Hallo Cinne , ich denke ein ganz wichtiger Punkt ist es die Kommunikation nicht als Ausdruck des Charakters zu betrachten, sondern als Mittel zum Zweck.
In dem Moment, wo Du Dir darüber Gedanken machst, ob es symphatisch wirkt oder nicht, hast Du nämlich im grunde schon verloren, denn Du wirst immer zu dem Schluß kommen, nicht zu genügen.
Das aber nicht weil Du schüchtern bist , sondern weil Du Dich als schüchtern einstufst.
Schüchternheit ist etwas relatives , was sich nicht messen läßt, sondern individuelles, subjektives Selbstbild ist.
Es gibt sicherlich Menschen, die halten Dich für forsch, obwohl Du Dich für schüchtern hälst und es gibt sicherlich Menschen, die halten Dich für schüchtern , obwohl Du wie schon gesagt für andere nicht schüchtern bist.
Das Problem ist das Du aber empfindest schüchtern zu sein und dieses Empfinden möchtest Du loswerden , wenn ich Dich richtig verstanden habe.
Nun resultiert für mich Dein schüchternes Selbstbild aus jahrelanger Abwertung und Unterdrückung seitens anderer Menschen.
Nun soll die Zukunft anders aussehen, Du möchtest nämlich diese Abwertung durch andere oder dieses unterstellte Desinteresse nicht mehr erfahren.
Du hast das Bedürfnis Dich mitzuteilen, was Dir natürlich schwer fällt , weil Du nicht sicher bist darin , Dich mitzuteilen, das heißt daruin sicherer zu werden ist das Ziel, so das Du rückwirkend für Dich sagen kannst, da habe ich mich nicht unterdrücken lassen und genau gesagt , was ich auch meinte , kommst Du nun zu dem Schluß das der andere das nicht verstanden hat , ist das Problem ja nicht mehr bei Dir , sondern bei dem anderen und dessen Unverständnis.
Also ist es erforderlich reins achlich betrachtet , daß zu kommunizieren, was Du empfindest und was Du denkst , also von der Sachlage her , der Ratio, Deines Verstandes betreffend und nicht Deiner Emotion geschuldet.
Beispiel , Du hast das Interesse zu erfahren, was der neue Partner beruflich macht , Du fargst aber nicht , also stehst Du Dir selbst im Weg - klar ?
Wenn Du Dir rationell im Klaren darüber bist, das Du ein Recht ahst , das zu erfahren, so solltest Du danach ja auch fragen können, betrachte also die Kommunikation als das , was sie ist , nämlich als Austauschsmöglichkeit Informatioenen weiterzugeben und zu erhalten.
Wenn dieser Informationsfluß stimmig ist, dann ist auch das Ergebnis stimmig und Dir wird nacher nicht vorgeworfen, das hättest Du ja mal vorher sagen können...
Dir wird nachher nicht gesagt, das hättest Du besser mal eher gesagt,
Dir wird nicht gesagt Du hast einen Fehler gemacht, weil Du mich nicht darüber in Kenntnis gesetzt hast,
kannst Du sicher nachvollziehen.
Schwer ist es für Dich , so denke ich , wenn die Emotion da mit reinspielt und aus der Unsicherheit die Du empfindest, der Frosch in Hals sitzt , Du weißt was Du sagen willst , aber kannst nicht.
Die Unsicherheit kommt aber aus einer nicht rationell begründeten Sichtweise, sondern aus der in der Vergangenheit erlebten Erfahrung, die vergangenheit betrachtest Du aber rationell als etwas negatives, weil sie Dir , wie Du selbst weißt nciht gut getan hat, sonst würdest Du sie ja nicht ändern wollen.
Die Änderung besteht also darin zu üben , die Dinge so zu formulieren, das Du nicht mißverstanden wirst und die Dinge so zu formulieren, das sie auch nicht im falschen Moment den falschen Ton machen.
Beispiel , der schwer herkranken Oma zu sagen, " Deine Katze brauchste nicht suchen, die hab ich grade überfahren" ist das vielleicht forsch und sicher nicht schüchtern , aber sicher auch nicht das , was Du willst.
Alöso keine Schüchternheit bedeutet praktisch im Umkehrschluß emphatielos, die falschen Töne anzuschlagen, das kann es also auch nicht sein.
Auch dann nicht , wenn es sachlich völlig richtig ist .
Also ist die Schüchternheit irgendwo gepaart mit der Höflichkeit , mit der Rücksichtnahme, wenn es eine gesunde Schüchternheit ist , sie wird erst dann schadend, wenn Du nicht in der Lage bist , die Bresche zu schlagen, zwischen der Information, die Du vermitteln willst oder erfahren willst und dem richtigen Tonfall, der dem Gegenüber ja nicht schaden soll.
Denk mal über den Satz in Ruhe nach und dann versuche eben genau das zu üben , nämlich mit einer gesunden Sachlichkeit die Dinge zu beschreiben unmißverständlich und gleichzeitig den richtigen Tonfall zu finden, nämlich die Höflichkeit und die Rücksichtnahme nicht zu vergessen, andererseits kommt es ja auch auf das Gegenüber an.
Ist es nicht die Schwer herzkranke Oma die die Katze sucht, sondern der Dir verhasste Nachbar der sich laustark gröhlend mit seinen Kumpels im Garten besäuft, Dir aber ständig Probleme macht, weil angeblich Deine Kinder im Garten zu laut sind , der dann hinfällt und sich im Suff den Arm bricht, dann kannst Du auch mal was forscher sagen, " Das geschieht Ihnen recht , selbst schuld. "😀
Aber letztendlich besteht die beste Variante darin die Informationsbasis wichtiger zu nehmen, eine Exfreundin, die auch eher schüchtern gewesen ist und es mit dem Reden nicht so hatte, dafür aber sehr gut schriftlich ausformulieren konnte, was sie eigentlich sagen will, die hat mir öfters mal Briefe geschrieben und ich war ihr dafür sehr dankbar, weil sich dann daraus eine gesund Unterhaltung ergeben hat, die wiederum dazu führte , das sie das mit dem Reden, bezogen auf das schon von ihr Geschriebene besser konnte , als hätte es nicht da gestanden und ich es garnicht gewußt.
😉