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Gelöscht 119860
Gast
Völlig richtige Art und Weise, wie man sowohl beim Kennenlernen als auch innerhalb einer (Langzeit)-Beziehung an die Sache ran geben sollte. Trifft mich als Langzeit-Beziehungspartner und Familienvater kleiner Kinder ja genauso.Menschen, denen es ähnlich geht, laufen ja jede Menge herum.
Die Frage ist, wie gut das für einen selbst ist.
Gewinnt man mehr oder nimmt man sich mehr?
Im Grunde ist das nichts anderes, als sein Leben von Ängsten dirigieren zu lassen. Der Angst vor Verletzung.
Ich glaube, wir können wiederkehrende Erlebnisse, so auch solche Verletzungen, gut für uns selbst und unsere Entwicklung nutzen. Nach dem Eigenanteil forschen und daran arbeiten um es beim nächsten Versuch besser hinzubekommen.
Mein Eindruck: die mangelhafte Kommunikation scheint das größte Beziehungsproblem zu sein. Wir reden zu wenig Sinnvolles, Tiefgehendes, Ehrliches.
Wie soll man sich so verstehen und kennenlernen, wenn Gesagtes oberflächlich bleibt?
Für alles ist Zeit, aber bei wem steht ein wöchentliches Paargespräch im Kalender?
Ein kleines, ruhiges Ritual in schöner Stimmung, vielleicht mit einem Glas Wein.
Nur über die Beziehung reden, kein anderes Thema.
Jeder hat 15, 20 Minuten, sagt, was er diese Woche gut fand und was ihn beschäftigt, und der andere unterbricht nicht, versucht das anzunehmen, nachzufragen.
Mit guter, wertschätzender Kommunikation gäbe es so manches Problem nicht. Sollte echt zum Schulfach werden.
Wenn ich jetzt mal ehrlich reflektiere: Uns ist diese Zeit für tiefgründige Gespräche abhanden gekommen oder es lief immer alles gut auch ohne diese. Und über gewisse Themen hatten wir von Anfang an nicht wirklich tiefgehend geredet. Man entwickelt sich als Mensch ja aber auch weiter, schleichend, langsam und merkt dabei nicht, dass es gerade dann wichtig wäre, mit dem Partner tiefsinnige Gespräche zu führen.
Da spielt dann auch wieder die Angst mit rein - in folgender Steigerungsform: Angst sich zu streiten, Trennnungsangst, Verlustangst (ich z. B. würde mich im schlechtesten Fall nicht nur von meiner Frau trennen müssen) - und deshalb sträubt man sich vor solchen Gesprächen - vor allem dann, wenn man es von Anfang an nicht gewohnt ist.
Ich finde es zimindest für mich schwierig, jetzt auf einmal so ein tiefsinniges Gespräch zu initiieren. Da denkt der Partner: "Oh, oh, da ist was im Busch..."
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