Es tut mir sehr leid, was du da seit Jahren mit dir herumträgst. Man merkt deinem Text an, wie erschöpft, verletzt und zerrissen du bist. Und ich finde es wichtig zu sagen: Du bist nicht „ein Volltrottel“, weil du immer wieder versucht hast, deine Familie zusammenzuhalten. Das war vermutlich Liebe, Hoffnung und auch Angst zugleich.
Von außen kann natürlich niemand sicher sagen, ob es jedes Mal körperlichen Betrug gab. Aber was man sehr deutlich sieht, ist ein Muster aus Heimlichkeit, Ausweichen, gelöschten Nachrichten, nachträglichen Erklärungen und immer wieder neuen Versionen der Wahrheit. Und selbst wenn irgendwo „nichts passiert“ sein sollte: Dieses dauernde Verstecken und Kleinreden ist bereits ein massiver Vertrauensbruch.
Besonders die Sache mit Robert wirkt für mich schwer erklärbar: heimlich die Nummer nehmen, Kontakt aufnehmen, über eine mögliche Affäre sprechen, sich in einer fremden Wohnung treffen und ein Kondom mitnehmen. Dass du das nicht einfach glauben oder abhaken kannst, ist völlig nachvollziehbar. Dein Bauchgefühl ist nach all den Erfahrungen nicht einfach „Eifersucht“, sondern vermutlich ein Alarmsystem, das schon viel zu oft recht hatte.
Gleichzeitig möchte ich dir etwas sehr Wichtiges sagen: Bitte bleib da. Für dich. Für deine Kinder. Auch wenn sich gerade alles ausweglos anfühlt, bist du für deine Mädchen unersetzlich. Wenn du Gedanken hast, dass es besser wäre, wenn du ganz weg bist, dann hol dir bitte sofort Unterstützung. Nicht irgendwann. Ruf einen Freund an, jemanden aus der Familie, den ärztlichen Bereitschaftsdienst, die Telefonseelsorge oder im akuten Notfall den Notruf. Du musst so einen Moment nicht allein aushalten.
Für die Beziehung selbst würde ich an deiner Stelle nicht weiter Detektiv spielen. Das frisst dich innerlich auf. Ich glaube, du brauchst jetzt klare Grenzen und Hilfe von außen: Paartherapie, Einzeltherapie, Beratung oder auch ein erstes Gespräch mit einem Anwalt, nicht weil du sofort alles zerstören musst, sondern damit du wieder Boden unter die Füße bekommst.
Du musst nicht heute entscheiden, ob du dich trennst. Aber du darfst entscheiden, dass du so nicht weiterleben kannst. Eine Familie zusammenzuhalten darf nicht bedeuten, dass einer jahrelang alles schluckt, bis er daran zerbricht.
Ich wünsche dir sehr, dass du dir Unterstützung holst und dich nicht weiter selbst kleinmachst. Deine Gefühle sind nicht übertrieben. Dein Schmerz ist real. Und du hast Hilfe verdient.