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Werde ich langsam verrückt?

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Gelöscht 116220

Gast
Hallo zusammen.
Ich habe versucht, meine Gedanken einmal zu ordnen und die Frage anzugehen, was aktuell eigentlich mein Problem ist. Ich bin einfach verzweifelt und hoffe, dass jemand dies liest und mir hilft, eine klarere Vorstellung davon zu bekommen, was mit mir los ist.

Mein Problem ist, dass ich anfange zu glauben, dass ich dabei bin, eine psychische Störung zu entwickeln, aber gleichzeitig völlig unfähig bin, herauszufinden, um welche konkrete Krankheit es sich dabei handeln könnte.
Ich möchte betonen, dass ich nicht auf der Suche nach einer Diagnose bin und dass ich mir absolut bewusst bin, dass dafür eine psychiatrische Fachkraft benötigt wird und kein Laienforum.
Ich versuche lediglich, Klarheit zu finden und meine gegenwärtigen Gedanken und Verhaltensweisen verstehen. Ich möchte herausfinden, ob ich tatsächlich unter psychischen Problemen leide und wenn ja, in welche Richtung ich versuchen sollte, zu recherchieren, um eine bessere Vorstellung zu bekommen.

Was man über mich wissen sollte, ist, dass ich bis vor drei Jahren der glücklichste, ruhigste und entspannteste Mensch war, den man sich vorstellen kann. Keine Probleme, kein Trauma, kein Stress, keine Probleme. Ich hatte ein perfektes Leben.
Dann ging es langsam bergab. Nach einigen akademischen und zwischenmenschlichen Misserfolgen begann ich Selbstzweifel zu entwickeln. Zu dieser Zeit begann ich auch, gelegentlich mein Essen zu wieder auszukotzen. Das hatte nichts mit der Ernährung oder einem Wunsch nach Gewichtsabnahme zu tun, ich tat es einfach aus keinem offensichtlichen Grund. Rückblickend nehme ich an, dass es als Stressabbau für Stress fungierte, von dem ich nicht wusste, dass ich ihn empfand.
Die Selbstzweifel wurden mit der Zeit immer schlimmer, aber äußerlich wirke ich immer noch scheinbar unbeschwert, zuversichtlich und glücklich. Die Menschen um mich herum reagieren sofort verwirrt oder besorgt, wenn ich mal nicht fröhlich und lächelnd herumlaufe, weil man das von mir eigentlich nicht kennt.
Es besteht eine extreme Diskrepanz zwischen der Art, wie ich mich präsentiere, und der Art, wie ich mich tatsächlich fühle. Es ist nicht einmal so, dass ich so tue oder ich mich absichtlich verstelle, sondern es fühlt sich eher so an, als hätte ich zwei verschiedene Persönlichkeiten, die ich an- und ausschalte, je nachdem, ob jemand in der Nähe ist oder nicht. Ich laufe voller Energie durch das Büro, freundlich, lächelnd, scheinbar selbstbewusst. Dann gehe ich nach Hause, fresse und stecke mir die Finger in den Hals, manchmal bis mein Hals von der Magensäure so gereizt ist, dass ich Blut spucke.
Ich bin voller massiver Selbstzweifel, meine Gedanken kreisen endlos darum, dass ich nicht intelligent genug, klug genug, gebildet genug, einfühlsam genug, kreativ genug bin. Ich bin völlig davon überzeugt, dass viele Menschen mich eigentlich nicht mögen und mich nur deshalb ertragen, weil es einfacher ist, als ehrlich zu mir zu sein. Ich verbringe übermäßig viel Zeit damit, das Verhalten anderer Menschen um mich herum zu analysieren, und nehme alles sehr persönlich. Ich kann nie herausfinden, ob ich außergewöhnlich sensibel bin und in der Lage, bereits kleine Hinweise wahrzunehmen, die beweisen, dass die Leute mich nicht mögen, oder ob ich tatsächlich paranoid bin und mir das nur einbilde.
Ich weiß auch nicht, ob ich unter einem "imposter syndrome" leide oder ob ich wirklich nur Glück habe und/oder gut darin bin, Menschen zu manipulieren. Jeder akademische oder karrierebedingte Erfolg scheint ungerechtfertigt und unverdient zu sein. Ich war die meiste Zeit meines Lebens ein Einser-Schüler bzw. -Student, ohne je viel zu gelernt zu haben oder übermäßig intelligent oder begabt zu sein. Mein ganzes Leben lang habe ich unverdientes Lob erhalten, und alles in allem hatte ich einfach unglaublich viel Glück und unverdiente Privilegien.
In letzter Zeit habe ich das Gefühl, dass ich langsam entgleise und mein mich selbst verliere. Meine Gedanken geraten außer Kontrolle, ich hinterfrage und überanalysiere ständig, zweifle an mir selbst und werde immer verwirrter, je mehr meine Gedanken durcheinander geraten. Außerdem bin ich von gelegentlichem Erbrechen dazu übergegangen, es mehrmals pro Woche zu tun. Ich schätze, es ist wirklich ein Mechanismus zum Stressabbau geworden. Irgendwie fühlt es sich an als wäre diese Person, die so selbstbewusst und lächelnd herumläuft der wahre "Finnick", und ich bin eigentlich jemand anderes, wie eine Art Geisterwesen, das nur dann herauskommt, wenn niemand in der Nähe ist. Wenn ich den Leuten diese Seite von mir zeigen würde, würden sie ausflippen und mich nicht erkennen, und es wäre, als würde plötzlich jemand anderes den Körper der Person bewohnen, die sie kennen.
Ich habe wirklich das Gefühl, ich werde langsam verrückt.
 

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Oshkosh

Mitglied
Es kommt mir so vor, als hättest du Angst vor der Zukunft. Bisher ist in deinem Leben alles glatt gelaufen. Jetzt kommen mal erste Rückschäge, und du hast Angst, dass es so weitergeht.
Das kann ich absolut nachvollziehen, denn ich würde bei mir auch eine negative Lebensbilanz ziehen.
Darf ich fragen, wie alt du bist? Und vor allen Dingen, wie deine berufliche Situation jetzt ist? Denn das ist meiner Meinung nach das Allerwichtigste. Wenn es beruflich rund läuft, braucht man keine Angst vor der Zukunft zu haben, jedenfalls nicht bei den Dingen, die man selbst beeinflussen kann.
Wovor ich zusätzlich Angst habe, ist die gesellschaftliche Entwicklung und die abzusehende Zerstörung der Umwelt, wodurch die Menschheit sich selbst und allen anderen Lebewesen die Existenzgrundlage entzieht.
 

Schroti

Sehr aktives Mitglied
Du hast in einem deiner Fäden bereits den Satz formuliert, welcher der Schlüssel zur Lösung deiner Probleme ist (sie hängen nämlich alle zusammen).
"Wenn ich meine Mitmenschen enttäusche, scheint dies immer daran zu liegen, dass sie ein idealisiertes Bild von mir haben, welchem ich in Wahrheit nicht entspreche."

Du lebst nicht DEIN Leben. Daher kannst du dir auch nichts gönnen. Kein Essen, keine Liebesbeziehungen, keine Freundschaft.
Du lebst ein missglücktes Idealbild und fühlst dich verständlicherweise schlecht, denn WENN man schon eine Kopie lebt, will man das doch wenigstens gut machen.
Du sehnst dich nach besonderen Erfolgen, einem hohen IQ, Respekt von Freunden. Aber das wird sich alles nicht so einstellen, wie du es wünschst, weil du DEIN Leben nicht richtig kennst.
Wenn du nicht therapeutisch lernst, tatsächlich DICH zu erkennen, wirst du mit dem Alter immer isolierter und "eindimensionaler". das wäre sehr schade.
Du sollteast kleinscherittig lernen, dir zu begegnen und dich wirklich zu sehen. Mit all deinen Dellen, Macken und Besonderheiten. Dann kannst du auch DEIN Leben leben. Und vielleicht sogar genießen.
Du wirst nicht verrückt. Im Gegenteil, deine Seele zeigt dir, dass du SO nicht weitermachen kannst.
Ziehe Bilanz.
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Hallo Finnick,
in vielen Fällen, evtl. auch bei dir, liegt die veränderbare
Ursache psychischer Beschwerden schlicht in fehlenden
Nährstoffen, die das Gehirn für einen normalen Betrieb
benötigt.
Wenn du ständig das, was du isst, wieder von dir gibst,
hat dein Darm gar keine Gelegenheit, die nötigen Nähr-
stoffe zu absorbieren und die gedanklichen Störungen
sind womöglich genau die Folge davon, sprich: eine Art
Notsignal, dass hier etwas Wichtiges fehlt.
Ich hatte vor ca. 30 Jahren, als ich von heute auf morgen
und ohne gute Informationen dazu auf alle Fleisch- und
Milchprodukte verzichtete nach und nach immer mehr
mentale (und körperliche) Beschwerden, die ich vorher
so nicht kannte. Dann lernte ich (zum Glück noch recht-
zeitig), wie wichtig eine gute Versorgung mit den Nähr-
stoffen Zink, Jod, Vitamin B6, B12 und anderen ist und
schon nach kurzer Zeit, als ich da gezielt nachhalf und
auch meinen Essenplan anpasste, ging es mir deutlich
besser.
Mein Tipp wäre also, dass du erstmal versuchst, wieder
so zu essen, dass du alle lebenswichtigen Nährstoffe zu
dir nimmst (da gehört auch Eiweiß dazu!) und die psychi-
schen Beschwerden parallel mit einer/m Arzt/Ärztin be-
sprichst, wo du Vertrauen fassen kannst. Evtl. kann man
da auch mal dein Blut untersuchen nach Mängeln. Nur
beim Zink ist das schwierig, da kannst du einfach selbst
eine Zinkkur machen und schauen, ob es einen Unter-
schied zum Besseren bewirkt.

Gute Besserung!
Werner
 
G

Gelöscht 116220

Gast
Es kommt mir so vor, als hättest du Angst vor der Zukunft. Bisher ist in deinem Leben alles glatt gelaufen. Jetzt kommen mal erste Rückschäge, und du hast Angst, dass es so weitergeht.
Das kann ich absolut nachvollziehen, denn ich würde bei mir auch eine negative Lebensbilanz ziehen.
Darf ich fragen, wie alt du bist? Und vor allen Dingen, wie deine berufliche Situation jetzt ist? Denn das ist meiner Meinung nach das Allerwichtigste. Wenn es beruflich rund läuft, braucht man keine Angst vor der Zukunft zu haben, jedenfalls nicht bei den Dingen, die man selbst beeinflussen kann.
Wovor ich zusätzlich Angst habe, ist die gesellschaftliche Entwicklung und die abzusehende Zerstörung der Umwelt, wodurch die Menschheit sich selbst und allen anderen Lebewesen die Existenzgrundlage entzieht.
An die Zukunft denke ich eigentlich weniger. Ich kann nur einfach das Bild, das ich immer von mit hatte, nicht mit meinem aktuellen Selbst in Einklang bringen.
Ich bin 25 habe einen festen Job, der an sich auch nicht schlecht ist. Luft nach oben wäre dennoch definitiv da und daran sollte ich arbeiten, was mir aktuell nicht gelingt.
Mein Lebenslauf sieht aktuell so aus:
07/2013: Abi (1,5)
09/13-08/14 Auslandsaufenthalt (work&travel)
10/14-09/17 BA-Studium (1,7)
10/17-04/18 MA-Studium, abgebrochen
07/18-11/18 Auslandsaufenthalt (da gejobbt)
01/19-04/19 Praktikum
06/19-12/19 Teilzeit gejobbt
Seit 01/20 Vollzeitjob
Ist nicht ideal, aber es gibt sicher katastrophalere Lebensläufe als meinen. Ich habe zwei Jahre verschwendet.

Du hast in einem deiner Fäden bereits den Satz formuliert, welcher der Schlüssel zur Lösung deiner Probleme ist (sie hängen nämlich alle zusammen).
"Wenn ich meine Mitmenschen enttäusche, scheint dies immer daran zu liegen, dass sie ein idealisiertes Bild von mir haben, welchem ich in Wahrheit nicht entspreche."

Du lebst nicht DEIN Leben. Daher kannst du dir auch nichts gönnen. Kein Essen, keine Liebesbeziehungen, keine Freundschaft.
Du lebst ein missglücktes Idealbild und fühlst dich verständlicherweise schlecht, denn WENN man schon eine Kopie lebt, will man das doch wenigstens gut machen.
Du sehnst dich nach besonderen Erfolgen, einem hohen IQ, Respekt von Freunden. Aber das wird sich alles nicht so einstellen, wie du es wünschst, weil du DEIN Leben nicht richtig kennst.
Wenn du nicht therapeutisch lernst, tatsächlich DICH zu erkennen, wirst du mit dem Alter immer isolierter und "eindimensionaler". das wäre sehr schade.
Du sollteast kleinscherittig lernen, dir zu begegnen und dich wirklich zu sehen. Mit all deinen Dellen, Macken und Besonderheiten. Dann kannst du auch DEIN Leben leben. Und vielleicht sogar genießen.
Du wirst nicht verrückt. Im Gegenteil, deine Seele zeigt dir, dass du SO nicht weitermachen kannst.
Ziehe Bilanz.
Das Absurde ist, dass ich mich bis vor drei Jahren vollkommen mit diesem Bild habe identifizieren können. Da war ich dieser offene, fröhliche, souveräne Mensch. Ich hatte gute Noten, Hobbies, Freunde, und war mit mir selbst im reinen. Irgendwann 2017/2018 kam dieser Bruch und seitdem bin ich ein anderer Mensch.
Ich habe mir kürzlich Videoaufnahmen von früher (Herbst 2015) angesehen und (ich entschuldige mich vorab dafür, dass das jetzt überheblich klingt) ich sehe da einen fröhlichen, selbstsicheren, charismatischen Menschen. Wer immer dieser Mensch ist, mit meinem derzeitigen Ich hat er wenig zu tun.

Hallo Finnick,
in vielen Fällen, evtl. auch bei dir, liegt die veränderbare
Ursache psychischer Beschwerden schlicht in fehlenden
Nährstoffen, die das Gehirn für einen normalen Betrieb
benötigt.
Wenn du ständig das, was du isst, wieder von dir gibst,
hat dein Darm gar keine Gelegenheit, die nötigen Nähr-
stoffe zu absorbieren und die gedanklichen Störungen
sind womöglich genau die Folge davon, sprich: eine Art
Notsignal, dass hier etwas Wichtiges fehlt.
Ich hatte vor ca. 30 Jahren, als ich von heute auf morgen
und ohne gute Informationen dazu auf alle Fleisch- und
Milchprodukte verzichtete nach und nach immer mehr
mentale (und körperliche) Beschwerden, die ich vorher
so nicht kannte. Dann lernte ich (zum Glück noch recht-
zeitig), wie wichtig eine gute Versorgung mit den Nähr-
stoffen Zink, Jod, Vitamin B6, B12 und anderen ist und
schon nach kurzer Zeit, als ich da gezielt nachhalf und
auch meinen Essenplan anpasste, ging es mir deutlich
besser.
Mein Tipp wäre also, dass du erstmal versuchst, wieder
so zu essen, dass du alle lebenswichtigen Nährstoffe zu
dir nimmst (da gehört auch Eiweiß dazu!) und die psychi-
schen Beschwerden parallel mit einer/m Arzt/Ärztin be-
sprichst, wo du Vertrauen fassen kannst. Evtl. kann man
da auch mal dein Blut untersuchen nach Mängeln. Nur
beim Zink ist das schwierig, da kannst du einfach selbst
eine Zinkkur machen und schauen, ob es einen Unter-
schied zum Besseren bewirkt.

Gute Besserung!
Werner
Ich kann nicht einschätzen, ob da etwas dran ist. Wäre aber schön, wenn es am Ende so einfach wäre.
 

_Alpha_

Aktives Mitglied
Wenn du ja leidest und dir das ganze entgleitet, konsultiere doch eine Fachkraft, z.B. Psychiater oder Psychotherapeut.
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
"Ich kann nicht einschätzen, ob da etwas dran ist. Wäre aber schön, wenn es am Ende so einfach wäre."

"Einschätzen" ist da auch nicht sinnvoll, sondern
der Versuch. Der zeigt relativ rasch, ob eine Ver-
änderung (hier der Nährstoffzufuhr) einen Unter-
schied bewirkt oder nicht.

Aber da es dir vor dem Anfang dieser Episode noch
gut ging und die Veränderung zum Schlechten fast
parallel zu deinem veränderten Essverhalten auf-
trat, klingt es für mich schon naheliegend, dass da
auch ein Zusammenhang existiert.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

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