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Wie funktioniert das, "Es nicht an sich heranlassen?"

  • Starter*in Starter*in Pseudo_Anonym
  • Datum Start Datum Start
P

Pseudo_Anonym

Gast
Hallo,
wie funktioiert das "nicht an sich heranlassen?"

Etwas Erklärung dazu. Ich habe ein grosses Problem. Ich trage es schon lange mit mir herum und es wurde immer schlimmer und schlimmer. Leider habe ich nicht die Möglichkeit für eine Therapie, da ich in meinem Studium bin und das beenden muss uns will.

Früher dachte ich, dass ich viele Pronleme hätte. Viele eigene Kriegsschauplätze, wie ich es nannte. Als ich aber anfing meine Probleme zu analysieren stellte ich fest, dass ich nur ein einziges Problem habe und alles andere nur eine Folge daraus ist.

Meine massiven forderen Gründe, meine angeblich schlimmen Kriegsschauplätze sind, dass ich absolut kein Selbstwertgefühl habe, ich bin Soziophob und ich bin Essgestört. Als ich aber wie oben erwähnt angefangen habe zu hinterfragen, warum ich obige Probleme habe und noch wichtiger, woher ich sie habe, kam ich schnell auf ein Grundproblem. Leider weiss ich nicht genau wie der Fachbegriff dafür heisst, deswegen werde ich es umschreiben.

Alle obigen Probleme resultieren aus Traurigkeit und Erschöpfung, weil ich keinen psychischen Schutz habe. Ich habe keinen Mantel um meine sensible Seele zu schützen, indem er die Kälte der Welt abblockt.
Ich fühle mich wegen allem sofort verletzt und persönlich angegriffen. Wenn mich jemand kritisiert, mir zu unrecht tut, mich einfach nur nervt, oder über Dinge redet, welche mich ärgern, dann rege ich mich so unglaublich auf, dass ich kurz davor bin innerlich zusammen zu brechen. Die Energie die dabei verloren geht... Und es passiert dauernd. In der S-Bahn, in der Uni, auf der Strasse, oder im Laden.
Meine Batterien sind immer auf Null, da diese Sachen mir die Energie klauen. Es geht gegen Null.

Doch wie kann man sich einen Schutzmantel aufbauen?

Wie kann man es schaffen, dass man sich nicht extrem aufregt, sondern einfach ruhig bleibt?

Wie funktioniert es, wenn Leute sagen, dass man da einfach drüber stehen solle. Lasse sie schwätzen, was kümmere es einem? Wie funktioniert das?

Wie schützt man seinen seelischen Kern? Wie macht man es, dass man nicht alles persönlich nimmt?

Menschen welche ich nur ein paar Minuten sehe, oder höre schaffen es meine Lebensenergie für den ganzen Tag verschwinden zu lassen.
Alle obigen Probleme resultieren nur daraus, dass die Energie fehlt.

Es macht mich kaputt, aber was kann ich nur dagegen machen?

Danke,...
Grüße
 
Einen Schutzmantel den kann nur da finden wo man sich geliebt fühlt und wo man verstanden wird. Ich habe meinen Schutzmantel im Glauben gefunden. Ich zünde regelmäßig Kerzen an und versuche mich an einem Platz wiederzufinden der mir guttut. Ich schreibe alles was mich betrifft in ein Kondolenzbuch und rede mit meinem Schöpfer über meine Probleme. Welche Kirche das ist mir egal denn ich gehe nicht zur Messe. Ich geh an diesen Platz nur für mich hin und hol mir Kraft für die nächste Zeit. Und das ist seit einem Jahr die Kirche. Früher war es ein bestimmtes Kreuz mit einem wunderbaren Ausblick in unsere schöne Natur. Ich fühle mich dann beschützt. Suche dir einen Platz wo du ganz du selbst sein kannst dann kommt die Kraft fürs weitermachen
Karma
 
Hallo Gast,
wenn du dein Ziel so klar formulieren kannst, würde ich dir zwei Schritte empfehlen:
1. Nachsehen, wo du schon herausgefunden hast, wie das ansatzweise funktioniert bzw. wie du das verschlimmern kannst, worunter du leidest (und es dann vermeiden)
2. Deine (Teil-)Erfolge mittels einer 1-10-Skala messen, z.B. einmal täglich abends, wie gut es dir gelungen ist - und dann wieder dein "Rezeptbuch" füllen, was funktioniert und was eher nicht.
Soviel mal,
Gruß, Werner

P.S. Was GIBT dir denn Energie? Lass mich raten: Aufmerksamkeit, Bewegung, etwas Gutes essen, massiert werden ...
 
Hallo Werner,

Was GIBT dir denn Energie? Lass mich raten: Aufmerksamkeit, Bewegung, etwas Gutes essen, massiert werden ...

Volltreffer. Ja, das ist es. 😱
Dann fresse ich (Fressen, nicht essen, wirklich fressen) und bin dann noch trauriger, weil ich nicht abnehme und auch nicht trainiere. Es ist einfach zu sagen, "dann friss halt nicht", aber das ist einfacher gesagt als getan. Dieses Versagen kommt aber nur, wenn ich so ausgepowert und angeschlagen bin. Ich habe auch schon bemerkt, dass es besser wird, wenn ich längere Zeit das Haus nciht verlasse, aber das kann man ja kaum während der Vorlesungszeit.


1. Nachsehen, wo du schon herausgefunden hast, wie das ansatzweise funktioniert bzw. wie du das verschlimmern kannst, worunter du leidest (und es dann vermeiden)

Das habe ich getan, aber es lässt sich nicht vermeiden. Ich habe leider Ohren und Augen und die kann und darf ich nicht ausschalten. Beispielsweise in der Vorlesung, wenn die Studenten so laut Blödsinn reden, dass sie teilweise sogar den Prof. übertönen, dann saugt mich das aus, da es mir unglaublich wichtig ist, dass ich mein Studium gut überstehe.


2. Deine (Teil-)Erfolge mittels einer 1-10-Skala messen, z.B. einmal täglich abends, wie gut es dir gelungen ist - und dann wieder dein "Rezeptbuch" füllen, was funktioniert und was eher nicht.
Soviel mal,
Gruß, Werner

Das finde ich gut. Werde ich ausprobieren wie das funktioniert.

Danke.
 
Wie schützt man seinen seelischen Kern?

Hallo Pseudo_Anonym,

du büßt für die Sünden der anderen. Du machst es zu DEINEM Problem, wenn andere ein Problem haben mit ihrerem Sozialverhalten, wenn sie intolerant sind und ihren Hass in der Welt verströmen. Du lässt das Problem nicht bei ihnen, sondern nimmst es in dein eigenes Herz auf. Das ist es, was du falsch machst. Du brauchst keinen Schutzmantel, denn deine Sensibilität ist etwas Vortreffliches. Das solltest du viel eher zur Schau stellen, damit andere sich ein Beispiel an dir nehmen können.

Beim nächsten Mal, wenn dir so etwas passiert, gehst du ganz tief in dich selbst hinein. Du wirst dir selbst bewusst und erkennst, dass DU mit dieser Sache nichts zu tun hast. Die Menschen da draußen können sagen, was sie wollen. Nichts verändert sich dadurch wirklich, weil die Wirklichkeit sich nicht beeinflussen lässt von dem Geschwätz dummer Menschen. Es KANN dich also überhaupt nicht tangieren. Darin liegt dein Denkfehler: Zu glauben, es würde dich berühren und verletzen. Das kann und tut es aber in Wahrheit überhaupt nicht. Du selbst, machst es zu deinem Problem, weil du daran glaubst, dass DU ein Problem hast. Das hast du aber gar nicht. Kannst du meine Sätze nachvollziehen?

Wenn andere deine Aufmerksamkeit auf den Professor stören, dann musst du es ihnen sagen. "Seid bitte ein wenig leiser, hier kommt nichts von den Worten der Vorlesung an". Wenn sie darauf nicht reagieren, kannst du die Störenfriede vielleicht an anderer Stelle namentlich benennen. Du kannst also dagegen vorgehen. Vielleicht kannst du dich auch einfach woanders hinsetzen.

Du bist traurig und erschöpft, energielos. Das kommt daher, weil du dich in einer Sache engagiert hast, die nicht deine eigene ist. Du hast im falschen Krieg gekämpft und deine Kraft vergeudet - in einem Krieg, den du niemals gewinnen kannst, eben weil es nicht der deinige ist. Du kannst nur Schlachten gewinnen, die zu deinem eigenen Leben gehören - und die Überwindung des Glaubens, das alles wäre DEIN Problem, gehört zu deinem eigenen Krieg - den du natürlich auch gewinnen kannst.

Die Traurigkeit ist die Depression darüber, nicht gewinnen zu können. Du hast innerlich aufgegeben, bist erschöpft und ohne Energie. Das müsste dich darauf aufmerksam machen, dass du an der falschen Stelle gegraben hast, so wie der Mann, der seinen Haustürschlüssel verzweifelt unter der Laterne sucht, obwohl er genau weiß, dass er ihn im Dunklen verloren hat. Das kann natürlich nicht erfolgreich enden.

Ordne deine Wahrnehmung, ziehe Grenzen zwischen den Problemen der anderen und deinem eigenen. Schaffe Klarheit und höre auf, alles zu vermischen. Trage nicht die Last der Sünden anderer. Das ist nicht notwendig, es sei denn, du WILLST leiden. Auch das kann jeder für sich entscheiden, nur sollte es dir dann klar sein, dass du aus freiem Willem für die Sünden anderer büßt. Wenn du den Fehler bei dir selbst suchst, bist du auf dem Holzweg. Du machst andere Fehler, für die du gerade stehen musst.

Essen ist für den Körper da, nicht für deine Seele. Die braucht Nahrung ganz anderer Art...Freundschaft, Liebe, Zärtlichkeit usw. Deine Seele hungert und du gibst ihr Essen. Das kann nicht erfolgreich enden. Gib der Seele, was deine Seele braucht und gib dem Körper, was dein Körper braucht. Hör auf das zu vermischen. Sei dir bewusst, was du tust und warum du es machst. Erkenne selbst, was nicht richtig werden kann und ändere deine Vorstellung davon.

Wäre toll, von deinen Erfolgserlebnissen zu lesen 😀
 

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