Ich gedenke an Heiligabend und an Weihnachten in allererster Linie der Geburt Jesu Christi und feiere das Fest daher besinnlich zu Hause mit meinem Freund, außerdem besuche ich am späten Abend meist die Christmette in der Kirche und am 2. Feiertag noch einen weiteren Gottesdienst. Das sind auch nicht die einzigen Gottesdienste im Jahr, die ich besuche. [....]
Weihnachtliche Bräuche wie Geschenke (in Maßen), Tannenbaum, Weihnachtskarten, ein schönes Essen etc. sind zwar ganz nett und werden von mir auch praktiziert, machen aber den eigentlichen Sinn des Festes nicht aus.
Ich besitze eine Krippe, die ich zu Weihnachten aufstelle und die bis Mariä Lichtmess (2. Februar) auch stehen bleibt. Außerdem mag ich (vor)weihnachtliche Geschichten und Weihnachtslieder, vor allem solche mit christlichem Hintergrund (im Gegensatz zu denjenigen, die ohne Bezug zur Geburt Jesu Christi nur eine Winterlandschaft oder Schlittenfahrt beschreiben). Ich höre auch gern klassische Weihnachtskonzerte oder musiziere an Weihnachten selbst (Querflöte oder Akkordeon).
Vor dem Hintergrund meiner Einstellung kann Weihnachten für mich nie ein "Graus" sein, auch dann nicht, wenn ich es ganz allein verbringen müsste. Denn angesichts des Sinns, den Weihnachten für mich hat, betrachte ich es weder als ein Fest, das in erster Linie Familien und Kindern vorbehalten ist und bei dem Alleinstehende und Kinderlose allenfalls an der Peripherie geduldet werden, noch als ein Fest, bei dem ein von Jahr zu Jahr maßloserer Konsum im Vordergrund steht. Niemand zwingt mich, den Unsinn mitzumachen, und wer dem Fest nichts anderes abgewinnen kann, als Unmengen Geld für Geschenke auszugeben oder mit Horror-Videos und Alkoholexzessen die Zeit totzuschlagen, der hat von der Weihnachtsbotschaft nichts begriffen und ist in meinen Augen zu bedauern.
Unmittelbar nach Christi Geburt waren nur einfache, in der Gesellschaft wenig geachtete Menschen (nämlich die Hirten) bei der Krippe zugegen. Das Weihnachtsgeheimnis wurde also zuerst den Außenseitern offenbart, ganz einfachen Menschen auf der untersten Stufe der sozialen Leiter, um deren Gesellschaft sich niemand riss, der etwas auf sich hielt. Die Mächtigen der damaligen Zeit (König Herodes sowie die römische Besatzungsmacht), mithin diejenigen, die in der Gesellschaft tonangebend waren und besonders hohes Ansehen besaßen, waren dagegen nur Statisten.
Für mich ist das maßgebend sowohl für das, worauf es an Weihnachten ankommt, als auch für den Stil, in dem ich Weihnachten feiere.