P
Pharasia
Gast
Naja, dieser Thread ist ganz speziell nur für Leute verständlich, die wissen wie die Mitarbeiter zu dir sein können, wenn sie auch nur eine kleine Möglichkeit sehen dir die Leistung verweigern zu können. Ich habe im Hartz4-Abteil, ganz unverschuldet, die Hölle durchmachen müssen und ich bin eine sehr freundliche Person 😉
Zudem hab ich gemerkt, dass es tatsächlich regionale Unterschiede gibt. In Niedersachsen waren sie sehr human und freundlich zu mir, während ich in Sachsen-Anhalt die besagte Hölle durchleben musste. Ich glaube so schlimm fertig gemacht wurde ich zuletzt in der Schulzeit.
Sowas ist natürlich nicht schön, obwohl ich zugeben muss, dass ich beide Seiten sehr gut verstehen kann.
Wie gesagt, ich durfte auch mal zum Jobcenter rennen, weil ich Übergangsweise für einen Monat auch Hartz4 bekam.
Da ich nicht wusste wo ich hin musste, habe ich mir ganz regulär erst mal eine Nummer gezogen und zwar dort, wo auch haufenweise andere Menschen standen. Musste knapp 2 Stunden warten bis ich dran kam und wurde am Schalter dann auch etwas unfreundlich begrüßt. Hab ihr dann ruhig erklärt, dass ich gerade meinen Bachelorabschluss bekommen habe und ich allerdings erst in 4 Wochen übernommen werde und nun nicht weiß, wie ich mich bis dahin finanziere soll. Da wurde sie dann allerdings sehr schnell, sehr freundlich und meinte herzallerliebst zu mir, dass ich dafür doch in eine andere Abteilung müsste. nämlich zu den akademischen Abschlüssen. Als ich gerade gehen wollte meinte sie auch noch lächelnd zu mir: "Aber keine Sorge, da oben ist es nicht so voll wie hier, da sind ja auch keine Schmarotzer."
Mein Gesicht in dem Moment könnt ihr euch wohl vorstellen :mad: Fand das schon ziemlich dreist den anderen Leuten gegenüber, die das ganze auch noch mitbekommen haben. Da hätte man z.B. ein Paradabeispiel für Beamte die gerne "mobben". Da taten mir die Leute schon etwas leid, die da draußen saßen und eigentlich nur Hilfe möchten.
Allerdings kenne ich auch die andere Seite, da eine Tante von mir im Jobcenter arbeitet. Die ersten paar Jahre hat ihr der Job wirklich Spaß gemacht und sie hat versucht den Menschen zu helfen, aber nach etwa 6 Jahren meinte sie auch einfach irgendwann:
Ich hab die Schnauze langsam gestrichen voll, du tust so viel für diese Menschen und womit danken sie es dir? Damit das sie nicht zu Terminen im Jobcenter erscheinen, dass sie Bewerbungsgespräche nicht wahrnehmen und sich dann auch noch bei dir auskotzen, dass sie keinen Job auf 3.000 Euro-Basis bekommen.
Ich hatte gestern eine 48-Jährige alleinerziehende Mutter mit 4 Kindern bei mir sitzen, ungelernt. Der wollte ich einen wirklich gutbezahlten Putzjob vermitteln, weisst du was sie mir da zu mir sagt? Sie hätte keine Lust auf Putzen, dass wäre etwas für die Sinti und Romas. Sie will auch gar nicht arbeiten, sie hat ihren Soll in dieser Gesellschaft doch geleistet indem sie vier Kinder auf die Welt gebracht hat und Deutschland soll ihr jetzt mal unter die Arme greifen, immer hin hätte ihr armer Vater ja genug Steuergelder in dieses Land gesteckt.
Ein anderer schickt mir andauernd irgendwelche Atteste von zig verschiedenen Ärzten die ihm immer wieder bescheinigen, wie krank er doch sei und nicht arbeiten könne. Nur weiß man aus guter Quelle, dass dieser Mann schwarz auf dem Bau arbeitet.
Das ging dann ewig noch so weiter...sie hat einfach aufgegeben, da ihr Fazit nach 6 Jahren war, dass von 100 Leuten nur 20 arbeiten wollen, von diesen 20 sind 10 ungelernt und möchten nur utopische Jobs.
Also kann ich auch diese Seite verstehen, es ist sicher frustrierend als "guter Mensch" in so einen Job zu gehen, weil du den Leuten helfen möchtest und am Ende wirst nur durchgehend verarscht.
Aber ich werde schon wieder zu ausschweifend, also hör ich mal lieber auf 😱 🙄