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Wie bekommt man ein "dickes Fell"?

  • Starter*in Starter*in Maiglöckchen555
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M

Maiglöckchen555

Gast
Hallöchen!

Meine Frage steht ja schon in der Überschrift: Wie bekommt man ein dickes Fell? Kann man sich das antrainieren oder liegt das in einem? Ich bin sehr schnell gekränkt und beziehe oft alles auf mich. Ein kleines Beispiel: Wenn ich im Internet ein Kriegsspiel z.B. spiele und angegriffen werde bzw. beschimpft werde, bin ich so am Boden zerstört, dass ich mich am liebsten vom ganzen Internet zurückziehen würde und dann kann ich nur noch daran denken. Ich fühle Scham, Kränkung, Ablehnung...das volle Programm.

Wenn ich andere frage, wie sie damit umgehen, sagen sie immer: "Ist doch nur Internet. Die Leute kennen mich ja nicht persönlich und sind weit weg." Ich wünschte, ich könnte das auch so sehen. Ich habe dann sogar körperliche Beschwerden wie starkes Herzklopfen, Zittern, hoher Blutdruck, Schwitzen.

Ich bin generell ein Mensch, der sich vor allen Situationen Sorgen macht, ständig grübelt und Nächte zuvor nicht mehr schlafen kann. Selbst mein Prüfer in der Ausbildung hat gesagt, ich soll lernen, die Prüfungen lockerer zu sehen.

Wie kann ich das lernen? Denn das macht mich richtig fertig. Wie würdet Ihr bei Beschimpfungen im Internet reagieren? Was denkt Ihr in so einem Moment?

Danke im voraus.
 
hallo maiglöckchen,

ich kann dich da sehr gut verstehen! bin auch ein mensch der sich dinge schnell zu herzen nimmt!

ich bin mir ziemlich sicher dass man sowas lernen kann!

in erster linie einfach durch erfahrung!
mit der zeit wird es einfach besser...glaube ich zumindest!
man nimmt dinge irgendwann nicht mehr so ernst oder vergisst schneller!

hilfreich ist es auch wenn man an seinem eigenem selbstbewußtsein arbeitet! denn da liegt ja meißt das eigentliche problem...hätte man welches wäre man nicht so schnell gekränkt!

wenn ich im internet blöd angemacht werde, würde ich mich auf jeden fall wehren! das heißt nicht alles runterschlucken, sondern auch mal zurückschlagen....

kann man ja auch auf höfliche art machen! aber es ist ganz gut wenn man sich mal traut seine meinung zusagen!

wenn es allerdings zu bunt wird, würde ich mich ausklinken!

lg, kena
 
Sensibilität lässt sich nicht ablegen wie eine dumme Angewohnheit, aber man kann sicher lernen, anders damit umzugehen und nicht auf alles und jeden zu reagieren.

Zunächst mal ghet es darum zu verinnerlichen, dass solche blöden Kommentare keine reale, pysische Gefahr für einen darstellen und nur die eigene Sicht bzw. die eigene Wahrnehmung einen Elefanten aus dieser Mücke macht. Mit etwas Gewöhnung verliert dann so ein "Internetkonflikt" schnell seine Bedohlichkeit und man reagiert wesentlich gelassener.

Konflikte und Auseinandersetzungen gehören nun mal - leider - zum Leben dazu und ein dickeres Fell erreicht man sicher, indem man sowas akzeptiert und immer wieder erfolgreich übersteht. Gewöhnung durch Konfrontation halt. Und je mehr Auseinandersetzungen man erfolgreich gemeistert hat, desto besser die Anpassung an diese Anforderung und desto mehr wächst das Sebstbewusstsein. Eigentlich wie in der "realen" Welt auch. 😉
 
hmmmm...

leider kann man keines kaufen. 😉 wär sicher ein verkaufsschlager!


1. selbstvertrauen

2. selbstannahme (man ist sich seiner bewusst, schaut alles an, ohne scham, ohne urteil. man kennt seine ticks, seine macken, unschönes, das man gemacht hat und schönes, das man gemacht hat. man nimmt sich einfach an. genau so wie man ist. man versteckt sich nicht. steht zu sich. ohne wenn und aber. ohne, man sollte eigentlich so und so sein. nein. man nimmt sich genau wahr, wie man ist.)

es gibt menschen, die kränken ohne es zu wissen. und dann solche, die machen das bewusst. dann gibts kränkungen, gegen die kann man nichts tun. alt werden zum beispiel. dass man alt und gebrechlich wird. die autonomie verliert, pflegebedürftig wird. nachdem man voll im leben gestanden ist. oder die werbung: retouchierte supermodels.. dann hat eine nen pickel oder mehr fett oder weniger auf den hüften, und sie fühlt sich gekränkt. und nochmehr wenn ein mann dann diese bilder noch auf sie anwendet. ganz unglücklich. eigenlicht voll dumm, aber eben. es wirkt. und alle fühlen sich mies und gekränkt, weil sie den verfälschten superidealen nicht gerecht werden können. das leben ist dann vermiest. aber wie. da gibt es nur einen weg. (schönheitsops sind nichts für mich). sich annehmen. sich genau so lieben wie man ist.

menschen, die mich kränken, ohne es zu wissen, mit denen red ich. wenn es nahe beziehungen sind. sie können es ja nicht wissen. also red ich drüber. was wie wo. kann ja auch passieren, dass ich jemanden kränke, ohne es zu wissen. da bin ich drauf angewiesen, dass man mit mir spricht. in einer guten freundschaft in einer guten beziehung macht man das. so denke ich jedenfalls. und manchmal ist es ja auch bloss so ein komisches gefühl. eigentlich müsste man gar nicht gekränkt reagieren. aber es passiert. das sind dann so alte geschichten, die nachwirken.

menschen, die absichtlich kränken, sind selber krank. wurden selber gekränkt. haben selber viel angst. auch wenn sie es unabsichtlich tun.

bleibt die frage, wie du dein selbstvertrauen und deine selbstannahme steigern kannst. 😉

prüfungsängste sind normal. je mehr davon abhängt, umso wichtiger wird etwas für uns. solange die angst macht, dass du aufstehst und einfach dein bestes gibst, ist das ok. wenn die angst dich nur noch lähmt, ist es wichtig, dass du nen ausgleich findest, die dich befreit, dir ein gutes gefühl gibt, dich entspannt. wenn die angst chronisch übermässig geworden ist, würd ich zu einem fähigen psychologen gehen. drüber reden. oder eine gute freundin. manchmal hat man die nicht zur hand. manchmal kann man sich beim reden schon entängstigen. oder man lernt gewisse ängste verstehen und dagegen angehen. wenn es dich körperlich so belastet, ist autogenes training, sport im allgemeinen sehr gut, also wohltuend, entspannend. und alles, seien es noch die kleinsten dinge, wie einen kuchen backen, die dir ein wenig freude bereiten, solltest du ausleben. bereit haben. das wissen darum, was dich glücklich macht, was dich erfüllt, was dich stärkt. oder das man lernt, abzustellen. negative gedankenläufe zum beispiel. stoppen können.

ganz umgehen kann man weder angst noch kränkungen. darum geht es auch nicht. dass man das völlig ausmerzt. aber das man lernt damit umzugehen. was draus lernt. ich denke, das ist ein lebenslanger prozess. wie das surfen mit dem brett auf den wellen. dass man lernt, was abgeht. das man lernt, ob man was tun kann, aktiv, oder ob man sich damit einfach irgendwie als mensch auseinandersetzen muss (der tod zum beispiel, dass wir älter werden, dass wir krank werden können, dass wir sterben können).

kann es sein, dass du diese scham, ablehnung, kränkung aus deinem häuslichen, familiären umfeld kennengelernt hast? scham weswegen? ablehnung.. ja, das kennen auch viele, sich abgelehnt fühlen, unverstanden. und es hat ja auch was, wenn man nicht ernst genommen wird. die frage bleibt: wie wichtig ist das einem. mich juckt das auch schon bei oberflächlichen bekanntschaften. noch mehr bei näheren freundschaften. wenn man meine gefühle abtut, wenn man meine meinung nicht mitaufnimmt, wenn man mich überfährt, etc. sich lustig macht. da bin ich dann halt einfach bei den falschen leuten. und da tut es mir gut, einfach aufzustehen und weiterzugehen.
ich kenne genug leute, die meinen, es gehe immer nur um sie. ich kenne genug leute, die nur vordergründig lächeln, aber mich - oder andere - abwerten. ich lass das nicht zu. und wenn die leute meinen, ich sei ja zartbeseitet, teste ich dann mal ihre seiten, um zu sehen, wie "stark" sie sind. meine erfahrungen bisher: meistens sind sie noch zartbesaiteter 😉


bei den prüfungen... ich kenne leute, die überlegen sich, was sie machen würden, wenn sie die prüfungen nicht bestehen würden. die legen sich alternativen zurecht. das hilft, weil man dann einen plan b und c und d hat. sozusagen nicht alles auf eine karte setzt. oder das man sagt, viele wege führen nach rom. wenn nicht dieser dann ein anderer. oder sie merken, wie wichtig es ihnen ist und organisieren lerngruppen.

wichtig ist, gedanklich aktiv zu bleiben, also zu denken. nicht in negativen gedankenkreisläufen hängen zu bleiben. da bauscht man die angst so auf, dass es zum monster wird, das einen platt macht. aber auch körperlich sich versteht, die zeichen deuten und lesen kann. damit man aktiv was machen kann, anstatt sich dem "einfach zu ergeben".

auch hier.. übung macht den meister.

wenn ich daran denke, was ich alles für ängste hatte. aber ich bin auch so erzogen worden. mit angstmacherei. das war in der schule nicht anders. wir hatten zum glück auch andere lehrer, fähige, coole, engagierte lehrer. aber besonders zu hause war ständig ein klima der angst. voll ätzend. das prägt!
ich habe mal ganz krass reagiert. ohne es zu wollen. meine emotionen sind übergeschwappt! es war was ganz banales. bei der arbeit. meine arbeitskollegen waren entweder abgestumpft oder einfach clever genug, das zeugs nicht so ernst zu nehmen, es einfach zu ignorieren. ich konnte das nicht. da kam der chef rein und fragte mich was. ich antwortete. dann sagte er mir, dass ich eh keine ahnung hätte und ist davonmarschiert. ehrlich, es war krass, ich bin von null auf hundert. ich habe innerlich gekocht. ein dampfkessel. kurz vorm explodieren. meine mitarbeiterin sah mich ängstlich an. ich habe tief ein- und ausgeatmet und bis auf zehn gezählt. dann bin ich aufgestanden und bin zum chef. und hab ihm gesagt, dass er das nie mehr wieder machen soll. dass er mich angestellt hätte, dass ich ihm keine scheisse erzähle, und dass wenn er eh nicht an meiner antwort interessiert sei oder glaube, dass ich eh mist erzähle, er mich nicht fragen kommen soll, mich stören soll bei meiner arbeit. dass ich hier arbeite. das heisst, dass ich versuche, wenn er mich was fragt, nach bestem wissen und gewissen auskunft zu geben. er war baff. und ich war vorallem über mich baff. meine emotionale reaktion. ich konnte es einigermassen im ruhigen ton vortragen. musste vorher aber kurz den vulkanausbruch vorüber ziehen lassen.
später im tag dann, fragte ich mich, wieso ich so krass reagiert habe.besonders, weil die anderen im büro einfach locker waren. einfach wegsahen. es ihnen null und nichts ausmachte. wieso konnte ich es nicht einfach ignorieren, ihn labern lassen und gut ist. ne, ging nicht. es traf mich im innersten. die reaktion war so krass, weil früher mein vater mich auch nicht ernst nahm. mich abstempelte. mir nichts zutraute. oder mein bruder, der meinte, ich erzähle nur mist. ich versuche angemessen zu reagieren. das heisst auf die situation bezogen. manchmal brauch ich da einfach zeit, um zu verstehen, was jetzt situationsbezogen ist, und was tiefer in mir drin ist, von früher stammt.

vielleicht findest du hier im forum noch mehr zuspruch, unterstützung, oder austausch, was deine themen betrifft. ich hoffe sehr.





ich will damit sagen, wenn menschen überreagieren, emotional, dann liegen da geschichten dahinter.
 
Hallo Maiglöckchen!

Nur ganz kurz:

Wenn einem Beleidigungen viel ausmachen, dann ist man wahrscheinlich irgendwie unsicher. Die Lösung wäre wohl, stets auf ein gutes Gewissen zu achten. Da bei Dir dieses Unsicherheitsgefühl wohl ganz global viele Deiner Lebensbereiche betrifft, ist es wohl eng mit Deinem Charakter verbunden.

Vielleicht liegt es eben daran, dass Du keine feste Grundlage für Dein Leben gefunden hast.

Ich glaube, dass man so ein Problem im Grunde nur langfristig hinbekommt. Man entwickelt halt einen eigenen Standpunkt, zu dem man felsenfest und guten Gewissens stehen kann: eine klare Haltung zu den Dingen des Lebens, eine eigene Meinung, für die man auch eintritt. Eine Position. Einen Standpukt. Das ist das Gegenteil von Unsicherheit. Im Grunde hieße das, dass Du einen eigenen Charakter entwickeln müßtest.

Kürzer: wer weiß, was er will, wird sich nicht durch anderlautende Meinungen verunsichern lassen.

Es könnte auch an Schuldgefühlen liegen, die sich in Deinem Leben langsam oder in einem bestimmten Ereignis verfestigt haben und die Du (unbewußt) mit Dir rumträgst.

Wenn man keinen eigenen Standpunkt hat, ist es schwierig, beurteilen zu können, ob an einer Kritik oder Beleidigung im Internet etwas dran ist. In solchen Fällen solltest Du Dir vielleicht einmal diesen Beleidiger genauer ansehen. Wie sieht sein Gesamtprofil aus? Stänkert er auch gegen andere User etc? Diese Umfeldbetrachtung relativiert eventuell die jeweils konkrete Einzelbeleidigung.
 
@ MEA:

Cool ausgedrueckt. Es gibt sie aber wirklich, diese notorischen Staenkerer, die wirklich alles auseinander pfluecken, verdrehen und permanent kritisieren... Habe auch schon allerhand Erfahrung mit dieser Sorte. 🙄

Also wenn jemand zu ueberkritisch ist, gegenueber allem, dann wird der oder die bestimmt nicht mein Freund und auf der partnerschaftlichen Ebene finde ich es auch total nervig... Ich habe auch mal den einen oder anderen gedatet, der wirklich uebertrieben pedantisch-penibel-kritisch war. So was geht wirklich gar nicht...

Ich wuerde gar nicht mal unbedingt sagen, dass man eine super dicke Panzerhaut braeuchte; sondern das liegt ein bisschen an beiden Seiten... Man kann nicht immer nur sagen, dass eine Partei zu empfindlich ist, sondern dass manche Leute auch einfach etwas zu scharf austeilen... 🙄
 
Lerne selber frech sein, komm aus deiner Nettigkeit heraus, mach auch mal nen dummen Spruch und lern mal ordentlich auszuteilen und trotzdem die Menschen um dich rum zu lieben. Das geht und dann verstehst du auch wie viele ihre Sticheleien wirklich meinen. Es ist schon was dran:

Was sich liebt das neckt sich.
Was sich fickt, das fetzt sich.

😉
 
Hast du es schon mal mit Meditation versucht?
Dauert etwas, schnelle Erfolge sind da nicht zu erwarten, bringen jedoch auf Dauer sehr viel für das innere Gleichgewicht.
 
Ja, Meditation habe ich schon versucht, allerdings bin ich nicht dabei geblieben. 😱

Vielen Dank für Eure tollen Antworten. Ich werde mir alles ausdrucken, da viele nützliche Tipps dabei waren. 🙂
 
Die Lady Vader hat auch Recht: Viele teilen auch oft zu scharf und persönlich aus, ohne an die Grenze anderer zu denken. Tut mir dann auch immer weh sowas.
 
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