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Wie krank ist die Welt?!

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Interessant, wie die Protagonisten auf sich einschlagen, anstatt das Thema zu bearbeiten.

Nee, nee, das ist nix für mich.
 
Ja, danke Snoopy, habe es gesehen, bei Yahoo waren die Bilder auch drin.
Na ja, eine Kleinstadtstraße - links und rechts Häuser angebaut und gegenüber wahrscheinlich auch.
Das ist ja genau das schlimme dabei: Das Grauen ist mitten unter uns und niemand will etwas bemerkt haben.
 
Aus solchen Fällen kann man nur lernen um letztlich die Prävention zu steigern. Das ist das einzige was man tun kann. Und zwar mit klaren Kopf, emotionsfrei.
°°°abendtau°°°

Wie könnte eine Prävention aussehen? Man sieht den Menschen ja nicht an der Nasenspitze an was sie so denken und tun.
 
naja irgendwann kommt sicher der ein oder andere user hier der meint man müsste leute die nur so aussehen als hätten sie eine (inzest)-leiche im keller rund um die uhr überwachen 😉

der mob braucht nie lange um auf sowas zu kommen
 
Zitat AFP:

AFP - vor 49 Minuten
Wien (AFP) - Die ungeheuerlichen Vorwürfe gegen einen 73-jährigen Familienvater in Österreich haben sich als traurige Wahrheit erwiesen: Der Mann legte nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Amstetten ein volles Geständnis ab. Josef F. sperrte seine heute 42 Jahre alte Tochter Elisabeth 24 Jahre lang in ein Kellerverlies und zeugte sieben Kinder mit ihr. Österreich steht angesichts der furchtbaren Vorgänge unter Schock. In der Presse wurden Vorwürfe wegen der Nachlässigkeit der Behörden laut
In seinem Geständnis bestand der 73-Jährige darauf, er habe bei dem Inzest keine Gewalt angewendet, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft St. Pölten mitteilte. Der Mann habe auch gestanden, mit seiner Tochter sieben Kinder gezeugt zu haben, von denen eines sehr jung gestorben sei. Das Kellerverlies war Sedlacek zufolge etwa 50 bis 60 Quadratmeter groß, nur 1,70 Meter hoch und "wie eine Wohnung eingerichtet".
Wie der 73-Jährige es fertigbrachte, die Tochter und deren Kinder zu verstecken, ist den Ermittlern ein Rätsel. Die Kriminaltechnik arbeitete an DNA-Tests, um die Abstammung der sechs überlebenden Kinder zu bestätigen. Ein siebtes Kind, ein Zwilling, soll wegen mangelnder Versorgung nach der Geburt gestorben und vom Täter dann verbrannt worden sein.
In dem des Haus Mannes untersuchten 14 Kriminalbeamte das Verlies, in dem Elisabeth F. und drei ihrer Kinder festgehalten wurden. Elisabeth hatte bei den Ermittlern ausgesagt, sie sei seit ihrem elften Lebensjahr von ihrem Vater missbraucht worden. Ihre Mutter habe davon nichts gewusst. Im August 1984, im Alter von 18 Jahren, sei sie dann von ihrem Vater betäubt und eingesperrt worden.
"Wie kann das hier passieren?", fragte die konservative Tageszeitung "Die Presse", während andere Blätter sich wunderten, weshalb den Behörden erneut ein schwerer Fall von Misshandlung entging. Vor zwei Jahren hatte der Fall der jungen Natascha Kampusch für Entsetzen gesorgt, die als Zehnjährige 1998 von einem Mann entführt und acht Jahre lang gefangengehalten wurde. In den vergangenen Monaten war bekanntgeworden, dass die Ermittler Hinweisen auf Kampuschs Entführer nicht nachgegangen waren. Die junge Frau befreite sich selbst aus ihrem Gefängnis, ihr Entführer nahm sich darauf das Leben.
 
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es der Mutter entgangen ist, dass ihre Tochter zusammen mit den Kindern im Keller gefangen gehalten wurde. Die Kinder werden im Babyalter hin und wieder geschrieen haben.
Möglicherweise ist es möglich, über einen längeren Zeitraum Nahrungsmittel, von der Ehefrau unbemerkt, in den Keller zu schmuggeln, allerdings halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass man den aufwändigen Ausbau einer Einligerwohnung im Keller vor dem Ehepartner verbergen kann. Auch die Tatsache, dass ein Teil vom Keller kontinuierlich abgesperrt blieb, hätte eigentlich Fragen aufwerfen müssen.

Die Mutter wird die Tatsache, dass die Tochter im Keller gefangen gehalten und missbraucht wurde, in ihrer Wahrnehmung ausgeblendet haben. So gesehen war sie eine passive Komplizin ihres Mannes, die sein Verhalten zwar nicht unterstützt, aber geduldet hat.
Als Erklärung ihres Verhalltens könnte möglicherweise das Stockholm-Syndrom zu einer sehr selektiven Wahrnehmung geführt haben:

Grundsätzlich neigen Menschen dazu, in Zwangs- oder Abhängigkeitssituationen auch moralisch bzw. ethisch bedenkliche Handlungsweisen von Autoritäten zu relativieren und eine Schutzhaltung für sich zu entwickeln. Dies gilt insbesondere für Familien, in denen auch gewalttätiges Verhalten von den eigenen Angehörigen oft toleriert oder im Nachhinein abgestritten wird, um sich selbst nicht weiter in Gefahr zu bringen oder den eigenen Selbstwert nicht zu verlieren bzw. für abhängig beschäftige Mitarbeiter, die (scheinbare) Sympathie für Vorgesetzte entwickeln, obwohl diese z.B. psychische Gewalt gegen sie selbst oder Kollegen der eigenen Gruppe/Abteilung anwenden.
Die emotionale Nähe zum jeweils emotional stärksten Mitglied einer (auch kleinen) sozialen Gemeinschaft hängt eng mit dem Überlebenstrieb des Menschen zusammen und wird häufig auch nach dem Ende einer solchen Beziehung unbewusst verdrängt. Der so entstehende Selbstschutz erhält in der Regel die affektive Selbststeuerungsfähigkeit des Betroffenen und sorgt dadurch für eine akute Überlebenschance im Alltag.

Stockholm-Syndrom – Wikipedia


Für uns ist es unvorstellbar, dass eine Frau sich einem derartig abstossenden Straftäter zugehörig fühlen kann und dulden kann, dass ihr eigenes Kind vor ihrer Nase missbraucht wird. Es fällt schwer, die Komlexität des inneren Konflikts einer solchen Frau, die möglicherweise mit einer schwachen, dependenten Persönlichkeitsstruktur geschlagen ist, nachzuvollziehen. Es kann durchaus passieren, dass eine Mutter zur Mittäterin wird, da sie (scheinbares) soziales Ansehen und die Bindung zu ihrem Mann als wichtiger/ erstrebenswerter ansieht, als den Schutz ihres Kindes.

Was der Mann/Vater sich dabei "gedacht" hat - das würde ich gerne mal hören. Was geht in diesem Kopf vor?



Das möchten wir wahrscheinlich gar nicht so genau wissen. Die Denkstrukturen eines derartig perversen Triebtäters haben nicht mehr viel mit dem emotionalen Empfinden, das wir als unser Gefühlsleben wahrnehmen, zu tun.

Ich könnte mir vorstellen, dass bei diesem Menschen keine soziale Kompetenz entwickelt wurde, er aber gelernt hat, so zu tun, als wäre er sozial kompetent, um sein Umfeld zu täuschen. Zudem ist vermutlich eine übermäßige Triebsteuerung vorhanden, die er nicht kontrollieren kann.

Wie es passierren kann, dass irgendjemand sein eigenes Kind oder irgendein Kind sexuell missbraucht, kann und will ich gar nicht nachvollziehen.



LG



Maliza
 
Wie könnte eine Prävention aussehen? Man sieht den Menschen ja nicht an der Nasenspitze an was sie so denken und tun.

Hi Catherine,

Wenn man selber merkt das irgendetwas nicht stimmt, ist es ja meistens schon zu spät.

Prävention fängt also klein an. Ebenso klein wie die Kinder sind. Alterentsprechend müssen sie für dieses Thema sensiebilisiert werden. Demzufolge auch Erzieher, Pädagogen und eben die Eltern. Wie man bei dem vorliegendem Fall sieht, haben die Behörden erneut schlicht weg versagt. Das ist hierzulande nicht viel anders.

Und wenn unser Staat es sich leisten kann zu sparen, koste es was es wolle, dann weiß ich nicht - ob da nur "Milchmädchen" am rechnen sind, Beispiel denn das kommt uns alle teuer zustehen.

Letztentlich muß jeder vor seiner Haustür aufpassen. Lieber einmal mehr peinlich gefragt als ein mal zu wenig. Dabei sollte die eigene Familie nicht vergessen werden! da die meisten Täter aus der Familie kommen, aber Das - will ja keiner hören. Deswegen ist es so Tabu. Hauptsache der Rasen vom Nachbarn ist ordentlich.😱

LG
°°°abendtau°°°
 
Die österreichischen Medien überschlagen sich mit dem Thema - wenn ich hier den Radio oder den Fernseher einschalte, geht es nur noch um diesen Fall. Schließlich sei es der "spektakulärste Kriminalfall der 2. Republik". Das hab ich im Sommer 2006 bei Natascha Kampusch auch gehört.

Ich kritisiere diese Informationsflut in die Öffentlichkeit. Keine Frage, ich weiß selber sehr gut, wie Medien ticken, aber ich finds immer kritisch, wenn daraufhin jeder anfängt, sich seine eigene Version dieses Verbrechens zusammenzubasteln. Und damit fröhlich verurteilt.

Kein Mensch außer den unmittelbar beteiligten Personen weiß, was da wirklich geschehen ist. Nicht einmal das psychiatrische Fachpersonal. Ich hüte mich sogar davor, den Täter anzuschwärzen. Nein, er ist definitiv nicht "normal" - aber welche tiefgreifende Störung in dazu getrieben hat, weiß niemand. Der Mann ist mit Sicherheit zutiefst krank. Das entschuldigt das Geschehene nicht (schon gar nicht aus der Sicht der Opfer), aber trotzdem sperrt sich irgendetwas in mir, diesen Menschen als "Monster" zu bezeichnen.

Ich höre gerade im Fernsehen, dass eine deutsche Journalistin dem österreichischen Kollegen sagt, sie sehe nach Fall Kampusch/Fall Amstetten Österreich mit etwas anderen Augen. Dankeschön! :mad:
 
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