Hallo Gast,
ich bin auch SMlerin und weiß, daß es auch gelegentlich kranke Menschen in der Szene gibt, auf beiden Seiten. Solche MEnschen werden in der Szene, wenn es bekannt wird, gemieden, denn es tut der Gemeinschaft nicht gut, wenn sich tatsächlich krankhafte Sadisten oder Menschen ihre Krankheit selbstverletzendes Verhalten auf der submissiven Seite hier ausleben. Die gehören nämlich in psychiatrische Behandlung.
Rein rechtlich darf dir kein Mensch etwas antun, das Du nicht möchtest. Es liegt also an dir zuerst NEIN zu sagen. Gerade als devoter Partner ist es wichtig eine gefestigte Persönlichkeit zu haben, oft ist es sogar so, daß Stärke von einem verantwortungsbewußten dominanten Partner erst die Voraussetzung dafür schafft "angenommen" zu werden.
Ich kenne die andere Seite nicht, also kann ich dir nur raten, NEIN zu sagen und, wenn Du es nicht schaffst, warum auch immer, dir einen Therapeuten zu suchen oder, wenn er dich gegen deinen Willen benutzt, zur Polizei zu gehen und dort Anzeige zu erstatten. Weiterhin macht es durchaus Sinn diese Person in der Szene, z.B. einem Forum oder Chat, zu outen um so anderen Frauen dieses Leid zu ersparen.
Das würde ich aber erst dann machen, wenn Du tatsächlich NEIN gesagt hast und das klar und deutlich, notfalls bittest Du einen bekannten dich dabei zu unterstützen. Niemand kann dich zwingen, wenn Du es aber als Abhängigkeit empfindest und unfähig bist zu gehen, dann ist auch bei dir der Fehler (nicht Schuld!) zu suchen und das ist dann deine Aufgabe dir Hilfe zu suchen und die notwendigen Schritte auch tatsächlich zu gehen.
Für die SM-Szene und den Personen, die ihre Neigung ernst nehmen, ist es unüblich Menschen in Abhängigkeit zu bringen. Es gibt einer Art Codex in der Szene (Quelle:
www.datenschlag.org):
SSC
Konsensualität bedeutet (wie dort näher beschrieben) eine Einwilligung von beiden Seiten im Bewusstsein dessen, was geschehen wird.
Erweitert wird diese Grundlage durch die auch manchmal als Motto bezeichneten Begriffe safe, sane and consensual. Sie werden oft ungefähr mit sicher, vernünftig, freiwillig übersetzt.
Sie sollen in einer griffigen Formel die ethische Grundposition des Sadomasochismus zusammenfassen: Die Vermeidung von Schäden an der (geistigen wie körperlichen) Gesundheit steht vor der Lustbefriedigung, die Handlungen geschehen zwischen zurechnungsfähigen und einwilligungsfähigen Partnern und die Freiwilligkeit ist eine aufgeklärte, d.h. beide Partner wissen was auf sie zukommt (damit fallen "Tricks" wie leichte Bondage vereinbaren und den Bottom dann zwei Tage gefangenhalten aus).
Diese "Verhandlungsethik" ist eine der Errungenschaften der sadomasochistischen Subkultur. Statt einer für alle geltenden Moral (die gewisse Handlungen erlaubt, andere verbietet) betont sie die individuelle Verantwortung der Beteiligten und verankert nur ethische Rahmenbedingungen, die Missbrauch ausschliessen sollen.