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Wie kann ich meiner Freundin helfen?

S

Sidharta

Gast
Ich habe seit kurzem eine neue Lebensgefährtin, die ich wirklich sehr liebe.
Sie wurde mit 18 Jahren vergewaltigt. Diese Geschichte liegt jetzt ca. 18 Jahre in der Vergangenheit.
Meine Freundin ist ein sehr gütiger und lebenslustiger Mensch.
Allerdings hat sie fast nächtlich Alpträume; Sie ist am nächsten Morgen schweißgebadet. Wenn ich mitbekomme, dass sie diese Träume hat, versuche ich sie aufzuwecken. Dies ist sehr schwer. Sie berichtet, dass Ihr früherer Freund sie sogar georfeigt hat, damit sie aufwacht. Es ist wohl auch vorgekommen, dass sie sich selbst am Hals würgt.

Sie hatte bisher keine psychologische Betreuung: Sie ist der Typ, der gerne selbst alles in den Griff bekommt und will unter keinen Umständen zu einem Psychologen. Ich bin natürlich der Meinung, dass dies sehr heftige Reaktionen nach fast 2 Jahrzenten sind. Sie ist der Meinung, dass alles schon sehr viel besser geworden ist.

Aber, geht es wirklich ohne Psychologen? Wie kann ich Ihr helfen?
Ich möchte, daß diese Träume aufhören und sie in dieser Hinsicht ihren inneren Frieden findet. Ich komme mir sehr hilflos vor und frage mich, wie können Männer einer Frau so etwas antun?

Auf die letzte Frage erwarte ich natürlich keine Antwort. Für Eure Hilfestellung wäre ich sehr dankbar!
 
Also ich habe auch eine Bekannte die Vergewaltigt wurde,jedoch hat sie nicht solch heftike "Nachwehen"!
Sie kam dadurch damit klar,das sie ganu die Situation nochmals erlebt hat jedoch diesmal gesehen hat das es nicht zwangsweise bei dieser Situation in einer Vergewaltigung endet!
 
Hi,

es liegt ein Gewalttrauma vor, dass die allerwenigsten Frauen ohne professionelle psychologische Hilfe auf die Reihe kriegen.
Aber letztlich ist es die Entscheidung des Gewaltopfers sich helfen zu lassen oder nicht. Die meisten versuchen zu verdrängen, was in die genannten Alpträume und auch Verhaltensstörungen ggf psychische Erkrankung münden kann.
Leider sind Frauen ja auch grosse Belastung, Duldung etc. sozialisiert, was die Sache nicht leichter macht, denn der Leidensdruck muss schon sehr gross sein, bevor eine Frau sich da Hilfe holt...
Was du machen kannst ist sie in ihrem Selbstwert bestärken, ihr sagen, dass sie keine Schuld an dem Vorfall hatte, dieses Aushalten und auch die immer noch bestehenden Alprträume nicht verdient hat und dadurch die Macht des Täters über sie an sich noch zu gross ist. Das einzige was hilft ist eine Auseinandersetung mit der Sache, eine Verarbeitung unter Anleitung...das würde ihr Leben und auch eure Beziehung auf lange Sicht schon wesentlich erleichtern...Aber wie gesagt: sie muss wollen und man sollte sie nicht dazu zwingen...Möglichkeiten zeigen, aber die Entscheidung ihr überlassen.

Gab es denn damals eine Anzeige? Wurde der Täter bestraft? Das ist an sich immer sinnvoll und auch ein guter Abgrenzungsschritt bei dem das Opfer klar sieht, dass es keine Schuld hatte, sondern allein der Täter, der für seine Untat bestraft wurde (wenn auch häufig zu wenig..aber psychologisch wirkt der Gestus schon aus). Grad die Schuldfrage ist immer ne heikle Sache..Frauen generell und v.a. Gewaltopfer sind oft auf dem schiefen Trip Schuld an allem möglichen, auch an einer Vergewaltigung zu haben (Grund: mangelndes Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl) was totaler Blödsinn ist, denn allein der Täter ist verantwortlich für sein asoziales und v.a. strafbares Handeln...Das Prinzip Eigennutz, der Trieb des Täters hat keinerlei Vorrang vor dem Willen des Opfers nicht zu wollen! Das alleinige Bestimmungsrecht über den eigenen Körper liegt bei der Frau, wer vorsätzlich dagegen handelt, d.h. sich dieses persönliche Bestimmungsrecht anmaßt zu übergehen oder an sich zu reißen und damit das Opfer zum Triebbefriedigungsobjekt erniedrigt, ist im Unrecht und verdient dem Gesetz nach Strafe.
Nach einer Vergewaltigung ist auch oft der Selbstwert im Eimer...dieser muss wieder aufgemöbelt werden, damit weitere Gefährdung verringert werden kann. Empfehlenswert für Frauen allgemein aber insbesondere für Gewaltopfer ist es einen Kampfsport zu erlernen, dort lernt man sich abzugrenzen, NEIN zu sagen und zwar überzeugend und effektiv, sich notfalls auch effektiv zu wehren...was aber am wichtigsten ist: man lernt seine Ängste zu kontrollieren, Selbstbewusstsein und ggf. Kampfgeist auszustrahlen, was die meisten Gewalttäter "zahm" werden lässt, denn die suchen sich gezielt die unsicheren aus, von denen sie keine Gegenwehr erwarten. Das ganze wäre auch hilfreich gegen Alpträume, denn mit dem Gefühl nicht ohnmächtig zu sein, sondern auch Stärke zu besitzen kriechen auch die Ängste nicht mehr in die Träume...In einer Therapie kann man auch ein wenig Autosuggestion und Traumkontrolle erlernen, was auch nicht schlecht ist!

Gut ist, wenn du ihr das verklickern kannst, zu ihr stehst und ihr Rückhalt gibst, das wäre schon mal ne Menge wert! Ich wünsche dir viel Glück dabei!

LG
Tyra
 
Hallo Tyra,

vielen Dank für Deine Hilfe.
Damals gab es eine Anzeige, die Polizei hat aber nichts unternommen. Ist ja klar, wenn man ein Minirock trägt, will man ja vergewaltigt werden. Dass die Täter versucht haben, meine Freundin zu betäuben, ist da wohl eher nebensächtlich.
Ich dachte bisher immer, dass dieses Verhalten der Polizei nur in schlechten Filmen vorkommt; ist leider aber nicht so. Evtl. hat sich dies aber in den letzten Jahren verbessert.

Also nochmal vielen Dank, sehe jetzt viel klarer und weiß, wo ich ansetzten muß

LG
Sidharta
 
Hi Sidharta,

dann ist bei der Polizei ja echt was schief gelaufen...da gibt es für Sexualdelikte an sich speziell geschulte Beamten, bzw.. Beamtinnen. Nur an diese oder direkt an einen Polizeipsychologen sollte man sich wenden...ansonsten gibt es keine Gewähr vor SExismus auch oder v.a. in den Reihen dieser Staatsmacht...ist ja sone patriarchale Kiste und einige Sheriffs sind halt noch recht anachronistisch drauf was Frauenrecht angeht.
Also ich persönlich würd ne Straf-Anzeige wegen Würdeverletzung oder unterlassener Hilfe oder sowas gegen den oder die zuständigen Beamten erlassen..da muss man hart sein und sich durchsetzen...was natürlich ner gewalttraumatisierten Frau i.d.R nicht leicht fallen wird...aber Ausnahmen bestätigen die Regel...hier im Forum gab es Frauen, die sich da durchgesetzt haben und wohl auch aufgrunddessen viel besser mit der Verarbeitung klarkamen.

Da Betäubung mit im Spiel war, wäre diese ja ärztlich nachweisbar gewesen...man hätte auch polizeiunabhängig ein Gutachten...bzw. nen einfachen Bluttest machen können...Beweissicherung ist schon wichtig, aber es geht notfalls auch ohne...Ich persönlich könnte nicht mit der Gewissheit leben, dass jemand, der mir was antun würde straffrei ausgehen würde, fröhlich so weiter machen könnte, was die ja i.d.R auch tun, wenn die erst mal auf den Geschmack gekommen sind mit ihrer Macht und Gewaltkiste...während das Opfer sich jahrelang schimmelig leidet...Nee, das ist ne verkehrte Welt, oder?

Wie gesagt: Leben heißt kämpfen...manchmal auch gegen einige schwarze Schafe unter Polizeibeamten...
Aber Anzeige ist ja nicht alles...es geht ja auch um Therapie, zu der ich nach wie vor raten würde...wenn nicht mal klar Schiff mit dem Trauma gemacht wird, besteht in meinen Augen weiterhin zu viel Leid und v.a. Gefährdung für Wiederholungsfall...es muss ne klare Analyse ran und mal so SAchen wie Wut und Kampfgeist aktiviert werden, diese kleine innere Flamme des Selbstwertes muss mal wieder neu entzündet werden, so richtig hochlodern und wieder auf Touren kommen, sonst ist man im Leben in vielen Lebensbereichen nicht sehr fit und auch anfällig im Opferhabitus zu verharren und dauernd einen drauf zu kriegen..

Jedenfalls wünsche ich euch weiterhin viel Mut und Kraft und guten Zusammenhalt. DAnn wird es leichter! Wichtig ist, dass du ohne Zip und Zap zu deiner Freundin hältst, für sie da bist, wenn sie dich braucht.

LG
Tyra
 

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