Das meiste hier finde ich wirklich sehr naiv und ideologisch, aber immerhin finden sich 1 oder 2 Autoren die den realistischen Nerv getroffen haben, deshalb bringe ich mich mal verspätet ein.
Ich glaube es ist auch in Pawels Sinn - und einiger anderer hier einschließlich mir - wenn ich versuche die Frage mal anders auszudrücken. Und diese Frage ist an alle Frauen gerichtet. Entschuldigt bitte den langen Text, aber wenn ich mich einbringe dann richtig und einige Vorüberlegungen sind für die Frage einfach notwendig.
Mittlerweile hatte ich so viele Gespräche zu diesem Thema, dass ich mittlerweile von ein paar Dingen überzeugt bin:
1) Sehr viele Frauen (bei Frauen viel mehr als bei Männern) gehen nur die Beziehung mit einem Mann ein, um nicht alleine zu sein. Was auf psychischer Ebene so schlimm daran ist Single zu sein, konnte mir noch keine sagen. Auf soziologischer Ebene findet sich aber immer wieder das Argument: Was denken die anderen über mich, wenn ich keinen Freund habe. Eine attraktive Frau ist daher selten und nur kurz Single - ich habe seit der Schulzeit keine attraktive Singlefrau mehr kennengelernt - weiß aber, dass diese zwiscehndurch mal 2 Wochen Singel waren. Und es kann mir keiner erzählen, dass diese in nur 2 Wochen den richtigen finden.
2) Frauen haben überraschender Weise eine miserable Selbstwahrnehmung, was ihre Bedürfnisse angeht, deshalb orientieren sie sich an der Norm (ich denke das liegt viel an der jahrtausendelangen unterschiedlichen Sozialisation der Geschlechter). Warum ein häßlicher, aber berühmter Gitarrist jede Frau abbekommt? Weil er so eine tolle Fähigkeit hat. Sagt die Frau. Aber vom noch talentierteren, dafür unbekannten Nachbarn will sie nix. Warum? Weil es nicht um die Fähigkeit geht, sondern um die Anerkennung - sage ich. (wäre er talentierter wäre er berühmt sagen manch ganz blinde) Die Norm definiert sich über die Anerkennung. Wer soviel Anerkennung erhält, der muss richtig sein. Da kann er sie schlagen oder anders das Gegenteil beweisen so oft er will; sie wird sich selbst die Schuld geben - denn da alle auf seiner Seite sind, kann der Fehler ja nicht bei ihm liegen. Zu diesen Gegenbeweisen muss es aber nicht kommen - bleibt dennoch eine Illusion: Frauen wollen sich im Licht des Anerkannten (soziologisches Alpha Männchen) baden, ohne zu merken, dass sie gerade dadurch - in Zeiten der Emanzipierung zumindest - im Schatten stehen.
Kurz: Frauen rationalisieren ihre Motive, orientiert an Normen, sind sich über ihre wahren Motive aber sehr oft unklar.
Was passiert jetzt wenn eine solche Frau Gefühle für einen Mann entwickelt, weil dieser ihre (psychischen) Bedürfnisse erkennt und sie sich deshalb ihm öffnet?
Meine Einschätzung: Sie erkennt plötzlich was sie wirklich braucht, aber das macht ihr vor allem Angst, weil sie sich dann eingestehen muss, dass ihr momentaner Freund ihr nicht geben kann was sie braucht und vielleicht nie wird (Punkt 1: die Falle), dabei hat sie (manchmal Jahre lang) sich mühsam eingeredet, dass sie glücklich ist (Punkt 2: die Rationalisierung bzw. unbewusste Selbstverarschung;-)).
Wie geht sie jetzt damit um? Nach meiner Erfahrung immer nach dem gleichen Muster (Gerade bin ich auf eine Ausnahme von dieser Regel gestoßen, aber dazu gehe ich ganz zum Schluß mal ein.): Schiebt sie den Mann weg (ignoriert ihn und ihre Gefühle zu ihm), der ihr die Augen öffnet aber damit auch die Zweifel auslöst - kann sie so ganz einfach die Zweifel an ihr selbst ignorieren, was dann wieder zu Punkt 2 führt. Sie redet sich ihre eigene Beziehung schön, indem sie z.B. sagt: der ist kein richtiger Mann, das wichtigste an einer Beziehung ist doch der SEX (wie mein momentaner Freund behauptet [weil er nichts anderes zu bieten hat - schiebe ich ein]) oder: der ist bestimmt schwul. Letzteres ist oft ein Wunschdenken: Am effektivsten lässt sich der Konflikt lösen, wenn sie sich den gewohnten Sex vom alten und Seelenwäsche von neuen Mann holt. Wenn dieser schwul ist kann sie das machen ohne unmoralisch zu sein - ohne ihn zu verletzen.
Jetzt die Frage:
Was kann ein Mann tun, um euch aus der Falle zu holen und euch glücklich zu machen.
Am besten so dass ihr ihn nicht verletzt.
Sollte er weiter machen? Dann stößt ihr euch noch weiter von ihm weg. Sollte er weiter machen, aber anders? wie anders? Kann er was tun - bevor ihr zusammen kommt, um euch zu überzeugen, dass ihr bei ihm glücklicher wärt?Muss man sowas nicht ausprobieren und kann deshalb vorher nur darauf vertrauen. Könnt ihrnicht vertrauen? Warum? Habt ihr Angst vor Glück? Nein, habt ihr Angst davor, dass euer Glück scheitert und findet euch deshalb lieber mit dem ab, womit ihr zu leben gelernt habt? Was bleibt dann diesen Männern um nicht zu vereinsamen außer zu Schweinen zu werden? Denn wozu einer Frau gegenüber einfühlsam sein, wenn nur die, die es nicht machen die Frauen bekommen und die Einfühlsamen von ihnen nur ausgenutzt/misbraucht werden? Männer sind Schweine...ok, aber warum wohl? Ihr seid mächtiger als ihr glaubt und wir uns eingestehen wollen.
Hab ich ein entscheidendes Detail übersehen? Braucht ihr evtl. Unglück um glücklich zu sein - und warum?
Kann ein Mann überhaupt was tun oder müssen wir auf Schicksal hoffen?
Oder könnt nur ihr etwas daran ändern? Ich gebe ehrlich zu, dass ich euer hier beschriebenes Verhalten feige und dumm finde, denn egal wie sehr ihr euch einbildet glücklich zu sein - es bleibt nur Einbildung und damit sehr instabil. Als Ergebnis bleiben nur Verlierer - naja die unempathischen Männern - die meisten eurer Freunde also - fühlen sich bestimmt als Gewinner.
Wenn ihr dann doch ehrlich zu euch seid und euch eingesteht, dass ihr den Freund wechseln müsstet um glücklicher zu sein, dann bleiben immer noch Barrieren wie Gewohnheit und nicht verletzen zu wollen - nur das ihr dann jemand anderen verletzt. Das ist vielleicht das schlimmste an unserer Existenz, dass wir Liebe und Verletzung nicht trennen können, aber gerade weil wir es nicht können sind wir nicht schuldig wenn es doch geschieht. Mut zur Liebe heißt Mut zur Verletzung.
Was muss passieren, damit ihr den entscheidenden Schritt macht? Ich sags hier mal ganz deutlich: Auspannen gibt es nicht - unmöglich ohne Sklaverei. Es gibt nur verlassen. Deshalb liegt es allein an demjenigen der in einer Beziehung ist, sie zu verlassen. Natürlich ist das mit Ängsten verbunden, denn es wurden viele Gefühle, viel Zeit, viel Identität, evtl. sogar viel Geld in die Beziehung investiert. Wenn ich als Mann jetzt aber davon überzeugt bin, dass ich dir als Frau ein viel besseres Leben bieten kann und auch will: was könnte ich tun, um dir/uns zu helfen?
Am liebsten wären mir Vorschläge die nicht automatisch von mir erfordern mich total aufzuopfern, denn es gibt kaum ein schlimmeres Gefühl als das von der Frau geopfert zu werden, die Mann liebt.
Damals haben sich Frauen Männern angeboten oder wurden von Eltern angeboten, heute beobachte ich immer noch häufig, dass sich Frauen von jedem erstbietenden einigermaßen Attraktiven "nehmen" lassen. Damit überlassen sie sich, aber auch den sie wirklich liebenden Mann dem Schicksal. Mit Selbstbestimmung hat das nicht mehr viel zu tun.
Wenn es in der Politik um die Emanzipation der Frau geht, dann ist damit nur die finanzielle gemeint. Könnte es sein, dass es euch auch an geistiger Emanzipation fehlt um glücklich zu sein?
Ihr seid passive Geschöpfe, OK, aber in Bezug auf Männer die euch glücklich machen wollen um selber glücklich sein zu können seid ihr der aktive Part. Seid ihr euch dessen überhaupt bewusst?
Liebe Grüße an alle Mitleidenden