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Wieviele Schicksalsschläge kann man ertragen?

E

Einfach ich

Gast
Hallo zusammen, ich wusste nicht, in welche Kategorie ich meinen Thread stellen sollte, weil es um Familie, Gesundheit und Liebe geht. Lebenskrise passte am ehesten 🙁
Ich versuche euch meine Geschichte so kurz wie möglich zu erzählen und eigentlich ist das nicht schwer: vor 10 Monaten starb meine Mutter (mein Vater schon 5 Jahre vorher), 4 Monte später spürte ich schließlich starke Symptome, 1 Monat später bekam ich die Diagnose einer unheilbaren Krankheit und genau wegen der verließ mich mein Verlobter nach 6 Jahren Beziehung.
Seitdem erlebe ich ein Wechselbad der Gefühle. Mal bin ich stark und sage mir, dass ich das alles packen werde. Dann sind da wieder Momente, so wie jetzt, in denen ich einfach nicht mehr weiter weiss.
Ich bin Anfang 30, alleinerziehend, hatte so viele Pläne. Jetzt fühl ich mich meistens einfach nur alleine. Zwar hab ich Geschwister und Freunde, aber die leben ihr eigenes Leben. Und für sie bin ich "die Starke", weil ich meinen Kummer nicht nach aussen trage.
Mir ist klar, dass es schlimmere Schicksalsschläge gibt. Aber es kam alles einfach so kurz aufeinander, so dass ich gar nicht die Zeit hatte, alles einzeln zu verdauen, sondern jetzt alles zusammen auf mich hereinprasselt.
Weiss jemand Rat? 🙁((
 
Ds ist schon ziemlich schlimm was dir in den letzten Monaten widerfahren ist und du hast allen Grund, erschöpft und ratlos zu sein. Nun frage ich mich, welcher Rat dir von Nutzen sein könnte?

Würde ich in deiner Haut stecken, ich denke ich würde mich erstmal sammeln und sortieren; sortieren, was nun als erstes zu tun wäre für mich, was das Dringendste ist. Und das wäre für mich vermutlich die Krankheit, die du erwähnt hast, ich würde mich wahrscheinlich damit etwas beschäftigen, welche Therapiemaßnahmen bzw. Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Du hast "unheilbar" geschrieben?

Deine Mutter starb vor 10 Monaten, dein Vater vor 5 Jahren, das sind alles Dinge die man nicht mehr ändern kann und die nach angemessener Trauer akzeptiert werden müssen. Dass dein Verlobter gegangen ist...und das wegen der Krankheit...sagt im Grunde aus dass er dieser Belastung nicht gewachsen war, befürchte ich.

Da istjetzt einiges auf dich eingeprasselt, aber wie gesagt, ich würde vermutlich nach einer kurzen Zeit des "sammelns" schauen, ob man doch etwas gegen diese Krankheit unternehmen kann bzw. wie man bestmöglichst mit ihr lebt.
 
Oje, du hast wirklich einiges durchmachen müssen in letzter Zeit. 🙁 Aber, dass du es dann trotzdem noch schaffst, dir zumindest hin und wieder selbst zu sagen, dass du stark bist und das durchstehen wirst, zeigt doch dass die Kämpferin in dir immer noch wach ist! 🙂

Und das ist dann gleichbedeutend damit, dass du es auch schaffen kannst, diese Schicksalsschläge zu verarbeiten. Am wichtigsten ist, Trauer zuzulassen und mit anderen Menschen darüber zu reden. Deswegen vertraue dich mit deinen Gefühlen ruhig deinen Geschwistern und Freunden an. Mag sein, dass du in ihren Augen "die Starke" bist. Aber von niemandem kann verlangt werden, mit allem ganz allein klar zu kommen. Zumal ich mir sicher bin, dass sie sich auch darüber freuen würden, einmal dir helfen zu können. 🙂

Eine weitere Möglichkeit ist übrigens eine Therapie. Es gibt Psychologen, die auf Traumabeweltigung spezialisiert sind. Diese Leute können dir ebenfalls sehr gut helfen!
 
Mich haben deine Zeilen sehr bewegt. Aus Zeitmangel kann ich leider nicht so darauf eingehen, wie ich es gern möchte.
Es ist wichtig, Hilfe anzunehem und zuzulassen, dass man nicht immer stark sein muss!
Ich mußte das auch erst lernen. Hilfe habe ich von Freunden, Verwandten und von einer Sozialarbeiterin bei der Diakonie bekommen. So eine Anlaufstelle könnte auch dir nützen, selbst wenn du nicht gläubig bist. Dort wird dir geholfen, wenn du dein Leben nicht mehr allein auf die Reihe bekommst (z.B. bei Behördengängen, Kinderbetreuung, Trauerarbeit usw.).

Ich wünsche dir ganz viel Kraft!!!! Kathary
 
Manchmal muß man so viel ertragen, dass man denkt, es geht weit über das Vermögen von dem was man aushalten kann!
Du hast wirklich eine Menge sehr schwerer Schläge hinter Dir. Ein Schmerz kam bei Dir ja praktisch nach dem anderen.
Ich glaube,das ist mehr als man in eigener Kraft tragen kann. Ich kann Dir nur zu einem raten, Dich an den zu klammern der Dir alleine über diesen Schmerz hinweg helfen kann.
Ich habe mein ganzes Leben vor vielen Jahren ganz bewußt in die Hände von Jesus gelegt.
Von Jesus deshalb, weil Gott sich durch Jesus den Menschen offenbart hat, und Er der Weg zum Vater ist.

Ich kann Dir nur raten, leg Dein ganzes Leben mit all Deinen Schmerzen und Deiner Verzweiflung in seine Hände, sag ihm alles so wie es ist und wie Du dich fühlst.
Bitte Ihn aus Deinem Leben doch noch etwas zu machen, was Dir Erfüllung gibt, und Freude. Und wenn es dann mal soweit ist ( Gott kann auch manches ändern, was menschlich unmöglich aussieht) das Du diese Welt verlassen "mußt", dann darfst Du wissen,das Du in den Armen von Jesus geborgen bist, und Dich nichts und neimand aus seiner Hand reißen kann.
Vielleicht hört sich das für Dich alles ein bisschen übertrieben an und Du zweifelst an dem was ich sage.
Ich habe selber diesen Schritt vor 32 Jahren getan, und immer wieder erleben dürfen, wie Gott mich durchgetragen hat.
Wage also diesen Schritt, er kann Dir wieder Freude schenken und Dein Leben so lenken,das alles neu wird.
Und vor allem versuche nicht verbittert zu sein. Es gibt vieles, was wir hier nicht verstehen ,aber dort drüben werden wir es mal erfahren, warum das alles!

Sei lieb gegrüßt🙂
Lena
 
Vielen Dank für eure Antworten.
Dr Rock, ich habe Multiple Sklerose, die leider ziemlich aggressiv begann. Soweit gehts mir momentan gut, aber mir ist auch klar, dass das morgen schon wieder anders aussehen kann. Das ist manchmal sehr belastend, ebenso wie die Angst, wie es einem mit den Jahren damit gehen wird. Manchmal kann ich es gut verdrängen, andere male leider nicht.

Archeo, an eine Therapie hab ich natürlich schon gedacht, allerdings höre ich von psychotherapeutisch behandelten Patienten immer wieder, dass sie nicht wenig Medikamente einnehmen müssen. Das möchte ich gerne vermeiden, weil ich aufgrund meiner Krankheit schon einiges einnehmen muss und meine Leberwerte das langsam anzeigen.

Kathary, vielen Dank auch für deinen Tipp, ich werd mich mal informieren.

Lena, danke auch an dich. Ich war immer sehr gläubig, aber in der letzten Zeit wurde mein Glaube etwas erschüttert. Ich würde über mich selbst sagen, dass ich sicher nicht perfekt bin, aber im Großen und Ganzen ein guter Mensch, der immer versucht zu helfen und für Freunde/Familie durchs Feuer gehen würde. Manchmal kommt da natürlich die Frage nach dem WARUM auf.


Irgendwie steck ich momentan in einem Teufelskreis. Durch die Vorweihnachtszeit fehlen mir meine Eltern (und auch mein Ex) noch mehr. Für meine Tochter und für mich wird es (nach Jahren) das erste Weihnachtsfest ohne all diese Personen sein. Diese psychische Belastung ist nicht gut für meine Krankheit und die Angst vor einem erneuten heftigen Schub ist ebenfalls wieder psychischer Stress.

Was meinen Ex angeht: es ist vor allem die Art, wie er sich aus dem Staub gemacht hat, die mich so mitnimmt. Nachdem ich ihm meine Diagnose mitgeteilt hatte, meldete er sich nicht mehr. Absolut nichts, kein Wort! Das drei Monate lang. Dann schrieb er mir irgendwann eine sms, die ersten ignorierte ich. Irgendwann antwortete ich, fragend, mit welchem Mut er sich meldet, als wäre nichts passiert, nachdem was er getan hat. Daraufhin hagelte es nichts als Vorwürfe und er gab mir die Schuld an der Trennung. Unsere Beziehung kriselte schon vorher, das ist richtig, allerdings war das die Schuld von uns beiden und es fiel NICHTS ernstes wie Lug, Betrug usw vor. Es waren wirklich nur Kleinigkeiten, die sich häuften. Trotzdem liebte ich ihn, dachte, dass auch er mich liebt, war ausnahmslos immer für ihn da und dachte bis an besagten Tag im Juli, dass es auch umgekehrt so wäre. Ich weiss gar nicht was größer ist: die Enttäuschung über ihn, oder die Enttäuschung über mich selbst, mich so geirrt zu haben. Ich glaube aber zweiteres.

Mit meiner Mutter hatte ich ein sehr inniges und intensives, aber manchmal (oder vielleicht gerade deswegen) auch schwieriges Verhältnis. seit Jahren hatte sie immer wieder "Wehwehchen", die aber rasch wieder verflogen. Zum Arzt wollte sie partout NIE gehen. Auch bevor sie starb, klagte sie "mal wieder" über dieses und jenes. Zwar legte ich ihr wieder nahe, zum Arzt zu gehen, aber wieder lehnte sie es ab. Hätte ich geahnt, dass sie daran sterben würde, hätte ich sie zum Arzt gezwungen. Aber ich nahm es nicht ernst, für mich war es eine der vielen Situationen, die ich seit Jahren zur Häufe kannte.
Nun mach ich mir immer wieder Vorwürfe.
Was das alles auch nicht leichter macht ist die Tatsache, dass ich beide Elternteile tot aufgefunden habe. Die Bilder bleiben, egal wie sehr man sie verdrängen möchte...

Mit meinen Geschwistern hab ich Geld aus dem Erbe geteilt, was eigentlich nur für mich und meine Tochter bestimmt war. Dank bekam ich nicht, im Gegenteil, manchmal fühle ich mich ausgenutzt, weil ich hier und da als Privatbank herhalten muss, weil sie nichts mehr haben. Ich lehne die Bitten nicht ab und mach meinem Frust auch keine Luft. Sie würden es sowieso nicht verstehen, bzw persönlich nehmen. Und ich möchte keinesfalls Streit oder Irritationen schüren.

Tja, einen wirklichen Rat gibt es wohl nicht, außer die, die bereits genannt wurden. Aber es tut gut, sich das alles mal von der Seele zu schreiben.
 
Vielen Dank für eure Antworten.
Dr Rock, ich habe Multiple Sklerose, die leider ziemlich aggressiv begann. Soweit gehts mir momentan gut, aber mir ist auch klar, dass das morgen schon wieder anders aussehen kann. Das ist manchmal sehr belastend, ebenso wie die Angst, wie es einem mit den Jahren damit gehen wird. Manchmal kann ich es gut verdrängen, andere male leider nicht.

Das ist eine sehr schlimme Diagnose und ja, es kann in absehbarer Zukunft sein dass es dir viel schlechter geht. Aber ist es nicht sinnvoller, bis dahin möglichst entspannt und gelassen zu bleiben und das Beste aus dem Gesundheitszustand zu machen? Ich meine, der Zustand der Verschlechterung kann sich früher oder später durchaus einstellen, aber du tust dir keinen Gefallen wenn du dich jetzt schon damit beschäftigst und dich belastest. Ich denke, es wäre der angemessene Weg, sich jetzt an den Rat der Ärzte zu halten, die Behandlung mit ihnen abzustimmen und sonst das Leben möglichst gelassen zu leben. Sonst machst du dich nur verrückt, was für deine Gesundheit noch mal negativ ist.

Irgendwie steck ich momentan in einem Teufelskreis. Durch die Vorweihnachtszeit fehlen mir meine Eltern (und auch mein Ex) noch mehr. Für meine Tochter und für mich wird es (nach Jahren) das erste Weihnachtsfest ohne all diese Personen sein. Diese psychische Belastung ist nicht gut für meine Krankheit und die Angst vor einem erneuten heftigen Schub ist ebenfalls wieder psychischer Stress.

Deswegen wäre es, wie angedeutet, vielleicht das Beste würdest du allem mit möglichst viel Ruhe und Entspannung begegnen. Dass dir die Einsamkeit nun bewusst wird, ist verständlich, aber immerhin hast du ja noch deine Tochter. Ganz alleine bist du also zumindest nicht.

Was meinen Ex angeht: es ist vor allem die Art, wie er sich aus dem Staub gemacht hat, die mich so mitnimmt. Nachdem ich ihm meine Diagnose mitgeteilt hatte, meldete er sich nicht mehr. Absolut nichts, kein Wort! Das drei Monate lang. Dann schrieb er mir irgendwann eine sms, die ersten ignorierte ich. Irgendwann antwortete ich, fragend, mit welchem Mut er sich meldet, als wäre nichts passiert, nachdem was er getan hat. Daraufhin hagelte es nichts als Vorwürfe und er gab mir die Schuld an der Trennung. Unsere Beziehung kriselte schon vorher, das ist richtig, allerdings war das die Schuld von uns beiden und es fiel NICHTS ernstes wie Lug, Betrug usw vor. Es waren wirklich nur Kleinigkeiten, die sich häuften. Trotzdem liebte ich ihn, dachte, dass auch er mich liebt, war ausnahmslos immer für ihn da und dachte bis an besagten Tag im Juli, dass es auch umgekehrt so wäre. Ich weiss gar nicht was größer ist: die Enttäuschung über ihn, oder die Enttäuschung über mich selbst, mich so geirrt zu haben. Ich glaube aber zweiteres.

Das ist etwas seltsam, finde ich. Hätte ich eine Beziehung und „sie“ würde sich 3 Monate lang nicht melden (egal ob mir eine Krankheit diagnostiziert worden wäre oder nicht), wäre der Ofen für mich zu 99% ohnehin aus gewesen. 3 Monate ohne ein Lebenszeichen? Das kann man ja gar nicht „Beziehung“ nennen, meine ich. Ich nehme an da hatte sich schon vorher einiges aufgetürmt zwischen euch und deine Diagnose war für ihn der willkommene Anlass sich abzusetzen.

Ich wünsche dir viel Kraft!
 
hallo liebes,
ich kann dich verstehen.
du bist eine liebe person die nach außen stark scheint weil du nie über deine probleme richtig sprichst.
vieleicht ist reden erstmal ganz wichtig !
du hast schon mal geschwister und freunde das ist sehr gut.
manchmal möchte man sich gar nicht öffnen, aber manchmal ist das sehr sinnig.
du musst aufgebaut werden !
ich habe eine freundin die hat ms. diese krankheit hat sie selbstbewusst gemacht.
sie kämpft dagegen an. und macht grad eine kur.
hast du schon mal über eine kur nachgedacht ?

den glauben find ich auch sehr wichtig.
viele holen sich dadurch die kraft.

ich glaube einiges brauch einfach zeit. so eine trennung brauch sehr viel zeit um das zu verarbeiten.
auf einmal fühlt man sich im stich gelassen.
aber du hast etwas verständinsvolleres verdient !

geb dir zeit, rede ganz viel !
du hast bestimmt eine ganz wunderbare tochter.

ich weiss auch das man manche schicksalsschläge nicht verstehen kann.
natürlich fragt man sich warum.
und diese frage kann einem keiner beantworten.

aber für mich bist du trotzdem eine sehr starke person !
und wünsche dir einfach die kraft die du brauchst
und ich bin mir sicher, mit der zeit kann sich einiges ändern.
man muss nur geduld haben das alles erstmal zu verarbeiten.

ich wünsche dir so sehr die menschen die du brauchst !!!
 
Mal ganz distanziert betrachtet könnte man auch sagen, dass du jetzt vollkommen ungebunden bist, und durch deine Situation auch herausgefordert wirst, die Zeit die dir bleibt in vollen Zügen zu genießen.
Das klingt jetzt natürlich überhaupt nicht einfühlsam oder verständnisvoll, jedoch wollte ich diese mögliche Meinung mal hier hinterlassen.
Schließlich hast du auf einmal doch sehr viel Platz für neues in deinem Leben. Altes und Gewohntes ist plötzlich verschwunden, und eine solche Leere würde wohl jedem Menschen Angst machen...

Such dir einen Therapeuten, falls noch nicht geschehen. Eine solche Diagnose ist nicht leicht wegzustecken. Er kann dir auch helfen, neue Perspektiven zu finden.
Ich wünsche dir viel Glück dabei, dein Leben mit möglichst viel Leben füllen zu können.
 
Hallo, zusammen
Ich hab seit guten 2,5j 3 Schicksalsschläge erlitten.
Als erstes, meine Mama, sie hatte noch nicht mal eine Chance! Das war am 16.02. 2013!
Dann meine omi, 2015, und, mein geliebten Onkel, auch 2015!
Ich frag euch, was, muss ein mensch alles ertragen? ????
Ich lebe weiter, muss ich ja auch, wegen meinem Vater, und meinem geliebten mann! Nur, wie lebe ich weiter. ....?
 

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