• Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Wenn man dem Tod ins Auge sieht

Eiskrähe

Mitglied
...was fühlt man dann..welche Gedanken sind es...ist es jeden Tag nochmal zu genießen? ist es Angst? Zuversicht? Sorge um die Kinder? Wie kriegt man jeden einzelnen Tag bis dahin noch hin?
Bekommt man starke Medikamente, um nichts mehr zu spüren?
Wie fühlt es sich an, wenn Menschen in der Nähe unbeschwert lachen oder sich über Nichtigkeiten aufregen?

Ich weiß, daß mir hier diese Antwort kaum jemand geben kann,
trotzdem- bitte- es ist mir sehr wichtig. Vielleicht habt ihr jemanden so in den letzten Wochen beigestanden.

In diesem Fall- sie ist 39 und hat Krebs im Endstadium, letztes Jahr wußte sie um die Zeit noch von nichts. Traurige Grüße
 
Hallo Eiskrähe!

Tut mir leid, dass es Deiner Bekannten/Verwandten/Freundin (geht leider nicht aus Deinem Text hervor) so schlecht geht! 39 ist noch so jung, das ist echt tragisch 🙁

Darf ich fragen welchen Krebs sie hat? Gibt es denn gar keine Heilungschance mehr für sie?

Mhm, mein Onkel ist letztes Jahr an Lungenkrebs gestorben. Ich weiss nicht ob Dir meine Erfahrung damit hilft, aber ich hoffe doch ein bisschen 😱

Bei ihm ging es relativ rasch, anfangs waren wir noch zuversichtlich, dass er es vielleicht schafft. Doch dann meinten die Ärzte er hätte maximal noch ein halbes Jahr, und dann ging es binnen weniger Wochen bergab 🙁, ich war ihn bis drei Tage vor seinem Tod noch im Krankenhaus besuchen.

Wenn ich zurückdenke hat er sich, als er noch "klar" war, weniger Gedanken um sich selbst gemacht. Seine Sorgen drehten sich um seine Frau und seine Kinder. Wie es ihnen gehen wird wenn er nicht mehr da ist. Wie sie alleine zurecht kommen. Es hat ihn traurig gemacht nicht mehr miterleben zu dürfen, wie die Kinder aufwachsen.

Als er stationär im Krankenhaus aufgenommen wurde war er noch halbwegs klar, er hat Scherze gemacht, gelacht und sich irgendwie auch gefreut, wenn wir mit ihm herumgeblödelt haben (wenn der Besuch zu Ende war haben wir Angehörigen dann die Tränen laufen lassen 😱)

Die letzten Tage hat er dann starke Medikamente (Morphium usw.) bekommen. Man hat gemerkt dass es kurze Momente gab wo er sich noch mal versucht aufzurappeln, aber er konnte nicht mehr 🙁 .... aber die Medikamente haben ihm hoffentlich die meisten körperlichen Schmerzen genommen.

Wie gesagt, ich weiss nicht ob ich Dir weiterhelfen konnte.

Ich hoffe, Dich damit nicht zu sehr runtergezogen zu haben 😱

Aber ich denk mir die Ärzte gucken schon darauf, dass der betroffenen Person so viel Schmerz wie möglich genommen wird.

Krebs ist echt die beschissenste Krankheit überhaupt, ich frag mich oft: da schiessen sie Menschen auf den Mond, aber gegen Krebs haben sie noch kein Heilmittel gefunden 🙁

Liebe Grüsse
Gugli
 
Hallo Gugli,
danke für Deine Antwort, sie hat mir echt weitergeholfen.
Also die Frau, um die es geht, ist eher eine Bekannte. Wir hatten früher zusammen unsere Lehre gemacht und uns nach mehr als 10 Jahren durch die Schule unserer Kinder wiedergetroffen (ich am Ort zugezogen). Sie ist auch alleinerziehend wie ich, hat aber zwei Kinder von 6 und 9.
Das neueste was ich erfuhr, ist das der Exmann die Kinder nach ihrem Tod nicht zu sich nehmen will.
Sie hat auch Lungenkrebs, sie hat geraucht, ich auch, wir haben damals schon immer zusammen vor der Berufsschule gestanden und
gequalmt. Sie hat es getroffen mit 39. Ich habe mich neulich vor Angst untersuchen lassen, möchte aber trotz negativen Befunds aufhören.
Dein Onkel, wie alt war er? Und war es auch durchs Rauchen?

Ich würde meiner Bekannten gerne helfen, als ich ihr neulich zufällig über den Weg lief, es war wohl zwischen zwei Krankenhausaufenthalten, war sie wie auf der Flucht. Da wir jedoch in einem Geschäft nebeneinander an der Kasse standen, redete ich mit ihr etwas belangloses, nichts über die Krankheit. Auf einmal war sie ganz schnell wieder weg, weil wir von zwei unterschiedlichen Verkäuferinnen bedient wurden. Ich glaube, ich habe sie in dem Moment das letzte Mal gesehen.
Wir wohnen in einer überschaubaren Kleinstadt, wo wahrscheinlich jeder weiß, daß sie Lungenkrebs hat und sie möchte wahrscheinlich nicht von allem und jeden angestarrrt und bemitleidet werden. Sie wußte es es erst seit ca.8 Monaten.

Ich würde ihr gerne mit den Kindern helfen, aber nach dem Erlebnis neulich traue ich mich nicht, sie einfach anzuschreiben, sms'en
und was soll man da sagen/ fragen. Ich muß pausenlos an sie denken.. Liebe Grüße
 
Hallo Eiskrähe!

Es freut mich, wenn ich Dir ein bisschen helfen konnte, wenn auch die Umstände sehr traurig sind 🙁

Da kennst Du Deine Bekannte ja schon ne lange Zeit. Wie war denn Euer Verhältnis vor ihrer Diagnose, wenn ich fragen darf?

Dass sie im Supermarkt gehetzt wirkte, kann ich mir auch nicht erklären. Vielleicht ist es ihr tatsächlich unangenehm, dass es sich rumspricht, dass sie Krebs hat. Gerade in einem kleineren Ort wird sicher über solche Dinge gesprochen. Man weiss ja nicht, wer sie schon aller darauf angesprochen und gefragt hat, ob sie wirklich Krebs hat usw.

Hast Du das Gefühl sie ist vor Dir geflüchtet, oder allgemein?

Mein Onkel wurde leider nur 45 Jahre alt, sein jüngstes Kind war letztes Jahr noch im Kindergarten. Er war starker Raucher, hat wochenlang gehustet, ist aber nicht zum Arzt gegangen, weil er dachte es wird schon nichts sein.

Warum will der Ex-Mann Deiner Bekannten die Kinder nicht nehmen, wenn es zum schlimmsten Fall kommen sollte 😱??

Was will er dann mit ihnen tun? Sie ins Heim stecken?

Vielleicht kannst Du ihr einen Brief schicken? Wo Du ihr reinschreibst, dass Du Dir viele Gedanken um sie machst und Dich wegen ihrer Kinder kümmern würdest.

Ich denk mir bei einem Brief könnte sie diesen in Ruhe durchlesen. Bei einem persönlichen Gespräch fühlt sie sich vielleicht überrumpelt oder zu sehr daran erinnert, dass sie es nicht schaffen könnte 😱 ... sicher wird es sie aber beruhigen, dass jemand nach ihren Kindern schaut. Ich glaub, dieser Gedanke wird sie im Moment am meisten belasten. Ich find das sehr lieb von Dir, dass Du Dich um sie sorgst!

LG
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
G Schade, dass du dem Woke-Wahn verfallen bist Trauer 1
Die Steppenwölfin Dem Mann meiner Lieblingsfreundin... Trauer 30
K Depressionen nach dem Tod meines Mannes Trauer 3

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.
      Oben