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Werde ausgenutzt an der Arbeit

Ich hole mal meinen alten Thread vom Februar hoch, da mein Problem noch besteht und am gestrigen Tag das ganze massiv eskaliert ist.
Am Mittwoch hatte mein Teamleiter angedeutet, dass mal wieder ein sehr kurzfristiger Einsatz bei einem Kunden in Indien anstehen würde. Ich hatte ihn darauf gesagt, dass ich es vorziehen würde, wenn einer meiner Kollegen auch einmal zum Einsatz kommen würde, darauf hatte mein Teamleiter nichts mehr gesagt. Gestern zitierte mich nun der Chef meines Chefs in sein Büro und machte mich zur Schnecke.
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich eine derartige Behandlung noch nie zuvor erlebt habe und ich hatte schon früher mit cholerischen Chefs zu tun ...
Kaum hatte ich die Tür geschlossen gingen die Beschimpfungen auch schon los, was ich mir denn einbilde, eine dienstliche Anordnung abzulehnen, ob mir jemand ins "Gehirn ge****" (O-Ton) hätte etc. Ich solle froh sein, überhaupt hier arbeiten zu dürfen, bei all dem Mist, den ich immer baue und so ging es weiter eine knappe halbe Stunde. Anfangs war ich sprachlos, später hielt ich dagegen ohne allerdings beleidigend oder ausfallend wie mein Chef zu werden. Das machte die Sache nur noch schlimmer.
Danach warf er mich raus und sagte, wenn ich mich nicht füge und nächsten Dienstag zum Kunden fliege könne ich meine Papiere abholen. Im Moment bin ich fix und fertig. Zumal mein Arbeitgeber mir immer noch seit Wochen die ausgelegten Reisekosten (Hotel, Mietwagen) meiner letzten beiden Dienstreisen schuldet (insgesamt 2800 Euro) und ich nun schon wieder in Vorleistung gehen soll...
Für heute habe ich mich krank schreiben lassen, meinem Hausarzt meine schwierige Situation an der Arbeit erklärt. Wenn ich allerdings nächste Woche nicht an die Arbeit komme, war's das wohl, was soll ich nur tun ?
 
Hart bleiben. Am besten in der Woche tatsächlich nicht verfügbar sein.

Wenn sie Dich kündigen, dann musst Du Dir sowas wenigstens nicht mehr antun.

Deine Chefs sind ja wohl nicht ganz richtig im Kopf.

Am besten bewirbst Du Dich gleich bei anderen Firmen.
 
Also ganz ehrlich:

Klar ist es wichtig, einen Job und ein geregeltes Einkommen zu haben, gerade wenn man auch Familie hat.

Aber nicht um jeden Preis !!!

Was nützt es Dir und Deiner Familie, wenn Dich der Job nur noch krank macht, Du in naher Zukunft in ein Burn-Out-Syndrom hineinrutschst und dann für eine unabsehbare Zeit gar nicht mehr arbeitsfähig bist?

Nach dem, was ich hier gelesen habe, frage ich mich, was DAS für ein Sauladen überhaupt ist.

Fassen wir mal zusammen:

- Es gibt NULL Wertschätzung
- Es gibt NUR noch Druck
- Es gibt obendrein nur noch Kritik
- Es gibt NUR noch Überstunden en Masse
- Es gibt KEINEN Freizeitausgleich dafür
- Flexibilität wird in einem schon nicht mehr vertretbaren Maß gefordert
- Du wirst nicht zeitig informiert sondern immer nur vor vollendete Tatsachen gestellt
- Und zu guter letzt sollst Du den ganzen Scheiß auch noch selber zahlen (wobei ich mich schon frage, wie Du das noch finanziell stemmst)


Und das Gespräch hat wohl auch gezeigt, dass denen wohl auch nicht der Sinn danach steht, Dir die vorgestreckten Reisekosten zu erstatten geschweige denn Dir Deine Überstunden auszuzahlen, so dass Du sie so oder so wohl schon einklagen musst.
Es war völlig richtig, dass Du hingegangen bist und klar gemacht hast, dass es so nicht weitergeht. Lass Dir da auch nichts in der Richtung wie "Arbeitsverweigerung" einreden.
Zumal wenn Du noch völlig unvorbereitet und und unvorangekündigt von einem Tag auf den anderen auf eine Weltreise geschickt wirst und das ganze Unterfangen dementsprechend auch in die Grütze geht, dann ist das immer noch deren "Mist", der da gebaut wurde und nicht Deiner!
Lass Dir bloß von solchen Schwachköpfen nicht Deine Würde nehmen und Dir einreden, dass Du zu nix taugst.
Du kannst Dir da nur noch den A**** aufreissen und es wird Dir dort NIE gedankt werden.
Dieses Unternehmen scheint sich nur noch über seinen Narzissmus zu definieren und sich über alle Maßen aufzublasen.
Wenn ein Unternehmen es schon für nötig hält, seinen Mitarbeitern nur noch vorzuhalten, dass sie froh sein können, überhaupt dort zu arbeiten, zeugt das schon von einem verdammt niedrigen Niveau.

Es erfüllt nicht nur die Kriterien eines Irrenhausen (nach Martin Wehrles Sachbuch "Ich arbeite in einem Irrenhaus").

Es erfüllt nach meinen Einschätzungen schon die Kriterien von Mobbing (in dem Falle "Bossing").

In dieser Art und Weise verhalten sich Vorgesetzte nur gegen Mitarbeiter, die sie über kurz oder lang sowieso loswerden wollen oder sie suchen nur ein Opfer, an dem sie sich an ihrer Machtstellung laben können.

Selbst wenn Du über Deine Grenzen hinaus Deinen Arbeitseifer gezeigt hast, ist in diesem Unternehmen die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass sie es in Deinem Arbeitszeugnis mit den Worten "Seine Leistungsbereitschaft entsprach unseren Erwartungen" kommentieren.

Zumindest habe ich vergleichbare Einschüchterungstaktiken auch an meiner alten Arbeitsstätte kennengelernt. Reisen musste ich ja nicht. Aber ich weiß, dass ich sofort wieder weg wäre, sollte ich etwas Vergleichbares an neuer Arbeitsstätte erleben.


Also an Deiner Stelle würde ich schon lieber gestern als heute anfangen, sämtliche Inserate und Stellenangebote durchzugehen. Selbst wenn Du an Deiner nächsten Stelle nicht das gleiche Geld verdienst, dafür aber ein angenehmes Arbeitsklima vorfindest, ist das schon ein ganz klarer Gewinn. Man sollte von dem Geld noch ein gutes, sorgenfreies Leben gestalten können, aber Geld ist auch nicht alles.
Und in Deiner jetzigen Firma scheint wohl außer der Bezahlung wohl wirklich auf gut deutsch alles scheiße zu sein.

Wenn Du die Inserate durchsiehst, dann achte bitte auch auf bestimmte Begrifflichkeiten:

- Mit "Flexibilät" im Anforderungsprofil ist meistens genau DAS gemeint, dass Du bereit bist, von Knall auf Fall größere Reisen anzutreten oder massenhaft Überstunden zu leisten und auf Freizeit und Privatleben weitesgehend verzichtest.

- "Wir bieten eine leistungsgerechte/angemessene Bezahlung" bedeutet in der Regel, dass die Bezahlung miserabel ist und oft deutlich unter dem liegt, was wirklich leistunsgerecht wäre. Es kann auch bedeuten, dass nur auf Provision bezahlt wird. Vertrauenserweckender wäre da "Wir bieten eine attraktive Vergütung".

- "Wir bieten eine Stelle mit verantwortungsvollen Aufgaben / in einer verantwortungsvollen Position" heißt übersetzt, wir suchen in Wirklichkeit nur einen Lastesel und Sündenbock, den wir praktisch für alles verantwortlich machen können, ohne dass diesem dafür entsprechende Privilegien geschweige denn eine angemessene Bezahlung zugesprochen bekommt


Es gibt da noch weit mehr Formulierungen, die mit Vorsicht zu genießen sind.

Hol Dir am besten noch einen Ratgeber, der Dir dabei hilft, in Stellenanzeigen und in Vorstellungsgesprächen auch zwischen den Zeilen zu lesen.

Denn wenn Du mit 45 noch einmal in einem neuen Unternehmen anfängst, willst Du ja wahrscheinlich auch sichergehen, dass dieses Unternehmen auch das Richtige für Dich ist, wo Du Dir auch vorstellen kannst, bis zur Rente zu bleiben.
 
Ja, ich denke auch, das das jetzt wirklich der Tropfen ist, der das Fass zum Überlaufen bringt.
Sollen Sie dir doch kündigen! Dann läßt dich das Arbeitsamt wenigstens erstmal in Ruhe und du kannst die ausstehenden Gelder einklagen und eine Anzeige wegen Beleidigung würde ich auch noch hinterherschieben.
Jemand der so kompetent ist wie du, wird auch noch woanders einen Job finden. Wie sähe es denn im englischsprachigen Raum aus oder spielt da deine Familie nicht mit?

Ich vermute aber fast, dass sie dir eben nicht kündigen werden, da sie nämlich keinen haben, der den Job sonst machen kann. Und jetzt käme dein großer Tag. Mach dir schonmal eine Liste von Forderungen, die du denen knallhart um die Ohren hauen kannst. 1. Geregelte Arbeitszeiten 2. gerechte Auftragsverteilung. 3. Vorausschauende Planung 4. Höheres Gehalt und zwar mindestens 20%. 5. Adäquate Umgangsformen. Was soll dir schon passieren, schlimmer kann's nicht mehr werden, nur noch besser.

Viel Glück!!
 
@TE

Ich fürchte Du schätzt Dich selber nicht wert.

Es zeigt sich doch, dass Du der Einzige bist, der diese Aufträge mit diesen Auslandsreisen erfüllen kann. Wenn der Chef, der übrigens auch ein Axxxloch ist, dies nicht erkennen würde, würde er Dir diese Aufträge nicht geben.

Also arbeite an Deinem Selbstbewusstsein und lasse Dich nicht herunterziehen. Du kannst etwas, was die anderen nicht können. Siehe es mal von dieser Seite.

Es gibt halt Jobs, da ist das so.
 

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