ewigetrauer
Neues Mitglied
Genau das ist die Frage. Naja, eine von vielen, aber im Grunde genommen die wichtigste. Wieso bin ich so? Wieso bin ich genauso geworden, wie ich jetzt bin. Wann bin ich falsch abgebogen und wieso? Ich wünschte, ich könnte diese Fragen, die so laut in meinem Kopf vor sich her brüllen beantworten. Aber ich werde sie nie beantworten können. Sie werden mich Zeit meines Lebens weiter anschreien und mich niemals in Ruhe lassen. Wie soll ich damit klar kommen, dass es niemals still sein wird? Das niemals jemand verstehen kann was wirklich gerade in mir vorgeht? Denn jedes Mal, wenn ich versuche darüber zu sprechen, versaue entweder ich es, indem ich versuche zu verharmlosen wie ich mich fühle oder mein Gegenüber lässt den berühmten Satz:“ Das wird schon wieder besser werden!“ fallen. Aber nein, es wird nicht besser. Alles wird unaufhörlich schlimmer. Ich weiß es. Es war schon immer so. Aber wieso kann ich nichts dagegen tun? Wieso schaffe ich es nicht, mir zu helfen? Wieso kann ich mich nur selbst zerstören? Und das wissentlich. So lange schon brennt das unaufhörliche Verlangen nach absoluter Stille in meinem Kopf. Einfach Ruhe. Aber ich bin nicht bereit mich dafür umzubringen. Nicht, dass ich nicht darüber nachgedacht hätte. Ich habe immer das Gefühl, ich könne mich niemals schlimmer fühlen als in dem Moment, indem ich darüber nach denke. Also wieso habe ich es noch nicht getan? Etwas scheint mich noch hier zu halten. Aber was? Natürlich zählt die Tatsache, dass ich meiner Familie trotz unserer jahrelangen Differenzen sowas nicht antun wollen würde. Die Vorstellung, wie meine Familie auf meiner Beerdigung weint und das nur, weil ich es nicht ge**** gekriegt hab mein Leben zu meistern, obwohl ich vieles hätte besser machen können, ist mir zu wider. Ich habe liebe Eltern. Klar haben auch sie Fehler in meiner Kindheit gemacht aber welcher Mensch ist schon unfehlbar? Zumindest habe ich auf keinen Fall das Gefühl, ich hätte eine schlechte Kindheit gehabt oder ich könne diese als Entschuldigung für mein heutiges „Ich“ nehmen. Wieso habe ich mich also irgendwann dazu entschlossen, mich selbst zu zerstören? Und wieso kann ich nicht damit aufhören?Ich weiß, was richtig und was falsch ist. Ich weiß, was ein Fehler und für mich fatal ist. Aber wieso laufe ich trotz rationalem Denken immer in die gleiche Richtung? Ich komme nie wieder raus aus diesem Sumpf. Als würde ich über keine Entscheidungsgewalt verfügen. Als würde ich mich selbst quälen wollen. Immer und immer wieder. Wieso bin ich unfähig, mir selbst zu helfen? Obwohl die Lösungen meist klar auf der Hand liegen. Ich bin kein dummer Mensch. Dachte ich zumindest immer. Aber ist mein Verhalten nicht auch ein Zeichen von Dummheit? Oder zählt geistige Schwäche nicht als Dummheit.. für mich ist „dumm“ zu sein eine der schlimmsten Vorstellungen. Einen eingeschränkten Horizont zu haben.. sich nur danach zu bewegen, was andere tun oder sagen und kein „eigener“ Mensch zu sein. Das ist für mich Dummheit. So etwas macht mich traurig. Sowohl für die Leute, die eingeschränkt leben als auch für mich, da ich nie so akzeptiert werde, wie ich bin. Ich werde nicht verstanden. Ich habe das Gefühl, nie so leben zu können, wie ich es will. Aber was soll ich dann noch hier? Ich bin 22 Jahre alt und habe noch ca. 50 Jahre vor mir wenn mein Körper trotz Drogen so lange durch hält. Aber will ich das, wenn ich jetzt schon am Ende bin? Ich will nicht wissen, was das Leben noch für mich bereit hält. Dazu hat es mich zu oft verarscht.
Aber was tun, wenn sowohl weiter leben, als auch Suizid keine Lösung ist?
Aber was tun, wenn sowohl weiter leben, als auch Suizid keine Lösung ist?