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Wer bin ich eigentlich ?

  • Starter*in Starter*in Anne1980
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A

Anne1980

Gast
Guten Abend allerseits.
Ich lese ja schon einige Zeit hier im Forum mit und nun schreibe ich auch mal meinen Frust von der Seele. Ich schaue gerade Schlag den Raab an, von 5 Kandidaten haben alle 5 mindestens studiert, Wirschaftsingenieur, Diplom, Rechtsanwalt usw... bzw. alle haben "besondere" Fähigkeiten, teilweise gleich 2 Abschlüsse, dazu noch sportlich Erfolg etc...

Manchmal frage ich mich wirklich ob man in der heutigen Zeit schon fast studiert haben muss um auf irgendeine Art in der Gesellschaft angesehen zu sein. Ich kann wirklich verstehen, dass da mancher normal arbeitende Depressionen bekommt. Ich schreibe das jetzt nicht aus Neid, aber sind diese Menschen so viel besser oder intelligenter als die anderen?
Irgendwie wird man von den Medien und der Gesellschaft immer mehr auf eine Leistungsmaschine getrimmt. Ich selbst habe (aus welchen Gründen auch immer) nicht studiert und verdiene eben so, dass ich damit über die Runden komme. Große Sprünge kann ich mir natürlich nicht leisten. Da werde ich aber doch irgendwie säuerlich wenn dann in solchen Shows ausschließlich studierte Helden vorgestellt werden. Einer besser als der andere. Ständig misst man sich an anderen.

Wie seht ihr das denn? Ich würde mich über ein paar Diskussionsbeiträge freuen.
 
Der Wert dieser Personen ermisst sich daraus, dass sie Fertigkeiten, Kenntnisse und/oder Persönlichkeitsmerkmale haben, die einfache Arbeiter nicht aufbringen. Ich bin in meinem Leben schon einigen Menschen mit akademischen Hintergrund begegnet und hatte dabei auch schon oft das Gefühl es mit besonderen Menschen zu tun zu haben. Diese Menschen haben meinen Respekt und meine Achtung verdient.

Letzten Endes sind es aber auch nur Menschen. Willst du ähnlich respektiert und geachtet werden musst du dir Mühe geben besser zu werden. Es muss nicht zwangsläufig ein Studium sein. Eine besondere und seltene Spezialisierung ist auch möglich um den eigenen Wert zu erhöhen. Es gibt viele einfache Arbeiter in diesem Land. Vielleicht zu viele.

Arbeite an dir und du kannst deine Zweifel überwinden. Derartige Unterhaltungssendungen helfen dir jedenfalls nicht weiter auf deinem Weg.
 
Hallo Anne,

im Fernsehen wird natürlich die Creme de la Creme ausgesucht. Da shat doch nichts mit Realität zu tun. Es gibt keinen Grund, sich mit denen zu vergleichen. Im Fernsehen sehen wir immer gut aussehende, hochgebildete Menschen. Die Werbung macht uns vor, dass es überall glückliche Familien gibt. Alle haben top ausgestattete Wohnungen, rennen immer lächelnd und voll des Glückes rum.

Das ist einfach ein falsche Idealbild. Die allergrösste Mehrheit lebt definitiv nicht so. Geh doch durch die Stadt und schau dir die Realität ab.

Du bist okay so wie du bist. Es ist okay, nur "über die Runden zu kommen". Es ist okay, nicht Superwoman zu sein. Ich habe genauso respektiert für jeden, der einen normalen Job macht wie vor Jemandem, der hochdekoriert ist.

gruss, Fuchs
 
Der Wert dieser Personen ermisst sich daraus, dass sie Fertigkeiten, Kenntnisse und/oder Persönlichkeitsmerkmale haben, die einfache Arbeiter nicht aufbringen. Ich bin in meinem Leben schon einigen Menschen mit akademischen Hintergrund begegnet und hatte dabei auch schon oft das Gefühl es mit besonderen Menschen zu tun zu haben. Diese Menschen haben meinen Respekt und meine Achtung verdient.

Letzten Endes sind es aber auch nur Menschen. Willst du ähnlich respektiert und geachtet werden musst du dir Mühe geben besser zu werden. Es muss nicht zwangsläufig ein Studium sein. Eine besondere und seltene Spezialisierung ist auch möglich um den eigenen Wert zu erhöhen. Es gibt viele einfache Arbeiter in diesem Land. Vielleicht zu viele.

Arbeite an dir und du kannst deine Zweifel überwinden. Derartige Unterhaltungssendungen helfen dir jedenfalls nicht weiter auf deinem Weg.

Weil sie einen akademischen Hintergrund haben, sind sie noch lange keine besseren Menschen, denen ich mehr Respekt und Achtung entgegenbringe, als einem Arbeiter.
Was haben Respekt und Anerkennung mit einem Studium o.ä. zu tun??
Sie haben genau so eine Lehre (genannt Studium) gemacht, wie ein Handwerker oder ein Büromensch.

Hallo Anne,

im Fernsehen wird natürlich die Creme de la Creme ausgesucht. Da shat doch nichts mit Realität zu tun. Es gibt keinen Grund, sich mit denen zu vergleichen. Im Fernsehen sehen wir immer gut aussehende, hochgebildete Menschen. Die Werbung macht uns vor, dass es überall glückliche Familien gibt. Alle haben top ausgestattete Wohnungen, rennen immer lächelnd und voll des Glückes rum.

Das ist einfach ein falsche Idealbild. Die allergrösste Mehrheit lebt definitiv nicht so. Geh doch durch die Stadt und schau dir die Realität ab.

Du bist okay so wie du bist. Es ist okay, nur "über die Runden zu kommen". Es ist okay, nicht Superwoman zu sein. Ich habe genauso respektiert für jeden, der einen normalen Job macht wie vor Jemandem, der hochdekoriert ist.

gruss, Fuchs

Da stimme ich Dir zu.
Menschen (sich selber) nur darüber zu definieren, was man gelernt oder nicht gelernt hat, sich die recht verlogene TV-Welt als Beispiel für das eigene Leben zu nehmen, ist unsinnig.

Leider wird aber gerade diese 'tütütü, hach ist das Leben einfach und schön, Du bist selber Schuld, wenn es bei Dir nicht so läuft', den Menschen regelrecht ins Gehirn gebrannt.
Siehst Du nicht aus wie Klaudia Schiffer, hast nicht genug Geld für einen Luxusurlaub, kannst Dir keinen Kaviar mit Schampus leisten.... bist Du halt ein Versager.

Es wird immer schwerer, sich diesem illusorischen Weltbild zu entziehen.
Die einen werden immer ärmer und die Reichen immer reicher.
Wie früher: Ihr da oben, wir da unten.
 
Hallo ihr. Also ich glaube irgendwie nicht, dass all diese Menschen einfach nur viel intelligenter sind als z.B ich, vielleicht war auch eine Portion Glück dabei.

Ich persönlich komme gut über die Runden, wenn auch nicht super viel am Monatsende bleibt. Eigentlich enstanden die Gedanken bei mir auch erst weil es einem eben wie im Eingangsposting geschrieben überall aufgezeigt wird - man muss schön, wohlhabend und supergebildet sein. Ihr habt ja schon geschrieben, dass z.B in der TV-Landschaft alle toll aussehen, schicke Häuschen haben, am besten gleich 2 Titel, als wäre alles so einfach.
Ich will mich prinzipiell eigentlich gar nicht mit denen vergleichen, nur als ich nach dem ersten Kandidaten zu meinem Mann sagte, pass auf, die nächsten 4 haben auch mindestens studiert, kam es eben genau so.

Man kommt da halt zwangsläufig in die Situation zu denken "ja bin ich denn im Vergleich nichts?". Wahrscheinlich wäre dem gar nicht so, wenn man nicht ständig damit konfrontiert würde. Im Endeffekt sprechen wir aber über den "Wert" eines Menschen, ich sehe das eigentlich auch so, dass in meinen Augen KEINER weniger wert ist, sei es wegen einer Behinderung oder ohne Studium etc.... wenn ich mir überlege warum sich manche Frauen bis ins Extremste auftakeln, fällt mir z.B spontan Germanys next Topmodel ein. Alle wollen genauso schön und toll sein. Ich weiß ich beziehe das alles auf die TV-Landschaft, aber es ist nunmal ein Medium dass die Massen erreicht. Ich bin sogar der Meinung, dass ein Großteil der Bevölkerung dadurch auch etwas abstumpft. Hauptsache gut aussehen, materieller Wohlstand und alles andere kommt danach ...
 
Ich schätze das so ein: Wer ein Studium abgeschlossen hat, hat gezeigt, dass er durchhalten kann - das heißt, dass er für ein Ziel gearbeitet und viel in seine Ausbildung investiert hat. Mit Intelligenz hat das wenig zu tun. Ich behaupte, dass (fast) jeder ein Studium abschließen kann, wenn er einen Hauch von Ehrgeiz zeigt und ihm die Studienrichtung ein wenig liegt. Viele Dinge sind auch an der Uni (um es mit den Worten der Professoren zu sagen) "trivial".

Dass Nicht-Akademiker manchmal in etwas schlechterem Licht dastehen, liegt glaube ich daran, dass es in den unteren Bildungsschichten einige Motivationslose gibt, denen alles am A vorbeigeht. Aber das ist ein kleiner Prozentsatz.

Mir geht es auch ziemlich auf die Nerven, dass ein Uni-Abschluss so viel zählt (wobei aber die Tendenz dazu geht, dass dieser entwertet wird, weil immer mehr Leute studieren) - in Österreich herrschen neben den Magistern, den Diplomingenieuren und den Doktoren die Hofräte und die Amtsräte. Die Angeberei damit ist hier noch viel gesellschaftsfähiger als sonstwo (wird mit den Habsbürgern begründet, die jedem Hansl nen Titel verliehen haben).

Aber letztlich sind wir alle nur Menschen - daran ändern auch drei akdemische Grade und fünfzehn Titel nichts.
 
Hallo aphrodite. Also ich würde dir und auch den anderen) gerne Mal ein wenig von mir erzählen. Ich bin von meiner Grundeinstellung so, dass ich eben genau nicht dieses Ellenbogendenken habe, ich würde auch lieber erfolgreich sein ohne irgendjemanden abzocken oder "abservieren" zu müssen. Will damit sagen ich denke auch an Mitmenschen bzw. bin hilfsbereit. Wenn einer älteren Dame im Supermarkt die Tasche herunterfällt, hebe ich sie auf - 10 andere kümmert das einfach nicht. Das ist auch der Punkt weshalb ich mich mit der heutigen Zeit irgendwie schwertue. Ständig gibt es Neuerungen, immer wieder muss man sich anpassen, und jeder geht nur noch nach seinem Vorteil, auf Einzelschicksale wird keine Rücksicht genommen.

Ich will eigentlich auch gar nicht mein Leben lang viel Geld und dafür einen 14-Stunden Tag haben, ich arbeite eben um zu Leben. Das heißt aber nicht dass ich am Liebsten gar nichts tun würde. Sicher wer will nicht etwas mehr verdienen, ich könnte jetzt auch mir diverse Weiterbildungen aufzwängen, aber wäre ich danach so viel glücklicher? In erster Linie hätte ich mal absolut keine Zeit mehr für andere Dinge. Da ist mir die Familie schon wichtig.

Mich stört einfach, dass einem heutzutage ständig vorgehalten wird man müsse unbedingt studieren und quasi immer noch mehr erreichen. Wenn man genau überlegt werden wir doch alle ab der Grundschule schon auf eine Art "geprüft" und sind unter einer Art Zwang. Und du hast recht, studieren hat nicht unbedingt was mit Intelligenz zu tun. Ich wette, wenn so mancher einfach studieren könnte weil er es eben möchte (auch ohne Abi), würde derjenige genauso vorankommen. Aber man muss ja erstmal beweisen dass man zur "Elite" gehört. Dieses ganze System gefällt mir einfach nicht.

Manchmal gehe ich wirklich raus an an ruhiges Plätzchen, lege mich auf eine Wiese und will weder von Politik noch Wirtschaft was wissen - und dann denke ich wie schwer es sich die Menschen im Endeffekt gegenseitig machen.
 
Ich will eigentlich auch gar nicht mein Leben lang viel Geld und dafür einen 14-Stunden Tag haben, ich arbeite eben um zu Leben

.... genau das tue ich, aber damit kommt mein umfeld schlecht klar, egal womit man seine kohle verdient, es fragt niemand danach, wenn man sie ausgibt ;-)
ich habe nen studium, nen akad. grad, bin "ausgestiegen" und betreibe ein gewerbe wo "andere" (die z.t. selbst noch nie was auf die reihe gebracht haben) ständig fragen, ob ich nicht mal wieder "richtig" arbeiten will, ob ich nicht so und so tätig sein will, jeder pups - sorry- erdreistet sich in mein berufliches "fortkommen" reinzureden.... die gesellschaft hat echt nen problem, wenn wer keine lust hat, den ganzen tag "angekettet" irgendwo als bürosklave zu schuften, sich nicht in ketten legen lassen will, durch sinnfreie verpflichtungen wie kredite wegen hausbau abzahlen, konsumterror (ich fahre nen altes auto - da wird schon etwas die nase gerümpft in der bourgeoisen wohngegend - aber MIR reicht es) - ich arbeite auch, manchmal mehr wie der rest, aber nach MEINER zeiteinteilung. das leben ist zu kurz um anderen zu gefallen!!!!! dasstudium nützt mir insofern was, das ich gelernt habe mir eigenständig wissen anzueignen, einigermassen logisch zu denken und keine scheu habe, was unbekanntes in angriff zu nehmen.

und wenn du mit deinem leben glücklich bist, dann reicht es. mehr brauchst du nicht und du bist keinem rechenschaft schuldig.
 
Hallo ihr 2, vielleicht muss ich wirklich begreifen dass ich mein eigenes Leben lebe, und dieses so weder besser noch schlechter sein muss als das von anderen. Manchmal denke ich eben darüber nach, dass einige ehemalige Schulkameraden heute schon dutzende Auslandsaufenthalte hatten, Praktika hier, Praktika da, Diplom, Bachelor etc...... wisst ihr es sieht nach außen hin immer alles so geregelt und wunderbar aus, da komme ich mir manchmal so stehen geblieben vor, obwohl ich eigentlich gar nicht der Typ wäre ständig ins Ausland zu gehen. Ich denke eben immer (oder meine) andere haben bisher mehr aus ihrem Leben gemacht, finden stets ihren Weg, aber andererseits bin ich mit meinem Leben eigentlich nicht unzufrieden. Manchmal ist es wie ein Zwang, da höre ich ach der und der macht jetzt wieder dies und das, entwickle "Respekt" davor und vergleiche dann wieder mit mir.

Ich werde da mehr oder weniger durch die ganzen Erzählungen und gesellschaftlichen Ansprüche da in einen Sumpf gezogen, in dem ich meine mich mit anderen vergleichen zu müssen. Womöglich hat das etwas mit meinem Selbstbewusstsein zu tun? Denn die These mit "anderen zu gefallen" ist gar nicht so abwägig. Ich denke immer, andere machen alles besser oder leben besser, und deshalb stelle ich wohl die Vergleiche an. Bin ich dann der Meinung, dass ich weniger erreicht habe, falle ich wieder in diese Gedanken.
Seht ihr da ein tiefergehendes Problem bei mir?

Ich freue mich noch auf den einen oder anderen Beitrag und wünsche noch einen schönen Sonntag.
 

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