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Wenn die Kinder alle ausgezogen sind - Sorge um Eltern

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Gast

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Seit kurzem ist es soweit - alle 4 Kinder (inkl. mir) sind von zu Hause ausgezogen.
Meine Mutter beginnt mir mehr und mehr SMS zu schreiben, in denen sich herrausstellt wie einsam sie ist und welche großen Schwierigkeiten sie hat, mit der neuen Situation klar zu kommen.

Für mich ist die Situation jetzt auch komisch. Ich bin seit 2 Jahren schon ausgezogen - damals mehr im Groll - war ich heilfroh endlich von zu Hause raus zu sein.
Ich hatte immer meine Probleme mit meinen Eltern, ihre Art zu erziehen war immer - gelinde gesagt - inkonsequent.
Das hat bei mir und zwei weiteren Geschwistern - außer dem Ältesten - nie zu wirklicher Selbstständigkeit geführt.
Ich habe schon meine Probleme meinen Alltag zu bewältigen und ich weiß auch dass meine Geschwister mit diversen Macken zu kämpfen haben.
Auch gab es immer mal wieder Gewaltanwendung, vom "Hinternversohlen" im Kindesalter bis hin zu ordentlichen Backpfeifen in Teenagerzeiten. Mir scheint es so, als hätte ich am meisten dieser Backpfeifen abbekommen, wofür aber fast ausschließlich mein Vater zuständig war.
Während meine Mutter aber auch eine ganz herzliche tolle Mutter war, die alles für ihre Kinder gemacht hat, war mein Vater emotional immer ein totaler Eiszapfen. Finanziell hat es uns nie an irgendwas gefehlt, aber auf Gefühlsebene war unser zusammenleben größtenteils ein Disaster. Die Kommunikation war immer nur oberflächlich, Probleme persönlicher, psychischer Natur etc. wurden immer verheimlicht und aus Angst vor Konsequenzen oder Scharm nie angesprochen, geschweige denn ausdiskutiert.

Die Kommunikation ist auch jetzt nur sporadisch und beschränkt sich auf wenige SMS im Monat.

Mein Problem nun ist, dass mir meine Eltern jetzt leid tun, ich aber nicht weiß wie ich mit ihnen umgehen soll, oder was ich speziell meiner Mutter raten soll.
Ich hege immer noch Ressentiments gegen meine Eltern, vorallem den Vater, sie haben mich in wichtigen Phasen meiner Entwicklung einfach im Stich gelassen oder auf verschiedene Arten verletzt.
Trotzdem sind es meine einzigen Eltern und ich will irgendwie auf eine Art und Weise die für beide Seiten ok ist Kontakt halten.

Danke fürs lesen. Bin gespannt auf Vorschläge. 🙂
 
Sie werden dir in einiger Zeit noch ganz anders leid tun....

Krankheiten, Pflegebedürftigkeit, Inkontinenz, Aggression, Demenz....

Ich würde mich schonmal freischwimmen.
 
Verstehe ich nicht. War das Sarkasmus?

Ich will mich nicht "freischwimmen" sondern suche nach einer Lösung für alle.
 
Für mich ist die Situation jetzt auch komisch. Ich bin seit 2 Jahren schon ausgezogen - damals mehr im Groll - war ich heilfroh endlich von zu Hause raus zu sein.
Ich hatte immer meine Probleme mit meinen Eltern, ihre Art zu erziehen war immer - gelinde gesagt - inkonsequent.
Das hat bei mir und zwei weiteren Geschwistern - außer dem Ältesten - nie zu wirklicher Selbstständigkeit geführt.
Ich habe schon meine Probleme meinen Alltag zu bewältigen und ich weiß auch dass meine Geschwister mit diversen Macken zu kämpfen haben.
Auch gab es immer mal wieder Gewaltanwendung, vom "Hinternversohlen" im Kindesalter bis hin zu ordentlichen Backpfeifen in Teenagerzeiten. Mir scheint es so, als hätte ich am meisten dieser Backpfeifen abbekommen, wofür aber fast ausschließlich mein Vater zuständig war.
Während meine Mutter aber auch eine ganz herzliche tolle Mutter war, die alles für ihre Kinder gemacht hat, war mein Vater emotional immer ein totaler Eiszapfen. Finanziell hat es uns nie an irgendwas gefehlt, aber auf Gefühlsebene war unser zusammenleben größtenteils ein Disaster. Die Kommunikation war immer nur oberflächlich, Probleme persönlicher, psychischer Natur etc. wurden immer verheimlicht und aus Angst vor Konsequenzen oder Scharm nie angesprochen, geschweige denn ausdiskutiert.


Vll bekamst du auch den hintern versohlt, weil du in der pubertät etwas zu anstrengend warst?
Wir dürfen nicht vergessen, es gab oder gibt die kriegszeiten erziehungen -Eltern..
Ich finde du solltest dich mal in deren lage etwas einfühlen ..


Bin kein Fan von Schlagen, aber auch kein Fan von Samthandschuh Pädagogik.
Man siehe heute Draussen wat los ist mit den Jugenddlichen und Kids..


Und der Rest wurde von dem vorherigen alles gesagt.. mit Demenz etc.ppp
 
Das ist mir schon bewusst, dass meine Eltern es auch ganz und gar nicht leicht hatten in der Kindheit.

Aber das ist für mich auch keine Entschuldigung über Jahre hinweg immer die gleichen Fehler zu machen.
Menschen müssen Fehler einsehen und sich verbessern. Nur weil man selbst eine harte Jugend hatte berechtigt das einen nicht seine Kinder unter einer Art Regiment zu erziehen.
Ich versuche mich zu bessern und Deshalb will ich auch den Kontakt zu meinen Eltern verbessern.

Den Beitrag von Patch fand ich leider nicht hilfreich.
 
Hallo Gast,
das Erwachsenwerden ist für beide Seiten anstrengend. Eltern leiden mehr, denn plötzlich sind sie allein, wo vorher noch mehr Leben im Haus war.
Das Deine Mutter nun vermehrt SMS schreibt, ist nicht so schlimm. Das sie darin aber emotional wohl auch auf einer Schiene ist, in der sie Dir mitteilt, dass es ihr nicht so gut geht, finde ich weniger schön. Evtl. fühl,t sie sich nun druch Deinen Vater etwas mehr bedrängt, genötigt o.ä.? Ich kenne die Situation nicht..
Wohl aber denke ich, sie will Dir mitteilen, dass Du ihr fehlst! Das sie sich einsam fühlt. Das ist o.k., das darf sie auch. Ich würde ihr sagen,. dass Du gut klar kommst allein und sie soll sich um Dich keine Sorgen machen. Sage ihr, Du hast Dein leben jetzt im Griff, es geht Dir gut und Du hast daran hart arbeiten müssen. Mache ihr klar, dass Du nun Dein leben leben musst und für Dich allein sorgen musst, dass Du sie liebst und auch für sie da bist!
Ich würde es bei der netten Art belassen, weil sie Dich gewiss nicht leiden sehen mag. Du schreibst ja selber, dass Deine Mutter alles für Euch Kinder getan hat. Dein Vater, naja, das ist wieder eine andere Sache. Das konservative Erziehungsmodell lliegt noch immer in vielen Eltern drin. Mal so´n Klaps aufm Po schadet nie, aber wie Du schreibst, war alles viel drastischer, was Dich noch heute beschäftigt.
Max. würde ich, um all das mal zu klären, einen Tag aussuchen, wo Du Deine Eltern zu Dir einlädst, dann könnte man mal über alles offen reden. Denn jetzt bist Du erwachsen und Dein Vater ist in Deiner Wohnung. Dort "auszuholen" würde er sich gewiss nicht trauen. Aber am Ende sollte schon alles gut sein und Jeder sollte berhigt nach Hause gehen.
Halte den Kontakt zu Deiner Mutter in regelmässigen Abständen. Evtl. rufst Du sie ein mal in der Woche an, damit sie Deine Stimme hört und beruhigt ist. Ansonsten gilt: Jeder lebt sein Leben, aber die Familie bleibt die Familie.
Lass Dich nicht unter Stress setzen. Deine Eltern sind allein, Deine Mutter leidet, das ist aber normal, so geht es allen Eltern. Sie mussten nun alle Kinder loslassen, das fällt vielen Eltern schwer.
Viel Glück dabei!
B.Bee
 
Ich versuche mal, es Dir ohne Ironie zu sagen: "Es gibt Schlimmeres!" Nicht, dass ich Dich nicht Ernst nehme, aber wirklich fast jeder junge Erwachsene muss sich mit seiner Geschichte, seinen Eltern auseinandersetzen. Kaum einer hat eine unbeschwerte Kindheit. Was Du erlebst nennt man "Erwachsen werden".

Natürlich ist es nicht schön, wenn der Vater ein emotionaler Eisklotz war/ist. Aber letztlich kannst Du Dich ja nur damit arrangieren (und das bedeutet Stressfreiheit) oder Du nimmst den beschwerlicheren Weg der Auseinandersetzung in Kauf. Bei mir gelang es sehr gut, aber es war halt anstrengend.

Warum Dir Deine Eltern Leid tun und Du Schuldgefühle hast, weiß ich nicht. Vielleicht hast Du Dich immer für alles verantwortlich fühlen müssen oder Du bist vielleicht ein sehr sensibler Mensch.
Setz Dich mit Deiner Geschichte auseinander, aber schaue bitte auch, dass Du eine tolle Mutter hattest, finanziell nicht leiden musstest und besser darstehst, als so manch Anderer. Backpfeifen sind schiete...ok., aber dann mach es einfach besser und versuche zu verzeihen (sonst hilft ja nichts). Ich finde Du bist ein wenig hart zu Deinen Eltern.
Alles Gute!🙂
 
@B.Bee: Danke. Genötigt oder bedrängt wird meine Mutter sicher nicht von meinem Vater, im Gegenteil.
Er ist einfach unfähig wirkliche Gefühle zu zeigen und wenn er es versucht, dann überspielt er es immer auf irgendeine dämliche kindische oder humorige Art. Er ist sicher auch nicht der schlechteste Mensch und ich weiß dass seine Eltern ihn auch sehr krass aufgezogen haben, aber auf diese Weise werde ich nie mit ihm über all das reden können was mich belastet.

Denn das sind handfeste Themen die mein heranwachsen sehr beeinflusst haben und nicht irgendwelche Lapalien. Ich hätte im alter zwischen 17-21 (eigentl. schon viel früher) eine Vaterfigur gebraucht die mir mal zuhört und mich vielleicht dazu ermuntert Dinge anzupacken die ich will, und nicht einen Vater der mir sagt dass ich nichts kann, nur seine Meinung gelten lässt und mich noch dazu ohrfeigt. Der Ausspruch "Du brauchst wohl mal wieder eine Ohrfeige" kam von beiden Elternteilen und kam schon auch zur Ausführung.

Ich habe eigentlich keine Lust mich mein Leben lang mit Lügen zu beschäftigen, was meine Familie betrifft - und dann zu schweigen wenn man eigentlich seine Meinung sagen will. Und ich befürchte auch dass meine Eltern sich eigentlich nie wirklich geliebt haben...diesen Verdacht hatte ich schon als Kind. Ich glaube aber dass sich meine Mutter nicht trauen würde, dahingehend etwas zu unternehmen - garnicht aus Angst vor dem Ehemann...eher aus Scham vor ihrem sozialen Umfeld.
...Ja es macht mich krank, meine Familie kommt mir oft wie ein großer Lügenhaufen vor.
 
o.k. wenn das so ist, dann musst Du Dich nur im Dich kümmern. Lebe Dein Leben, lass die Vergangenheit Schnee von gestern sein. Zieh Dein Leben durch, auf was willst Du noch Rücksicht nehmen??? Es sit Dein Leben, niemand hat Dir reinzuquatschen! Mach Dich stark und denke nur an Dich!!!
 
Hallo Du,

es tut mir Leid, ich wollte Dein Problem nicht bagatellisieren. Es gab so Momente in meinem Leben, in denen ich das Gefühl hatte, es wäre besser gewesen, Dinge ruhen zu lassen, da die Auseinandersetzung mit ihnen so kraftraubend war.
Aber nach den nachträglichen Informationen weiß ich, dass ich Dein Problem auch unterschätzt habe.
Viel Kraft bei der Aufarbeitung!
LG🙂
 

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