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Wie soll ich weiter gehen, wenn es keinen Weg mehr gibt...

Cruelty

Neues Mitglied
Ehrlich gesagt weiß ich gerade gar nicht wie ich das anfangen soll zu schreiben. Geschweige denn, wo ich das später hinpacken soll, bitte nicht übel nehmen, wenn es vielleicht in einem falschen Thread landet... .
Ehrlich gesagt habe ich zwar angefangen, die Sache ein bisschen besser aufzuschreiben, aber ich glaube, dass ist jetzt auch nicht so wichtig. Ich stehe gerade mal wieder vor dem Scherbenhaufen, der sich mein Leben nennt. Mein Leben war niemals einfach, in der Schule wurde ich gemobbt und verprügelt, von meinem Bruder wurde ich missbraucht oder wenn er Schulden hatte schon mal an zwei seiner Freunde weiter gegeben. Jeden Tag wenn ich mein rechtes Handgelenk sehe, weiß ich wie schmerzhaft sich wehren sein kann. Er hat mir einen Lötkolben auf den Arm gehalten, ich war gerade 6 Jahre alt. Mein Erzeuger ist Alkoholiker, als er mal dazu kam wurde ich an den Haaren in die Küche geschleift, was ich da tun würde. Ich habe mich nie wieder getraut was zu sagen. Seit dem sehe ich ihn nur noch als Erzeuger. Er hätte auf mich aufpassen müssen, statt dessen ist er lieber weg gegangen mit meiner Mutter und ich musste mit meinem Bruder allein bleiben. Wenn mein Vater betrunken nach Hause kam, haben alle immer Prügel bezogen, nur mich haben sie immer beschützt... Mein Bruder hat mich missbraucht bis ích 15 war. Dann hatte ich den Mut. Meine Mutter ist gestorben als ich gerade 20 Jahre alt war. Sie war mein einziger Halt. Ich bin sofort zu Hause abgehauen und bin mit einem Freund zusammen gezogen. Er hat sich schnell als Schläger rausgestellt. Eifersucht trieb ihn dazu. Ich konnte keine Pille nehmen, weil ich kein Geld hatte, er wolllte keine Kondome nehmen, ich wurde schwanger. Ich wollte mein Baby so gerne, er hat mir die Abtreibungspillen eingeprügelt und hat mich alleine die Fehlgeburt durchstehen lassen. Durch einen Arztfehler wegen der Abtreibung, wäre ich an meinem Geburtstag 2000 fast gestorben. 1/2 Stunde und ich hätte es hinter mir gehabt. Ich habe trotzdem erst 3 Jahre später getrennt. Er ist jetzt Vater, dabei wollte er niemals Kinder haben und ich kann niemals Kinder bekommen... Ich vermisse mein Baby jeden Tag so sehr...
Ich habe dann damals erst mit Alkohol übertrieben und bin dann in die Drogensucht geraten. Ich habe alles genommen um mich zu betäuben. Ich wollte meine Gedanken nicht mehr. Mein damaliger "Freund", bei dem ich gewohnt habe, hat gedealt. An Gras bin ich immer gekommen, aber ich habe immer mehr Amphetamine genommen, gabs keins, dann halt Koks. Von meinem Job konnte ich das nicht finanzieren, also hat er mich einem Zuhälter weiter gegeben. Naja, Sex gegen Geld, dass kannte ich ja schon durch meinen Bruder und durch die Drogen war ich sowieso betäubt. Das Geld was ich verdient habe wurde geteilt. Von meinem Geld ging viel an meinen "Freund" und der Rest in die Drogen. Ich hatte nur noch 46 kg. Irgendwann baggerte mich der Zuhälter an. Ich hatte damals einfach nur noch Angst. Eigentlich dachte ich immer, dass das was dann passierte, immer nur aus schlechten Filmen sei. Ich wurde an meinen Zuhälter verkauft. Ich musste Tag und Nacht nur noch arbeiten, wurde auf kalten Entzug gesetzt und auf Medikamente gesetzt. Mein Zuhälter war ein Sadist. Er hat ein Studio aufgemacht und hat mich da entweder selbst aufgepeitscht oder hat mich angeboten als Prügelsklavin. Nachts musste ich Hausbesuche machen, egal wie viel Angst ich hatte. Wenn ich keinen Alkohol trinken wollte, hat er andere Wege gefunden. Ich sah 3 Jahrelang schlimm aus Den Kontakt zu meinen Geschwistern habe ich aus Scham verloren. Er hielt das alles für normal. Wenn ich aufgestanden bin, stand er mit Rum schon da. Dadurch, dass er mir das rauchen verbot, hatte ich mittlerweile 98 kg. Mein Glück. Die Kunden verloren das Interesse, er auch. Ich habe dann im Internet meine große Liebe kennengelernt. Ich hätte niemals gedacht, dass ich einen Menschen lieben kann, aber ihn vom ersten Moment. In einer Nachtaktion bin ich einfach abgehauen. Ich habe nichts mitgenommen aber auch wenn ich mal wieder vorm nichts stand, ich war glücklich. Ich habe einen Job gefunden, hab mich sehr schnell hoch gearbeitet als Stellvertretende Teamleitung, sollte sogar bald meine eigene Filiale bekommen. Wir haben 1 Jahr später geheiratet. Doch schon in der Hochzeitsreise hatte mein Mann immer wieder mal schmerzen. Zurück rannte er von einem Arzt zum nächsten. Keiner wollte ihn behandeln, weil er Nierentransplantiert war. 6 Monate lang bin ich verzweifelt, mein Mann hatte aufgegeben. Als ich ihn dann doch überreden konnte ins Krankenhaus zu gehen kam die Diagnose Lungenkrebs im Endstatium. WIr haben so sehr gekämpft. Aber es hat einfach am Ende nicht gereicht. Der November 2012 war für mich die schlimmste Zeit in meinem Leben. Die Ärzte eröffneten uns, dass er es nicht mehr schafft. 2 Wochen lang bin ich nicht mehr aus dem Krankenhaus nach Hause. Ich habe ihn in jeder Sekunde fest gehalten. Er hatte so große Angst. Am 26. November ist er in meinen Armen gestorben. Und ich mit ihm. Jedes kleine bisschen Glück ist mir in den Händen zerplatzt, schon immer... wie soll ich ohne ihn überhaupt weiter leben...
Anfangs habe ich es noch geschafft irgendwie weiter zu machen. Und jetzt wächst mir alles über den Kopf. Meine lang nicht mehr dagewesene Angstneurose hat mich voll im Griff. Ich trinke mehr Alkohol als Wasser und natürlich habe ich auch mittel und Wege gefunden an Drogen zu kommen. Ich kann weder die Miete bezahlen, noch Steuer fürs Auto, keine Beerdigungskosten... Seit einer Woche gehe ich auch einfach nicht mehr arbeiten. Ich getraue mich nicht mehr vor die Tür, meine Angst ist zu groß. Am Samstag habe ich so viele Sachen genommen in der Hoffnung, dass ich einfach einschlafe... Gestern habe ich angefangen mich zu ritzen, dass habe ich niemals vorher getan... Ich weiß keinen Ausweg mehr.


Bitte ich brauche einen Rat, ich weiß einfach nicht ´was ich tun soll. Klar hab ich schon über die Möglichkeit gedacht mich einweisen zu lassen, aber ich weiß noch nicht mal an wen ich mich wenden muss. Meine Hausärztin sieht das nicht so eng, sie hatte auch damals zu meinem Mann gesagt, dass man Schmerzen auch mal aushalten muss.
Bitte vielleicht kann mir hier jemand helfen. Ich möchte gerne wissen, ob ich das überhaupt über meine Hausärztin machen muss und ob ich vielleicht einfach zu meiner Familie fahren kann und da in eine Klinik gehen kann. Ich hab so Angst davor, dass ich wieder weggeschickt werde, ich habe Angst davor, dass ich mich irgendwann einfach nicht mehr unter Kontrolle habe... Vielleicht sehe ich mein Leben auch einfach nur viel zu kompliziert?
 
Hallo Cruelty! Natürlich kannst du auch einen anderen Weg gehen, als den über deine Hausärztin. Traurig, das eine Ärztin deine Ängste und Nöte nicht klar erkennt und das ganze so abtut. :mad: Ich denke in deiner Situation ist es tatsächlich die beste Entscheidung wenn du dir professionelle Hilfe suchst. Warum möchtest du denn zu deiner Familie fahren und dich dort einweisen lassen?
 
Liebe Cruelty,

Dein Mann hat Dir gezeigt, dass es auch einen anderen Weg gibt. Ich kann das aber gut verstehen, dass Du den momentan nicht siehst. Selbst ohne Deine Vorgeschichte würde jeder Mensch in Anbetracht des Verlustes des Partners zusammenbrechen.

Wichtig ist deshalb, dass Du Dir jetzt gezielt Hilfe holst. Und noch wichtiger: Dass da eine Suchttherapie folgt.

Die Frage ist, ob das Sinn macht in Deinem jetzigen Zustand mit Deiner Familie Kontakt aufzunehmen. Ich bin der strikten Meinung: NEIN!

Pack Dir ein paar Sachen für ein paar Tage und weis Dich selbst in eine Psychiatrie ein mit dem Hinweis, dass Du einen Selbstmordversuch hinter Dir hast. Du wirst dann sofort aufgenommen.
 
Mit deiner Familie kontakt aufzunehmen, wäre genauso als wenn du dir den Goldenen Schuß setzen würdest. An deiner stelle würde ich so weit weg ziehen wie es nur geht und komplett neu anfangen und mir dann Hilfe suchen. Du brauchst für nichts einen Hausarzt. Weder für Psychotherapie noch für Psychiater. Für eine Klinik brauchst du eine Einweißung von einem Psychiater, aber in dringenden fällen sollten man eigentlich schnell einen Termin bekommen.
 
Hallo!

Ich finde, dass du dein Leben nicht komplizierter siehst als es ist. ABER deine Vergangenheit ist nicht gleich deine Zukunft. Du kannst es weider schafen aus diesem Loch. Zu deine Familie würde ich nie wieder fahren, Sie haben dir alle ur schlimmes angetan oder? So hört es sich zumindest an. Du brauchst Sie nicht, wahrscheinlich ist man auch der einzige Mensch - man selbst - der sich retten kann. Die Hausärztin würde ich schonmal wächseln, geh e zum Psychologen oder besser in eine Psychatrische Klinik, die werden dir helfen wieder auf die Beine zu kommen

Ich wünsche dir ganz viel Glück und Kraft!
 
Hallo,
Du armes Ding.
Es tut mir so leid was dir geschehen ist.
Weißt du es macht mich gerade echt sauer das deine Ärztin sagte man muss schmerzen aushalten.:mad:
Sowas darf ein Arzt nicht da sein.Er ist dafür da das du keine Schmerzen mehr hast und nicht das du sie aus halten solltest.
Such dir bitte einen anderne Arzt ..so lange bist du sagst ja der Arzt ist super freundlich er/sie nimmt mich ernst wo du dich geborgen fühlst die sollen die eine Überweisung geben.
Du musst dir auf jeden Fall helfen lassen.
Und das wirst du auch schaffen,du wirst alles schaffen.
In meinen Augen bist du der stärkste Mensch den ich kennen gelernt habe..Du bist stark.Allein was du alles durch gemacht hast.
Du schaffst das du bist sehr stark.Du es für deinen Mann...er wollte auch das du kämpfst,lebst und liebst..tuh es für euch beiden...finde deinen richtigen Arzt.Freunde hier im Chat du bist nicht alleine..
Alles gute...und viel Glück.
Du packst das.
 
Hallo Cruelty,

mir tut auch sehr leid, was du hast erleben müssen. Fühl dich gedrückt!
Ich kann verstehen, dass du nach all dem keinen Weg mehr siehst. Dennoch gibt es sogar mehrere! Ich bin auch ganz eindeutig dafür, dass du den Hausarzt wechselst. Der kann nicht gut sein, wenn er die Schmerzen seiner Patienten nicht ernst nimmt.
In deinem Eröffnungsthread lese ich nur von dem alkoholkranken Vater, der verstorbenen Mutter und dem gewalttätigen Bruder. Du hast aber in deinem Text später was von "Geschwistern" geschrieben. Wer ist denn da noch? Hast du dann zu dem/derjenigen ein einigermaßen gutes Verhältnis? Eventuell wäre das jemand, der dich dann zur Klinik begleiten könnte? Mit Unterstützung würde dir das vielleicht leichter fallen 🙂.
Aber wenn du es bisher allein durch all das Gestrüpp geschafft hast, dann wirst du auch den Rest schaffen und auch den Weg in die Klinik kannst du notfalls allein schaffen! Sieh den Aufenthalt dort dann als Rast an, durch den du wieder neue Kraft tanken kannst für ein besseres Leben. Es mag alles unmöglich realisierbar für dich erscheinen in einer solchen Situation, aber wer weiß, was noch Schönes auf dich wartet, wenn du jetzt weiterkämpfst?
Du hast es jedenfalls verdient, bald mal wieder so richtig viel Glück zu haben - ich hoffe, das Schicksal sieht das genauso 🙂! Rückschläge hattest du ja nun genug, daher denke ich, dass es nur besser werden kann, wenn du etwas mithilfst.

Ganz viel Kraft & Glück wünsche ich dir!
 
Hallo Cruelty,

traurig, was Du alles in Deinem Leben erleben musstest. Auch noch den Menschen zu verlieren, der Dir in Deinem Leben alles bedeutet hat und Dir Halt gab. So traurig, mein Beileid.

Gib nicht auf, denn du hast schon den richtigen Weg eingeschlagen.

"Pack Dir ein paar Sachen für ein paar Tage und weise Dich selbst in eine Psychiatrie ein mit dem Hinweis, dass Du einen Selbstmordversuch hinter Dir hast. Du wirst dann sofort aufgenommen."
Ich denke, das ist ein sehr guter Wegweiser von Ginga. Mach das, bitte.🙂

Alles Gute Dir und weiterhin "Herzlich Willkommen" hier!:blume:
 
Sorry, dass ich mich in den letzten Tagen einfach so rar gemacht habe. Wenn der Mist schon mal da ist, kann ja noch ein bisschen was kommen. Mein Vermieter, bzw. der meines Mannes hat mir die Wohnung fristlos gekündigt und ich muss morgen und Sonntag die Wohnung komplett leer machen... 🙁 Aber vielleicht ist es auch einfach eine Chance endlich mit dem aufräumen anzufangen...

Ab Montag lasse ich mich auf jeden Fall selbst einweisen. Am liebsten hätte ich diesen Schritt schon lange gewählt, aber ich kann meine ganzen Erinnerungen an die glückliche Zeit mit meinem Mann nicht einfach so zurück lassen... Die nächsten Tage werden sicherlich ziemlich hart, aber durch muss ich trotzdem...

Ich weiß gar nicht, wie ich Danke sagen kann für den ganzen Zuspruch. Ich finde es einfach umwerfend, dass ich hier so große Unterstützung gefunden habe und ich kann nur sagen, dass ich auf jeden Fall, wenn es mir denn wieder besser gehen sollte irgendwann, hier bleiben werde und bestimmt versuchen werde, mit meinen Erfahrungen jemandem zu helfen.

Leider weiß ich nicht, wie ich in den nächsten Wochen online sein kann. Aber ich werde auf jeden Fall anfangen ein Tagebuch zu schreiben, wer weiß, soll ja helfen und vielleicht eines Tages nicht nur mir.

Am liebsten würde ich alle mal ganz persönlich drücken.
Danke für eure Antworten, euren Zuspruch und eure Gedanken.
Bis bald...
 

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