Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Wie kann ich mich nach einer schlimmen Situation besser fühlen?

Suche Kontakt zum Verein für Kinder psychisch kranker Eltern.

Der Kontakt zu Kindern, die ähnlich alleingelassen wurden, wird dich entlasten.
Danke dir für all die Ratschläge. Ich hätte glaube ich klarstellen sollen, dass ich kein Kind mehr bin, ich bin 26. Ich wohne noch Zuhause und absolviere meine Ausbildung, weil ich durch meine eigenen Probleme einen späten Start hatte. Verwandte gibt es bei uns leider nicht, auch Freundschaften sind mir momentan nicht gegeben. Ich bin ziemlich auf mich alleingestellt.
Du könntest in eine heilpädagogische oder therapeutische Wohngruppe gehen.
Glaube von Zuhause weg, geht gerade nicht. Muss mich mit meinem Vater gemeinsam um die Hunde und das Haus kümmern.
Ich hatte auch ein Gespräch mit den Ärzten meiner Mutter, bevor ich sie danach das erste Mal besuchen durfte. Diese haben Hilfe in Form einer Selbsthilfegruppe für Angehörige angeboten. Wenn du dich gerne mit Personen austauschen möchtest die ähnliches erlebt haben, wäre das vielleicht auch eine Möglichkeit, falls sowas bei euch angeboten wird. Marisols Rat mit dem Arztbesuch würde ich ebenfalls teilen, vielleicht bekommst du dort auch nochmal Tipps zu Anlaufstellen vor Ort, an die du dich bei Bedarf wenden kannst.
Danke für deine Worte. Tut mir Leid das du sowas auch sehen musstest. Ich wohne sehr abgelegen, aber ich kann mich definitiv Mal über Selbsthilfegruppen informieren. Ich glaube, das würde mir schon gut tun...

Auch an alle anderen Antwortenden möchte ich mich bedanken. Es ist ja nun schon fast eine Woche her und ich fühle mich noch nicht besser. ich werde versuchen mich Mal umzuschauen oder auch über einen Arzt nachdenken wie ihr vorgeschlagen habt. Wenn es gar nicht mehr besser wird.
 
Gibt's in eurer Berufsschule vielleicht einen Vertrauenslehrer (m,w,d) dem du dich anvertrauen könntest?
Manchmal ist es gut, wenn die Menschen aus dem schulischen oder beruflichen Umfeld Bescheid über eine Krise in der Familie eines Azubis wissen, und dann auch viel mehr Verständnis haben, wenn schulisch und beruflich nicht immer alles rund läuft...

Außerdem wäre eine Selbsthilfegruppe für die Angehörigen von psychisch Kranken auf jeden Fall gut für dich.
Denn dort trifft man natürlich auf sehr viel mehr Verständnis und Teilnahme, als bei anderen, denen dieses Thema völlig fremd ist.

Ansonsten kann ich mich den anderen Schreibern hier nur anschließen, und dir raten, dir selbst jetzt mal viel Gutes zu tun.
Das ist wahrscheinlich wegen der Krankheit deiner Mutter oft zu kurz gekommen, oder?
Aber jetzt, wo deine Mutter in (hoffentlich!) guten und professionellen Händen ist, solltest du mehr auf dich und dein Leben achten, dich z.B. gut und gesund ernähren, und Dinge tun, die dich mehr zur Ruhe kommen lassen, wie z.B. Spaziergänge in der Natur, oder die Beschäftigung mit euren Haustieren.
Btw, was für Tiere habt ihr eigentlich, und hast du zu denen ein gutes Verhältnis?
 
Es ist ja nun schon fast eine Woche her und ich fühle mich noch nicht besser.
Jeder geht anders um mit solch traumatischen Situationen.
Das ist doch normal, dass du noch sehr wackelst!!

Ich habe mir angewöhnt mich zu verstecken vor Gefühlstralala- da horche ich nicht hin und mach meine üblichen To-does, ich schiebe das Emotionale aus meinem Blickfeld und konzentriere mich zb auf Vorhänge abhängen und diese in die Waschaschine stecken, oder mach da weiter, wo ich angefangen habe. Wenn du so machst, wirst du sehen, dass das funktioniert. Man kann nicht mit Sorgfalt eine Erledigung machen und zugleich dem Horror im Kopf zuhören, der wird durch die Hingabe an die andere Aufgabe ausgeblendet.

Das kann man eigentlich trainieren und üben, so lange, bis es klappt. Zieh irgendwas vor, im wahrsten Sinn des Wortes, wofür du dir richtig, richtig Zeit nimmst und nichts anderes machst, als nur das, voll und ganz aufgehend darin.

Wie gesagt, endlich ist deine Mutter unter Schutz, du brauchst jetzt wegen ihr mal nicht nachdenken, man kümmert sich jetzt um sie. Ebenso wird es deiner Mam auch besser gehen, weil sie sich mal um nichts kümmern muss da drin. Für sie ist gesorgt rund um die Uhr, wie wenn sie mal Ferien hat. Gönnt ihr diese Zeit.

Es gibt so viel zu tun...nutze die Zeit doch für das alles, statt zu grübeln.
 
Hallo Lois,

ich habe nicht alles gelesen, also ist es vielleicht doppelt:

Es gibt noch den Krisendienst, den gibt es überall in Deutschland. Dort kann man Tag und Nacht anrufen, in akuten Situationen, und mit für Krisensituationen ausgebildeten Menschen sprechen. Sie unterstützen dich im Gespräch, können aber auch Hilfen geben, welche Stellen es noch gibt, und können bei Bedarf helfen, einen Arzt zu schicken, der dann vor Ort hilft. Man kann vor Ort hinfahren und persönlich dort mit jemand sprechen, aber auch "nur" telefonieren. Man kann komplett anonym bleiben.

Dann gibt es noch verschiedene "Seelsorge"-Möglichkeiten, bei verschiedenen Trägern. Das geht telefonisch oder per Mail, je nachdem, wie es einem lieber ist. Da gibt es z. B. die Telefonseelsorge, aber auch Stellen vor Ort (oft z. B. von Trägern wie der Caritas), wo man in einer Akutsituation bis zu 10 Terminen bekommen kann für ein Abfangen in der Situation.

Es kann auch helfen, sich mal abzulenken zu versuchen, in dem man etwas eigentlich normales macht. Mit Hilfe ist das Herauskommen aus der aktuellen "Dauerangst" und dem Weinen evtl. leichter. Da könnte man z. B. das "Plaudernetz" anrufen. Bis 22 Uhr werden dort Gespräche zwischen Menschen vermittelt, die miteinander reden möchten. Die Leute, die dort (ehrenamtlich) arbeiten, sind aber nicht für Krisen ausgebildet und können in solchen Fällen "nur" zuhören. Auch sollte man sich dort versichern, dass solch ein Thema für den anderen ok ist. Oder man nutzt die Chance wirklich, um zu versuchen, sich auf ein "Plaudern" einzulassen. Das mag sich erst mal falsch anfühlen, kann aber helfen, aus dieser "Spitze" (also diesen extremen Gefühlen) auszusteigen, besonders, weil eben jemand fremdes am anderen Ende ist... Man kann das Gespräch auch jederzeit beenden und z. B. noch mal anrufen, um zu sehen, ob es mit einem anderen Gesprächspartner besser passt.

Dann gibt es noch den "Rettungsring für die Seele". Dort wird man über Konferenzschaltung in Kleingruppen unterstützt, es gibt aber auch "Veranstaltungen", an denen man online teilnehmen kann, z. B. kleine Spielestunden. Da kann man ein wenig Ablenkung finden.

Auch kann man unter Umständen sehr schnell einen Klinikplatz bekommen (z. B. Psychosomatik, nicht Psychiatrie), wenn der eigene Hausarzt das befürwortet. Evtl. könntest du mal mit dem darüber reden.

Ich habe nicht mit all dem hier Erfahrung, wollte dir die Stellen aber an die Hand geben, da man eh immer selbst schauen muss, was für einen passt. Den Krisendienst fand ich aber schon sehr hilfreich, denn die Leute dort sind eben ausgebildet und können beim "von der Spitze" herunterkommen wirklich helfen.

Man kann alles ausprobieren - man kann alles jederzeit auch wieder beenden...

Alles Gute für dich.
 
Ich antworte jetzt mal allen, + meine Beiträge müssen noch freigeschaltet werden und es dauert immer!! Aber ich bedanke mich schon mal, jeder Beitrag hier hat mir ein wenig geholfen und Ideen gegeben.
Der Verein arbeitet mit Kindern jeden Alters, also auch Erwachsenen.
Du bleibst j auch mit 70 Kind deiner Eltern.
Entschuldige, da habe ich wohl das Wort Kind etwas zu wörtlich genommen. Ich informiere mich mal, Vielen Dank!
Gibt's in eurer Berufsschule vielleicht einen Vertrauenslehrer (m,w,d) dem du dich anvertrauen könntest?
Das ist wahrscheinlich wegen der Krankheit deiner Mutter oft zu kurz gekommen, oder?
Aber jetzt, wo deine Mutter in (hoffentlich!) guten und professionellen Händen ist, solltest du mehr auf dich und dein Leben achten, dich z.B. gut und gesund ernähren, und Dinge tun, die dich mehr zur Ruhe kommen lassen, wie z.B. Spaziergänge in der Natur, oder die Beschäftigung mit euren Haustieren.
Btw, was für Tiere habt ihr eigentlich, und hast du zu denen ein gutes Verhältnis?
Ich habe tatsächlich eine Sozialberaterin, welche ich die letzten Tage auch mehrmals sehen musste. Auch die Lehrer wissen Bescheid über meine sonstige Problematik, somit fällt der Druck da ein wenig weg. Allerdings mache ich mir selbst dann trotzdem Druck... Auf mich selber achten muss ich echt noch lernen, hat sich alles nur um meine Mutter gedreht.
Wir haben zwei Hunde und ich persönlich habe zwei Meerschweinchen. Habe zu allen ein sehr gutes Verhältnis, die Hunde akzeptieren mich derzeit auch als die Person, die eben momentan am meisten da ist. Es gibt noch den Krisendienst, den gibt es überall in Deutschland.
Ich habe nicht mit all dem hier Erfahrung, wollte dir die Stellen aber an die Hand geben, da man eh immer selbst schauen muss, was für einen passt. Den Krisendienst fand ich aber schon sehr hilfreich, denn die Leute dort sind eben ausgebildet und können beim "von der Spitze" herunterkommen wirklich helfen.
Danke dir, für all diese Anlaufstellen. Muss ich mal gucken, wie dieser Krisendienst aussieht. Die Telefonseelsorge kenne ich schon. Deine anderen Vorschläge werde ich mir auch mal anschauen. Vielleicht hilft mir davon etwas - es ist zwar diese Woche ein bisschen leichter, aber noch lange nicht gut.
Jeder geht anders um mit solch traumatischen Situationen.
Das ist doch normal, dass du noch sehr wackelst!
Wie gesagt, endlich ist deine Mutter unter Schutz, du brauchst jetzt wegen ihr mal nicht nachdenken, man kümmert sich jetzt um sie. Ebenso wird es deiner Mam auch besser gehen, weil sie sich mal um nichts kümmern muss da drin. Für sie ist gesorgt rund um die Uhr, wie wenn sie mal Ferien hat. Gönnt ihr diese Zeit.
Danke dir. Ich versuche es genau so zu sehen.
 
Danke dir auch für das Feedback.

Mir gefällt es, dass du Meerschweinchen hast. Bei Viechern, egal welche Haustiere, da spür ich Herz weit auf, alleine schon, wenn ich sie anschaue und ihnen zusehe.
Mein kleiner Hund legt mich schlafen- immer, wenn ich das Licht ausmache, hüft sie aufs Bett, knutscht mich ab und dann, nach diesem Gute-Nacht-Kuss geht sie wieder in ihr Bett. Deine Meerschweinchen werden dir grunzend und piepsend ein Ständchen singen. So kenne ich sie von meiner Schwester, die welche hatte.
Bei meinem Sohn wurde zwischen Vorraum und Wohnzimmer in die Wand ein Aquarium eingebaut. Das kann ich mir auch sehr beruhigend vorstellen. Bring diese Zeit gut hinter dich, deine Tiere werden dir beistehen, ggg- und wir alle gerne auch.
Gute Nacht!
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben