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Wie kann ich meinem alkoholkranken Vater noch helfen?

Der Suchtkranke alleine muss aus seiner Sch...e kommen.
Das möchte ich etwas modifizieren:
Die Einsicht muss von ihm kommen.
Helfen, wenn der Wille dann da ist, darf man natürlich, sofern man die Kraft dafür hat.
Der Alte Spruch: Er muss erst alles verloren haben/ völlig am Boden usw. Dann wird er es einsehen, ist längst der Vergangenheit abzudichten , sagt zumindest die Suchtberatung
 
Neulich hat er dann eine Suchttherapie (glaube Nummer 5) für 12 Wochen absolviert, ist nach Hause gekommen und hat direkt am ersten Tag wieder getrunken
Auch wenn er wieder rückfällig geworden ist, finde ich es mutig von deinem Vater, überhaupt eine solche Suchttherapie durchgezogen zu haben. Für mich zumindest zeigt es, dass er sich nicht vollständig aufgegeben hat, sondern im Kern eigtl. für ein schönes Leben kämpfen will.

Das Suchtgedächtnis ist leider tückisch und hartnäckig. Es lässt sich nicht löschen, sondern nur überschreiben bzw. ergänzen mit Alternativstrategien. Dass dein Dad umgehend nach der Therapie wieder rückfällig wurde zeigt, dass seine Gefühlssituation Zuhause die Alte ist, sobald er zur Tür reinkommt. Kliniken/Selbsthilfegruppen sind zwar nützlich, aber es sind halt künstliche, geschützte Umgebungen. Sobald die Patienten zurückfallen in ihre Leben, gehen auch die destruktiven Gedanken, Gefühle und Handlungen oftmals wieder los.
 
Hallo @SmilingSun
Es tut mir sehr leid, dass du in dieser schwierigen Situation steckst.
Deinem Vater helfen kannst du leider nicht. Sollte er von sich aus den Weg der Entwöhnung gehen wollen, kannst du ihm deine Unterstützung anbieten.

Es gibt leider die alkoholabhängigen Menschen, die es nicht schaffen, die Sucht hinter sich zu lassen.

Darf ich fragen, wie der gesundheitliche Zustand deines Vaters ist? Leidet er bereits an Folgen des Konsums?
 
Alkohol krank zu sein kann eine schöne Krankheit sein, so wie ich es bei einem Verwandten erlebt habe.
Er war zwar ständig betrunken - aber immer gut drauf.

Wenn ich dieses in Relation zu einem normalen Leben setze, hat - wer normal lebt - ständige Anforderungen, Notwendigkeiten, Pflichten.
Derer erledigt sich ein alkoholkranker einfach - und trinkt sich seelig.

Nun gibt es aber eine Abrechnung im Leben, die zum Schluss erfolgt.

Wer länger übermäßig trinkt, müsste "danach" eine Phase mitmachen, in der es nur noch um Arbeit, um Aufholen von Versäumten etc geht. Aber der Körper kürzt diese Phase auf Null ab.

Mein Verwandter meinte zum Schluss, dass er ein schönes Leben hatte.
Mich wundert es nicht, dass er sein Leben durchgehend schön fand.

Allerdings hätte es mich gewundert, wenn er das für ihn schöne Leben aufgegeben hätte, um all das auf zu arbeiten was er gelassen hat. Denn dann wäre sein Leben eben nur noch halb so schön verlaufen.
Hallo Piepel,

Alkoholismus ist wirklich keine spaßige Krankheit. Ich bin seit 8,5 Jahren trocken, wäre an meiner Sucht fast gestorben und denke deswegen, dass ich das gut beurteilen kann.
Während es von außen vielleicht so aussieht, als würde da Trinken Spaß machen (und das hab ich mir auch selbst lange genug eingeredet), ist die Realität eine andere: körperlicher Verfall, der Verlust von Freundschaften, echten Kontakten, mentale Belastungen, Schlafstörungen, ständig ein schlechtes Gewissen haben...
Ich war zu der Zeit immer so gut wie pleite, konnte mich nur schwer über Wasser halten, habe immer wieder neue Jobs angefangen, weil ich nicht in der Lage war, lange bei einer Sache zu bleiben (spätestens nach ein paar Wochen wurde ich rückfällig und bin für ein paar Tage abgetaucht, um durchgängig zu trinken). Meine Familie hat hilflos zugesehen, ich hatte viele Schuldgefühle, die ich nur aushalten konnte, indem ich wieder getrunken habe. Ein entsetzlicher Teufelskreis.

Um auf die Frage der TE zurückzukommen: Mir haben nahestehende Personen oft zu helfen versucht. Sie hatten keine Chance, solange ich nicht selbst in der Lage dazu war, mit dem Trinken aufzuhören. Wie das bei mir gelungen ist? Ich habe viele Dinge in meinem Leben radikal geändert, manches freiwillig, manches hat das Schicksal für mich erledigt. Das ist leider total individuell, deswegen habe ich keine allgemeingültige Lösung dafür.

Alles, was du von außen für deinen Vater tust, kann dazu führen, dass er sich in seiner Krankheit nicht dem Ernst der Lage stellt, weil er ausreichend Hilfe von dir bekommt. Wenn es für dich zu hart ist, ihn so zu sehen, ist es für euch beide besser, wenn du den Kontakt einstellst. Solange er weiß, dass deine Tür wieder offen sein wird, wenn er trocken ist, ist das für euch das beste.
 
Auch wenn er wieder rückfällig geworden ist, finde ich es mutig von deinem Vater, überhaupt eine solche Suchttherapie durchgezogen zu haben. Für mich zumindest zeigt es, dass er sich nicht vollständig aufgegeben hat, sondern im Kern eigtl. für ein schönes Leben kämpfen will.

Das Suchtgedächtnis ist leider tückisch und hartnäckig. Es lässt sich nicht löschen, sondern nur überschreiben bzw. ergänzen mit Alternativstrategien. Dass dein Dad umgehend nach der Therapie wieder rückfällig wurde zeigt, dass seine Gefühlssituation Zuhause die Alte ist, sobald er zur Tür reinkommt. Kliniken/Selbsthilfegruppen sind zwar nützlich, aber es sind halt künstliche, geschützte Umgebungen. Sobald die Patienten zurückfallen in ihre Leben, gehen auch die destruktiven Gedanken, Gefühle und Handlungen oftmals wieder los.
Der erste Absatz trifft es gut, das kann ich bestätigen. Seine Lebenssituation ist für ihn belastend; das weiss er auch. Er, ganz alleine, schafft das nicht. Und das ist natürlich das Dilemma. Dabei stelle ich mir nur die Frage, wie ich helfen kann, damit er aus dieser Situation rauskommt, und welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt- natürlich unter Vorbehalt des Selbstschutzes.
Letzten Endes ist mir auch bewusst, dass ihm nur geholfen werden kann, wenn er es will. Und tief im Inneren will er es auch. Aber die jahrelange Sucht hat seine Spuren hinterlassen. Er besitzt nahezu kaum Bewältigungskompetenzen, sobald die kleinste Sache im Leben ihn beansprucht, fängt er an zu trinken.
 
Hallo @SmilingSun
Es tut mir sehr leid, dass du in dieser schwierigen Situation steckst.
Deinem Vater helfen kannst du leider nicht. Sollte er von sich aus den Weg der Entwöhnung gehen wollen, kannst du ihm deine Unterstützung anbieten.

Es gibt leider die alkoholabhängigen Menschen, die es nicht schaffen, die Sucht hinter sich zu lassen.

Darf ich fragen, wie der gesundheitliche Zustand deines Vaters ist? Leidet er bereits an Folgen des Konsums?
Danke.
Körperlich hat er den langen Konsum eigentlich gut weggesteckt. Psychisch sieht das ganze anders aus....
 
Leider kannst du ihm gar nicht helfen. Nur dir selbst, indem du Abstand nimmst. Ich weiss, das ist hart, aber die einzige richtige Lösung.
 
Hallo Piepel,

Alkoholismus ist wirklich keine spaßige Krankheit. Ich bin seit 8,5 Jahren trocken, wäre an meiner Sucht fast gestorben und denke deswegen, dass ich das gut beurteilen kann.
Während es von außen vielleicht so aussieht, als würde da Trinken Spaß machen (und das hab ich mir auch selbst lange genug eingeredet), ist die Realität eine andere: körperlicher Verfall, der Verlust von Freundschaften, echten Kontakten, mentale Belastungen, Schlafstörungen, ständig ein schlechtes Gewissen haben...
Ich war zu der Zeit immer so gut wie pleite, konnte mich nur schwer über Wasser halten, habe immer wieder neue Jobs angefangen, weil ich nicht in der Lage war, lange bei einer Sache zu bleiben (spätestens nach ein paar Wochen wurde ich rückfällig und bin für ein paar Tage abgetaucht, um durchgängig zu trinken). Meine Familie hat hilflos zugesehen, ich hatte viele Schuldgefühle, die ich nur aushalten konnte, indem ich wieder getrunken habe. Ein entsetzlicher Teufelskreis.

Um auf die Frage der TE zurückzukommen: Mir haben nahestehende Personen oft zu helfen versucht. Sie hatten keine Chance, solange ich nicht selbst in der Lage dazu war, mit dem Trinken aufzuhören. Wie das bei mir gelungen ist? Ich habe viele Dinge in meinem Leben radikal geändert, manches freiwillig, manches hat das Schicksal für mich erledigt. Das ist leider total individuell, deswegen habe ich keine allgemeingültige Lösung dafür.

Alles, was du von außen für deinen Vater tust, kann dazu führen, dass er sich in seiner Krankheit nicht dem Ernst der Lage stellt, weil er ausreichend Hilfe von dir bekommt. Wenn es für dich zu hart ist, ihn so zu sehen, ist es für euch beide besser, wenn du den Kontakt einstellst. Solange er weiß, dass deine Tür wieder offen sein wird, wenn er trocken ist, ist das für euch das beste.
Ich will nur kurz bei dir nachfragen, ob du den Absprung mit professioneller Entgiftung geschafft hast?
Ich will nämlich alle davor warnen, kalten Entzug zu Hause zu machen, das ist nicht nur Sau unangenehm, es kann auch im Delirium enden, was wiederum tödlich enden kann oder einen Schwerbehindert zurück lassen kann (Stichwort Korsakov kann man googeln) , man kann Krampfanfälle bekommen und schwer stürzen.
Bitte an alle Betroffenen bzw. Angehörigen, lasst euch in die Klinik einweisen oder fährt euren Angehörigen dorthin, falls ihr aufhören wollt.
Körperlicher Alkohol Entzug ist unbehandelt der schlimmste, schlimmer als bei Heroin z.B. was die Risiken angeht.
Die Wartezeit bis dahin bitte kontrolliert weitertrinken oder wenn das nicht schaffbar ist, ganz normal weiter trinken.
Bei uns kann man auch in die Kreuzbund Selbsthilfe Gruppe, wenn man nicht trocken ist, nur nicht Alkoholisiert dort auftauchen.
 

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