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Wie lebe ich mit meiner schrecklichen Vergangenheit???

Sioban1976

Mitglied
Hallo Ihr,
ich habe das Problem, das ich meine Vergangenheit, meine Kindheit und was mir passiert ist schlecht annehmen kann. ich bin mir sicher das es hier im Forum viele Menschen gibt, die traumatische Erfahrungen jeglicher Art gemacht haben, deshalb brauche ich eure Hilfe. Wie geht ihr mit euren schecklichen Erlebnissen um, nachdem ihr Therapie gemacht habt? Ich bin als Kleinkind schwer mißhandelt und psychisch gefoltert worden. Solane ich zu Hause gewohnt habe wurde ich gechlagen, bedroht, eingesperrt, gemobbt, beschimpft und erpresst von meinen eigenen Eltern (bis zum 19 Lebensjahr). Danach habe ich einen langen Weg Therapie hinter mit, so das ich jetzt im Leben etwas besser zurechtkomme, aber jetzt wo ich wirklich alles, wirklich jedes Traumata was ich verdrängt hatte durch meine Therapie hervorgeholt habe ist alles als Gesamtbild einfach nur schrecklich!
Ich sehe jetzt das Ganze und das tut so unendlich weh! Das soll mein (voriges) Leben sein? Das ist das was ich als eigene Geschichte und Vergangenheit habe? Oh Gott! Ich weiß niacht wie ich es annehmen kann, mir sind so viele gefühle im Weg..ich bin so wütend, so traurig, so enttäuscht, ich kann das einfach nicht annehmen und als teil meiner selbst irgendwo ruhig "einlagern". Es geht einfach noch nicht. Warum? Alles drängt mich von außen, das ich das akzeptieren soll, als wärs das normalste der Welt. Hallo?! Das ist alles nicht normal gewesen. Ja, jetzt leb mal mit deiner Vergangenheit...toll...ich lebe ja, aber es ist so schwer, es tut so weh....hört es irgendwann auf so weh zu tun? Bin dankbar über jeden Beitrag. Eure Sioban
 
Hallo liebe Sioban,
es tut mir sehr leid, was dir passiert ist.
Ja, du bist nicht alleine, ich kann dir wirklich nachfühlen.
Wie du damit umgehen lernen kannst fragst du?
Hm, ich mache auch Therapie, das hilft tut aber zeitweise sehr weh, denn die Erinnerungen sind es, die mich sehr oft traurig machen.
Aber ich schau nach vorn, es war vor 2 J. viel schlimmer und ich habe die Hoffnung, dass ich damit immer besser umgehen werden kann.
Mir sind Freunde sehr wichtig, ohne die, ginge es nicht.
Ich rede manches Mal sehr viel, aber echte Freunde verstehen das und hören auch zu, wenn ich das 250. Mal das gleiche erzähle.😉
Aber ich mache mir auch bewusst, was ich schon alles geschafft habe und ich belohne mich auch mit kl. Dingen, wenn ich sehe, was ich wieder alles auf die Reihe bekommen habe.
Ich muss lernen, meinen Körper zu akzeptieren, ist nicht einfach, denn ich bin übergewichtig....aber die Kraft habe ich derzeit nicht, auch noch ab zu nehmen, wenn ich Baustellen habe, wo ich viel Kraft benötige. (mein Kind lebt im Heim und der Kampf bei den Behörden)
Wenn mir noch etwas einfällt, dann schreibe ich es dir.

Ach ja, wo für mich eine ganz entscheidende Wende kam und viel Besserung eintrat:
Ich habe mich früher nur über meine Erkrankungen und über meine schlimme Kindheit dargestellt so nach dem Motto: Guten Tag mein Name ist, ich bin ein sex. MB Opfer oder so.....
Ich wollte nie Mitleid, habe aber damit leider oft das ausgelöst und auch, dass mich Menschen nicht mehr "normal" behandelten.
Seit dem ich gelernt hatte, dass ich ein ganz normaler Mensch bin und mich nicht quasi entschuldigen muss, dass ich so ein schlimmes Leben hatte, seit dem geht es mir und auch meinem Umfeld viel besser!
Der Hintergrund meines Verhaltens war, dass ich dachte, jeder sieht, dass ich nen "Knall" habe also nicht normal bin!
Das war totaler Blösinn!
Hat aber damit zu tun, dass ich keinerlei Selbstwert hatte!
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ich habe zwar nicht soviele schreckliche sachen erlebt,aber durch mißbrauch in jungen jahren sind mir viele jahre meines leben "geklaut" worden, in denen ich nicht wirklich lebte,sondern mit alk mein leben lebte ....um die vergangenheit zu verdrängen,wie ich "heute" erst weiß.

es ist so, man darf nicht auf diese vergangenheit schauen,man muß auf die gegenwart schauen und auf das was man erreicht hat.
ich habe oft noch tage an denen ich traurig und verzweifelt bin,weil ich vieles nicht mehr erreichen kann, auf grund meines alters und mein leben wohl anders verlaufen wäre,wäre da nicht diese kindheit.
es war nicht normal und man hat eigentlich eine andere kindheit verdient und sich gewünscht. man kann es aber nicht ungeschehen machen und muß-will ja weiter leben!!! ich hole mich aus dieser verzweiflung in dem ich mir sage: ich habe heute das was man ein "gesundes leben" nennen kann und das wichtigste ES KANN MIR Keiner Mehr NEHMEN. 🙂
ich kann nur für mich sprechen,ja es tut immer weniger weh,wenn du im jetzt lebst.das heißt nicht alles vergessenaber eben nicht mehr in den vordergrund stellen.das leben welches jetzt statt findet,zählt.🙂
du hast eine menge durch und hast dir selbst geholfen durch therapie.du bist stark und hast einiges erreicht.du hast alles überlebt und dein leben hat neue formen als das was du kanntest. sei stolz auf dich und seh in deine zukunft.
ich weiß ,meine worte werden dir erscheinen als wenn ich alles runter spiele,aber das will und kann ich nicht.es wird weniger weh tun 🙂
kannst du das nicht in therapie besprechen,dieses wie gehe ich nun mit meiner vergangenheit um?

sonnenlichtlein
 
Hallo Seoban,
Als ich Dich grade las dachte ich,das hätte von mir sein können.
Ich habe eine ähnliche Geschichte,wurde erst adoptiert,u. von den Adopt.elt. dann viele Jahre körperl. u. psychisch schwer misshandelt,auch bis ich 19 war,da zog ich dann endlcih aus.Zusätzl. hat der adopt.vt. mich jahrelang smb.
Deine Frage ob es irgendwann mal aufhört weh zu tun ist schwierig,ich habe auch viele Jahre Thera gemscht,ambulant u. stationär,tja,jetzt bin ich 42,seit vielen Jahren berentet(u.a. wg. PTBS),u. es ist für mich noch immer nicht leicht,mit dieser Vergangenheit klarzukommen.
Es hat sich zwar einiges etwas gebessert,aber unterm Strich lebe ich kein besonders schönes Leben,weil die Vergangenht. mich halt auch immerwieder eingeholt hat,durch Flashbacks,u.v.m.,hab echt schon viel durch.
Es ist schwer so eine Vergangenheit,mit all ihrem Schmerz,u. dem was sie aus einem gemacht hat,anzunehmen,aber letztendlich bleibt Dir ja nix anderes übrig,es als gegeben hinzunehmen.
Ich hätte natürlöich auch lieber eine andere,hätte lieber eine schöne Kindheit gehabt,u. manchmal trauere ich auch noch darum,dass ich das alles nicht haben durfte,aber es ist leider nicht zu ändern.
Ich muss es so akzeptieren,sag mir,ok. das ist nun einmal so,das Leben hat`s diesbezüglich einfach nicht gut mit Dir gemeint,aber es gehärt zu mir.
Was eine solche Vergangenheit aber auf jeden Fall mit sich bringt,ist jetzt mein Fazit,dass ich dadurch gelernt habe,unter die Oberfläche zu schauen,mich mit meinem Leben tiefergründig auseinander zu stzen,was vielen Menschen in dieser oberfächlichen Gesellschaft vll. verwehrt bleibt.Viele beschäftigen sich nicht damit,setzen sich nicht mit ihrem Leben auseinander,leben ohne mal näher hinzuschauen,auch was das Leid anderer Menschen betrifft.
Ich wünsche Dir von Herzen,dass Du es eines Tages schaffen kannst,Deine Vergangenheit in Dein Leben zu integrieren,sie als unabänderlich u. geschehen annnehmen zu können,das ist kein leichter Weg,mir gelingt es an manchen Tagen ganz gut,dann aber hadere ich auch mal wieder damit.
LG Talula:blume:
 
Ich sehe jetzt das Ganze und das tut so unendlich weh! Das soll mein (voriges) Leben sein? Das ist das was ich als eigene Geschichte und Vergangenheit habe? Oh Gott! Ich weiß niacht wie ich es annehmen kann, mir sind so viele gefühle im Weg..ich bin so wütend, so traurig, so enttäuscht, ich kann das einfach nicht annehmen und als teil meiner selbst irgendwo ruhig "einlagern". Es geht einfach noch nicht. Warum? Alles drängt mich von außen, das ich das akzeptieren soll, als wärs das normalste der Welt. Hallo?! Das ist alles nicht normal gewesen. Ja, jetzt leb mal mit deiner Vergangenheit...toll...ich lebe ja, aber es ist so schwer, es tut so weh....hört es irgendwann auf so weh zu tun? Bin dankbar über jeden Beitrag. Eure Sioban

Boah, sowas macht mich echt wütend! So eine gequirlte S****! Klar sagen dir die Leute, packs weg, ist vorbei. Dann kannste dein Sunnygirl-Lächeln aufsetzen und ihre Welt ist wieder in Ordnung.

Vergiss es!

Du schreibst, du kannst es NOCH nicht hinter dir lassen. Und weißt du was, du hast das verdammte Recht darauf wütend zu sein, traurig zu sein, die Welt zu verfluchen.

Lass dich erst gar nicht auf solche Sprüche ein. Es ist nicht Vergangenheit und es kann erst dann Vergangenheit sein, wenn du die Gefühle verarbeitet hast, die mit den Geschehnissen zusammen hängen.

Die Leute hätten gerne, dass wir es wegpacken, klein reden, dass wir sie nicht damit belästigen, aber ich finde, da müssen sie einfach durch.

Such dir einen geschützten Raum, wo du weinen und schreien kannst. Such dir kleine Rituale, die dir helfen deine Vergangenheit zu bearbeiten. Meine Schwester zum Beispiel hat Selbstmord begangen. Mir hat es sehr geholfen eine Stelle zu finden, wo ich sie in Gedanken beerdigen konnte und wo ich all meinen Schmerz lassen konnte. Da muss jeder das Seine finden.

Der Schmerz und die Trauer werden weniger, aber nicht, indem man alles verdrängt. Die Gefühle brauchen ihren Raum und haben ihre Berechtigung.

Wie kann man denn Wut irgendwo RUHIG einlagern? Das geht nicht. Du musst sie leben, rauslassen. Das ist das Normalste der Welt!

Und ganz ehrlich, eine Therapie ist halt nicht nur dazu da, um die Vergangenheit hoch zu holen und die Erinnerungen herzustellen, eigentlich ist es Aufgabe der Traumatherapie gerade mit den Leuten diese ganzen Erfahrungen noch mal zu durchleben und ihnen dabei behilflich zu sein es zu verarbeiten. Vielleicht denkst du mal darüber nach, ob deine Therapie wirklich schon abgeschlossen ist oder ob du eine weitere brauchen könntest.

Einer Traumatherapie in der du nicht Rotz und Wasser geheult hast und nicht ein Dutzend Kissen zerfleddert hast, der fehlt etwas.


Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen.


Tuesday
 
Kannst du dir da absolut sicher sein, dass das für jeden so sein muss?


Traumatische Erlebnisse werden im Körper gespeichert und sie kommen da nur raus, wenn der Körper aktiv sein kann. Ob man nun unbedingt Rotz und Wasser heulen muss, sei dahin gestellt, aber die ganze Wut, die ganze Trauer, der Schmerz, das alles muss irgendwo raus. Wenn man die körperliche Seite nicht auslebt, kannt man das Trauma nicht wirklich überwinden.


Tuesday
 
dachte das hätte sie in ihren therapien hinter sich....😕
diese heulen und wütend sein....
ja das muß raus.....

war jetzt verdutzt das das nicht so ist und dachte es sei sowas wie ....keine ahnung ....restfrust oder so.....

es ist doch so,wenn man das große kotzen überwunden hat, gehts besser und tut nicht mehr so weh.ich kann da so sagen für mich....hab jahre mit wut und alldem verbracht und nun ist soweit gut.....

doof gesagt ich hoffe ihr wißt wie ichs meine🙂
 
hallo Sonnenlichtlein,ich bin neu bei euch und finde euer Themen einfach klasse.
Wie Lebe ich mit meiner schrecklichen Vergangenheit?:mad:
Zornig,wütend,frustriert.Ich mußte 54 Jahre werde um jetzt langsam anzufangen meine Vergangenheit durch einen Therapeuten hochzuholen und weiß zur Zeit nicht wie viel Kraft ich habe damit umzugehen.Jede Woche habe ich mehr Angst vor den Gesprächen und der Hypnose denn ich stehe erst am Anfang"so bei einem Alter von 10 Jahre".
Ich muß feststellen das mein ganzes Leben ein Kartenhaus war und ich kann mit keinem reden da mein Mann schwer Krebskrank ist und mit meinen Kindern-das ist auch so eine Sache für sich.
Was meinst du Sonnenlichtlein,könnte ich in diesem Forum über meine Probleme reden oder bin ich auch bei euch falsch?marmisu
 

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