Hallo Gast
Ich glaube, ich kann Dich verstehen und ich kann auch Deine Verzweiflung verstehen. Ich bin selbst Alkoholiker und habe eine ziemlich ätzende Beziehung hinter mir. Es hätte nicht viel gefehlt, und ich hätte Menschen aufgrund meines Verhaltens verloren.
Gast Mutter meinte:
Bitte verstehen Sie mich,ich hab ein Alkoholproblem,da kann man nicht mehr,zwischen gut und schlecht entscheiden.
Es ist nicht der Alkohol, der Dich nicht mehr zwischen gut und schlecht unterscheiden ließ. Ich glaube, so, wie Ihr gelebt habt, gab es keine Gerechtigkeit mehr. Der Alkohol hat die Situation erträglicher für Dich gemacht.
Gast Mutter meinte:
Ich war noch nicht im Entzug,weil ich einfach denke,ich schaffe das selber.
Das halte ich für die absolute Voraussetzung dafür, dass Du auf Deine Tochter zugehst. Egal, ob Du es alleine schaffst, oder mit Hilfe anderer Menschen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Deine Tochter irgendetwas von Dir annehmen wird, solange Du trinkst.
Gast Mutter meinte:
Es ist mein Mann der Schuld hat und sie hat sich nicht mehr gewärt,dadurch wurde ich eifersüchtig,weil er sie mehr liebte als mich.
Ich bin jetzt weg von meinem Mann,sie kann ja jetzt bei mich kommen,er ist ja nicht mehr da.
Dein Mann mag die Ursache der Situation gewesen sein, aber für Dein Verhalten ist nicht Dein Mann verantwortlich gewesen.
Gast Mutter meinte:
Ich werde mich auch bei ihr entschuldugen,was ich ihr angetan habe.
Mit einer Entschuldigung wird es da nicht getan sein. Wie Du an der Reaktion anderer Menschen sehen kannst, die in einer ähnlichen Situation waren, wie Deine Tochter, mußt Du damit rechnen, dass Deine Tochter ganz mit Dir bricht und nichts mehr mit Dir zu tun haben will. Sollte das eintreffen, mußt Du das aushalten können.
Ich glaube nicht, dass Du Deiner Tochter helfen kannst, solange Du selbst kein strukturiertes Leben führst. Sie würde von einem Chaos in ein anderes geraten. Fange bei Dir selbst an. Mit Alkohol wird da nichts Sinnvolles zustande kommen können. Habe Geduld, und hoffe darauf, dass Du irgendwann die Gelegenheit bekommst, für Deine Tochter da sein zu können.
Ich glaube, Du solltest unbedingt fremde Hilfe in Anspruch nehmen. Deine Vergangenheit scheint ein einziges Chaos von Alkohol, ertragener Gewalt und selbst ausgeübter Gewalt zu sein. Wie willst Du da alleine wieder herausfinden? Ich weiß gar nicht, wen ich Dir da empfehlen sollte.
Für den Alkohol würde ich Dir die anonymen Alkoholiker empfehlen. Die gibt es in fast jeder Stadt. Dort bist Du unter Menschen, denen es ähnlich ergangen ist, wie Dir.
Aber ich glaube, dass Du darüber hinaus therapeutische Hilfe brauchst, um mit dieser Vergangenheit zurecht zu kommen.
Ich weiß, das klingt jetzt alles hart. Aber es gibt die Fee nicht, die alles ungeschehen machen kann.
Günter