weniger wird.

In so einer Zeit, wo man viel zu verarbeiten hat und auch noch aktuten Liebeskummer hat, hat man meistens keine Lust wegzugehen, Leute zu sehen, Spaß zu haben, weil man innerlich noch nicht bereit und fähig ist dazu. Setz Dich daher nicht unter Druck, die Dinge brauchen ihre Zeit und es ist sicherlich auch wichtig, dass Du verstehst, warum du Mist gebaut hast und wie Du es in Zukunft besser machen kannst.

Ich weiss nicht, ob Du Medikamente nimmst, aber wenn Du Dich sehr traurig und depressiv fühlst, wären Antidepressiva für eine Zeit sicherlich eine Option. Der Schmerz wird dadurch etwas leichter zu ertragen und man hat wieder mehr Energie, sein Leben anzupacken. Da würde ich mal mit der Therapeutin reden und meiner Meinung nach sind 50 min. die Woche absolut ausreichend. Du musst ja auch alles verarbeiten, mehr Termine bringen nicht automatisch schnellere Heilung.

Guck für Dich doch mal, was an ganz kleinen Dingen Du machen kannst, um ein bisschen Entspannung und vielleicht Freude im Alltag zu haben. Dir eine Massage gönnen, ein schönes heißes Bad, ein tolles Buch, eine Lieblingsserie. Und wenn Du Dich in der Lage fühlst, vielleicht mal auf einen Cafe mit einer Frau gehen, die Du kennengelernt hast. Du kannst ja sagen, dass es Dir nicht so gut geht, aber vielleicht tut es Dir gut, mit jemandem im realen Leben mal drüber zu reden.

Und vermeide, wo es möglich ist, die Orte, die Du mit Deiner Ex-Beziehung besonders gerne besucht hast. Es wird sicherlich besser werden, aber Du kannst es nicht erzwingen. Falls Du gerne schreibst, kannst du auch ein Tagebuch schreiben, da gibt es auch hier die Möglichkeit - auch anonym.

Verliere nicht den Mut, ich sehe da einige gute Weichen, die Du bereits gestellt hast und auch Säulen, die Dich schon tragen können. Vertraue darauf, dass es besser werden wird und gestehe Dir die Zeit, die es braucht.
 
Hallo ihr beiden,

vielen lieben Dank für euren aufbauenden, empathischen Worte. Die haben mich wirklich tief berührt und taten mir sehr gut.
 
Das freut mich zu hören. Wenn Dir der Austausch gut tut, kannst Du natürlich auch mal fragen, ob Deine Therapeutin auch zusätzlich noch Gruppentherapie anbietet.
 
Heute ist überhaupt kein guter Tag für mich.

Bin die ganze Woche krank geschrieben & weiß jetzt schon was das für mich bedeutet: Viel zu viel Zeit zum Grübeln.

War eben beim Arzt, die sehr junge Arzthelferin war sehr, sehr lieb....sah mir aber auch sehr ähnlich, was mich irgendwie wütend gemacht hat & einen Ekel auf mich selbst gezogen hat. Der Grund ist ganz einfach, wir sehen uns zwar sehr ähnlich, aber sie saß da gut aus sich rausgeputzt & ich kann mir mit meinen 33 Jahren nicht mal ordentlich & gut die Augenbrauen zupfen.
Ich würde so gerne mehr aus mir machen, mehr für meine Figur tun & vor allem gerne wieder einen schönen Po haben. Nur finde ich nicht den Anreiz & die Energie etwas dafür zu tun. Wenn es um mich & mein Selbstwertgefühl geht gewinnt immer der Selbsthass, der mir sagt, dass es sich sowieso nicht lohnt an sich selbst zu arbeiten...
 
Du denkst sehr negativ, was natürlich verständlich ist. Aber das kann man ändern lernen.

Sieh es doch mal positiver: Du bist jetzt bei schönstem Wetter eine Woche krankgeschrieben und wenn es Dir nicht total schlecht geht, kannst Du Dich mal draußen in die Sonne setzen oder ein Cafe, das ist ja auch bei Krankschreibung erlaubt.

Und Du kannst die Woche mal etwas konstruktiver nutzen und Dir Gedanken machen, wie Du aus Deinem Loch rauskommst. Du klebst an dem Problem, orientiere Dich an der Lösung.
Stell Dir vor, wie Du genau sein möchtest, was sich ändern soll.

Du bist ja auch schon dabei, Dinge zu ändern. Und bitte vergleiche dich nicht mit anderen. Nimm Dir die Dame zum Anlass und mach einen Frisörtermin oder bei einer Kosmetikerin. Versuche mal ein bisschen ins Handeln zu kommen und wie gesagt: wenn Du sehr antriebslos und depressiv bist, rede mit Deiner therapeutin und nimm mal eine Zeitlang was dagegen.

Du könntest Dir eine Liste machen, was Du an kleinen Dingen, die Dich nicht so überfordern, in der Woche machen könntest.

z.B.
- Mal nach Büchern und Videos googlen zum Thema negatives Denken
- in meinem Thread in meiner Signatur stöbern zum Thema Depression
- nach einer guten Serie mal gucken online
- einen Spaziergang machen
- ein neues Rezept ausprobieren
- ein neues Buch anfangen

ein paar dinge mal tun, das, was möglich ist. Wenn Du negativ denkst, wenn Du Dir immer und immer wieder sagst, wie schlecht es Dir geht, wie sehr Du Dich hasst, dann wirst Du immer und immer wieder negative Gefühle haben. Dein Denken bestimmt Deine Gefühle.

Hier ein Buch zu dem Thema - lies das doch mal.

Lynn Grabhorn: Aufwachen

 
Das mit dem negativen Denken ist schon richtig Binchy.

Manchmal sind die inneren Dämonen einfach lauter als der Verstand. Heute ist dafür ein recht guter Tag. Ich bin mit guter Laune aufgewacht, auch wenn ich meinen Ex noch sehr vermisse. Sehe es heute aber zumindest entspannter, wenn es sein soll kommt er noch mal auf mich zu & wenn nicht werde ich einen anderen tollen Menschen kennenlernen.

Über Umwege habe ich zumindest wen sehr nettes kennengelernt, es macht mit Spaß mit ihm zu schreiben & es tut meinem Selbstbewusstsein gut, auch wenn ich mich erst mal nur auf mich konzentrieren will, weil ich mir auch selber beweisen möchte, dass ich mit mir alleine glücklich sein kann.
 
Ich habe heute Abend ein Date mit dem schon erwähnten Mann. Irgendwie freu ich mich, weiß aber nicht ob das eine gute Idee ist.
 
Triff Dich, genieße den Abend und denk nicht soviel nach. Man kann sich viel kaputt machen, wenn man alles im Vorhinein zergrübelt. Das nimmt einem die Vorfreude und Spontanität.

Es ist nur ein Date - Ihr wollt ja noch nicht zusammen eine Familie gründen und auswandern 😉

Und es ist doch schön, wenn man kleine nette Erlebnisse im Alltag hat. Alles Gute und viel Spaß heute.
 

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