Pfefferminzdrops
Sehr aktives Mitglied
Genauso wichtig finde ich auch, genau das deinem Bruder zu sagen und damit zu verbalisieren und abzugrenzen, was du zu geben bereit und in der Lage bist, wozu aber eben auch nicht.Sag dir immer und immer wieder: "Ich bin nicht für dich verantwortlich".
Vielleicht hilft genau das euch beiden, also die klare Aussprache dessen, wie ihr miteinander umgehen wollt. Immer bloß zu denken führt zwangsläufig zu Missverständnissen.
Sag ihm, du seiest für ihn da, wenn er moralische oder soziale Unterstützung braucht. Dass du dafür aber selber Kraft genughsben musst und das nicht zu jeder Zeit gegeben ist. Wenn er nicht gut auf Kritik reagiert, frage ihn zukünftig, ob er deine Meinung hören möchte, dräng sie ihm nicht ungefragt auf. Und sage "Stopp!", wenn er emotional oder persönlich re-agiert. Du darfst aus solchen Situationen dann auch herausgehen, wenn es dir zuviel wird. Er hat hier deine Grenzen zu akzeptieren. Zieh sie konsequent.
Vermutlich wirst du ihn zunächst noch immer wieder daran erinnern müssen, dass du auf der einen Seite sehr gerne für ihn da sein möchtes, es aber eben Grenzen gibt. Und die musst du ihm just in dem Moment ausdrücklich klar verbalisieren, in denen er sie zu überschreiten droht. Ihr müsst mehr reden und klarer werden.
Da gibt es zum einen die wirtschaftliche Grenze. Erkläre ihm, dass du mit deinem Geld selber stark rechnen musst und es ab sofort keinerlei (!) Spielraum gibt für finanzielle Unterstützung von deiner Seite. Wenn er grundsätzlich Probleme mit seinen Finanzen hat, könntest du ihn zu einer Schuldnerberatung begleiten, aber keine Zahlungen für ihn übernehmen oder ihm Geld geben.
Er muss verstehen, das du mit dir selber und deiner wirtschaftlichen Situation genügend Probleme hast und er für sich selber sorgen muss.