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Wie groß sind die Unterschiede bei euren Kinder?

Meine Kinder sind auch sehr unterschiedlich.
Waren es auch schon als Babys, Kleinkinder usw.
Und , wenn ich an mich und meine Geschwister denke, sind wir auch sehr unterschiedlich.
Geschwisterkinder haben zwar die selben Eltern, aber eine andere Stellung innerhalb der Familie.
So versuchen die jüngeren meist, anders zu sein , als die älteren, um nicht " übersehen" zu werden.
Also werden sie z.B. witzig, besonders einfach oder schwierig, weil eigentlich alle Kinder die Aufmerksamkeit der Eltern wollen.
Und natürlich hat jeder auch seinen eigenen Charakter.
 
So versuchen die jüngeren meist, anders zu sein , als die älteren, um nicht " übersehen" zu werden.
Also werden sie z.B. witzig, besonders einfach oder schwierig, weil eigentlich alle Kinder die Aufmerksamkeit der Eltern wollen.
Interessanter Aspekt.

Bei uns war der Vater meist abwesend wegen Geldverdienen in Deutschland. Einmal im Monat kam er heim für ein Wochenende. Bei der Mutter gab es oft Krankenhausaufhalte, wir waren oft auf uns alleine gestellt, damals ohne Kühlschrank, ohne Heizung, ohne Warmwasser, ohne Waschmaschine nach einem Umzug in ein leistbares Haus. Zu dieser Zeit ergaben sich bei uns Zweiergruppen- die älteren beiden Schwestern waren die Versorger, die zwei Brüder lebten im Dachgeschoß für sich, meine Zwillingsschwester und ich schliefen in einem Bett und waren irgendwie nicht da für die anderen. Als ich zehn war, kam unser Nachzügler, die schluckte die ganze Aufmerksamkeit, war schrecklich lieb und sehr sonnig, bekam täglich eine kleine Tafel Schokolade und wir schauten zu..
Wenn unsere Mam sauer war bekam jeder kollektiv Ohrfeigen, da war sie gerecht, nur der Älteste nie, der war praktisch der "Auserwählte", dem mussten wir gehorchen.
Ich kann mich erinnern, dass ich wegen dem, weil eh keiner herschaute irgendwie leicht hatte. Wir gingen sehr früh ins Bett, bei Sonnenaufgang übte ich bereits im Garten Messerwerfen, kletterte auf unseren Birnbaum, hatte mein eigenes Kätzchen , trieb mich viel in der Gegend herum, baute Hütten im Wald, war selten im Haus, wich meinen Geschwistern gern aus, versteckte mich gern, genoss es, wenn man mich suchte und nachher fluchte, weil ich schuld war, dass sie Stress hatten.
Alle Aufmerksamkeit war da auf mich gerichtet, wie du sagst.
 
Ich bin immer wieder total baff, wie es unsere Kinder haben- so total anders. Kuschelige Geborgenheit, Kinder im Pyjama, gebadet, mit Papa und Mama eine glückliche Einheit, kein lauter Ton, kein Zetern, kein Stress wegen irgendwas- Schultasche organisiert, wunderhübsche Kinderzimmer, gaaaanz viel Unterstützung in allem.
Mein Partner hatte es auch so- er ist in größter Geborgenheit aufgewachsen, kein böses Wort, verwöhnt, bestens versorgt und zugleich feste Werte mitgekriegt, sparen, fleißig sein, sauber, ordentlich, strukturiert.

Ich frag mich, wo ist der Unterschied- was macht es, in so einem Umfeld aufzuwachsen, oder in einem wie ich hatte, was macht das mit uns?
 
Ich habe zb diese strukturierte Geborgenheit und Ordnung, bzw Hilfestellung nicht gekannt, mich auf jemanden verlassen ist mir nie anerzogen worden. Mich kann man in der Wildnis aussetzen, mich mir selbst überlassen, null Problem. Ich breche nicht zusammen, wenn ich nicht liebkost werde oder gestreichelt, oder wenn ich mich nirgendwo anlehnen kann und wundere mich immer wieder, wie unzulänglich viele sind, ohne ihre Beistände und ihre Berater, ihre Leittiere.

Mel- ich kam mit vierzehn in ein Internat, eine Schule mit Berufsausbildung, Gastgewerbe, von dort weg auf Saison nach Tirol mit vierzehn Stunden durchgehend Hochbetrieb, da gab es kein Nachdenken über Speckröllchen, da gab es keine Gelegenheit mich mit mir zu beschäftigen.
Bei deiner Tochter wird sich sicher schon viel ändern, sobald sie beruflich eingeteilt ist und ihre Lehre macht, sich konzentrieren muss auf anderes und vor allem- man kriegt mit, dass man etwas kann, das ist schon einmal ein ganz wichtiger Prozess, um sich okay zu fühlen in sich selber. Unter dem Motto: mag sein, dass ich stottere, ich kann dafür besondere Werkstücke anfertigen, lieben, lachen, Spaß haben mit Kollegen, oder das alles machen, das jeder andere macht. Sie wird sich integrieren, das kommt doch eh automatisch nach und nach auf sie zu.
 
Ich frag mich, wo ist der Unterschied- was macht es, in so einem Umfeld aufzuwachsen, oder in einem wie ich hatte, was macht das mit uns?
Das macht so viel aus, eigentlich sollte die Familie, der sichere Hafen sein.
Der Ort, wo man geliebt wird, wo man gerne ist, so dass man Vertrauen in sich selbst bekommt, in das Leben, in das Gute.

Ich bewundere Menschen, die eine schwierige Kindheit hatten und es schaffen, ihre eigenen Kinder mit Liebe und Sicherheit aufziehen können.
Sie haben das selbst nicht gehabt, sie wissen nur was ihnen gefehlt hat.
 
Ich bewundere Menschen, die eine schwierige Kindheit hatten und es schaffen, ihre eigenen Kinder mit Liebe und Sicherheit aufziehen können.
Sie haben das selbst nicht gehabt, sie wissen nur was ihnen gefehlt hat.

Ich war bemüht, aber alles andere als eine Vorbildmutter. Eher ein "schlechtes Beispiel", aus dem sie aber auch gelernt haben.
Meine Kinder sind sehr eigenständig, alle drei sind Führungskräfte.
Sie haben auch manchmal gemeint, wer dich überlebt, überlebt alles...
Das Ergebnis zählt. Sie sind verspielt, sie sind locker, lustig, sehr Glücksfähig und resilient, lernen gern, trauen sich viel zu.
Unsere Mutter war garantiert sehr zärtlich, sehr liebevoll als wir noch klein waren, da lebten wir noch in einem Bauernhaus, mein Vater war damals Großbauer, verkaufte aber alles und zog weg- da kam dann das Stressleben, vorher war das anders.
Bei mir war es ähnlich- kleine Kinder wurden getragen und betutelt, ab einem bestimmten Tag bekamen sie so eine Mama nicht mehr, ich weiß nicht, woran das lag- es war so. Das werfen sie mir vor, sie mussten alles selber machen.. ich war so faul..
Unsere Mutter sagte immer: faule Mütter, fleißige Kinder. Sie war alles andere als ein Verwöhner. Ich aber auch...
 
Habt ihr auch Kinder die so unterschiedlich sind? Wisst ihr den Grund?
Hallo xMelxx:,
jeder Mensch hat eine Persönlichkeit, die sich aus vielen Faktoren zusammensetzt – zum Beispiel diesen hier: 9-Faktoren-Gesamtpersoenlichkeit-2025-gross.jpg

Wenn du mehrere Kinder hast, sind sie sich genetisch ziemlich ähnlich, aber schon von Geburt an (und auch schon davor) greifen zusätzliche Faktoren, z. B. epigenetische (die Epigene sind die Schalter an den Genen, die diese aktivieren oder deaktivieren).

Ich beschäftige mich seit ca. 30 Jahren mit dem Faktor "Naturell", das häufig übersehen wird. Ein gutes Buch dazu heißt "Warum Kinder so verschieden sind" (VAK-Verlag), leider nur noch antiquarisch erhältlich, aber darin findest du sehr gute Beschreibungen der Naturell-Unterschiede bei Kindern und wie man damit als Eltern oder Erziehende adäquat umgehen kann.

Mir hat das sehr viel geholfen, seit ich davon weiß und bei Kindern ihren "Naturelltyp" erkennen kann 🙂
 

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