Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Wer bin ich eigentlich ?

  • Starter*in Starter*in Anne1980
  • Datum Start Datum Start
Mir gehts so - in meinem Umfeld sind auch etliche, wenn nicht der größte Teil - die anspruchsvolle Jobs machen, z.T. in absolut ltd. Position - ich krieg bei sowas absolute Negativvisionen - denke, wenn ich sommers Mittags am See liege, mir die Sonne auf den Bauch scheinen lasse, dabei nen nettes Buch lese, müssen die im Büro schwitzen und Überstunden schieben ;-). Ich habe auch keine Lust jeden Tag (war früher so) mit Magenschmerzen ins Büro zu gehen, ständig unter termindruck zu schuften und mir nicht den kleinsten Fehler erlauben zu dürfen, sowas machte mich fertig. Da finde ich meinen "Werdegang" besser. Bzw. was hast du für fin. Ansprüche ans Leben, wenn du jedes Jahr nen neuen Porsche brauchst, dann musst du halt nen Job machen, wo du dafür das Geld brauchst und dich nach der Decke strecken. Reicht dir im Leben nen verrostetes Fahrrad, brauchst du nicht sowiel Energie für die Erfüllung deines Lebensstandards - bzw. brauchst im Gegenzug das Selbstbewusstsein über solchen "Konsumwahn" erhaben zu sein. Das wichtigste ist, was BRAUCHST DU im Leben, finanziell oder eben Dinge, die nicht mit Geld aufzuwiegen sind. Wenn du unbedingt der Typ bist, der tagtäglich nach Anerkennung hechelt, unbedingt Statussymbole brauchst, dann musst du halt ne sg. Karriere machen, weil du sonst krank wirst ;-). brauchst du Zeit für dich, oder eben ein ruhigeres Leben, dann machste halt nen "normalen" Job.
 
Wahrscheinlich hast du recht.
Ich brauche nicht unbedingt einen Porsche und auch kein überdimensioniertes Haus, manchmal sind es sogar die kleinen Dinge an denen man sich erfreuen kann. Ich will hier auch nicht gegen so Menschen in Top-Jobs herziehen, aber wenn man nicht grade das Rad neu erfindet , tut man sich heutzutage sowieso schwer einen "abgehobenen" Lebensstandard zu führen.

Ich hab nur den Eindruck, dass immer mehr in diese Regionen kommen möchten, dafür aber auch immer mehr arbeiten. Ich kenne mind. 3 Bekannte, die durch z.B. durch Selbständigkeit zu einem gewissen Wohlstand gekommen sind, aber alle lagen bereits schon im Krankenhaus, einer davon hatte mit Anfang 40 einen Herzinfarkt (Monatelanges Arbeiten bis 2 Uhr nachts). Das ist das was ich meinte, ich lasse mir lieber einmal mehr die Sonne auf den Bauch scheinen (wie du so schön vorfuliert hast) und bleibe gesund.
Nur wird mir diese Einstellung leider auch durch diese Bekannten und durch den täglichen Medienwirrwar quasi "versaut". Schönheit, Materialismus, Anerkennung - scheinbar zählt in vielen Kreisen nur das...
 
@ Anne1980

Du hast schon eine gesunde Einstellung. Aber du rührst an einer Entwicklung, die vorrangig dem gestiegenen internationalen Wettbewerb und Konkurrenzdruck geschuldet ist, der uns Menschen nur noch als Leistungsträger und Kostenfaktor sieht und gegen den wir uns nur schwer zur Wehr setzen können. Das Resultat: Einzelkämpfermentalität, stetig steigender Konkurrenzdruck.......Krankheit... 😉
Ich habe selbst studiert, beurteile rückblickend vieles aber mittlerweile weitaus nachdenklicher und distanzierter als noch zu Beginn. Ein studium erfordert vorrangig eines: Selbstdisziplin, Struktur, Durchaltewillen und eine gesunde Portion Selbstbewußtsein. Du schreibst, diejenigen mit abs. Studium wirkten, als wären sie gewissermaßen ''gesegnet'', weil sie nicht nur die öffentliche Meinung auf ihrer Seite hätten sondern auch ein durch und durch geregeltes Leben führten. Eine Musterkarriere eben. Dem muß ich entgegenhalten, dass dies auf viele sicherlich zutreffen mag (vorrangig die gefragten technischen und wirtschaftsorientierten Bereiche), auf ebenso viele ( die im Stillen, Verborgenen verbleiben) aber nicht, denn sie plagen sich nach dem Studium mit befristeten Jobs, mit Ausbeuterverhältnissen (stichwort Praktika), mit Lebens- und Sinnkrisen, mit fast schon unmenschlichem Konkurrenz- und Erwartungsdruck herum. Und das Fatale ist: es ist oft über Jahre hinweg keine Besserung in Sicht, es gibt keine Beständigkeit mehr! Das Leben ist trotz der unzähligen Freiheiten und Möglichkeiten gänzlich unplanbar geworden, weil man sorgsam ausgearbeitete Pläne oftmals in kürzester Zeit wieder über den Haufen werfen muß. Und dann dieser ständige Zwang, sich rechtfertigen zu müssen wenn es darum geht, sein Leben erklären zu müssen. Eine furchtbare Sache, die nur darauf hindeutet, wie fremd wir uns geworden sind und wie sklavisch wir einem auf Geld fixierten System dienen...
Ich stecke selbst momentan in so einer Sinnkrise, weil ich das Gefühl habe, ich habe mir zwar selbst etwas bewiesen, andererseits aber auch nichts erreicht. Es ist ein beständiger Tanz zwischen unbefriedigenden, befristeten Arbeitsverhältnissen, der Angst den stetig stiegenden Anforderungen nicht mehr gerecht werden zu können, sich selbst zu vernachlässigen und zu versagen sowie drohender Arbeitslosigkeit, inklusive der damit verbundenen öffentlich geschürten verachtung und Ausgrenzung. Da überlegt man schon, wofür man diese Entbehrungen auf mich genommen hat und welchen Sinn dieser Eiertanz in unserer Gesellschaft hat.

Ehrlich? Je älter ich werde, umso weniger komme ich mit dieser Tretmühle klar und umso mehr frage ich mich, wo innerhalb dieser gefrässigen Maschinerie überhaupt mein Platz ist...
 
Jeder tut das was er für richtig hält um glücklich sein zu können. Jeder nimmt die Ziele in Angriff die er für sinnvoll hält. Jeder entscheidet selbst, was für ihn erstrebenswert erscheint und wofür er Zeit investieren möchte.

Vergleicht euch nicht. Das macht unglücklich. Ihr seid niemandem Rechtfertigung schuldig ausser euch selbst. Wenn ihr das Gefühl habt etwas erreichen zu wollen, dann tut es. Wenn nicht, dann lasst es. Aber fühlt euch nicht verpflichtet etwas zu tun um "mehr wert" zu sein. Sondern nur weil "euch" etwas interessiert oder Spass macht.

Studieren bedeutet die Materie zu lieben und tiefer eintauchen zu wollen. Wenn man den Wunsch nicht hat, sondern glücklich ist ohne dies, dann ist das genauso richtig. Man kann nichts falsches tun. Denn Recht machen kann man es sowieso niemandem. Nur sich selbst..

Am Ende seines Lebens bereut man nicht was man getan hat, sondern was man nicht getan hat..

Am Ende ist das Ziel doch nur eins: Glücklich sein, geliebt werden..

Dabei ist es egal wie man erreicht. Jeder auf seine Weise..

Zum Teufel mit der oberflächlichen Intelligenz.. Was bringt einem ein Studium, wenn man kein Stück Mitgefühl, Höflichkeit und Respekt vor Menschen hat..
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo, Anne!

Mir ergeht es manchmal ähnlich wie Dir. Auch ich habe in meinem Leben irgendeine Abzweigung verpasst und stelle fest, dass ich deswegen immer wieder gegen die Wand laufe.

Es ist nicht zu glauben, für welche Tätigkeiten mittlerweile ein Studium verlangt wird.

Ich arbeite in einer Bank und interessiere mich unheimlich für Baufinanzierung. Vor einiger Zeit war eine Stelle als Trainee (Auszubildender) für Baufinanzierung intern ausgeschrieben. Voraussetzung: abgeschlossenes Hochschulstudium.

Frohen Mutes habe ich mich beworben, arbeitete ich doch schon seit fünf Jahren in der Kreditabteilung. Ich war blauäugig genug um mir einzureden, das allein sei schon eine Qualifikation.

Weit gefehlt!

Der Personal-Chef las meine Bewerbung und meine Personalakte, rief mich dann an und meinte, aus meiner Akte ginge ja gar nicht hervor, dass ich studiert hätte. Ich sagte ihm, nein, das hätte ich auch nicht, aber das Studium könne ich ja nachschieben.

Da sagte er allen Ernstes zu mir: "Studieren Sie erst mal, dann können Sie sich bewerben."

Ich muß dazu sagen, dass ich keine ausgebildete Bankkauffrau, sondern "nur" ein "Quereinsteiger" bin. Das schien aber überhaupt keine Rolle zu spielen. Also muß man nicht unbedingt Bankkaufmann/frau sein, um diesen Job zu bekommen, sondern braucht nur ein Studium!!! Ob ich gut mit Kunden umgehen und mich schnell in neue Sachverhalte einarbeiten kann, stand ebenfalls nicht zur Debatte!!!

Und: Ob der Personal-Chef studiert hat, das sei noch dahingestellt.

Ja, manchmal ist es schon bitter...

Aber gottlob ist einem das ja auch "nur" auf der beruflichen Schiene hinderlich - unser Umfeld, unsere Freunde, unsere Familie beurteilen uns bestimmt nicht, daran, ob wir irgendein Diplom oder Bachelor-Titel haben!

Das sollte uns aufrecht erhalten. Was die, die uns nicht kennen, von uns denken, kann doch gar nicht aussagekräftig sein, WEIL sie uns nicht kennen!

Gruß

Lavendel
 
Hallo Lavendel.

Danke deiner aufbauenden Worte. Vor allem der letzte Satz baut etwas auf, wenn man sich dafür im beruflichen Leben auch nichts dafür kaufen kann. Wie gesagt, meine Lebenslust hat in den letzten Jahren ziemlig nachgelassen (auch wenn privat alles stimmt), weil man diesen Druck einfach täglich einhaucht und dieser auch von der Gesellschaft gemacht ist.

Wenn ich unterwegs den Leuten zuhöre, gibt es kaum noch Gespräche die nichts über Berufe zu tun haben oder was dieser oder jener macht. Dabei kann ich mich manchmal an völlig banalen Kleinigkeiten erfreuen, aber jeden Tag wird einem aufs Neue eingebleut, dass man ohne Super-Diplom nichts wert ist.

Wieviele Menschen wären zu guten Leistungen fähig, wenn man sie einfach nur mal ließe. Alles wirkt immer komplizierter und konstruierter, manchmal entscheiden Glück oder Beziehungen über sein oder nicht sein. Wenn wir mit tausenden Leuten zusammen Fußballs chauen scheinen wir alle gleich zu sein - und dennoch sind wir so verschieden.

Ich vermute ich habe ein sehr gestörtes Verhältnis zum Thema Leben <---> Beruf .
Leider weiß ich nicht,wie ich aus diesem Sumpf herauskomme.
 
Also du solltest die Sicht nicht auf die 3 Leute fixieren.

Erst mal würde ich die Gesamtbevölkerung von Deutschland nehmen

wie viel Leute in Deutschland gehen einer Arbeite nach?
wie viel von denen hat einen Schulabschluss?
wie viel davon hat eine Ausbildung?
wieviel davon haben einen akademischen Grad?

100% Bevölkerung - davon gehen nicht mal 50% einer Arbeit nach – nicht mal 20% von den Arbeitnehmern haben ein Berufsabschluss – ca. 1.3% ein akademischen Grad

Die Werte stimmen nicht! Sondern sind einfach mal so eine Vermutung. Ich würde die arbeitende Bevölkerung und die mit Berufsschulabschluss nochmals beträchtlich minimieren! Also ich weiß das sieht jetzt alles etwas unglaubwürdig aus, aber man sieht halt die ganzen Leute auch in seinem Umfeld nicht die nichts haben! Gehe doch einfach mal davon aus, wie viel Leute in Deutschland nicht mal lesen und schreiben können. Da wirst du stauen wie viel es gibt.

Will damit sagen wenn du einen guten Berufsabschluss hast, gehörst du schon zu der sogenannten besser gebildeten!

PS: Man soll immer den Menschen sehen und nicht nach dem Bildungsgrad beurteilen.

Also mach dir keinen Gedanken über die 5 Leute, bei Schlag den Raab.

Die sind wegen ihrer Bildung keinen besseren Menschen!
 
Hallo lieber Gast,

auch deine Worte bauen doch etwas auf. Jemand hat etwas von gesellschaftlichen Zwängen geschrieben. Wahrscheinlich ist genau dies mein Problem. Noch vor 5 jahren hatte ich mir da überhaupt keine Gedanken gemacht.
Und auch du schreibst wieder man muss den Menschen sehen und nicht nach dem Bildungsgrad beurteilen. Und natürlich sind die 5 kandidaten keine besseren Menschen, es wirkt eben nach außen hin so, als seien sie etwas "besonderes".

Vielleicht habe ich aber auch das "Pech" immer nur mit Leuten zu tun zu haben, die vermeintlich "besser" sind als man selbst, das soll aber nicht heißen dass ich mich nach unten orientieren möchte. Ich finde einfach das Thema Beruf nimmt immer mehr Platz im Leben ein und wird immer stressiger, wenn man nicht sogar heutzutage weitaus weniger Zeit abseits dieses Themas hat als noch vor 10 Jahren.
Bitte denkt nicht hier schreibt jemand der am liebsten nur auf der faulen Haut liegen würde. Ich hoffe Ihr könnt mein Problem so verstehen wie es gemeint ist.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 0) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben