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wenn andere darüber reden......

L

Lilian

Gast
und man steht als Betroffene daneben dann kann das ganz schön unangenehm
werden. Thema wechseln, versuchen oder zu gehen das fällt einfach auf, die Situation ertragen zu müssen das schnürt mir jedesmal die Kehle zu .....
soll man sich zu erkennen geben ? sagt man etwas dazu heißt es woher hast du dieses Wissen......was also tun? ohne Mitleid zu bekommen, ohne Antworten geben zu müssen ....wie gehen Menschen die einem Opfer begegnen und es wissen mit dem Opfer um?

ein Nachtgedanke ......
Rosenblüte
 
Hallo Rosenblüte!

Schweres Thema und das zum Frühstück 😉

Die meisten Menschen (die meisten) die "nicht betroffen" sind, reagieren oberflächlich, überfordert, zu schnell mit Mitleid, oder mit Unverständniss.
Man bildet sich ein eine Meinung und die Patentlösung zu haben, oder hebt gern und schnell den Finger oder verurteilt ohne nachzudenken nur weils unbequem wird.

Ich lebte bis vor kurzem noch in einer schönen heilen Welt und bin auch einer der "nicht persönlich betroffenen", auch ich war manchmal recht schnell mit meinen Urteilen oder vermeindlich guten Ratschlägen zur Stelle.
Jetzt mit dem Thema konfrontiert (Du weißt was ich meine), bin ich überfordert damit.
Wie reagieren?
Wo ansetzen?
Wo und wie Hilfe leisten?
Was tun?
Ich weiß es nicht.
Bisher dachte ich, da sein, zu hören, anlehnen lassen, Vertrauen, Geborgenheit und Liebe aufzubauen und zu geben, es so schön und angenehm wie möglich zu machen (ohne in Watte zu legen), zu versuchen sie da weg zu holen, bzw. auf Hilferufe zu warten und blitzschnell zur Stelle zu sein, ihre Augen wieder zum leuchten zu bringen wäre der richtige Weg.
Nun wie man sieht war das auch falsch.

Zurück zu Deinen Fragen, Sorry.

"soll man sich zu erkennen geben ? sagt man etwas dazu heißt es woher hast du dieses Wissen......was also tun?"

Entweder man "versteckt" sich hinter einer erdachten Person damit ersparst man sich sich zu erkennen zu geben und kann doch "mitreden" ohne Mitleid zu bekommen.
Oder (wenn die Kraft dazu ausreicht) man bekennt sich offen (das Schlimmste sind dann allerdings die Fragen) denn nach wie vor bin ich der Meinung (ich weiß, ich hab gut reden) es gibt nichts wofür sich die Betroffenen schämen müssen, was sie zu einem "schlechteren" Menschen macht, es hat ja schließlich keiner gesagt hier bin ich nun beginnt euer böses Spiel.
Es sind die die den Schaden angerichtet haben die sich schämen müßten, sich verkriechen und ganz klein machen müßten - leider können zu viele von denen ihr perverses Spiel im verborgenen weiter treiben weil die Betroffenen keine Kraft mehr haben.

Hoffe ich hab jetzt keinen Blödsinn geschrieben, meine Gednken sind alle samt zu "verquer", sie zu ordnen fällt schwer, möglicherweise sollte ich es lassen.

Na ja, liebe Grüße, Thomas.
 
Hallo,

also ich kenne Gewaltopfer,die durch ein geändertes Bild über sich selber kaum noch Probleme damit haben offen über ihre Erlebnisse zu reden...Ich bin eines davon...Hier ist es halt wichtig genügend verarbeitet zu haben und abgegrenzt zu sein . Und das braucht natürlich erstmal seine Zeit und auch Maßnahmen wie Therapie etc.
Menschen gehen mit Opfern immer so um wie die Opfer es selber mitbestimmen! Du kannst jederzeit sagen: Stopp, hab keinen Bock hier nen Seelenstriptease zu machen...kannst auch immer selber bestimmen was du preis gibst, was du erzählst, wie du es erzählst, wem du was erzählst usw.
Hilfreich ist das vorher mal mit nem Therapeuten durchzuüben...oder in einer Selbsthilfegruppe od.ä. DAnn wird es mit der Zeit leichter damit umzugehen und man weiss wie man sich artikulieren kann.
Und auch noch wichtig: du musst dir ein dickeres Fell wachsen lassen..es wird immer wieder Menschen geben, die mit gewissen Themen nicht klarkommen, oder die quersozial drauf sind etc..da muss man dann auch ein bissel trainieren denen Contra geben zu können und Einhalt zu gebieten, wenn die sich daneben benehmen. Ist allgemein wichtig im Leben..und für ein verunsichertes Gewaltopfer nochmal nen Streifen wichtiger.
Denn allgemeines menschliches Verhalten ist, dass Schwache und vermeintlich Schwache (Rosen ohne Dornen z.b.) ausgegrenzt werden, oft ausgenutzt und gemobbt werden..Menschen können da oft grausam sein..survival of the fittest eben. Daher ist es wichtig weg vom Opferhabitus zu kommen, damit einige Schmarotzer, Quersoziale hier nie wieder leichte Beute finden.
Du solltest also bei der Auswahl der Menschen, denen du vertraust sehr sorgfältig und achtsam sein...je nach deiner Befindlichkeit über deine privaten Erlebnisse erstmal nur mit sehr engen Vertrauten und Therapeuten reden, bis du stärker und selbstsicherer wirst und offener damit umgehen kannst.

Deinem präsentierten Selbstbild (Nickname und unterer Spruch) kann man entnehmen, dass du dich selber immer noch als schwaches Mädel ansiehst....erstaunlich dass Gewaltopfer oft Namen wie Engel oder Rose benutzen...viell. ne Sehnsucht nach Unberührtheit und Unberührbarkeit, die ja oft real futsch ist...dieser Tatsache sollte man sich jedoch unumwunden stellen finde ich und diese Bilder sind an sich auch ziemlich patriarchal vorgefaßt..machtgeile oder traditionelle Männer träumen von hübschen dekorativen Röschen, die sie beschützen können...oder auch nicht und das Gegenteil machen....Und auf nen Schutzengel kann man sich auch net immer verlassen, man sollte auf Nummer sicher gehen und sich selber schutzfit machen. Ich kann die Sehnsucht nach Englig-oder Rosigkeit zwar verstehen..aber als geerdete Ultrarealistin bin ich doch eher für bodenständige Arbeit an sich selber..man muss sich wenn man mit Dreck besudelt wurde auchmal die Hände selber schmutzig machen um den Mist wegzuschaufeln...das stinkt einem oft zwar gewaltig, aber diese Zeit geht ja auch wieder vorbei und man lernt sich abzugrenzen, damit der Mief nicht mehr in der Seele hockt wiene Schleimkröte.
Ich rate also generell dir dieses Image als zartes Röslein nicht zu sehr und zu einseitig auszubauen, sondern gezielt in Richtung kämpferische starke Frau zu gehen..nur dass kann dich auf Dauer effektiver schützen und aufbauen. An sich läßt sich ja beides gut kombinieren..mal liebliche Rose, mal toughe Kämpferin..je nach Bedarf..sowas macht das Leben interessanter!

Ich wünsche dir viel ERfolg bei deiner weiteren Verarbeitung!
Gruß
Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
Für mich persönlich ist es noch sehr "gefährlich", mich zu erkennen zu geben, weil ich noch zu sehr in meinem Opferdenken gefangen bin. Ich habe diese Gespräche auch schon erlebt, wo ich beistand und nicht wusste, was ich tun sollte. Wenn so etwas besprochen wird von Leuten, die NICHTS damit zu tun haben kann man schon mal sehr verletzende Dinge hören... Ich ziehe mich dann raus, hab was zu tun oder schalte ab. Ich denke, dass Tyra recht hat, wenn man so weit ist und es für sich verarbeitet hat, dann ändert sich das Selbstbild. Dann ist man auch nicht mehr nur "das Opfer". Und ich glaube, dass man sich dann auch zu erkennen geben kann. Und jederzeit wieder schweigen.
dreamer
 
Falls ich mitbekomme das dieses Thema das aktuelle einer Unterhaltung ist, höre ich meistens nur zu. Wenn dann Sätze fallen wie "ich würde nie in so eine Situation kommen (also Opfer werden)", sage ich "sage nie "nie" " drehe mich um und gehe. Diese pauschalen Aussagen vieler Leute zeigen mir wie unaufgeklärt und wenig interessiert sie sind. Überzeugungsarbeit kostet zu viel Kraft bei denen, es wird nichts bei denen ankommen weil sie ihr "heiles Welt-Denken" nicht ablegen können und wollen.
Lieben Gruß
Beate
 
ICh für meinen Teil merke bereits das ich mich nich so sehr angesprochen fühle wenn andere (letztens noch in der Schule ) drüber reden und ich dabei bin. Denn ich bin nich das andere Opfer will eigentlich gar kein Opfer sein also nich so benannt werden weil das Wort Opfer für mich eher zeigt dieser Mensch ist lebendig tot. Meine Therapeutin sagte mir auch ich bin kein Opfer solange ich mich nich in die Rolle drücke oder drücke lasse.Und was dieses andere Opfer(ich nenne das jetz einfach mal weiter Opfer fürs bessere Verständnis ) erlebt hat ist vllt annähernd ähnlich wie das was ich erlebt habe aber doch anders da ich ein anderer Mensch bin und anders empfinde und damit umgehe. Jeder ist für sich selbst verantwortlich das habe ich in diesem Jahr gelernt und das ist mega wichtig. ICh bestimme wie ich leben will und was ich an negativem an mich ranlasse im nachhinein.Dieses sich selbst leid tun möchte ich für miich nich akzeptieren. Wo ist denn dann noch meine LEbensqualität?! Die schwachenMomente die ich noch oft habe sind meiner Meinung nach eindeutig weniger gewworden. Vllt hört sich das bescheuert an aber ich mein man gewöhnt sich an alles.Bei mir kommen eure Texte auf alle Fälle an ich fühl mich verstanden und finde auchh irgendwann den Mut wieder.Für mich ist wichtig auch maljammern und müde sein zu dürfen und aber den Rückhalt zuu spüren. ICh möcht nur nich in einen traurigen Trott vverfallen für immer und ewig das wäre für mich S****(sorry musste ich so nennen). Ich bin noch nich soweit das ich mein Schmerzen ganz vergesse oder verarbeitet habe denn ich kann noch nich über mich reden bei Fremden die über dieses Thema reden. Aber ich weiss nich ob ich überhaupt bei nur halbwegs Bekannten über micch reden will. Es reicht mir wenn die bei denen ich lebe (und wenige gute Freunde)das wissen und mich entscheiden lassen wann ich darüber reden möcht. oh ich hoffe ich bin nich zuweit vom eigentlichen Thema abgedriftet gerade.. dann sorry. LG
 
Für mich hat das Wort "Opfer" nichts mit Demut zu tun. Man kann sich zwar aufopfern, aber Opfer wurde ich nicht freiwillig.
Beate
 
Hallo Jord,

wer Opfer einer Gewalttat war ist und bleibt ein Opfer und sollte sich offen damit auseiandersetzen um zu erkennen wie man NIE WIEDER ein Opfer wird. Opfer sind gekennzeichnet durch eine gewisse innere Einstellung, geringes Selbstwertgefühl, große Unsicherheiten, devote (= unterwürfige Haltung).
Wer als Kind Opfer wird kann wenig dagegen machen, oft hängt an einem Opfertum ne lange Vorgeschichte, die Eltern haben ihren Kind nie genügend Achtung entgegengebracht und es gedemütigt oder auch Gewalt ausgeübt und so wurde die Opferhaltung mehr oder weniger z.t. um zu überleben erstmal ne Gewohnheit. Die man aber ab der Pubertät reflektieren und ablegen sollte. Da hat deine Therapeutin vollkommen Recht, Opfer wirst du nur wieder werden, wenn du diese Rolle annimmst oder dir aufdrücken läßt..hier ist halt Achtsamkeit und Abgrenzungsvermögen gefragt, zu lernen NEIN zu sagen und sich durchszusetzen.

Beate hat Recht, Opfer wird man nicht freiwillig..aber man muss ein bissel aufpassen damit man nicht, wenn man es zuvor gewohnt war wie ein Opfer zu denken immer wieder in diese Denk- und Verhaltensweisen zurückfällt.
Zur Bewusstwerdung der inneren Haltung sind offene Auseinandersetzung mit der Sache total wichtig, per Therapie und Besprechen mit anderen Menschen. Grad dies Forum bietet ja ne gute Plattform dazu, ersetzt natürlich Therapien nicht und andere konkrete Maßnahmen um von einer Opferhaltung wegzukommen, z.B Kampfsport etc. damit man selbstbewusster wird, Ängste und Unsicherheiten ein wenig schwinden etc.
Grad wenn man angeschlagen ist rate ich immer dazu nicht passiv leidend liegenzubleiben..womit dann die Aasgeier über einen einfallen...es immer wieder Menschen gibt, die die Angeschlagenheit und Unsicherheit von EX-Opfern zu ihrem eigenen Nutzen auszunutzen. Daher ist es wichtig, wenn man gefallen ist wieder aufzustehen....wie heißt es bei Batman begins: Warum fallen wir? Um zu lernen wieder aufzustehen.

Du wirst deinen Schmerz niemals vergessen und an sich ist das gut so..es ist wichtig sich genügend zu erinnern, damit man achtsam bleibt und aus der Sache gelernt hat. Vergessen geht niemals! Einer solchen Illusion solltest du dich erst gar nicht hingeben. Du bist im Grunde auch stark genug die Erinnerungen auszuhalten und damit klarzukommen. Musst dir das nur zutrauen und dir selber genügend Mut dazu machen...dann klappt das auch. Und im Grunde ist es so, dass die Erinnerungen im Laufe der Zeit und auch je öfter man sich ihnen gestellt hat verblassen und viel weniger schmerzhaft werden.

Ich finde du klingst bereits z.T auf dem richtigen Weg zu sein...weiter so und viel Erfolg dabei!
LG
Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
Opfer... für mich ist dieses Wort auch irgendwie negativ Belastet...
es drückt irgendwie aus, dass man total hilflos ist... man ist ein Opfer...
Aber wenn man sagt: "Ich war ein Opfer einer Gewaltat" dann gehört das irgendwie schon mehr der Vergangenheit an...
Weiß nicht...

Zugeben selbst ein Opfer zu sein, ist denke ich sehr schwierig, auch für mich... Es gibt manchmal sehr negative Reaktionen. Gut meine beste Freundin meinte als ich ihr erzählte, dass ich einen schlimmen Flash hatte "ach du machst dir da bloß schlimmer Erinnerungen, das bildest du dir alles nur ein! Aber weißt du was mir gestern....", oder was man auch omanchmal hört "sie sind doch selbst schuld, sie hätte ja nicht rot anziehen müssen..."
Ich diskutiere schon bei solchen Diskussionen lebhaft mit und vertrete einen Standpunkt, aber ohne zuzugeben, was mit mir passiert ist...
Naja, für mich scheint es auch oft sehr unreal... frag mich grad warum ich hier schreib😕 Wenn ich das auch vor mir selbst zugebe, kann ich den Tag abhaken... das will ich dann auch nicht

In der Schule wurde ja "man war des cool mit der fee..." sehr oft über ähnliches diskutiert, da bin ich einfach weggeganen... sonst hätte ich es nicht ausgehalten, und es wäre denke ich auch contraproduktiv gewesen, denn dann wäre nur noch mehr diskutiert worden und ich mehr ausgelacht... Besonders da mir niemand glaubt -> solche Diskussionen vermeiden
 

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