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Wie kann man mit mentaler Krankheit normal leben?

Wie kommt das? Bezüglich Geld: Die Krankenkasse zahlt doch normalerweise. Bezüglich Zeit: Wenn es dir so schlecht geht… wieso hast du dann keine Zeit? Hättest du eine körperliche Krankheit, könntest du ja auch nicht sagen „hab keine Zeit, kann nicht ins Krankenhaus“.
Naja, eben weil ich keine sichtbare Krankheit habe, kann ich es mir nicht wirklich leisten einfach mal ein paar Wochen in die Psychiatrie zu gehen. Ich bin zudem im Moment Ausbildungssuchend mit eigener Wohnung, heißt ich muss für das Arbeitsamt erreichbar sein...
Die Krankenkasse zahlt leider nur einen Teil des Aufenthalts, letztes Mal hatte ich eine unerwartete Rechnung, weil ich auch dachte die Krankenkasse würde alles übernehmen haha
 
Natürlich kannst du jederzeit in ein Krankenhaus, auch wenn du ausbildungssuchend bist.

Auch bezahlt dir die Krankenkasse den vollständigen Aufenthalt. Wenn du nicht befreit bist, zahlst du allerdings 10 Euro pro Tag bis 280 Euro Zuzahlung.
 
Diesen Satz verstehe ich nicht. Die Psychiatrie ist doch gerade für psychische Krankheiten. Wobei meine Depressionen und Manien alles andere als unsichtbar waren.
Ich weiß nicht wie das bei dir bisher war, aber bei mir gab es schon seit der Kindheit Probleme mit der Glaubwürdigkeit meiner mentalen Krankheiten. Alles, was nicht sichtbar ist, wird hier einfach nicht ernst genommen und sei meist nur "Faulheit" und man solle sich "Zusammenreißen". Ich hatte öfters Probleme in der Schule, weil ich wegen verschiedensten Problemen manchmal nicht zum Unterricht erscheinen konnte. Wenn ich deswegen zum Arzt gegangen bin für ein Attest wurde ich auch von ihm angezweifelt. Ich habe glücklicherweise trotzdem oft ein Attest erhalten, aber irgendwann war es mir dann zu unangenehm, mich weiterhin von ihm Krankschreiben zu lassen. Ich wurde mit 17 aus einem Betrieb entlassen, weil ich wegen psychischer Probleme c.a 3 mal innerhalb einiger Monate ein Attest eingereicht habe. Alles, was nicht sichtbar ist, scheint es hier nicht zu geben.
 
Viele Krankheiten sind nicht unbedingt sichtbar. Das Problem bei psychischen Krankheiten liegt darin, dass die Betroffenen stark stigmatisiert sind. Ja, Depressive sind faul, Menschen mit bipolarer Störung oder Schizophrenie sind gefährlich. Ich gehe auch nicht mit meiner bipolaren Störung hausieren. Meine Familie und meine engsten Freunde wissen natürlich davon, und sie wissen, dass es eine schwere Krankheit ist, für die ich nichts kann. Aber dank Medikamente und einer stressarmen Lebensweise habe ich seit 20 Jahren keine Manie mehr.
 
Naja, eben weil ich keine sichtbare Krankheit habe, kann ich es mir nicht wirklich leisten einfach mal ein paar Wochen in die Psychiatrie zu gehen.
Psychiatrische Erkrankungen sind idR nicht sichtbar und du wirst in ein Krankenhaus durch deinen Arzt eingewiesen. Natürlich trägt das die KK.
Ich bin zudem im Moment Ausbildungssuchend mit eigener Wohnung, heißt ich muss für das Arbeitsamt erreichbar sein...
Nicht, wenn du krank mit Attest bist.
Alles, was nicht sichtbar ist, wird hier einfach nicht ernst genommen und sei meist nur "Faulheit" und man solle sich "Zusammenreißen".
Das wird ein Arzt anders sehen und darum geht es.
Wenn ich deswegen zum Arzt gegangen bin für ein Attest wurde ich auch von ihm angezweifelt. Ich habe glücklicherweise trotzdem oft ein Attest erhalten,
Möchtest du deinen Zustand ändern oder einfach oft durch ein Attest vor der Welt geschützt werden?
Alles, was nicht sichtbar ist, scheint es hier nicht zu geben.
Geh zu einem Psychiater, würde ich sagen.
 
ich habe immer noch keinen Therapeuten

Was unternimmst du aktiv, um einen Therapieplatz zu finden?

Was ist mit den bis zu 5 probatorischen Sitzungen pro Therapeut, die du nutzen kannst?
Schöpfst du das aus?

Sozialpsych. Dienst deiner Stadt?
Beratungsstelle Caritas?

Täglich frische Luft und Bewegung?

Kennst du Skills, die bei Depression zum Einsatz kommen können?
Google.

Wie übst du, dich auf die positiven Dinge zu konzentrieren, diese im Allltag wahrzunehmen?

Achtsamkeitsübungen?

Du erwähnst ein Kindheitstrauma. Wurde eine Traumafolgestörung diagnostiziert?
 
Grundsätzlich ist es möglich mit Hilfe von Therapie ein angenehmes Leben aufzubauen und "normal" zu leben. Ohne Therapie schwierig...man kann sich zwar "zusammenreißen" aber denke die Rechnung bekommt man schon irgendwann. Zumindest bei mir so gewesen und das obwohl ich mich als recht resilient und Selbstreflektiert einschätze.
Natürlich ist es individuell und jeder braucht verschieden lange und vorallem die passende Therapieform um Fortschritte zu machen. Denke 100% Heilung gibt es nicht, aber man kann ebend lernen damit zu leben und je nachdem einige Prozente heilen (sehr individuell leider). 😉

Magst denn deine Diagnosen mitteilen?

Von der Zuzahlung kann man sich auch befreien lassen oder nur einen kleinen Teil zahlen nicht die ganzen 280€ pro Jahr. Frage da mal bei deiner Krankenkasse nach, oder beim Sozialdienst vom Krankenhaus/Tagesklinik bei Aufenthalt.

Vielleicht täte dir eine Tagesklinik gut um einen ersten Schritt in Richtung Stabilisierung und Therapie zu tun und Tagesstruktur zu haben.

Versuch mit Weitblick zu denken, es wäre doch schade wenn du die Ausbildung nicht packst, weil dir deine Psyche dazwischen funkt? Lieber jetzt Therapie und dann eben sagen du warst "unentschlossen" bei der Berufswahl, falls wer fragt. Natürlich macht dir das Arbeitsamt Druck...hatte es mir auch und ich ging stumpf arbeiten, hat sich nur leider gerächt, weil mich damals niemand aufklärte über meine Diagnosen..und das Internet damals auch nur so Kauderwelsch ausspuckte wo keiner schlau drauß wurde..heute findet man ja gsd mehr verständliche Informationen. Psychologie-Fachbücher für meine Diagnose konnte ich mir damals auch nicht leisten, ging traurig aus dem Bücherladen damals... sind ja heute immer noch recht teuer....und natürlich ersetzen Bücher leider keine Therapie, davon ab...aber damals dachte ich anders..dachte brauch ich nicht kann mir auch selbst blöde Fragen stellen, so wie die Therapeuten das taten...hatte leider keine guten erwischt.
Mit guten Therapeuten kommt man voran, allerdings tut es erstmal richtig weh bis es besser wird und man Fortschritte macht..aber ich finde das lohnt sich!
 
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