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Wenn der Partner nur Probleme hat die für einen selbst völlig fremd sind

  • Starter*in Starter*in AHK1980
  • Datum Start Datum Start
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AHK1980

Gast
Mein Partner hat so gut wie nur Probleme. Die Mutter ist depressiv und war wohl schonmal stationär in einer Einrichtung. Die Eltern führen ansich sowieso nur noch eine reine Zweckbeziehung, der Vater nörgelt täglich an der Mutter rum. Dazu kommt noch dass die Mutter - bedingt durch ihre Depressionen - schon im Gespräch so wirkt, also ich finde ein aussenstehender merkt schon das da was nicht stimmt. Sie ist total unsicher, will es allen rechtmachen, kein Selbstbewusstsein, wie ein Häufchen Elend. Die Elter mütterlicherseits sind ziemlig krank und beide pflegebedürftig, d.h.hier opfert sich die ohnehin angeschlagene Mutter auch noch Tag und Nacht auf. Finanziell haben sowohl Partner als auch die Eltern auch kein glückliches Händchen gehabt, alles ist knapp und Schulden sind auch vorhanden. Jetzt erfuhr ich dass die Mutter sich wohl schon zweimal das Leben nehmen wollte. Mich hat das total geschockt.

Ich weiß irgendwie nicht wie ich damit umgehen soll, da ich diese Probleme überhaupt nicht kenne. Die Sache mit dem Suizid usw. befremdet mich irgendwie eher und ich hab den Eindruck dass ich es nicht mit normalen Menschen zu tun habe. Bitte nicht falschverstehen, aber ich kann irgendwie nicht so richtig damit umgehen, vor allem nicht, wenn man sieht wie es bei anderen Paaren sein kann.

Meint ihr das könnte die Beziehung langfristig gefährden so dass ich besser gleich einen Rückzieher mache? Mache mir da schon meine Gedanken drüber, da ich auch irgendwie nicht in diese ganzen Probleme mit reingezogen werden möchte.
 
Bitte nicht falschverstehen, aber ich kann irgendwie nicht so richtig damit umgehen, vor allem nicht, wenn man sieht wie es bei anderen Paaren sein kann.

Meint ihr das könnte die Beziehung langfristig gefährden so dass ich besser gleich einen Rückzieher mache? Mache mir da schon meine Gedanken drüber, da ich auch irgendwie nicht in diese ganzen Probleme mit reingezogen werden möchte.

Auch wenn einige Moralapostel mal wieder kräftig reinhauen werden, aber ich kann dich verstehen. Auch mich würde der Gedanke, die Mutter stand schon mal auf den Schienen, (jetzt nur als Beispiel, etc.), extrem befremden und ein normaler Umgang wäre wohl schwer möglich. Es kommt darauf an, wie belastbar man selber ist und wie sehr man an dem Partner hängt.
 
Dass jemand aber Probleme überwinden kann, könnt Ihr Euch nicht vorstellen?
Ich war vor 1,5 Jahren recht schwer depressiv, schwer suizidgefährdet etc. 😉
Heute geht's mir relativ gut. Ich denke nicht mehr ansatzweise wie damals.
Finde ich ja mal geil eure Statements.
Wenn ihr schon über die Eltern des Partners so urteilt, wie wäre es denn, wenn Ihr mit jemandem wie mir als Partner konfrontiert wärt? Würde da direkt nach der Offenbarung der Trennungsstrich gezogen werden? 😱

Dass ich mal ne sehr schlechte Phase hatte, wollte ich wohl künftig für mich behalten. 😉
 
Hallöchen liebe AHK1980,

ich kann dich und deine Sorgen verstehen. Bei mir war es ähnlich, nur das mein ExPartner selbst versucht hat sich umzubringen, dass war zwar vor unserer Zeit gewesen...
Ich kann nur sagen, dass es für uns kein Problem war, es waren genug andere Probleme dort. Und ich habe sehr lange mit ihm dagegen gekämpft, auch wenn es ein Kampf gegen die Windmühlen war. Doch ich kann dich und deine Sorgen verstehen, aber es sollte kein Grund sein den Partner zu verlassen, oder gar das es ein Problem sein MUSS. Du könntest mit deinem Partner sprechen, ihm deine Bedenken oder deine Sorgen mit ihm teilen. Ich für meinen Teil hatte es damals ähnlich: Mein ExSchwiegervater war ehemaliger Drogendealer und meine Exschwiegermama war ehemalige Prostituierte und selbst physisch sehr krank.

Das war für uns beide per se kein Problem, aber es hat natürlich auch seine Spuren hinterlassen. Es musste eben viel gesprochen werden, viel erklärt werden. Aber es war nie wirklich ein Problem, man muss diese Dinge eben auch gemeinsam angehen können. Es muss schließlich nicht immer ein Selbstmord sein, es können immer Probleme irgendwelcher Art auftreten. So etwas kann schwer in einer Beziehung sein, kann aber auch dazu führen, dass man sich einander sehr viel näher kommt und man einander sehr viel besser und eher verstehen kann.

Ich kann dir nur das empfehlen, was mir damals geholfen hat: Darüber sprechen. Ich hatte zwar nicht das Problem diese Dinge nicht nachempfinden zu können, aber ich wusste eben auch nicht, was ich sagen oder tun soll. Und woher sollst du es auch wissen? Du bist da in eine Situation gekommen durch die Beziehung, die du offensichtlich noch nicht gekannt hast. Und bevor du da stehst wie Ochs vorm Berg, würde ich das Gespräch suchen. Nicht mit der Mutter, sondern eher mit deinem Partner. Einfach damit du auch seinen rückhalt hast, für den Fall das es wirklich mal nötig ist für dich, dich dazu zu äußern.

Und ansonsten: Soetwas sollte eine Beziehung nicht belasten. Probleme gehören dazu und man sollte als Paar das gewuppt kriegen. Wenn man sich damit überfordert fühlt (was ich auch verstehen kann) dann ist die Trennung das einzige was Sinn macht, damit ihr beide nicht an den Problemen zugrunde geht.
 
Also es ist halt so dass ich den Kontakt mit den Eltern irgendwie meide, ich hab immer das Gefühl wenn ich speziell die Mutter sehe dass ich nicht weiß wie ich mit ihr umgehen soll, weil ich eben weiß dass sie psychisch nicht gesund ist. Und mich befremdet sowas halt auch, weil ich mich damit noch nie im Leben auseinandersetzen musste. Es ist irgendwie ne andere Welt als bei mir. Komme mit dem Partner so wunderbar klar, aber bekomme eben immer wieder mit dass kontrolliert wird ob sie ihre Antidespressiva nimmt usw... fühle mich irgendwie nicht wohl bei den Gedanken daran.
Weiß auch gar nicht wie das mal werden soll wenn sich ihre und meine Eltern mal sehen sollten. Keine Ahnung wie die damit umgehen.
 
Also es ist halt so dass ich den Kontakt mit den Eltern irgendwie meide, ich hab immer das Gefühl wenn ich speziell die Mutter sehe dass ich nicht weiß wie ich mit ihr umgehen soll, weil ich eben weiß dass sie psychisch nicht gesund ist. Und mich befremdet sowas halt auch, weil ich mich damit noch nie im Leben auseinandersetzen musste. Es ist irgendwie ne andere Welt als bei mir. Komme mit dem Partner so wunderbar klar, aber bekomme eben immer wieder mit dass kontrolliert wird ob sie ihre Antidespressiva nimmt usw... fühle mich irgendwie nicht wohl bei den Gedanken daran.
Weiß auch gar nicht wie das mal werden soll wenn sich ihre und meine Eltern mal sehen sollten. Keine Ahnung wie die damit umgehen.

Sicher wirken sich die Probs schon irgendwo aus. ABER: ihr müsst ja davon nicht eure Beziehung beeinträchtigen lassen. 😉
 
Wie geht dein Partner mit diesem Problem in der Familie um? Und versteht er deine Sorgen?
Ihr müsst ja nicht zusammen mit den Eltern wohnen, oder?
 
Wenn man den Medien Glauben schenken will, hat heutzutage bereits jeder Zweite mehr oder minder mit psychischen Problemen zu kämpfen. Es ist allso fast schon genauso alltäglich, wie Schnupfen oder Durchfall. Es wäre also ziemlich weltfremd, davor die Augen zu verschliessen, zumal es einen Selbst ja auch jederzeit erwischen kann. Vielmehr sollte man sich bewußt machen, dass es eben nicht weniger, aber auch nicht mehr als eine Krankheit ist. Und wie geht man mit Kranken um? Man kümmert sich, redet ihnen gut zu und unterstützt sie, wo es einem möglich ist. Genau das solltest du tun. Sei nett zu ihr, suche das Gespräch, helfe ihr, wo du kannst, schließlich ist sie die Mutter deines Partners und somit auch ein Teil von ihm, was bedeutet, du hilfst indirekt auch deinem Partner und somit auch euch beiden.
 
Wenn man den Medien Glauben schenken will, hat heutzutage bereits jeder Zweite mehr oder minder mit psychischen Problemen zu kämpfen. Es ist allso fast schon genauso alltäglich, wie Schnupfen oder Durchfall. Es wäre also ziemlich weltfremd, davor die Augen zu verschliessen, zumal es einen Selbst ja auch jederzeit erwischen kann. Vielmehr sollte man sich bewußt machen, dass es eben nicht weniger, aber auch nicht mehr als eine Krankheit ist. Und wie geht man mit Kranken um? Man kümmert sich, redet ihnen gut zu und unterstützt sie, wo es einem möglich ist. Genau das solltest du tun. Sei nett zu ihr, suche das Gespräch, helfe ihr, wo du kannst, schließlich ist sie die Mutter deines Partners und somit auch ein Teil von ihm, was bedeutet, du hilfst indirekt auch deinem Partner und somit auch euch beiden.

Das stimmt. *nick* *umarm*

Ich sage es mal so. Bin ja 13 Jahre praktisch gemobbt worden und war trotzdem einigermaßen "noch gut drauf" --- also ich hatte keine so starken psychischen Probleme, dass ich mich wirklich gezwungen gesehen habe, was zu machen. Manche Leute spalten so was eben ab. 😉 Dafür ist es aber mit Mitte 20 bei mir so krass geworden, wie ich das niemals erwartet hätte --- Depressionen, extreme Selbstwertprobleme, Angst vor die Tür zu gehen, Suizidgedanken, ein Unvermögen mit anderen noch normal zu kommunizieren, ständig auf Provokation aus gewesen, dauernd Selbstmitleid usw. Wenn du bloß mal ne kurze Zeit auf Arbeit gemobbt wirst, ne Trennung erlebst, der ganze Freundeskreis aus welchen Gründen auch immer wegbricht, nahe Angehörige zum Pflegefall werden oder gar sterben, kann sich all das extrem krass auf das psychische Wohlbefinden auswirken.
Es sind auch schon Leute dann in Behandlung gegangen oder so halbwegs durchgedreht, bei denen man das nie gedacht hätte. Kenne ich auch einige Beispiele.

Aber es gibt ein Leben nach den Problemen und ich bin eines der besten Beispiele dafür. Vielleicht sind meine Rahmenbedingungen nach wie vor nicht das non plus ultra; aber ich arbeite immens daran.

Wenn ich so was wie das hier lese, könnte ich kotzen. Zumal Ithink es ja auch betont, dass die psychischen Erkrankungen immer mehr zunehmen.

Ganz ehrlich, mich trifft so was wie das hier. Weil es Menschen als statisch hinstellt... und als ob jemand mit psychischen Problemen (oder auch ehemaligen Problemen) eine Zumutung wäre, nichts wert wäre und man sich möglichst sofort davon fern halten sollte.

Wenn jemand so wirklich denkt: frage ich mich, wer wohl die größeren Probleme hat.
Ich habe so einige Leute kennen gelernt, die genug hinter sich haben und mit vielen bin ich durchaus besser klar gekommen als mit Leuten, die kaum was erlebt haben.
 
Leider hast Du nichts darüber geschrieben, wie Dein Freund es sieht und ob er in diesem Zusammenhang Erwartungen an Dich hat.
 

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