Vor allem der Gedanke, die Situation nicht im Griff zu haben macht mich ängstlich.
Du kannst nicht alles immer im Griff haben.
Damit stehe ich mir womöglich auch während der Fahrstunden im Weg.
Ja, das ist sicherlich so.
Und das ist für mich immer der größte Haken. Mein Freund redet sich oft genug den Mund fusselig, um mir das deutlich zu machen. Bewusst ist mir das ja schon, aber ich will trotzdem alles gut machen und so wenig Fehler wie nur eben möglich.
Das ist ja auch löblich. Aber du solltest dir einfach klar machen, dass du (jedenfalls gehe ich mal davon aus) ein Mensch bist.
😉 Und Menschen machen Fehler. Natürlich sollte man dies nicht als Ausrede benutzen, gedankenlos und nachlässig zu sein. Aber meiner bescheidenen Meinung nach sollte man auch akzeptieren können, dass Fehler passieren.
Dann lastet dementsprechend auch immer ein großer Druck auf meinen Schultern, den ich mir ja eigentlich immer selbst mache.
Das Wissen ist da. Es wäre schön, wenn ich danach handeln könnte/ würde.
Hör einfach auf deinen Freund und werd da etwas lockerer. Wie gesagt, nicht zu locker ...
🙄 Aber ich denke wirklich, dass du dich da zu sehr unter Druck setzt ...
Manchmal wünschte ich mir, dass ich auch diese Erfahrungen vorweisen könnte, denn als Kind lernt man wesentlich schneller.
Ist ja grundsätzlich bei allen Dingen so.
Im Erwachsenenalter ist sowas einfach mühselig und schwierig.
Ich habe zum Beispiel auch das Gitarre spielen erst jetzt angefangen, ist nicht so einfach. Ich habe einen Kumpel, der spielt seit 33 Jahren. Klar, dass da ein Unterschied besteht.
Ja, klar. Aber ich denke, du bist auch noch kein "alter Hund", der "keine Tricks mehr lernt", oder?
😉
Lol, vielleicht sollte ich das Auto mit einer Gitarre vergleichen. 😀
Das Lenken, Schalten und Blinken sind die Akkorde, die ich "blind" spielen können muss.
Ja, das ist vielleicht ein guter Vergleich. Bei mir ist das natürlich so, wie bei allen anderen Autofahrer/innen auch, die ein wenig Praxis haben. Und bei dir wird es durch Routine bald auch so sein, da bin ich mir sicher.
Ich schaue dummerweise aufs Lenkrad wenn ich abbiege.😀
Eine ernstgemeinte Frage:
wie kommst du auf sowas?
Aber wenn ich Gitarre spiele schaue ich nicht meine Gitarre, sondern mein Publikum an, im Falle des Autos, alles was auf der Straße so vor sich geht.
Eben.
Mal abgesehen von Kontrollblicken (Schulterblick, Kontrolle der Geschwindigkeit, ggf. Drehzahl und anderer Instrumente) schaust du dahin, wo du hinfahren willst. Wenn du also eine Kurve fährst, dann schaust du natürlich nicht auf das Lenkrad und auch nicht irgendwohin nach vorne, du schaust immer dahin, wo du hinwillst, also immer auf den inneren Fahrbahnrand der Strasse. Also in einer Rechtskurve auf den rechten Fahrbahnrand und in einer Linkskurve orientierst du dich an der Fahrbahnmitte.
Ich darf mal zitieren:
"
Das heißt, Du schaust nach vorne auf die Straße und Deine Hände drehen so am Lenkrad, dass Du auf der Straße bleibst. Das ist unglaublich - aber wahr! Was passiert denn da? Offensichtlich Folgendes: Das Lenken folgt den Blicken, oder die Hände folgen den Augen. Wir haben es weiter oben schon einmal festgestellt und wiederholen es hier noch einmal, da es von eminenter Bedeutung ist: wo Du hinschaust, fährst Du hin.
Wir halten das für den wichtigsten Schlüssel für den perfekten Fahrstil: Das A und O des Lenkens und des Fahrens insbesondere um Kurven ist die Blickführung. Der Schwerpunkt unserer Blicke ist das Ziel, und das Ziel wechselt mit dem Verlauf der Kurve.
"
aus: Sportlich und sicher Autofahren mit Walter Röhrl [1]
Mich eigentlich nicht im Geringsten.
Autos sind für mich nur entweder schön oder hässlich.
Das liegt im Auge des Betrachters, klar.
Technik? Bleib mir damit weg. 😀
Ist für dich auch erstmal nicht wichtig. Du musst jetzt nicht Bremsbeläge wechseln können, um gut Auto zu fahren oder im Detail wissen, wie ein Getriebe funktioniert.
Wenn die Typen sich über Autos unterhalten haben, war ich immer genervt.
Wahrscheinlich so genervt wie ich, wenn sich die Mädels über Mode unterhalten.
😀
Ich denke mir: "Hauptsache es fährt... wie das Technische funktioniert ist mir relativ egal (auch wenn ich es schon verfolge im Theorieunterricht)"
Das ist so auch erstmal okay.
In vielen Fällen kommt nicht gerade ein geringer Teil an Menschen um, aufgrund des Unvermögens anderer.
Ich denke, Unvermögen ist nur selten ein Grund. Ich denke, die Hauptursachen für schwere Verkehrsunfälle sind Selbstüberschätzung, Alkohol und/oder Drogen am Steuer und Ablenkung.
Ich kann jetzt die Geisterfahrer aufgreifen, die die Autobahnen unsicher machen.
Ja, ist gerade wieder in den Medien und der Unfall letztens war schon sehr schlimm. Aber wieviele (schwere Unfälle) gibt es in Deutschland pro Monat oder pro Jahr? Und wieviele werden von Geisterfahrern verursacht? Da wird mal wieder eine mediale Sau durchs Dorf getrieben, meiner Meinung nach.
Es scheint ja auch so zu sein (laut Medienberichterstattung), dass da nicht Unvermögen sondern Alkohol im Spiel war ...
Wie oft ich schon gesehen habe, wie einer einem anderen die Vorfahrt nimmt
Wie gesagt, Menschen machen Fehler.
oder einer wie ein Rennfahrer an unübersichtlichen Stellen wie ein Irrer in die Kurve rast.
Ja, sowas kommt vor.
Und da soll einem nicht Angst und Bange werden? 🙁
Das Leben ist voller Gefahren. Ich seh das wie schon gesagt eher pragmatisch. Es könnte auch sein, dass ich gerade an einer Pommesbude eine leckere Currywurst verspeise und dabei totgefahren werde. Es könnte auch sein, dass ich im Wartezimmer einer Arztpraxis sitze und von einem Auto an die Wand gequetscht werde und nur mit Glück überlebe. (Das hab ich mir nicht ausgedacht, das ist wirklich vor ein paar Tagen passiert).
Das Problem ist einfach, dass mein Freund keine Pedalerie auf der Beifahrerseite hat hat. Ich bin ja nicht die einzige Person auf einem Übungsplatz. Ich kann nicht einmal vernünftig mit der Lenkung umgehen.
Du sollst ja auch nicht mit 120 über den Platz jagen, sondern vielleicht eher erstmal mit 30-40. Da braucht dein Freund keine Pedale, im Notfall stellt er einfach den Motor ab ...
So lange werde ich auch den Teufel tun, meinen Freund dazu zu überreden eher mit mir üben zu fahren.
Denn dazu ist er selbst auch nicht bereit. Kann ich verstehen. Wenn die Karre schrott ist, hat niemand was davon. Ein neues Auto kann er sich nicht leisten.
Ja, kann ich verstehen. Aber bei langsamen und einfachen Fahrübungen sollte das kein Problem sein. Wie gesagt, ihr sollt ja da nicht rumheizen, sondern einfach mit aller Zeit der Welt und ohne Druck einfach mal üben. Und wenns nur Anfahren, erster, zweiter Gang, um ein paar Kurven (vielleicht mit Hütchen abgesteckt) fahren ist. Da kannst du sein Auto nicht kaputt machen.
Und zum Schluss noch zwei Zitate aus dem Buch [1]:
"
Vor der Fahrzeugbeherrschung kommt die Selbstbeherrschung. Lenke mit den Augen - denn wo Du hinschaust, fährst Du hin!"
Und der Driver's Prayer:
- Ich lasse alles Belastende außerhalb des Autos
- Ich sitze jetzt in meinem Auto
- Alles ist richtig eingestellt, ich bin entspannt
- Ich übernehme die Verantwortung für mich und mein Fahrzeug
- Ich bin wach und konzentriert
- Ich denke jetzt nur noch ans Fahren
- Jetzt kann ich starten
Diese Ziele sind meiner Meinung nach schon Ideale, die auch ich nicht immer tagtäglich so umsetzen kann (vor allem in Bezug auf Punkt Nummer 6). Aber doch für mich eine Orientierung, wie es sein sollte.
Gruß,
Garak
[1] Sportlich und sicher Autofahren mit Walter Röhrl
Frank Lewerenz/Walter Röhrl
ISBN: 978-3-613-02839-5
Motorbuch Verlag
~ 25 €
Ist wirklich empfehlenswert. Zwar wird das meiste, was auf den 300 Seiten steht, vielleicht (wenn überhaupt) eher deinen Freund interessieren (Technik, sportliches Fahren). Du willst ja erstmal nur ganz normal Fahren lernen und trägst dich wahrscheinlich nicht mit dem Gedanken, in nächster Zeit mal die Nordschleife auszutesten.
😉
Aber in dem Buch stehen eben auch viele Tipps und Anregungen: richtige Sitzposition, optimale Handbewegungen beim Schalten, Lenken, etc. Und auch viel Theorie.
Und wenn man mal vom Meister lernen kann ...
😉 Ich jedenfalls halte Walter Röhrl für einen der begnadetsten Autofahrer unserer Zeit, auf und abseits der Rennstrecke ...