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Wer bin ich?

F

F<gast>U

Gast
Wer bin ich? Was bin ich?
Ich bin eher katholisch erzogen worden ...
... oder wurde ich gar nicht erzogen?
Gekümmert hat sich auf jeden Fall keiner um mich.
Wenn ich geschriehen habe wurde ich ignoriert.
Wenn ich Zuneigung wollte wurde ich beiseite geschoben.
Wenn ich Angst hatte wurde ich ausgelacht.
Wenn ich Schutz suchte stand ich alleine da.
Und dennoch wurden mir Gebote eingetrichtert wie Nächstenliebe.
Es wurde immer mit Gewalt gedroht. Egal bei was.
Gedroht wurde immer. Egal mit was.
"Ich bin nur verpflichtet dir Wasser und Brot zu geben, sonst nichts."
Und sowas hört man von der eigenen Mutter.
So, als wolle sie mich gar nicht.
So, als hätte sie mich nie gewollt.
Und sowas kommt von der eigenen Mutter...
Ich habe mir das auch wirklich so vorgestellt, weil ich es nicht besser wusste.
Nur Wasser und Brot. Das heißt, kein Obst und Gemüse. Keine Vitamine. Kaum Mineralstoffe.
Klar, dass sowas nicht geht. Aber ich wusste es doch nicht besser!
Ständige zu irgendwelchen Dingen getrieben.
Ständige Drohungen im Hinterkopf.
Ständige Demütigungen...
Ständiges Leid.
Warum will ich jetzt solchen Menschen helfen?
Warum will ich den Menschen gutes, wenn sie allesamt hasserfüllt sind bis auf die Knochen?
Warum kann ich kein A******* sein?
Warum kann ich nicht einfach auf alle scheißen und es ihnen mit gleicher Münze heimzahlen?
Jetzt bin ich stärker.
Jetzt bin ich mächtiger.
Jetzt habe ich das sagen.
Und dennoch nutze ich mein Wissen nicht um ihnen böses zu tun, sondern gutes.
Warum?
Sie haben mich alle jahrelang beschimpft, beleidigt, gedemütigt und wie den letzten Dreck behandelt.
Sie haben mich ausgelacht.
Sie haben auf mir noch rumgetreten als ich auf dem Boden lag.
Sie haben mir keinerlei Zeichen von Liebe und Anerkennung geschenkt.
Nur Wut - Hass - Zerstörung.
Ich bin nach wie vor in der Opferrolle.
Ich wurde so unglaublich eingeschüchtert...
"Sei freundlich zu deinen Mitmenschen!"
"Du sollst nicht lügen!"
"Du sollst nicht stehlen!"
"Du sollst nicht...!"
BLABLABLA...
Es wurde mir immer mitgeteilt, dass das alles fair ist.
Für wen frage ich mich gerade.
Für mich sicherlich nicht.
Die Welt ist scheisse und grausam.
Das ist jetzt kein "Ich will mich umbringen!" Geschwätz.
Das ist einfach nur eine Tatsache.
Nur warum hat man mir das immer anders erzählt?
Warum habe ich es überhaupt geglaubt?
Wie blöd kann man denn als Kind sein?
Und jetzt bringe ich es nicht mal fertig einen Geldbeutel den ich auf der Straße gefunden habe zu stehlen.
Trotz allem was ich erlebt habe.
Ich raffe es nicht.
So auf die Art: "Wenn dir jemand eine auf die Wange haut, dann halte ihm auch die zweite hin!" oder so ähnlich.
Scheiss Bibel. Scheiss Religion.
Wozu wurde mir das beigebracht?
Doch nur damit die Leute oben an der Macht noch mächtiger werden.
Doch nur damit sie keine Angst davor haben müssen ihren Posten zu verlieren.
Doch nur damit andere davon profitieren.
Man selbst hat rein gar nichts davon.
"Danke! Da waren all meine Papiere drin und das Geld brauch ich unbedingt zum einkaufen. Das hätte mir den Monat sonst gefehlt. Ich bin überglücklich!"
Tja... und? Es ist ja schön für andere, wenn ich zu derem Glück beitrage. Nur was bringt es mir?
Was habe ich davon?
Dauernd dieses scheiss Gefühl andere glücklich gemacht zu haben kotzt mich an.
Egal wo ich hinkomme, alle finden mich nett und sympathisch. Jeder will mit mir zu tun haben.
Doch warum wohl nur? Sie fühlen sich in meiner Gegenwart wohl, weil sie um nichts fürchten müssen.
Ich bin eben ein Omega-Tierchen.
Das ist gewohnt immer nur der Fußabtreter anderer zu sein.
Ich hasse es!
Mich kotzt es so an!
Irgendwann wird mein Kragen platzen...
Und dann möchte ich nicht in der Haut anderer stecken.
Denn dann werde ich mal Alpha-Tierchen spielen.
Und zwar so wie es vor mir noch niemand tat.
Dann rollen nicht nur Köpfe.
Ich hasse die Menschheit und ihre gespielte Heuchelei.

Gute Nacht!
Und träumt was Schönes! (<- Das hier ist Sarkasmus!)

Wer bist du?!
Wer bin ich?!
 

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T

Tztz...

Gast
Na ja, ist doch gut, wenn du verstehen lernst, dass nicht alles was die Erziehung im Elternhaus, Schule und Kirche hergibt, wahr ist oder richtig oder vernünftig.

Wenn du diese Erkenntnis positiv kanalisierst und nicht wütend bleibst, dass du alles geglaubt hast, was man dir beibringt, bist du doch auf dem besten Wege zu einem selbständig denkenden und leben könnenden Menschen.
 

Tyra

Sehr aktives Mitglied
Kleine Mathematik des Seins:

Du bist NICHT die Summe deiner Erlebnisse oder Produkt deiner Vergangenheit
Du bist NICHT der/die man dir sagt der du bist oder zu sein hat

Du bist der/die den/die du aus dir machst. Du bist Architekt deines Lebens und voll verantworlich für alles was du tust. Niemand sonst...egal wie leidvoll deine Vergangenheit war, egal wie bekloppt der eine oder andere war, die dir dieses oder jenes antaten. Es gibt keine Täter und Opfer, es gibt immer nur Menschen die sich sozial korrekt verhalten oder sozial inkorrekt mit den jeweiligen Konsequenzen für ihr Tun.

Bist du mit überstarken Gefühlen erfüllt, bist du Sklave deiner Gefühle.
Hass bindet und knechtet dich an den Pflock der Vergangenheit und alter schmerzhafter, leidvoller Erfahrungen.
Gibst du Hass weiter und Wut, wird man dir nicht wohlwollend begegnen,
säst du Unfrieden erntest du Unfrieden.

Hass und Wut sind Kennzeichen von kleinem Willen und großem EGO. Hass und Wut sind eine Art energetische Blähwolke um ein angstvolles, komplexbeladenes Ich herum, dass sich größer wähnen will und in der Überkompensation (= dem Gefühl der Kleinheit zu entgehen einen auf groß machen...Größenwahn = überstarke Machtbetontheit etc.) übers Ziel hinausschiesst.
Damit findest du keinen Frieden. Was du anderen antust tust du dir letztlich selbst an.

Leiden ist Lernen...was du gelernt haben solltest ist, wie man Leiden vermeidet. Durch Hass, Wut, also unkontrollierte Gefühle entsteht Leid.....aber ggf musst du das noch durch mehr Leid erlernen...es gibt ja immer einige Lernschwache die erst ganz unten landen müssen..im Knast oder tot auf der Straße od.ä. Ob du zu denen gehörst entscheidest letztlich du selbst.
Wenn du emotional nicht klar kommst solltest du deine Fragen mit einem Psychologen klären, ne Bewegungstherapie dazu, viel Sport zum Auspowern, soziale Aktivitäten, sinnvollen Beschäftigungen nachgehen...das alles führt zu innerem Frieden und Erfülltheit.

Mit gewissen Lebensweisen z.B isoliert + bewegungsarm im Kämmerlein hocken, Mistkrams in TV oder PC konsumieren nährst du deinen Painbody....ist so eine Art Autoaggression..genau wie Wut und Hass im Grunde Autoaggression sind und man sich damit Scheisse fühlt,gibt zwar ggf kurzfristig nen Machtkick aber auf lange Sicht bringt es wenig.

Tipps: nutze deine Aggressionen, also deinen Antrieb für was Konstruktives...Destruktion ist leicht. Indem du (d)eine Sandburg kaputt machst bist du ein Kleinkind im Sandkasten des Lebens.

Tyra
 

Tyra

Sehr aktives Mitglied
Du hast Recht mit Scheiss Religion. Allerdings ist es ein Unterschied ob man moralistische Religion praktiziert oder einen religionsfreien puren Glauben an das Leben selbst und gewisse ethische Grundwerte. Ohne grundlegende ethische Werte, Tugenden und Moral ist kein vernünftiges Zusammenleben möglich.
Wenn du zu einer sozialen Gemeinschaft gehören willst mit all ihrem Komfort und Annehmlichkeiten musst du halt eine Art contract sociale eingehen...einen Sozialvertrag und dich damit an gewisse Grundregeln halten...das ist der Deal.

Du kannst natürlich auch sagen: scheiss drauf, ich geh in ein Krisengebiet/Kriegsgebiet dieser Erde und kämpfe dort ums nackte Überleben wenn dir eher danach ist. GGf wäre diese Erfahrung ganz gut um dich ein wenig runter zu bringen und bescheidener zu machen, du der du grad fett und satt hinterm PC geklemmt rummault und sich in gedanklichen Wut- und Machtorgien suhlt.

Deine Denkweise ist zu stark Schwarz-Weiss und zu wenig differenziert..guck also mal genauer hin und bewerte nicht vorschnell dieses als schlecht oder jenes als gut. Zwischen Gut und Böse gibt es eine Menge weiterer Systemzustände.
Du musst kein totaler Gutmensch sein, es reicht wenn du dich an gewisse Grundregeln hältst und deinen Job als Mensch ganz gut hinkriegst. Es ist auch nicht notwendig ein komplett böse/blödes A******* zu sein um dich in einer Art Minuskarriere zu profilieren...Du kannst zwar die Extremformen mal ausprobieren, aber sie werden auf Dauer zu anstrengend sein....und zudem haben sie beide gewisse Risiken und Nebenwirkungen die DU mit deiner jeweiligen Wahl zu tragen hast...niemand sonst.

Wähle also und wähle weise...würde Klein-Yoda sagen....und dir, wenn du einen auf Darth Vader machst ggf eins überbrezeln mit seinem Laserdings ..oder so.

Und was die Menschheit angeht: die ist derart vielfältig und heterogen dass du mit deinem Topfwurf = alle in einen Pott werfen auch nicht grad realistisch bist und damit weiter kommen dürfest.
Mit deiner Formel: Menschheit = böse
Ich (also du) = gut (oder megaböse) liegst du schräg.
Vermutlich haben dir ein oder zwei Leute ans Bein gepinkelt?...Mama oder Papa oder ein Mitschüler od.ä? Und du siehst diese Person/en als gesamte Menschheit? Das ist ein wenig übertrieben. Aber es ist natürlich ganz gut auch mal Dampf ab zu lassen sofern es einigermaßen realistisch bleibt und nicht zu blindwütig ins Nichts der übergroßen Leerstelle eines überkandidelten Ichs verdampft. Bei Ichblähpudding reicht an sich oft ein kleiner Piekser und es macht "pling" und übrig bleibt ein kleines Häufchen Elend.

Alphas stehen an sich ausreichend über den Dingen und haben ihr EGO ausreichend im Griff. Manchmal reichen auch einige Betablocker um innere Ängste und daraus resultierend zu starken Zorn ein wenig zu dämpfen.

Mit zu krasser Wut stehst du bei Omega...am Ende der Nahrungskette, denn damit übersiehst du das Schöne am Leben und im Leben und verpuffst zu viel Energie in Hierarchiedenken.

Generell ist deine Frage wer du bist, was der Mensch ist sehr gut und philosophisch interessant. Lies mal in der Philosophie darüber, in der Anthropologie, Psychologie, Medizin, Geschichte, Soziologie, Theologie etc. etc...da kannst du dann diverse Perspektiven/Ansichten/Meinungen/Eindrücke/Theorien sammeln gehen und erst dann kannst du ansatzweise davon sprechen dich selbst und die Menschheit ein wenig verstanden zu haben.

Abzüglich sämtlicher kultureller Aspekte, biologischer Aspekte, geschichtlicher Aspekte und auf reiner Quantenebene bist du z.B Sternenstaub (im lyrischen Sinne) oder anders ausgedrückt: eine Ansammlung von Energiefeldern....die eine kurze zeitlang (aus kosmischer zeitebene nur ein Blinzeln lang) in der Form existiert wie du nun existierst....angesichts der Kürze deines Lebens wäre es angemessen drauf zu achten dass das Wohlgefühl am Sein den Hauptanteil ausmacht. Dazu muss man manchmal durchaus einige Kompromisse und Abstriche in der Anspruchshaltung machen..und auch einfach mal fünfe grade sein lassen.
Oder wenn dir Unrecht geschieht lernen dich angemessen und effektiv zur Wehr zu setzen..also nicht mit Wut und Getöse..sondern gelassener und bedacht.

Mein Vater war in meiner Kindheit/jungend teilweise gewalttätig. Es gab damals die Wahl ebenfalls mit roher Gewalt vor zu gehen, es reichte aber auch mit der Staatsgewalt, sprich Polizei zu drohen damit es besser wurde und um Grenzen zu setzen. Zudem war es wichtig meinen Eltern zu vermitteln und zwar glaubhaft dass Gewalt kein legitimes Erziehungsmittel ist...Leider kapieren das ja bis heute sehr viele Eltern nicht.

Mit Wutattacken und Gewaltträumen bist du um keinen Deut besser. Leid kann man nicht mit Leid bekämpfen. Es geht um einen Ausstieg aus dem Kreislauf des Leides.
Dazu musst du nicht unbedingt die andere Wange hinhalten, sondern kannst auch einfach gehen wenn du auf Menschen triffst die öfters den Drang haben dir eine zu knallen.

Tit for Tat ist ganz gut und lt. Soziobiologie/Spieltheorie die günstigste Verhaltensvariante: Grundhaltung freundlich aber wenn dich jemand angreift auch angemessen zur Wehr setzen können.

Das mit der anderen Wange hinhalten ist dann eher was für Fortgeschrittene wie Jesus, die mit solidem Charisma ne starke Präsenz haben (zudem bereits nen gewissen Ruf, ne Lobby + Anhängerschaft haben) damit das auch einigermaßen hinhaut ;) und sich in der Regel alle total mies fühlen dann noch die Hand zu erheben. Vor Publikum kommt es dann eh nicht gut wenn einer keine Furcht vor Schmerz zeigt und Größe + Friedfertigkeit und der andere dann dämlich mit Schwert (oder Wut oder Rache etc.) rumfuchtelt. Es geht um die Psychologie Gewalt ad absurdum zu führen....Das mit der anderen Wange hinhalten ist eher symbolisch gemeint in Hinsicht auf Furchtlosigkeit vor Leid.

Auch für gewisse Situationen in denen man eh keine Schnitte mehr hat und in Bezug auf einen möglichst schmeichelhaften Nachruf (in Bezug auf Würde und Tapferkeit etc.) kommt die Märtyrervariante besser, als kreischend mit Allmachtswahn unbewaffnet gegen ein bis an die Zähne bewaffnetes Heer zu rennen oder dem Henker in das Beil oder so...
 
Zuletzt bearbeitet:
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F<gast>U

Gast
@ sensibli:
Einen Amoklauf finde ich persönlich total sinnlos. Genauso sinnlos wie einfach irgendjemanden töten oder sonstwas. Es ändert sich dadurch nichts, außer, dass am Ende vielleicht ein paar Menschen weniger leben. Nur was soll mir sowas bringen? Vermutlich bin ich am Ende selbst tot.

@ Tyra:
Du liegst daneben mit deinen Vermutungen wer ich bin. Der Rest ist ein wirklich wundervoll geschriebener Text, den ich inhaltlich aber nicht ganz so gut finde. Die Aussage ist nämlich im Grunde immer die gleiche, nur metaphorisch anders ausgedrückt und nichts neues für mich.
 

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