• Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Wie den Verlust meines Hundes verarbeiten?

L

Laudatio

Gast
Ich bin mir wirklich unsicher, ob ich das im www besprechen soll, aber ich weiß nicht wohin.
Vor über 7 Jahren ist mein Hund gestorben. Ich/meine Familie haben ihn bekommen als ich 6 Jahren alt war. Er hat mich 15 Jahre lang begleitet.
Wir hatten ein besonderes Verhältnis, da meine Familie zerbrach und danach scheinbar nur wir beide darunter litten. In seinem letztem Lebensjahr war ich dann bei ihm, aber er wurde schwieriger und ich dazu leider immer ungeduldiger (keine Schläge oder so...Gott bewahre!!). Wir waren beide gereizt, aber immer wieder zärtlich.
Meine Wohnung war ebenerdig zu der meines Vaters, d.h. er kümmerte sich in Abwesenheit um ihn ( offene Türen).
Als ich dann ein Jahr darauf für drei Tage auf ein Musikfestival fuhr und schließlich zurückkam, schien er mich nicht zu erkennen. Er war verstört und schwankte. Er hatte offensichtlich einen Schlaganfall ( die Symptome kannte ich von Pferden).
Mein Vater leugnete alles, hatte ihn aber seit ein paar Tagen nicht füttern müssen??
Meine Wohnung war voller Urin....
Ich rief sofort die Tierärztin an & sie kam an einem Sonntag zu uns. Sie bestätigte meine Annahme.
Er wurde eingeschläfert. Ich war bei ihm.

Nun plagen mich seitdem.... 7 Jahren!......Albträume. Nun kann ich nicht mehr.
Er hatte offensichtlich auf mich gewartet. Er hat keinen Mucks von sich gegeben....konnte es nicht oder wollte es nicht. War beweglich, aber stumm. Und ich mache mir Vorwürfe. Es ist wie in einem Horrorfilm.

Ehrlich gesagt weiss ich nicht, was ich will oder suche. Ich habe Schuldgefühle, da wir zum Schluss ein angespanntes Verhältnis hatten. Doch sein hilfesuchender Blick verfolgt mich bis heute. Ich kann nichts ändern, bin völlig kaputt.

Er wurde 15 Jahre alt und war wie ein Bruder für mich. Niemand nimmt mich ernst, da es nun so lange her ist, aber es wird immer schlimmer.
Wie lange hat er gelitten? Verzeiht er mir? Wusste er, wie sehr ich ihn liebte? Er ist mir doch so wichtig wie nichts & niemand vor oder nach ihm!
 
Dass dich diese Geschichte seelisch verfolgt, kann ich gut nachvollziehen, denke ich. Es würde mir ähnlich gehen vermutlich....

Ich versuche mich nun einmal in die Lage deines Hundes zu versetzen. Was würde er dir sagen - möglicherweise?

Vielleicht dies:
>Ich war froh, dass ich dich kennenlernen durfte. Du warst, als ich zu euch kam, ein Kind wie ich und wir hatten viel Spaß, gell? Dann wurdest du älter, aber bliebst jung dabei - auch ich wurde älter, wurde alt, meine Jugend war vorbei und meine Kraft, sie ließ nach. Es war klar, dass das Schwierigkeiten zwischen uns geben musste - du wolltest das Leben, action, power. Ich brauche Ruhe, Schlaf, Gelassenheit.
Da hatten wir dann so unsere kleinen Reibereien, aber hey: Ich als der Ältere, der Lebenserfahrenere, ich habe dich doch verstanden! Auch wenn mir deine Energie manchmal auf die Nerven ging - so wie dir wohl mein ausgeprägtes Schlafbedürfnis - , das tat doch unserer Liebe keinen Abbruch!
Ich hab dir deine Ungeduld und deine manchmal heftigen Worte nicht übel genommen - schau, ich war ja manchmal dann auch selbst genervt und nicht immer freundlich. Und du bist mir ja jetzt auch nicht mehr böse deswegen, hm?
Du warst mein wunderschönes Hundeleben lang mein bester Kumpel und das hat mehr gezählt als alles andere! Ich hätte mir kein besseres Frauchen wünschen können und könnte ich noch einmal zurück kommen, ich käme ganz doll gerne wieder zu dir!
Oder warum meinst du wohl, dass ich nach dem Schlaganfall - den dein Papa irgendwie nicht bemerkt hat, ich wollte ihm das auch nicht so zeigen, denn wer weiß, was der dann mit mir gemacht hätte, obwohl du, mein liebster Mensch, nicht da warst?? - nicht sofort gestorben bin? Ich hätte es können, denn es ging mir schlecht - aber ich wollte nicht.
Denn ja, ich habe auf dich gewartet - ich wusste ja, dass du wiederkommen würdest, weil du immer wiedergekommen bist und mich nie lange im Stich gelassen hast.
Ich wollte dich noch einmal sehen, wollte, dass du bei mir bist, wenn ich in die andere Welt gehe, wollte mich von dir, meinem Menschenschatz, verabschieden.
Na, und das haben wir Beide doch noch super hinbekommen, hm?
Du - für mich ist nun alles gut! Ich habe keine Schmerzen mehr, es geht mir hier supergut - also quäle du dich nun doch bitte auch nicht mehr so schrecklich. Das tut mir echt weh, denn es ist nicht nötig.
Ich habe dich immer geliebt, ich war froh, bei dir sein zu dürfen, dankbar, dass du dann, als ich starb, da warst - was hätte ich denn mehr wollen können?
Und alles andere - ach, Schwamm drüber. Ich war ja auch manchmal zum Schluss ein echt grantiger Opa 😉 Das ist eben so, wenn man zusammen jung und alt wird. Alles okay, keinen Kopp mehr deswegen bitte!
So, und nun nimmt bitte Abschied von mir, denn ich glaub, das haste noch nicht wirklich so gut hin bekommen.... 🙁
Aber es ist endlich Zeit, das zu tun, damit ich hier drüben nun auch meine Ruhe habe und mich nicht mehr sorgen muss um dich.
Ich schick dir noch ein letztes liebevolles Wau - und dann, geliebter Frauchenschatz, dann lass mich bitte los, denn ich bin nun da, wo es wunderschön ist. So, wie es bei dir wunderschön war, aber alles hat eben seine Zeit.
Leb wohl, du Liebe.
Dein Hundekumpel<
 
7 Jahre Trauer sind genug. Du kannst nicht loslassen und lebst immer noch in der Vergangenheit. Eine Möglichkeit wäre hole dir wieder einen Hund. Wenn Du genügend Zeit für ihn hast und es räumlich passt. Ich hatte schon etliche Hunde in meinem Leben nd es hat mir immer sehr geholfen.
 
Mein Beileid.

Was würdest du jetzt denken/fühlen etc., wenn ein Familienmitglied einfach stirbt? Weißt du, wie sehr die Person dich oder die Familie geliebt hat? Weiß die Person, wie sehr du sie geliebt hast? Du konntest dich nicht verabschieden. Wird die Person dir verzeihen, das du manchmal nicht ganz so für sie da warst?

Du kannst daran nichts ändern. Die Geschehnisse sind in der Vergangenheit verankert und daran kann niemand was ändern. Das Sterben ist eine natürliche Prozedur der "Mutter-Natur". Manche gehen von dieser Welt und manche kommen auf diese Welt, das ist immer im Wechsel und dadurch ist es möglich, das die Welt sich überhaupt richtig verändern kann.

Du musst die Vergangenheit Akzeptieren. Sehe das als ein "Neu Anfang".

Es ist im Prinzip egal welche Person du verlierst, weil es immer irgendwelche Fragen gibt.

Suche dir Hobby's, beschäftige dich und lasse die Welt einfach auf dich eindringen.

Durch die Erfahrungen die du machst, wirst du erst zu einem "erwachsenen Menschen". Sei froh darüber, das du die Erfahrungen jetzt gemacht hast, weil du es dann schon hinter dir hast. Dann hast du es später leichter, wenn andere Tiere gehen.

Ich hoffe ich konnte dir zumindest ein wenig helfen.

Gruß,
Naph
 
Ich kann Dich sehr gut verstehen.
Hast Du schon mal versucht, mit ihm "zu sprechen"? Ganz ernsthaft: Das lässt den Schmerz nicht verschwinden, aber es hilft, mit der Zeit kann man mehr und mehr besser mit dem Geschehenen umgehen.
 
Vielen lieben Dank für eure Antworten.
Besonders der Beitrag von Gast Chris hat mir einige erlösende Seufzer entrungen. Ich wünsche mir so sehr, dass es doch so ist und war.
Auch eure Tipps werde ich mir zu Herzen nehmen.
Wenn ich das Gefühl habe, dass irgendwie eine Verbindung besteht, werde ich mit meinem Hund wirklich sprechen. Darüber nachgedacht habe ich schon. Auch innere Monologe geführt. Doch das Aussprechen habe ich noch nicht versucht.

Leider kann ich zurzeit keinen Hund aufnehmen, da weder meine Wohnung, noch meine Arbeitszeiten ihm gerecht werden würden. Das muss einfach noch Zeit haben. Vielleicht wäre die richtige Seele noch nicht bereit und der Hund noch nicht geboren.

Ich bin euch so furchtbar dankbar.
Niemand hat mich und meinen Schmerz ernstgenommen.

Danke!
 
Wie geht es dir inzwischen, Laudatio? Ich denke oft an dich und deinen Hund - und wünsche dir so sehr, dass du dieses Leid endlich verarbeiten kannst!

Wobei ich nach meinem eigenen Erleben damit wirklich sagen muss: Es ist nicht egal, wie das geliebte Tier geht. Es macht es einem umso vieles leichter, wenn die Todesumstände so behutsam und sensibel waren wie bei uns.

Du hast da leider ein eher traumatisches Erlebnis gehabt - hast du schon mal daran gedacht, dies therapeutisch aufzuarbeiten?
Ich meine das sehr ernst - führe ich mir dein Erleben vor Augen, dann spüre ich sebst, wie krass so etwas in der Seele haften bleiben kann..... 🙁

Ggf. suche dir bitte Hilfe, liebe Laudatio, wenn dein Schmerz nicht enden will, denn das kann nicht der Rest deines Lebens sein.
Und das hätte dein Hundeschatz sicherlich auch niemals gewollt.

LG

Chris
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 0) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.
      Oben