Wie auch immer: ich komme gerade vom Kaufland, habe dort Fleisch, Käse und Eier gekauft. Das letzte halbe Bio-Lamm (knapp 6 kg mit Knochen) hat mich 120 € gekostet - es kam übrigens nicht auf eigenen Hufen, sondern portionsweise in Plastik eingeschweißt hier an, der Transportweg war nicht ganz 60 km (Diesel, weil Transporter durch die Region), ebenso das Bio-Gemüse (unter anderem Pflücksalat - in Plastetüten, weil das Lose-Blatt-Gesammel offenbar in Papiertüten - huch - die ja auch umweltbelastend? noch weniger haltbar wäre).
Meine Hunde wollen kein Tofu, sie fressen also Fleisch - zwar roh und nicht aus Dosen, aber in Plaste eingeschweißt ist das trotzdem, und Biofleisch können wir uns bei der Menge nicht leisten. Das letzte Fair-Trade-T-shirt hat 35 € gekostet, deshalb kaufe ich die nächsten wieder bei C & A und ich gebe zu: ich erzeuge den Strom, den unser Fernseher und dieser Rechner, auf dem ich gerade tippe, nicht per Pedes und Dynamo.
Worauf ich hinaus will: ich verstehe sehr vieles nicht, ich will auch nicht darüber nachdenken, wer jetzt "perverser" oder schuldhafter handelt - aber ich werd 'nen Deibel tun, mit Fingern auf Leute zu zeigen nur weil ich meine, daß die "Mittäter" in unserer "perversen Gesellschaft" sind - das sind wir nämlich alle.
Die Frage im Threadtitel müßte eigentlich lauten: wie "pervers" ist menschliches Leben? All die Schäden, die unsere Spezies auf dem Globus anrichtet, resultieren u.a. auch aus dem "Erfolg" - sprich: es gibt einfach zu viele von uns liebreizenden Zweibeinern, die wollen alle ernährt, möglichst im Wohlstand und mit dem Hintern warm und trocken sitzen - und wenn's geht, nicht alle Wege zu Fuß laufen müssen. Ich möchte für die logistischen Probleme, die das alles mit sich bringt, nicht planen müssen - würde mich schlicht überfordern (oder ich würde mich doch vorzeitig selbst meucheln - all die damit in Zusammenhang stehenden Probleme können einem jede Freude am Leben versauen, wenn man die sich alle reinzieht). Und deshalb finde ich's zwar löblich, wenn nach Wegen gesucht wird, wie Tiere artgerecht gehalten werden können (auch wenn das als Konsequenz z.B. auch den Verzicht auf Eier, Milchprodukte und andere tierische Erzeugnisse nach sich ziehen müßte), aber es geht mir zunehmend auf den Zeiger, wenn auch Leute wie nightrider angegriffen werden, der doch in den wenigen Postings schon deutlich gemacht hat, daß seine Lebensweise vermutlich realistischer und tierfreundlicher ist als die so mancher "tierlieben" Weltverteidiger.