• Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Wie gehe ich mit dem Tod meines Verlobten um??

  • Starter*in Starter*in Jennamuckel
  • Datum Start Datum Start
J

Jennamuckel

Gast
Hallo an alle..

Im moment weiß ich garnicht so recht wo ich anfangen soll.

Es ist so, ich habe vor 1 1/2 Jahren meinen Verlobten bei einem Motorradunfall verloren wo ich auch bei war. Wir haben eine Spritztour mit dem Motorrad gemacht, als uns ein LKW die Vorfahrt nahm. Wir prallten in den LKW. Das Motorrad hatte totalschaden wie ich hinterher erfuhr. Am nächsten Tag kam die Polizei zu mir ins Krankenhaus und fragte mich wie das alles passieren konnte. Doch das interessierte mich nicht. Ich wußte nicht was mit meinem Verlobten war. Wie es ihm geht und was er hat. Als ich dann von einer Untersuchung wiederkam, saß eine Freundin und mein Ex in meinem Zimmer. Sie waren beide schwarz gekleidet, wo ich mir aber nix bei dachte. Beide schauten mich an und fingen an zu weinen. Ich wußte überhaupt nicht was los war. Also sagte ich ganz locker, es ist doch alles ok, wir haben es doch beide überlebt. Doch dann kam der Schock. Sie sagten mir das mein Verlobter es nicht geschafft hätte. Er hätte wohl so starke Innere Blutungen gehabt das er kurze Zeit darauf im Krankenhaus gestorben ist. Ich hatte keine Zeit um mich zu verabschieden. Das letzte was ich von ihm weiß, ist wie wir auf der Straße lagen und wie er geschrien hat vor Schmerzen. Das einzige woran ich gedacht habe als wir da lagen war ER. Was hat er. Ich wollte zu ihm doch ich konnte mich nicht bewegen da mein komplettes rechtes Bein verdreht und mehrmals gebrochen war. Ich habe immer wieder gefragt was mit ihm ist, doch ich habe von niemanden eine Antwort bekommen. Es fällt mir immer noch sehr schwer darüber zu reden. Wir hatten doch so viel geplant. Wir wollten einpaar Monate später heiraten und eine eigene Familie gründen. WARUM musste das passieren??
Seitdem hat sich so viel bei mir geändert. Ich versuche mittlerweile keinen Menschen mehr an mich ran zulassen. Dazu kommt das ich eine kleine Tochter von 2 1/2 Jahren. Ich weiß nicht wie ich ihr erklären soll, wieso ich so oft beim Arzt bin oder warum ich kaum laufen kann oder warum mein komplettes Bein mit Narben übersäht ist. Aber das schlimmste ist, wenn ich mit Tränen in den Augen in der Küche sitze und in mich gekauert bin. Sie versteht es noch nicht richtig. Ich bin ja froh das es nicht ihr Papa war der jetzt nicht mehr da ist. Tut mir leid wenn alles so durcheinander ist. Bin gerade etwas durcheinder. Ich habe so viele Gedanken im Kopf. Leider habe ich auch niemanden mit dem ich darüber reden kann. Ich denke oft an den Unfall und die Folgen. Nun kommt es noch dazu das ich zu einer Gerichtsverhandlung muss. Es nimmt irgendwie kein Ende. Ich will nur meine Ruhe und damit irgendwie gut umgehen können, doch das geht alles nicht. Was soll ich nur machen??

Jennamuckel

P.s.: Sind hier vielleicht Leute die auch einen lieben Menschen verloren haben????
 
Hallo

Seitdem ich deine Geschichte gelesen habe ist mir echt zum heulen, obwohl ich selber noch keinen lieben Menschen verloren habe. Aber ich habe täglich Angst davor einen lieben Menschen zu verlieren, weil ich genau weiß welchen Schmerz das dann verursacht... Mein herzliches Beileid! Ich hoffe du findest wieder neuen Lebensmut! Geh mal wieder raus an die frische Luft, treffe dich mit Freunden, oder lerne neue Leute kennen... Das hilft dir bestimmt auf andere Gedanken zu kommen... Ich kenne dich zwar nicht, aber fühl dich von mir geknuddelt, das Leben geht bald weiter, man muss nur wollen!

Ich wünsche dir viel Glück dabei!!

LG Jessi
 
Hallo,
Hab grade dein ganzes Leid gelesen !! Ich weiß wie schlimm es ist einen lieben Menschen zu verlieren !!! Habe im Dezember 2001 mein Vater verloren der leider den Kampf um Krebs verloren hat und im Mai 2007 habe ich meine Mutter an Krebs verloren !!
Mann fühlt sich richtig leer und einsam auch wenn mann ein Freund und ein Kind hat ! Mein Sohn ist 3 gewesen wo meine Mutter starb und er hat er natürlich alles mitbekommen weil ich ja noch 2 Monate bei meiner Mutter gewohnt habe um sie zu pflegen !!! Ist sehr hart wenn mann selber noch nicht alles verarbeitet hat und die Kinder stellen Fragen wo die Oma denn jetzt ist und warum sie nicht mehr da ist !!!!
Das Leben ist Gemein und ungerecht aber wir müssen das beste draus machen !!

Wünsche Dir gaaaanz viel Kraft !! Ich weiß das es schwer ist !!!

LG Peggy
 
Liebe Jenna(muckel),

nach 1 1/2 Jahren 'herzliches Beileid' hoert sich komisch an, aber ich sage es trotzdem. Es tut mir unheimlich leid, was ich da lese. Ich bin verheiratet und habe desoefteren Angst davor gehabt, wie es weitergehen wuerde, wenn dies passieren wuerde. Ich habe keine Ahnung. Ich weiss, dass mein
Papa seine erste grosse Liebe bei einem Autounfall verloren hatte - er fuhr das Auto und fuhr bei nasser Strasse zu schnell (er war glaube ich 19).
Sein Bruder und seine Freundin sassen hinten drin, hatte Verletzungen
aber wohl nichts groesseres - er selber war auch recht ok - seine Freundin
sass neben ihm und starb in seinen Armen. Ich habe mit ihm selber nie viel
darueber geredet, aber ich weiss dass meine Grosseltern ihn viel viel motivieren mussten, um nicht aufzugeben. Ich weiss dass er nicht mehr leben wollte - er hatte auch noch keine Kinder.

Ich moechte Dir nur ganz ganz stark raten, unbedingt eine Therapie bei einem guten Therapeuten zu machen!!! Und wenn Du eine gewisse Wartezeit hast, nimm diese in den Kauf - aber Du MUSST es verarbeiten und so etwas alleine verarbeiten - ich glaube, das ist aeusserst schwer.

Ich kann Dir momentan nur den Rat geben, fuer Deine Tochter zu leben. Lass Ihre kleine strahlende Kraft und Energie, die jedes Kind hat, auf Dich wirken und nimm sie auf.

Ich werde heute auf jeden Fall meinen Papa anrufen und fragen, wie er aus der Situation raus kam und was ihm geholfen hat. Ich denke, seine Antwort kann Dir sicherlich helfen. Hoffentlich.

Bis dahin wuensche ich Dir ganz viel Kraft fuer heute und natuerlich die naechsten Tage.

Ganz liebe Gruesse,

Nora
 
Hallo,

da bin ich wieder.

Habe einen Ratschlag, der auf jeden Fall helfen wuerde bzw. koennte.
Das Ganze nennt sich 'Systemische Familienaufstellung' - der Erfinder
davon heisst Hellinger.

Das wird meistens in einem Tagesseminar durchgefuehrt - manche
Psychologen bieten das auch an. Dort wird individuell auf Dein Thema
eingegangen und es kommt am Ende eine Antwort heraus, z. B. wie
Du Dich loesen kannst.

Du muesstest mal im Internet danach suchen, um so etwas hoffentlich in
Deiner Umgebung zu finden.

Muss man wohl nach momentanem Stand aber selber zahlen - mein Papa
sagt, dass es aber auf jeden Fall was bringt!!! Es sei es absolut wert.
(Kann etwa 100 - 150 Euro fuer den Tag kosten - aber Du kommst auf
jeden Fall mit einer grossen Einsicht wieder heim und weisst mehr, wie
Du damit umgehen kannst).

Das Verfahren der systemischen Familienaufstellung kannte mein Papa
damals leider noch nicht, aber heute weiss er, dass ihm das damals
geholfen haette. Sonst konnte er leider nicht viel empfehlen, weil er
mir sagte, dass es so individuell fuer jeden verschieden ist, dass es
fuer diese Situation leider keinen allgemeinen Ratschlag gibt. Deshalb
ist es unheimlich wichtig, dass Du eine Therapie oder Familienaufstellung
machst, wo es nur um DICH geht!!!

Ich hoffe wirklich, dass Du meinen Rat trotzdem Ernst nimmst, auch wenn ich selber keine Erfahrungen mit diesem speziellen Thema habe.
Und ich hoffe wirklich, dass Du einen Weg findest, Hilfe fuer Dich
zu finden!!!

Alles alles Gute!

Nora
 
Hallo!
Ich weiß nicht ob mein Rat dir helfen kann.
Mein vater ist im dez 2006 gestorben, seitdem ging alles bei mir bergab, meine anlaufstelle war eine therapie (es bedrückten mich mehrere sachen).
Ich denke vielleicht wäre es richtig wenn du dir hilfe suchst, professionelle hilfe.
 
Liebe Jennamuckel!

Es tut mir leid, was Dir geschehen ist. Ich versichere Dir aber, daß es kein "Zufall" war, und daß es auch dafür Gründe gibt, warum es so geschehen ist.
Wir erfahren und verstehen sie oft erst viel später, wenn sich für uns die Zusammenhänge erschliessen.

Zitat von Jennamuckel:
Tut mir leid wenn alles so durcheinander ist. Bin gerade etwas durcheinder. Ich habe so viele Gedanken im Kopf. Leider habe ich auch niemanden mit dem ich darüber reden kann.

Was ist es denn, das Dir durch den Kopf geht? Magst Du das erzählen?

Was soll ich nur machen??

Beten.

"Und sucht ihr mich, so werdet ihr <mich> finden, ja, fragt ihr mit eurem ganzen Herzen nach mir,
so werde ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR."
(Jeremia 29,13-14)

Gott ist Wahrheit! Und er lässt uns die Wahrheit erfahren...

Schau auch mal hier rein....
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo.
Erstmal danke für die Antwort. Ich bin richtig erstaunt und erfreut das ich soviele Antworten bekomme. Es hilft mir sehr das ich darüber rede oder besser gesagt reden kann.
 
Ich verstehe nicht wieso es passiert ist. Oder genauso wie, warum bin ich dabei nicht umgekommen?? Bei mir hätte es ehr passieren können. Ich hatte nicht alles was man auf einem Motorrad trägt an. Keine richtige Hose+Schuhe. Mein Verlobter dagegen hatte alles richtig gemacht. Von einem Polizisten habe ich gehört das das Gehirn aussetzt in so einer Situation. Wir haben ja nur den LKW vor uns gesehen. Als ich merkte das etwas nicht stimmt, habe ich mich ganz fest an meinen Verlobten gedrückt und gehofft das es nicht zu einem aufprall kommt. Ich verstehe nicht wieso es so weit kommen konnte!!! Er war doch erst 25 Jahre alt. Er hatte auch noch alles vor sich. Wir hatten soviel geplant. Wir wollten im Dezember heiraten und wollten im nächsten Monat zusammen ziehen. Er hat meine Tochter geliebt als wäre es seine. Fremde Leute dachten auch das er der Papa wäre. Kurz vor dem Unfall hatten wir uns Verlobungsringe gekauft. Den hat er auch mit ins Grab genommen. Das wollte seine Ma ganz gerne so. Ich könnte noch so viel schreiben und erzählen, doch dann falle ich wieder nur in dieses "schwarze Loch"!!
 
Jennamuckel,

es ist ein wichtiger Schritt, dass Du siehst und erkennst, wie weit Du gehen kannst, bis es Dich in das Loch treibt.

In solchen Lebenssituation gibt es glaube ich nicht allzuviele Ratschlaege, denn Du bist traumatsiert. Ein Teil von Dir ist weg. Und kommt nicht wieder. Und das schlimmste in diesem Schicksal - es gibt keine Antworten.

Wenn ich Dir nun sage: "hoer auf, die warumfrage zu stellen" dann hilft Dir das ueberhaupt nicht weiter! Waere ich in Deiner Situation wuerde ich dann eher verzweifeln und wuerde denken: "ach halt doch dein maul" (Sorry fuer die Ausdrucksweise).

Es gibt Schicksale, die mit zu den schwerst verarbeitbarsten gehoeren, und das ist mit Sicherheit eines.

Im Militaer kommt es zu vielen Todesfaellen, mit denen die Ehefrauen und die Kinder umgehen muessen. Da gibt es dann aber viele Spezialisten, die sich um die Frauen dann kuemmern und darauf eingerichtet sind. Und es ist noch einmal ein Unterschied: Es gehoert zu deren Beruf und man kann in Kriegssituation damit rechnen und sich auf das Risiko bereits einstellen. Das hilft nichts nach dem Tod, aber hilft mit Sicherheit bei der Beantwortung von Fragen, die dann aufkommen.

In Deinem Fall war es absolut unvorhersehbar - ohne Verabschiedung etc.
Das ist das Zermuerbende und es gibt leider keinen Ratschlag und keine Antworten auf die Fragen!

Das einzige was ich mir als Hilfe vorstellen koennte: Stelle Dir vor, welchen Ratschlag ER dir JETZT geben wuerde, wenn er zu Dir reden koennte.

Mir kommen gerade selber ein paar Traenen, so nimmt mich das mit - da kann ich mir nicht vorstellen, wie Du Dich fuehlen wuerdest, wenn Du dies nun liest und Dir evtl. tatsaechlich die Frage an ihn stellst. Es tut mir unheimlich leid, dass Du das durchstehen musst. Aber was meinst Du, was er wollen wuerde. Er will die Jennamuckel nicht ewig traurig sehen. Er will Dein Lachen sehen. Stell Dir vor, dass er Dich vielleicht jetzt gerade sehen kann.

Ich habe einmal etwas hochqualitatives in - kaum zu glauben - Desperate Housewive gesehen. Eva Longoria verlor ihr Baby im Bauch (in der Show) - kurz gefasst: sie musste einen Luftballon in der Handhalten und ihn dann losfliegen lassen, wenn Sie bereit ist, von der Trauer des Babies loszulassen. Das sind Aktionen die helfen KOENNTEN! Denn Du wirst den Ballon nur loslassen, wenn Du bereit bist und diese Ballon wird auch symbolisch fuer das loslassen stehen. Du laesst ihn symbolisch IN DEN HIMMEL fliegen und ganz dann mit Frieden eher abschliessen.

Nur eine Anregung.

Dann faellt mir noch ein, was Dir noch helfen koennte, sind spirituelle Gedanken und Auseinandersetzungen mit dem Tod. Ich denke da vor allem an Buddhismus. Lies Dich einfach mal ein bisschen hinein. Mein Mann ist Buddhist - er half mir bereits einmal ueber eine Trauer hinweg, indem er mir sagte, dass man im Buddhismus den Tod nicht als Ende betrachtet, sondern als einen Neuanfang - eine Umwandlung. Das half mir unheimlich.
Seine Seele existiert nach wie vor, aber nicht mehr in dem Koerper. Es
fand eine Umwandlung statt, weil es Zeit dazu war in dem Kreis seiner
Seele. In dem Kreis Deiner Seele ist es nicht soweit, Du musst vielleicht
noch einige Dinge erleben und lernen in Deinem Leben, die noch auf
Dich zukommen werden. Dinge die Du noch brauchen wirst in der Zukunft,
wenn Deine Seele eines Tages umwandeln wird. Die Zeit und die Ereignisse koennen wir nicht selber bestimmen, aber wir koennen lernen und uns staerken. Ich habe noch lange nicht viel von Buddhismus verstanden - aber ich kann Dir sagen, dass es nicht schadet, sich einfach mal ein paar Sachen durchzulesen. Und diese Denkweise half mir! Ich hoffe ich konnte es gut genug erklaeren, ohne Missverstaendnisse zu erwecken.

Vielleicht war etwas dabei, was Dir als Person helfen kann - und wenn es nur ein bisschen ist. Vielleicht...

Und wenn nicht, dann wirst Du Deinen Weg finden - mit der Zeit. Du wirst ihn finden muessen!!! Und das ist dann DEIN Weg.

Eine ganz dicke Umarmung!!!

Nora
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 0) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.
      Oben