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Gelöscht 122987
Gast
Danke für deine Antwort! Zur Gewichtszunahme: Ich hatte vor der Essstörung 82 kg und dann irgendwann am Tiefpunkt 48 oder so. Inzwischen wiege ich 61 kg, fühle mich wohl und es ist ein gesundes Gewicht. Warum sollte ich denn zwangsweise auf mein altes Gewicht zunehmen? Mein aktuelles Gewicht ist gesund. Nur weil ich damals eine andere Figur hatte, heißt es ja nicht dass ich jetzt wieder die Figur haben muss die ich damals hatte.Am wichtigsten wäre, dich von solchen Personen emotional zu lösen - sie sind nämlich einer der Auslöser, warum man überhaupt erst in so eine Krankheit hinein rutscht. Lerne, zu erkennne, welche Menschen dir nicht gut tun, und werfe diese aus deinem Leben, wenn sie deine Grenzen nicht akzeptieren. Du bist ihnen nichts schuldig. Und wenn sie sich vor den Kopf gestoßen fühlen oder ihre Erwartungen an dich nicht erfüllt werden, dann ist das ihr Problem und nicht deines. Und das Problem zu deinem zu machen würde in die Richtung zurück in die Essstörung gehen.
Was ich auch noch wichtig finde: Viele versuchen, in einer Essstörung wieder auf ein auf dem Papier "normales" Gewicht zuzunehmen und denken dann, sie wären gesund. In wirklichkeit versuchen sie aber dennoch, das über die Essstörung erreichte niedrigere Gewicht zu halten. Was dabei verdeckt wird ist, dass sie sich mit ihrem alten (gesunden) Gewicht immer noch unwohl fühlen würden - also emotional noch in der Essstörung drin stecken, es nur durch das scheinbar normale Gewicht überdecken. Von daher überleg mal, wie es dir mit dem Gedanken geht, auf dein altes Gewicht vor der Essstörung wieder zuzunehmen. Oder versuche, auf diesen Wert wieder zuzunehmen. Gesund war dein Gewicht damals definitiv und deine aktuelle Figur ist eben ein Resultat der Essstörung...
Was die Person betrifft, die dich für deine Gewichtszunahme kritisiert: Wenn du viel Mut hast, könntest du dieser Person beispielsweise sagen, dass du "leider" noch weiter zunehmen und dann noch "schlechter" aussehen wirst. Und damit sich die Person das erspart, wäre es für sie das Beste, wenn sie sich von dir fern hält...
Mir ist natürlich klar, dass man das nicht immer zu jedem sagen kann, insbesondere aus der Verwandtschaft. Aber vielleicht kannst du den Gedanken hiner dieser Aussage/Einstellung nachvollziehen: Das Problem der anderen Menschen bei ihnen lassen und nicht versuchen, ihr Verhalten zu verändern bzw. sie zu beeinflussen. Sondern für dich selbst deine Konsequenzen daraus ziehen, im Rahmen der Möglichkeiten, die du umsetzen kannst Und dazu gehört auch, einer Person aus dem Weg zu gehen, die dich respektlos behandelt oder von dir Dinge erwartet, die du nicht zu erfüllen bereit bist. Wichtig zu erkennen ist dabei, dass die andere Person ein Problem hat und nicht du, und dass du in dem Moment keine Möglichkeit hast, ihr mit ihrem Probelm zu helfen - und vor allem auch nicht dafür verantwortlich bist.
Ich wünsch dir alles Gute und dass du es schaffst, die Essstörung dauerhaft zu überwinden!
LG