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Wie könnte man langzeit arbeitslose dazu bekommen wieder Arbeiten zu gehen?

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Demnach sei für 75 Prozent der Hartz-IV-Empfänger Arbeit "das Wichtigste im Leben"

Interessante Aussage... vor allem, wenn man bedenkt, dass die wohl kaum ein regulär Arbeitender so treffen würde... es sei denn natürlich, er fühlt sich in die Öffentlichkeit gedrängt, wie bei einer Umfrage, fürchtet um seine Reputation (oder der Chef steht gerade in der Tür).
Ein wenig Menschenkenntnis lässt einen hier nur staunen oder mit den Schultern zucken.
Aber gut... verschieben wir das nochmal auf etwas später mit etwas mehr Zahlenbeteiligung.

62 Prozent würden bei ihrer Jobsuche auf eigene Initiative bei potentiellen Arbeitgebern anklopfen, 71 Prozent würden sogar Arbeit aufnehmen, für die sie überqualifiziert sind.

Interessant... d. h. aber auch im Umkerhschluss, dass 29-38% (je nach zugeordnetem Attribut) hier keine Initiative zeigen, ihren Lebensunterhalt selbst verdienen zu wollen, was eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Bei gegenwärtig 3,6 Mio H4-Beziehern wären dies stolze 1,3 Mio (+/- 300.000 grob, da mit Mittelwert gerechnet).
Und du gibst dir hier wirklich alle Mühe, darin kein Problem zu sehen?

Aber immerhin, hey, gut 71% würden auch einen Job annehmen, für den sie "überqualifiziert" sind.

Dumm nur, dass

Dass es Hartz-IV-Empfängern oftmals an beruflicher Qualifikation fehlt, ließe sich nicht von der Hand weisen. Gerade einmal 44 Prozent der ALG-II-Bezieher verfügen über eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Ups... nur 44% des Klientels verfügen überhaupt über sowas wie eine Qualifikation... naja... und ich nehme an, auch das werden eher weniger Überflieger sein.
Nein... ich weiß es sogar, guck mal hier (Quelle gelb hervorgehoben):

1649339866374.png

Zugegeben, nicht ganz aktuell, aber die Tendenz ist mehr als deutlich.

Wir erinnern uns noch in diesem Zusammenhang an die Aussage bezüglich "Arbeit wäre das Wichtigste im Leben" von immerhin 75% der Befragten?

Ein Großteil dieser Überzeugungs-Arbeiter hat nicht mal eine einfache abgeschlossene Ausbildung. Welchen Wert hat vor diesem Hintergrund diese Aussage dann noch?

Ja, ich fürchte in diesen Beteuerungen und Lobpreisungen ist mehr Schein als Sein und vor allem ganz viel Wohlwollen und Vorschussvertrauen vorhanden. Schließlich lässt man solche Aussagen, wie diese zu Beginn meines Beitrages einfach mal stehen wohlwissend, dass sie vor der statistischen Faktenlage keinen Bestand hat.

Betrachtet man die nüchternen Zahlen genauer ergibt sich ein durchaus durchwachsenes, tendentiell negatives Bild, welches sich unter anderem in den als "Vorurteil" verkauften Meinungen der arbeitenden Breitengesellschaft gar nicht so verkehrt abbildet.

Wobei man auch hier fairerweise anmerken sollte, dass die Aussagen bei einer solchen Umfrage des Instituts Allensbach ebenfalls eher mit Vorsicht zu genießen sind und wahrscheinlich der ein oder andere Bürger nicht an hoc bereit ist, seine (Vor-)Urteile ggü. der diskutierten Klientel vollumfänglich preiszugeben und man guten Gewissens ruhig noch eine Dunkelziffer im zweistelligen Prozentbereich addieren kann (persönliche Schätzung).
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn davon 75 % einen Job haben möchten, weil es das wichtigste ist für sie im Leben, bleiben 797.500 Arbeitslose, die bereit sind auch lieber nicht zu arbeiten.

wenn jeder einen job finden kann und es nur eine frage von wille ist, dann bitte, immer her mit den vorschlägen, wie und wo wir die unterkriegen.

75% wollen unbedingt arbeiten und ein Job ist das Wichtigste für Sie im Leben.

Das glaube ich natürlich zu 100% wenn man die Betroffenen selbst fragt. Pärchen die man auf der Straße befragt wie oft Sie Sex haben sagen auch Minimum 3 mal die Woche (dabei ist schon wochenlang nix passiert). 100% der Leute, die eine Geldbörse auf der Straße finden bringen Sie zum Fundbüro. Laut Umfragen. Das ist alles sehr mit Vorsicht zu genießen.

Berlin hat gerade rund 180 tausend Arbeitslose. 75% wollen laut Dir unbedingt arbeiten. Das heißt, 135.000 sitzen auf heißen Kohlen und wollen zur Arbeit rennen.

Drehe ich meine Runden durch Berlin finde ich in zwei Stunden Minimum 20 Jobangebote. Discounter, Fast Food, städtische Betriebe, Kantine, Hotels, Spedition, Bahn, IT, Bahn und Bus, Reinigung etc.

Du kannst mir einen Tag geben in Berlin und ich komme mit 20 Jobs nach Hause. Nicht weil ich so toll bin, nein, man muss halbwegs passabel deutsch sprechen und Minimum gepflegt sein.

Und das setzen wir mal in Relation zu Deinen 75%. Wollen wir uns gemeinsam kaputtlachen?

Zu Deiner letzten Frage, wie und wo man Arbeitslose unterbekommt (meinst Du das ernst?). In Jobs. Falls Du fragst wo es Jobs gibt. Beim Arbeitsamt. In Jobbörsen. Überall, wenn man die Augen aufmacht.
 
Ich wollte das nur noch mal in ganzen Zahlen schreiben:
Ich habe einen Wert von ca. 3.190.000 Arbeitslosen für 2021 gefunden. Nehmen wir das mal als Grundlage.

Also ich finde da ganz klar für 2022 3,6 Mio H4-Empfänger wohlgemerkt... nicht Arbeitslose. 2021 waren es noch fast 3,8 Mio.
Und ich betone H4-Empfänger, nicht Empfänger von Grundrente, also arbeitsfähig.
Ein wenig mehr Exaktheit sollten wir bei Zahlen schon walten lassen:


Wenn davon 75 % einen Job haben möchten, weil es das wichtigste ist für sie im Leben, bleiben 797.500 Arbeitslose, die bereit sind auch lieber nicht zu arbeiten.

Beide Zahlen zweifelhaft. Vor allem die 75%.

Könnten wir also vielleicht erst mal die 2.392.500 Arbeitslose vermitteln, die echt Bock haben, bevor wir uns über die Gedanken machen, die aus welchen Gründen auch immer nicht arbeiten wollen bzw. ja eigentlich nur sagen, es ist ihnen nicht das wichtigste einen job zu finden?

Die haben echt Bock? Also so wirklich und in echt?
Woher weisst du das, haben sie dir das im Vertrauen gesagt?

wenn jeder einen job finden kann und es nur eine frage von wille ist, dann bitte, immer her mit den vorschlägen, wie und wo wir die unterkriegen.

Ich fürchte, du denkst vom falschen Ende her... Gemessen an der Qualifikation... dürfte es schwierig werden. Denn du gehst Propaganda auf den Leim, die dem aufgeweckten Leser den Gefallen tut, sich selber zu entlarven.
 
Hm, ich habe in meinem Freundeskreis Menschen, die ohne Schulabschluss und ohne Ausbildung seit Jahrzehnten arbeiten gehen, sehr oft schlecht bezahlte Arbeit annehmen mussten, sich von Zeitarbeitsfirmen wie den letzten Dreck behandeln lassen mussten, und trotzdem ihren Weg konsequent weiter gegangen sind.

Diese Disziplin sehe ich bei so manchen Langzeitarbeitslosen eben nicht. Wenn ich gesund bin, kann ich auch arbeiten, auch wenn der Job nicht der Qualifikation entspricht. Bahnhöfe reinigen, Schnee schippen, Müll auf dem Wertstoffhof sortieren, Sand schaufeln. Manche tun eben mehr als andere und deren Lebenslauf sieht dann ganz sicher besser aus als zu Hause zu sitzen und 10 Jahre gar nichts zu tun.
 
Und du machst sie (jeweils) ausnahmslos alle?

Mir reicht ein Job zum Leben. Bei den von mir angeführten Jobs habe ich schon Erfahrungen gesammelt. Mir geht es nicht um Jobs, mir geht es um meine Einstellung und halt meinen Charakter. Natürlich würde ich immer für mich selbst sorgen wollen. Ich wäre da auch nicht wählerisch, denn ich möchte ungern auf dem Sofa liegen während andere für mich arbeiten, obwohl es Jobs gibt.

Deine Frage zeigt mir aber auf, dass dieses Gewissen wohl nicht Alle haben.
 
Natürlich sollte man alles unternehmen, um anderen Menschen nicht zur Last zu fallen. Aber niemand sollte sich schlecht behandeln und/oder ausbeuten lassen. Denn wenn die Arbeitgeber merken, dass die damit durchkommen, verschlechtern sich auf Dauer gesehen die Arbeitsbedingungen für alle.
 
Das Arbeitsamt hilft Arbeitssuchenden doch auch nicht wirklich.
Eventuell bekommt man ein paar Vermittlungsvorschläge, die oft schon nicht mehr aktuell sind zugeschickt.
Ansonsten wird nichts gemacht.
Auch Bewerbungstrainings helfen nicht.
Dort wird nur zum wiederholten Male das Anschreiben verändert
Da ist es auch kein Wunder wenn Langzeitarbeitslose irgendwann keine Motivation mehr haben.
Gerade wenn man Vermittlungshemmnisse ist man auf eine besonders gute Betreuung durch das Arbeitsamt angewiesen.
 
Schönen Sonntag zusammen,

Ich habe letzten ein Bericht gesehen von Menschen die schon seit mehren Jahren arbeitslos sind und somit von alg 2 leben.
Sie wollen auch nicht arbeiten gehen.
Im Bericht war auch ein junger Mann Anfang 30 der noch nie gearbeitet hat.
Auch seine Eltern leben seit Jahren von alg2.

Ich würde gerne wissen wie man solche menschen dazu animieren könnte arbeiten zu gehen?

Und ich rede nicht von Menschen die auf Grund ihres alters oder ihrer Gesundheit nicht arbeiten können.

Sondern wirklich von menschen die können aber keine lust dazu haben.
Einen angemessenen Lohn zahlen wäre ein Anfang. Dazu sinnvolle Arbeiteszeiten, statt 8 Stunden wie im Knast absitzen, davon die Hälfte nichts zu tun. Als ich noch arbeitete, konnte ich fast überall 3 Stunden am Tag mit Kollegen Karten kloppen. Leerlauf, nichts zu tun, aber wir durften auch nicht gehen. Dazu ist Deutschland ein Billiglohnland, da sind nicht wenige Politiker sogar stolz drauf. Ich arbeite seit gut einem Jahr nicht mehr, von einem Minijob abgesehen. Mit einem minimalistischen Lebensstil kann man so bequem 350€ im Monat an die Seite schaffen. Das haben viele Arbeiter nicht. Mit Vollzeitstelle hätte ich für 8 Stunden am Tag knüppeln vielleicht etwas mehr als 100€ Gewinn. Davon dürfte ich GEZ zahlen und Fahrtkosten. Lohnt sich nicht für mich.

Sanktionen sind sehr bequem mit Attesten zu umgehen, sonst direkt Widerspruch, Prozesskostenhilfe, Anwalt, Sozialgericht, regelmäßige Dienstaufsichtsbeschwerden. Es ist günstiger, die Leute in Ruhe zu lassen, die es nicht mit sich machen lassen, als Sanktionsversuche durchzuführen.
Für viele spielen auch gewisse gesellschaftliche Entwicklungen eine Rolle, nicht mehr zu arbeiten.

Kürzlich wurde abgestimmt, ob die Körper der Einwohner Deutschands nun Staatseigentum sind. Wird sich wohl wiederholen, bis das Ergebnis stimmt. Will man das fördern mit Steuergeldern..?
Das einzige Gegenargument ist immer "Solche wie du sind Schmarotzer!" Das stimmt...aber stellt euch vor, ich ziehe mir einen schicken Anzug an, nehme euer Geld, verzocke das und lasse mir anschließend alles vom Staat zurückgeben. Danach sage ich, dass viele von euch nicht kreditwürdig sind. Oder anders gesagt: Ich werde Banker. Dafür zahlt ihr doch auch Steuern, ohne zu meckern?
Die sind wesentlich teurer als solche wie ich.
Das Leute, überwiegend Männer, nicht mehr arbeiten wollen, ist sogar ein weltweites Phänomen, zumindest in den westlichen Staaten.
Wen es interessiert, auf der Tube: "Wieso arbeiten sich in Deutschland nicht mehr lohnt", oder "why men leave society".
 
Einen angemessenen Lohn zahlen wäre ein Anfang. Dazu sinnvolle Arbeiteszeiten, statt 8 Stunden wie im Knast absitzen, davon die Hälfte nichts zu tun. Als ich noch arbeitete, konnte ich fast überall 3 Stunden am Tag mit Kollegen Karten kloppen. Leerlauf, nichts zu tun, aber wir durften auch nicht gehen. Dazu ist Deutschland ein Billiglohnland, da sind nicht wenige Politiker sogar stolz drauf. Ich arbeite seit gut einem Jahr nicht mehr, von einem Minijob abgesehen. Mit einem minimalistischen Lebensstil kann man so bequem 350€ im Monat an die Seite schaffen. Das haben viele Arbeiter nicht. Mit Vollzeitstelle hätte ich für 8 Stunden am Tag knüppeln vielleicht etwas mehr als 100€ Gewinn. Davon dürfte ich GEZ zahlen und Fahrtkosten. Lohnt sich nicht für mich.

Genau richtig ausgedrückt.
Eventuell kommen noch Arbeitskleidung oder auch die Teilnahme an betrieblichen Events, Einzahlung in Gemeinschaftskasten dazu.
Teilweise schafft man die Arbeit in der vorgegebenen Zeit nicht und muss länger bleiben.
Oder darf Zeit absitzen bzw sich langweilen.

Sanktionen sind sehr bequem mit Attesten zu umgehen, sonst direkt Widerspruch, Prozesskostenhilfe, Anwalt, Sozialgericht, regelmäßige Dienstaufsichtsbeschwerden. Es ist günstiger, die Leute in Ruhe zu lassen, die es nicht mit sich machen lassen, als Sanktionsversuche durchzuführen.
Für viele spielen auch gewisse gesellschaftliche Entwicklungen eine Rolle, nicht mehr zu arbeiten.

Bestimmte gesellschaftliche Entwicklungen spielen tatsächlich eine Rolle.


Kürzlich wurde abgestimmt, ob die Körper der Einwohner Deutschands nun Staatseigentum sind. Wird sich wohl wiederholen, bis das Ergebnis stimmt. Will man das fördern mit Steuergeldern..?
Das einzige Gegenargument ist immer "Solche wie du sind Schmarotzer!" Das stimmt...aber stellt euch vor, ich ziehe mir einen schicken Anzug an, nehme euer Geld, verzocke das und lasse mir anschließend alles vom Staat zurückgeben. Danach sage ich, dass viele von euch nicht kreditwürdig sind. Oder anders gesagt: Ich werde Banker. Dafür zahlt ihr doch auch Steuern, ohne zu meckern?
Die sind wesentlich teurer als solche wie ich.
Das Leute, überwiegend Männer, nicht mehr arbeiten wollen, ist sogar ein weltweites Phänomen, zumindest in den westlichen Staaten.
Wen es interessiert, auf der Tube: "Wieso arbeiten sich in Deutschland nicht mehr lohnt", oder "why men leave society".

Niemand ist Eigentum des Staates.
Es geht ja bei diesem Thema immer darum, dass man sich als Arbeitsloser nicht an der Finanzierung des Staates beteiligt und dem Staat/ der Gesellschaft quasi Geld wegnimmt.
Andererseits ist natürlich auch die Frage ob Staat und Gesellschaft das Recht haben Menschen auszubeuten und gesundheitlich zu schädigen ( siehe Arbeit in der Pflege).
 
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