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Wie finde ich heraus, ob er Narzisst ist?

@sg73X#

Ich kann Dir nur raten Dich zu trennen. Aus dem was Du geschildert hast sehe ich keine Basis für eine weitere gemeinsame Zukunft. Wahrscheinlich war diese nie wirklich vorhanden, aber besser Du erkennst das jetzt, als nie.

Letztlich ist es DEINE Entscheidung und wir haben es natürlich einfach Position zu beziehen, denn wir stecken nicht in Deiner Haut. Am Ende musst DU es ausbaden und Deine Kinder mit Dir. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, es wird nicht leicht, aber es lohnt sich.

Ob Dein Partner ein Narzisst ist oder nicht, ist doch unerheblich. Es geht um Dich und Deine Kinder!

Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut für Deinen Lebensweg - wie auch immer er sein wird.
 
Hallo, es tut mir sehr leid, dass ich immer nur so sporadisch online sein kann, bitte entschuldigt. Aber ich melde mich immer, sobald es mir möglich ist!

Was ich so von euren Beiträgen der letzten Tage gelesen habe zeigt ziemlich deutlich, wie es schon seit geraumer Zeit in mir selbst aussieht - zwei Parteien streiten. Nur dass beiden Parteien ich selbst bin und dieser Kampf in mir drin abläuft. Ich WEIß, dass meine Situation nicht gesund ist, dass die Kinder wichtiger sind, dass ich selbst wichtiger bin, dass ich nicht lebe, um jemand anderen zu supporten. ABER ich kann halt leider nachvollziehen und teilweise sogar verstehen, weshalb er so handelt/ist, auch wenn ich selbst niemals so handeln würde/wäre. Manchmal hasse ich es, dass ich es kann, denn genau dieses nachvollziehen-können zeigt mir zum Einen, dass er halt nicht einfach nur furchtbar ist, sondern dass er - wenngleich auch total verquere und völlig hinderliche - Gründe hat und zum anderen sucht es immer die Schuld und den Hebel bei mir: Was kann ich anders machen, besser machen, dass er nächstes Mal nicht so reagiert. Dennoch stolpere ich seit Jahren von einer Falle in die nächste, dieser Mann ist so voller Komplexe und unausgesprochenen Emotionen, Bedürfnissen und Frust, es ist das reinste Minenfeld. Ich möchte nicht mehr dauernd ihn fühlen statt mich selbst, während sich um mich niemand kümmert. Es fühlt sich sehr hart an, das mal in Buchstaben vor mir zu sehen, aber er ist wie ein weiteres Kind - und dabei das schlimmste von allen. Ein weiterer Mensch, der gekümmert werden möchte, obwohl er das im Gegensatz zu den "richtigen" Kindern längst selbst können müsste. Dabei möchte ich auch mal gesehen und gehört werden, ich bin nicht bedürfnislos, nur weil ich mich gut kümmern kann. Wie gesagt, obwohl ich von so vielen Menschen so nah umgeben bin, fühle ich mich doch total einsam und mit allen Aufgaben, Herausforderungen, Problemen alleine. Aber das habe ich bereits gesagt, ich bin nicht hier um mich selbst zu wiederholen.

Von mir hier gibt es an sich nichts handfestes Neues, aber ich arbeite in mir drin daran, dass ich größer werde. Das ist meinem Partner auch bereits (negativ) aufgefallen. Für mich fühlt es sich gut an aber ich spüre deutlich, dass das noch ein langer Kampf gegen mich selbst und meine erlernten Verhaltensmuster ist. Wenn es für euch in Ordnung ist würde ich den Thread auch weiterhin gerne bestehen lassen, hier sind so viele Beiträge, die ich nun schon mehrfach durchgelesen habe, irgendwie brauche ich das. Aber bitte nicht zerfleischen, momentan ist hier ja im Wesentlichen @Soul-Sister gegen die anderen (oder andersrum) - aber ihr habt alle Recht, in gewisser Weise. Nur war ich schon so lange wie soul-sister und damit erfolglos, dass ich nun halt wohl doch mal die Seiten wechsle. Dennnoch tut es wahnsinnig gut, beide Perspektiven zu lesen, ich kaue ja gedanklich an jedem einzelnen Beitrag sehr lange herum und verinnerliche sehr viel davon. An euch alle nochmal ein Danke für die Zeit, die ihr meinem Problem widmet!
 
Ach Mensch, liebe @sg73X#, das kann ich so, so gut nachvollziehen! Endlich sich selbst mal anlehnen dürfen, da mal jemanden haben, der sich um dich kümmert. Ja tatsächlich, das hast du verdient. Und vielleicht ist das wirklich gut, dass du den Mut hast, da ausbrichst und dir jemanden suchst, der das für dich macht. In der Zwischenzeit bist du dann natürlich erstmal ganz auf dich alleine gestellt. Das sollte man auch nicht unterschätzen. Aber du hast ein Kind weniger…

In meiner Beziehung habe ich diese Bedürfnisse weitestgehend ausgelagert. Das geht schon auch. Ich habe professionelle Hilfe, Freunde… die das auffangen. Und mein Partner ist da doch in einigen Aspekten manchmal für mich da.

Wenn das bei dir natürlich gar nicht mehr der Fall ist, er da überhaupt nicht mit sich reden lässt, dann macht das wohl keinen Sinn mehr. Hast du das denn mal versucht, dich wirklich schwach zu zeigen, dass du am Limit bist und dann ihm mal sagst, er muss deine Probleme gar nicht lösen, nur mal zuhören und in den Arm nehmen bitte. Vielleicht versteht er gar nicht richtig, was du brauchst.

Mein Partner zum Beispiel wird auch wütend, wenn ich verzweifelt bin, traurig. In unserer Therapie hat sich herausgestellt, er ist überfordert, will meine Probleme mit Druck lösen. Das geht natürlich nicht. Das hat er jetzt auch verstanden. Seitdem schafft er es, die aufkommende Wut einzufangen und nimmt mich dann einfach in den Arm. Das war schon schön, diese Veränderung zu sehen. Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen und es ist toll, sich auch einfach mal anlehnen zu können. 🙂
 
Zuletzt bearbeitet:
Dass du dich trennst und dich für ein Leben entscheidest, heißt nicht, dass du ihn nicht verstehst.
Ganz genau!

@sg73X#
Vergiss bitte nicht: Es geht um Dich und Deine Kinder. Manchmal ist es vielleicht besser sich zu trennen, gerade WEIL man den Partner versteht. Im Endeffekt funktioniert die Beziehung doch für euch beide nicht. Dein Mann hat das nur (noch) nicht erkannt, solange alles so weitergeht. Es genügt ihm vielleicht, aber irgendwann wird er auch merken, dass viele Jahre in euerer Beziehung einfach verschenkte Jahre waren.

Für mich macht eine Beziehung nur dann Sinn, wenn man gleichgestellt und auf Augenhöhe sich begegnen darf. Dieses Gefühl der Augenhöhe habe ich bei euch ganz und gar nicht.
 
Hey @sg73X#
eine Frage habe ich auch noch. Er sagt ja, er würde „alles“ für dich machen. Ich will ihn da mal ernst nehmen. Das heißt, er gibt sich schon Mühe? Was macht er denn für dich.

Und was ist da das Problem. Schafft er nicht genug. Bist du nie zufrieden. Kommt das nicht als Hilfe bei dir an. Vielleicht wäre das mal eine Option, da einzuhaken. Vielleicht könnte er die Energie, die er auf dich verwendet, in positivere, produktivere Bahnen lenken.

Ich will dich nicht verunsichern, in eine weitere Beziehung reinreden, aber leider suche ich noch nach Lösungen für eure Probleme.

Man könnte eure Geschichte nämlich auch anders erzählen. Er wirkt ein wenig faul, aber machen viele Männer nicht weniger im Haushalt als die Frauen? Allerdings arbeitet er, er stellt euch das Haus und er bietet doch seine Hilfe an. Etwa die Kinder zu hüten. Er ist ein bisschen unsozial, möchte keinen Besuch empfangen. Aber wenn welcher da ist, gibt er sich Mühe. Er ist überfordert bei deinen Problemen. Okay. Wenn du ihm einfach mal sagst, du musst sie nicht lösen. Hör mal nur zu. Vielleicht kriegt er das hin.

Mit deinen Kindern hat er scheinbar ein Problem. Vielleicht hat er auch da Angst, dir nicht gerecht zu werden. Du könntest ihm den Druck rausnehmen. Er muss sie nicht erziehen. Sich kümmern klar, aber er braucht doch nicht den strengen Vater spielen, oder?

Vielleicht setzt du ihn tatsächlich ein bisschen unter Druck, weil du mehr Hilfe bräuchtest, dir mehr erwartest. Aber man muss ja nicht alles in die Beziehung verlagern. Das überbelastet die doch auch. Eventuell kann man einiges auch anders lösen. Euch geht‘s doch finanziell nicht schlecht? Mal Essen bestellen, eine Haushaltshilfe… Mit Freundinnen, Familie musst du dich ja nicht immer zuhause treffen. Probleme kann man auch mit Freundinnen besprechen. Nicht immer ist der Partner da der beste Ansprechpartner.

Die grundlegende Frage ist natürlich, wie sehr hängst du wirklich noch an ihm. Liebst du ihn noch, oder zumindest die Version, die er mal war. Du hast doch da viel Energie reingesteckt in die Beziehung. Warum eigentlich?

Von mir wurde jetzt hier ein bisschen was gelöscht. Was ich dir noch sagen wollte: nimm das alles nicht so dramatisch. Du kannst dich trennen, wenn du möchtest. Er ist auch nur ein Mensch, wird das irgendwie verarbeiten. Ihr habt euch mal geliebt. Da waren Gemeinsamkeiten. Das sollte man nicht vergessen und sich dann fair trennen im Zweifelsfall. Das bekommt er auch hin, mit einer fairen Trennung, bestimmt. 🍀
 
Zuletzt bearbeitet:
... Hier fehlt jetzt dazwischen die Diskussion, ob er sich wirklich Mühe gibt, die wurde gelöscht. ...

Das ist mal ein harmloseres Beispiel aus meinem Leben. Mein Partner hilft schon mit im Haushalt. Jetzt hatte ich angefangen, den Schrank nach Marie Kondo zu ordnen. Plötzlich räumt er die Wäsche nicht mehr weg. Ich hätte mich jetzt auch aufregen können, warum hilft er mir nicht. Am Ende kam raus. Er schafft das nicht mit dem Falten. Es ist ihm zu kompliziert. Ich muss zugeben, ab und zu sage ich auch mal, dass ich etwas gerne anders gemacht hätte.

Was ich sagen will, ist, man kann seinen eigentlich motivierten Partner auch verwirren, demotivieren oder frustrieren. Das passiert schon einmal in Beziehungen.

Und wenn der sich zu oft kritisiert fühlt, dann ist seine Laune natürlich auch nicht mehr so gut.

Vielleicht ist der Partner von @sg73X# frustriert, weil er sich viel kritisiert fühlt. Was meinst du, liebe TE, könnte das sein?
 
Zuletzt bearbeitet:
@sg73X# Was sagst du dazu? Du fühlst dich ihm schon überlegen, du scheinst perfektionistisch zu sein. Du hast doch ziemlich hohe Ansprüche. Manchmal vermittelt man das ja auch unbewusst.

Ob man das aufbrechen kann, weiß ich gar nicht. Vielleicht brauchst du einfach einen anderen Partner, der mehr deinen Ansprüchen entspricht. Aber da solltest du dann auch ehrlich sein. Du brauchst ihn nicht dämonisieren. Du könntest einfach sagen, du es reicht nicht, ich bin nicht zufrieden. Wir haben es versucht, lass uns das Experiment hier abbrechen.

Aber bis jetzt hast du das ja nicht gemacht. Du hast ganz viele Hebel in Bewegung gesetzt die Beziehung weiterzuführen. Du machst dir viele Gedanken. Irgendwie scheinst du noch an ihm zu hängen. Was hält dich? Nur die Wohnungssituation?
 
Zuletzt bearbeitet:
... Hier fehlt die Diskussion dazwischen, dass Humor in Beziehungen einiges aufbrechen kann, weil mein Beispiel doch unfreiwillig komisch wirkt. Sie wurde gelöscht. ...

Jetzt weiß ich nicht, wie das bei @sg73X# ist. Habt ihr irgendetwas gemeinsam, Humor, Interessen, Einstellungen? Irgendwie habt ihr euch ja auch kennengelernt. Habt ihr noch eine Basis, die man reaktivieren könnte? Wenn da natürlich wenig ist, kann man auch an nichts anknüpfen. Dann sehe ich auch keine Hoffnung für das Weiterführen einer Beziehung.
 
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