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Werde ich verrückt?

  • Starter*in Starter*in tomas
  • Datum Start Datum Start
T

tomas

Gast
Hallo

habe dass dringende Gefühl eine Psychose oder ähnliches zu bekommen, da mich ein bestimmter Gedanke die ganze Zeit verfolgt und mir sehr schwer zu schaffen macht.Das Seltsame ist dass es sich dabei um einen Vorfall handelt, bei dem ich nicht einmal selbst dabei gewesen bin : Eine gute Freundin hat in ihrem Urlaub miterlebt wie eine andere, ebenfalls deutsche und gleichaltrige Touristin (22 Jahre) beim Überqueren der Strasse plötztlich von einem Auto erfasst wurde und augenblicklich starb, während die Bekannten der Verunglückten nur fassungslos zuschauen konnten.
Immer wieder mal ich mir diese Situation (unfreiwillig) aus, und jedesmal schockiert mich der Gedanke, als wäre ich unmittelbar dabei....Vielleicht schockiert mich auch die Tatsache, wie schnell und plötzlich der Tod einem geliebte Menschen rauben kann.
Während ich dass schreibe überkommt mich schon wieder dieses starke Unbehagen, komme einfach nicht mit dem tod klar....
Wäre nett wenn jemand ein paar Worte antworten könnte!!

Viele Grüsse

tomas
 
Hallo Tomas!

Du gehörst zu den Menschen, die in der Lage sind, sich Situationen so intensiv vorzustellen, als wenn sie gerade passieren würden. Das ist bei negativen „Erlebnissen“ sehr belastend. Dazu kommt noch die eigene Ohnmacht, also das Bewusstsein, das Furchtbare nicht verhindern zu können.
Das ist sicher nicht ungewöhnlich. Geht mir auch so.

Das ist der eine Punkt.

Der zweite ist Dein eigener Umgang mit dem Tod. Du siehst ihn als etwas Schlimmes an, ohne Dir selbst über seine Bedeutung (bzw. Bedeutungslosigkeit) im Klaren zu sein. Das bewirkt dann den Schock bei dem Gedanken an ihn.

Wieder ein ganz normaler menschlicher Vorgang.

Wenn Du aber anfängst, Dich mit ihm zu beschäftigen und ihn zu verstehen, wird sich das Schreckliche an ihm auflösen.

Und von einer Psychose kann man bei Dir wohl noch nicht reden. Sie kann sich aber einstellen, wenn Du weiterhin so, wie jetzt, über den Tod denkst.

Viele Grüße

Marcus
 
Ist ein in dem alter durch ein schlüsselerlebnis häufig ausgelöste phase.
Bis ca.18 verdrängt der Körper das Nachdenken.Dann überrollt es einen.Geht vielen so.
Versuch...trainingsmäßig "weiter zu denken"...Verarbeiten ist ...nahezu unmöglich.
Ich halte "gelassene" Menschen für Heuchler...oder genetisch begnadete Ausnahmen.
Ist ein Fluch der Spezies "Mensch"...das "Bewußtwerden "....

Mein Tip: unterbrich durch HANDLUNGEN....die Gedanken!
Umgeh "Grübelsituationen".
Du hast sowas wie einen Schock erlitten...auch,wenn Du nur durch Phantasie am Ereignis teilnahmst. Bist durch die Erzählung mit dem Unfaßbaren konfrontiert worden. Was soll man da beschönigen....

RICHTIG gläubige Menschen haben durch die verstandesunterdrückende suggestive Wirkung des Glaubens einen nicht zu unterschätzenden Vorteil beim Verdrängen....

Sei mal zuversichtlich...zum Glück sind Jugend/Hormone...Lebenswille/inneres Feuer...ein Sedativum...

Jede (negative) Sache hat auch Vorteile...Du wirst schöne Dinge jetzt mehr schätzen,genießen.
Und...hol Dir Hilfe...wenn es nicht beherrschbar ist..wenn Du das Gefühl der Bodenlosigkeit ,des Untergehens,der nichtbeherrschbaren Hoffnungslosigkeit hast...Antidepressiva sind wirksame Krisenhelfer. Manchmal....
 
hallo

bedanke mich für die beiden antworten...auch wenn sie mich etwas hin und herreissen,da Verdrängung einerseits, Konfrontation und auseinandersetztung mit dem Tod andererseitsvorgeschlagen werden.Ich weiss ehrlich gesagt nicht ob ich
mich bisher zuviel oder zuwenig mit dem Tod auseinandergestzt habe, und ich dachte bisher dass ich gut damit klarkomme (selbst beim tod von Familienmitgliedern hatte ich nie ähnliche Probleme, wahrscheinlich weil sie alle alt,dh. 60 aufwärts waren).
Erschwerend kommt hinzu dass ich mich momentan in einem Tief befinde, dass einfach kein Ende nehmen will und mir von Tag zu Tag mehr Kraft raubt...aber das ist ein anderes Thema.Deshalb scheidet die von Janne angesprochene "Lebensfreude" bzw. "Innneres Feuer" als Hilfe leider aus, und verdängt hab ich wohl die letzten Jahre schon zuviel als dass ich damit unbekümmert weiterleben könnte...verdammt es muss doch mal wieder aufwärts gehen oder? Leider warte ich schon seit 4 Jahren, und jedesmal wenn ein kleines Licht am Horizont auftaucht, lässt die Realität meine Träume von einem schönen Leben zerplatzen wie eine Seifenblase.
Ich kann bald nicht mehr, und dass macht mich traurig.Habe das Gefühl ich bin schon zu schwach für einen neuen Anfang...Ich hasse mein Leben, und ich hasse den Tod.Das einzige was ich mir wirklich wünsche ist, nie geboren zu sein.
Grüsse

Tomas
 
Ich meine nicht,Du solltest verdrängen...jedoch: im Moment bist Du zu depri für "Auseinandersetzungen".
Was hilft das Nachdenken,wenn Du es nicht stehend erträgst?
Ich meinte: im Innersten sag Dir mal...so als verstandesmäßiges "Notizzettelchen im Unterbewußtsein" daß der Körper oft wellenmäßige Phasen hat! ( Ich meinte den Grundoptimismus...)

Wenn es Dir jetzt so akut schlecht geht,scheue Dich nicht,einen Notarzt zu rufen---wenns ganz schwarz wird !
Umgeh irgendwelche Experimente!
Du kannst Dich selbst in die Hände der Helfer begeben..Dich in eine Klinik fahren lassen...um Hilfe zum Gedankenabschalten bitten.
Das "Notprogramm" ist immer besser,als andere krasse Reaktionen!

Manchmal ist man abgeklärt..manchmal ist jeglicher Pessimismus gaaanz weit weg(z.B. wenn man neu verliebt ist,Eltern geworden ist)...

Nachdenken sollte man schon..aber es gibt halt Zeiten,wo man sich ablenken sollte...eben nach schweren Schicksalsschlägen.
Da bringt Grübelei statt Erkenntnis nur eigene Erkrankung(siehe bei Dir!!!).
Eine Depression kann man behandeln lassen.
 
Hallo Tomas!

Du hast also noch andere Probleme; das erklärt schon besser die heftigen Reaktionen auf dieses Ereignis.

Mit der Verdrängung speicherst Du praktisch unangenehme Dinge, wie in einem Gefäß. Das ist aber irgendwann voll und braucht dann nur noch einen kleinen Anstoß, um überzulaufen. Deswegen ist Verdrängen keine gute Idee.

In einer unangenehmen oder stressigen Situation kann dann nämlich der ganze angestaute Müll zum Vorschein kommen, und Du überreagierst und wunderst Dich selbst darüber. Das kann sich auf alle mögliche Art und Weise zeigen, z.B. Angstzustände, Albträume, Depressionen, mit all seinen Unterformen.

Es wäre gut, wenn Du mal Deine anderen Sorgen ansprichst, denn man kann innerhalb eines Menschen nicht sagen, das eine Problem hätte mit einem anderen nichts zu tun.

Übrigens hatte ich auch mal mit so zwanghaften Bildern zu tun, die dann nicht verschwanden. Mit etwas Übung kannst Du die aber loswerden und zwar, indem Du dieses Bild aus Dir ausatmest und Dir dann vorstellst, wie es zu Staub zerfällt. Das funktioniert gut. So kann man vieles aus sich rausbringen, was einen stört.

Und zum Tod solltest Du wissen, dass zwar unser Körper sterben kann, aber unsere Seele mit ihrem Geist ewig bewusst existiert.
Wenn Du das verstehst verliert der Tod schon seinen meisten Schrecken. Und bei einem solchen Unfall ist die Zeit der Person auf Erden abgelaufen und sie muß (darf) zurück, dahin, wo sie hergekommen ist. Der Todeszeitpunkt eines Menschen ist vorher festgelegt und kann auch nicht verhindert werden. (Außer bei Selbstmord natürlich)

Also wenn Du möchtest, erzähl von Deinen anderen Problemen, nur so kannst Du sie versuchen zu lösen.

Viele Grüße

Marcus
 
Hallo nochmal,

wieder bedanke ich mich für die netten Beiträge.Ich habe, wie wohl in meinem zweiten Thread deutlich wurde, Probleme in vielen Bereichen meines Lebens, die mir sehr zu schaffen machen.Bei der Arbeit, da ich keine Ausbildung habe und nur miese Jobs bekomme.Auf gesundheitlicher Ebene, da ich psychosomatische Störungen im Magen-Darmbereich habe und natürlich psychisch sehr angeschlagen bin (Depressionen, panische Angstzustände), und was mir Erfolge im Privatleben unmöglich macht: schlechter Atem und geschädigte Zähne (trotz intensiver Mundhygiene) ,wohl aufgrund meiner Zahnarztangst.Alle die Punkte führten bei mir in den letzten Jahren zu einer starken Zurückgezogenheit, die sehr einsam ist.Einen Partner hatte ich schon seit mehreren Jahren nicht mehr und auch mein früher sehr grosser Freundeskreis existiert nicht mehr ,lediglich eine gute Freundin ist mir geblieben.Als wäre dies nicht schlimm genug, fühle ich mich zu dieser Person auch noch sehr hingezogen , weiss aber dass ihre Sympathie mir gegenüber rein platonisch bzw.freundschaftlich ist und würde ihr das deshalb niemals sagen.Da sie meine einzige Bezugsperson ist riskiere ich nichts um sie zu verlieren, ich leide lieber still als ganz alleine dazustehen.
Um mit dieser Anhäufung von Problemen leben zu können oder einfach um abzuschalten konsumiere ich seit Jahren, wenn auch nicht andauernd oder täglich, Alkohol und auch Cannabis.Ich weiss dass es mir nicht immer hilft, und
dass der Rausch die darauffolgenden Tage oft schlimmer macht, aber manchmal brauche ich einfach einen Lichtblick, wegen dem es sich überhaupt lohnt aufzustehen und zur Arbeit zu gehen (die ich hasse).Trinken und Kiffen sind seit bald 5 Jahren die einzigen traurigen Highlights,und diese Tatsache macht mich traurig.Vor allem wenn ich Samstag Abend zuhause sitze und mir klar wird dass ich mich selbst belüge wenn ich mir einrede, ich bin auch alleine glücklich bin und dass Kiffen einen lustigen Abend mit Freunden ersetzen kann.
Ich habe oft Angst ,schon zu weit und zu lange von einem normalen, dh. glücklichen Leben (dass ich auch mal hatte) weg zu sein als dass ich nochmal dahinfinden könnte.Irgendwie hab den Plan verloren, und habe es zu spät gemerkt...oder nicht merken wollen.
Zur Zeit wünsche ich mir oft dass einfach alles auf einmal vorbei ist, und auch diese endgültige, ablehnende Haltung zu meiner eigenen Person und zu meinem Leben macht mich dann traurig.
Doch ich weiss nicht wo ich anfangen soll mein Leben zu ändern, bei meinem Beruf, meinen gesundheitlichen Problemen, meinen Drogenproblemen oder bei meiner nicht erwiderten Liebe ( wobei ich mich oft frage ob es nicht schon vielmehr eine Abhängigkeit ist).

liebe Grüße

Tomas
 
Hallo Tomas!

Wenn jemand Depressionen und Angstzustände bekommt (mein „Fachgebiet“J), dann hat sich die Ursache dafür meist über viele Jahre hin aufgebaut. Und oft ist sie dem jenigen nicht bewusst, wobei er sich dann Zuständen und Symtomen ausgesetzt sieht, die scheinbar keine Ursache haben. Das ist der Effekt vom Unterbewusstsein.

Bei mir war es so, dass mein Selbstbewusstsein und somit auch mein Selbstwertgefühl kaputt waren. Mir wurde seit meiner Kindheit (von meinem älteren Bruder) „beigebracht“, dass ich dumm und hässlich und sonst was wäre. Irgendwann glaubt man das dann und entwickelt eine negative Einstellung zu sich selbst. Du schaust in den Spiegel und haßt dieses Bild.

Das macht die Seele nur eine Weile mit, bis sie sich wehrt und mit Depressionen und Angstzuständen reagiert.
Nur ein Mensch, der sich selbst wieder lieben lernt, kann gesund werden.
Wenn in einem Menschen das grundsätzlich Positive (Seele) und etwas Negatives (Einstellung, geistige Haltung) sich gegenüberstehen, muß es zu heftigen Kämpfen kommen, bei denen der Stärkere gewinnt.

Es ist daher auch für Dich wichtig, dass Du versuchst, den URSACHEN für diese Probleme auf den Grund zu gehen.

Die Freude an Deinem Leben und Deine innere Kraft SIND immer noch vorhanden. Sie sind „nur“ von einem Haufen Müll verdeckt!!!

Wenn es Dir nach und nach gelingt, was von diesem Müll abzutragen, dann kommt das Darunterliegende wieder zum Vorschein, auch wenn es schwer vorstellbar ist. So funktioniert der Mensch.

Ich empfehle Dir, bei einem Psychiater vorzusprechen; der kann Dir dann eine analytische Therapie anbieten, bei der die unbewussten Ursachen aufgedeckt werden können.

Die meisten Psychologen kennen sich zwar nur auf ihrem Fachgebiet aus, und bedenken den tieferen Sinn des Menschseins nicht,
aber einen Versuch ist es wert. Hat bei mir auch einiges gebracht.

Es ist kein leichter Weg, aber Du kannst ihn bewältigen; und wir begleiten Dich weiter, wenn Du es möchtest.

Viele Grüße

Marcus
 
Hallo

bin in letzter Zeit auch immer wieder zum Schluss gekommen dass ich professionelle Hilfe brauche, wobei ich andererseits nicht daran glaube dass mir jemand helfen kann...aber das ist vielleicht auch mein Pessimismus den ich seit Jahren unbewusst an den Tag lege.
Was du über den Zustand, wenn man sich selbst im Spiegel betrachtet und sich hasst, geschrieben hast hätte ebenso von mir stammen können.

"baby I´ve been waiting
I´ve been waiting night and day
I didn´t see the time
I waited half my life away"


Diese Worte sprechen mir aus der Seele
 

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