Hallo!
Als erstes muss ich sagen, dass ich bis jetzt die Tipps und Ratschläge super finde, die ich für meine Anliegen hier bekommen haben! Es ist so toll hier um Rat zu fragen zu können, wenn man niemanden in Wahrheit kennt, der einen helfen will.
So, jetzt zu meinen jetzigen Anliegen, da ich vorkurzem eine sehr bittere Abfuhr von einen Mann erhalten habe, in den ich wirklich sehr verliebt bin/war, wollte ich fragen, wie man jemanden vergessen kann ohne verbittert und frustriert zu werden? Abstand gewinnen reicht in meinen Fall einfach nicht.
Habt ihr gute Vorschläge?
Zudem, wie bzw. Wo lernt man eigentlich neue Menschen kennen? Ich bin etwas schüchtern muss ich sagen und es fällt mir schwer. Ich bin keine Club gängerin, da Alkohol, tanzen und so weiter nichts für mich ist. Vereine klappen aus Zeit Gründen leider auch nicht.
Moin@DasWiesel,
zu deiner Frage, ob man jemanden vergessen kann ohne verbittert und frustriert zu sein.
Vergessen ist meist nicht die richtige Option, vergessen, was einst mal wichtig war. warum?
Doch damit leben und es nicht mehr als großen Schmerz empfinden, dass ein jemand, der einst wichtig war, jetzt nicht mehr das Leben mit einem teilt, ja das ist möglich.
Es ist jedoch nicht nur einfach durch Ersatz möglich, sondern nur dadurch sich der Trennung, dem Verlust zu stellen. Natürlich ist es gut das entstandene Loch mit etwas Positivem zu füllen, doch um das Loch zu füllen, muss es erst einmal wirklich da sein. Denn solange Schmerz und Wehmut das Loch füllen ist es auch nicht da, um anderes hinein zulassen.
Doch nun wie geht es erst einmal ein freies Loch zu bekommen, ein Loch, das darauf wartet mit Positivem im Leben gefüllt zu werden?
Erst einmal ist wichtig herauszufinden was es ist, was fehlt und warum es fehlt. Oft ist es mehr was fehlt, als das was es offensichtlich zu sein scheint. Wenn ein Mensch aus dem Leben eines anderen scheidet, auch wenn es "nur " eine Trennung ist, dann wachen oft noch andere Situationen auf in denen Mensch alleine war und das macht es oft noch schmerzvoller, als es eh schon ist.
Es muss dabei noch nicht einmal sein, dass der andere Mensch einen verlässt, diese Reaktion, dieses Loch entsteht oft auch dann, wenn Mensch selbst einen anderen verlässt.
Doch wie schon angedeutet, es ist gut daran zu tun, um den Verlust zu trauern, so dass auch wirklich ein Loch entstehen kann, was dann erst mit Neuem gefüllt werden mag. Denn solange Groll, Verbitterung, Frustration oder auch Trauer das Loch noch füllt ist kaum Platz für Freude und Glück. Natürlich kann ein anderer Mensch, der einen begleitet, helfen, sich frei zu machen, doch die Bereitschaft, sich von dem anderen ganz zu trennen, den Abstand zu suchen, die muss schon da sein, wenigstens vom Kopf her.
Verbitterung und Frust aber sind oft da, wo noch nicht die Freiheit zu finden ist, das Leben für sich zu leben.
Glaub grad etwas chaotisch, mal sehen, ob es besser gelingt, wenn es mit einem Beispiel aus meinem Leben versucht wird zu erklären.
Einst lebte ich mit jemanden zusammen, einige Jahre. Doch Zweifel gab es ab und an und doch blieben wir zusammen. Ein Schicksalsschlag, ein Freund verstarb, trotz Partner, das Gefühl allein zu sein. Tag für Tag ging es schlechter, dann wurde es lebensgefährlich, nicht weil der Partner was tat, im Gegenteil, er tat nichts, verstand auch nicht was grad in mir so los war. Doch das eigene Leben hing am seidenen Faden, so wurde sich vom Partner getrennt. Nun sollte man glauben, die Entscheidung hast du doch selbst gefällt, du bist doch der Mensch, der den anderen verlassen hatte, wieso sollte es dir etwas ausmachen. Weil es wohl doch nicht immer so einfach ist einen Menschen mit dem viele Jahre des Lebens geteilt wurden, so einfach aus dem Leben zu streichen. Weil es wohl doch notwendig ist, wenn sowas wie L**b* im spiel war, spielt es keine Rolle warum, wieso weshalb es zur Trennung, zum Verlust des anderen Menschen im eigenen Leben kommt, es gehört wohl auch dann die Trauer dazu, denn es ist etwas wichtiges aus dem Leben verschwunden, was einst einen großen Raum in diesem hatte.
Was hatte geholfen, um diesen Verlust nach und nach zu verarbeiten ist. Wichtig war darüber zu sprechen. Sich selbst einzugestehen, ja es fehlt, aber es wird auch ohne ihn gehen. Die positiven Dinge, wie auch die negativen, die das gemeinsame Leben ausmachten, als eine Erfahrung des eigenen Lebens wahrnehmen und anerkennen.
Briefe wurden geschrieben, aber niemals abgeschickt. Doch sie halfen noch die Dinge auszudrücken, die immer wieder den Kopf füllten und den Abschluss dieser Beziehung im Wege standen. Die Gefühle ausdrücken, zu ihnen stehen, einfach um diese dann zu verabschieden. Denn die Gefühle sind es die einen noch an den anderen binden. Die Träume die einst mal waren, ausdrücken und ziehen lassen, als das was sie waren Träume von einem Leben, das es so nicht geben wird, das so wie es in den schönsten Träumen ausgemahlt wurde, doch nur Träume waren und dann lieber neue ausmahlen. Was macht nun das veränderte Leben aus, wie soll es werden, wo soll es hingehen? Dann nach und nach sehen, wie geht sich selbst diese neuen Träume zu erfüllen. Was wollte ich schon immer und habe es nur noch nicht gemacht, weil...
Schauen wie ist der heutige Tag und was kann ich machen, damit dieser Tag ein glücklicher ein zufriedener Tag werden kann, auch wenn es anders ist, als gewünscht erhofft oder auch bis dahin gelebt.
Dies ist ein Weg, den wir gegangen sind und ähnlich auch für vieles anderes nutzen, um mit dingen die belasten, die schwierig sind zurechtzukommen und Abstand zu gewinnen, inneren Abstand, so das Platz für viel Gutes und Neues ist....
LG
Mittendurch