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Wen wählst du bei der nächsten Bundestagswahl (2025)?

Wen wähle ich bei der nächsten Bundestagswahl (23/02/2025)

  • SPD

    Teilnahmen: 12 8,7%
  • CDU/CSU

    Teilnahmen: 15 10,9%
  • Grüne

    Teilnahmen: 22 15,9%
  • FDP

    Teilnahmen: 4 2,9%
  • AfD

    Teilnahmen: 49 35,5%
  • Die Linke

    Teilnahmen: 8 5,8%
  • BSW

    Teilnahmen: 7 5,1%
  • Freie Wähler

    Teilnahmen: 2 1,4%
  • sonstige

    Teilnahmen: 19 13,8%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    138
Apropo Äpfel - du vergleichst hier Äpfel mit Birnen.
Elektriker bekommen keinen Mindestlohn. Sie haben garkein Problem einen vernünftigen Lohn auf dem Markt zu erreichen, weil sie eine wichtige und dringend benötigte Qualifikation haben.
Ich finde es unpassend, dass du für deine Argumentation für den Mindestlohn, diverse Berufe verwendest, die garkeinen Mindestlohn erhalten und alles zusammen schmeißt, von Anwälten bis Kindeserziehung. So entsteht nur ein Brei an Tätigkeiten anstatt über die Bereiche zu reden, die wirklich vom Mindestlohn betroffen sind.

Mindestlohn wird vor allem in Branchen gezahlt, in denen niedrige Qualifikationen erforderlich sind:
  • Gastronomie & Hotellerie (z. B. Kellner, Küchenhilfen, Zimmerreinigung)
  • Einzelhandel (z. B. Kassierer, Regalauffüller)
  • Sicherheitsdienste (z. B. Wachpersonal, Türsteher)
  • Landwirtschaft & Saisonarbeit (z. B. Erntehelfer)
  • Gebäudereinigung (z. B. Reinigungskräfte)
  • Paket- & Kurierdienste (z. B. Paketzusteller
  • Callcenter & Kundenservice (z. B. Telefonische Kundenbetreuung)
  • Friseurhandwerk (gerade für Berufseinsteiger häufig nur Mindestlohn)
Das sind überwiegend Berufe, die zwar auch nachgefragt werden aber eben keine Fachkräfte wie Elektriker sind. Zur Not schneidet man sich die Haare selbst, mache ich seit Jahren!

Und genau darum gehts: Ist man bereit für eine Leistung X einen Preis Y zu zahlen?
Und wenn die Menschen den Preis nicht zahlen wollen, bringt auch der Mindestlohn nichts. Die Arbeitnehmer und und Unternehmen gehen unter dem Druck des Mindestlohnes einfach pleite. Der Mindestlohn ist extrem unsozial, weil er solche Menschen in den Ruin treibt. Weil er die Bäckerei um die Ecke ruiniert, die Angestellten arbeitslos werden und der Unternehmer den Betrieb schließen muss.

Die Einführung und sukzessive Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland seit 2015 hat zu steigenden Lohnkosten im Bäckerhandwerk geführt. Diese gestiegenen Personalkosten wurden von vielen Bäckereien auf die Preise für Backwaren, insbesondere Brot, übertragen. Im Gegensatz dazu verfügen Discounter über automatisierte Produktionsprozesse und beziehen ihre Backwaren oft von Großbäckereien, die durch industrielle Fertigung geringere Lohnkosten pro Produkteinheit haben. Dadurch können sie Preissteigerungen besser abfedern und müssen diese nicht in gleichem Maße an die Kunden weitergeben wie traditionelle Handwerksbäckereien.
Im Ergebnis zerstört der Mindestlohn so lokale Bäckereien, macht Bäcker und Angestellte arbeitslos.

Versteh mich nicht falsch: Auch ich will, dass jeder mit einem Vollzeitjob leben kann! Aber nicht mit der planwirtschaftlichen Moralkeule "Das muss so sein und deswegen bestimmen wir jetzt Löhn".
Auf der einen Seite sollten Menschen mit niedrigem Einkommen entlastet werden: Niedrige Steuern, niedrigere Sozialabgaben etc. Auf der anderen Seite sollten Waren bezahlbar bleiben. Dann braucht es keinen Mindestlohn. Gabs früher auch nicht.

Der Mindestlohn wurde erst nötig als der Staat angefangen hat überall einzugreifen. Wenn der Staat z.B. durch eine CO2 Steuer alles teurer macht, ja klar kann dann der Geringverdiener sich kaum noch was leisten. Linke Politik versucht aber nicht die Ursachen zu bekämpfen sondern die Symptome. Anstatt die Belastung der Menschen zu senken, versucht diese Politik die Löhne in die Höhe zu zwingen.
Diese Politik wird dann als "sozial" verkauft, ist aber extrem unsozial. Niemand leidet mehr unter der CO2 Steuer als die Geringverdiener. Niemand leidet mehr unter der "Greenflation" als die sozial Schwachen. Niemand leidet mehr unter der linksgrünen Deindustrialisierung als die kleinen Arbeitnehmer, die dadurch ihren Arbeitsplatz verlieren.

Mindestlohn? Ja super! 🙄 Ein Staat, der alles dafür tut, dass alles teurer wird, mein Arbeitsplatz verloren geht und dann so tut als wäre er sozial indem er einen Mindestlohn fordert. Eine Forderung die zudem Parteien wie den Grünen und der SPD nichts kostet, denn es zahlen ja die Arbeitgeber! Erst die Probleme verursachen und dann von Anderen eine Lösung fordern. Und am besten noch mit der großen Moralkeule von wegen "Sozialer Gerechtigkeit" und "Arm gegen Reich".

Da klauen uns die Linken und Grünen das Pausenbrot und dann beschimpfen sie unseren Sitznachbarn, er könne ja sein Brot mit uns teilen. Super Sozialpolitik, echt! 😉


Arbeitslosigkeit ist sozial?
Du weichst meiner Frage aus.

Schade, dass da von dir nix mehr kommt.... Das ist wieder ein klassisches Argument aus der Wirtschaftslobby..... Ein höherer Mindestlohn sei angeblich nicht tragbar, gefährde Arbeitsplätze und schade der Wettbewerbsfähigkeit. Dabei wird natürlich übersehen, dass zu niedrige Löhne längerfristig eine ganz andere Belastung bedeuten für unseren Sozialstaat, der mit Aufstockungen und Transferleistungen einspringen muss, weil Vollzeitjobs halt nicht mehr zum Leben reichen. Interessant ist natürlich, dass diese Warnungen vor einem "zu hohen" Mindestlohn immer aus der gleichen Richtung kommen nämlich von Unternehmensvertretern, Wirtschaftsverbänden oder Ökonomen. Das steigende Löhne auch dafür sorgen, dass Menschen mehr konsumieren können, dass sie weniger staatliche Hilfen brauchen und das sich das gesamtwirtschaftlich positiv auswirken kann, wird dabei nur allzu gerne unter den Teppich gekehrt.
 
Ja, die Nationalität ist wichtig, denn die örtlichen Hilfsmaßnahmen (Tafel, Angebote für Unterkünfte etc.) sind meistens nur für deutsche Obdachlose gedacht. Ausländer aus EU-Ländern dürfen sich nur dann unbegrenzt in Deutschland aufhalten, wenn sie selber für ihren Lebensunterhalt aufkommen können, sonst können sie abgeschoben werden, wenn sie in Deutschland der Allgemeinheit auf der Tasche liegen, sie haben keinerlei Ansprüche auf soziale Leistungen. Ausländer aus Nicht-EU-Ländern unterliegen den Regeln für Asyl (gewährt, beantragt, abgelehnt aber Duldung oder illegal und zur Ausreise verpflichtet).
Das stimmt nicht. Ein Schulfreund hat mal als Security in so einer Unterkunft gearbeitet, da kam man mit Deutsch nicht weit. Viele Bulgaren und Rumänen und andere Asylanten.
Deutsche Obdachlose hättest Du da lange suchen können.
 
Das denke ich auch. Hier im Thread wurde ja schon öfter geschrieben, dass jede*r die Partei wählt, die für einen selbst quasi das beste rausholt und da gehe ich nur bedingt mit. Ich selbst wähle eher wertegeleitet, das kann man als Idealismus abtun, empfinde ich aber selbst als den richtigen Weg, denn ich finde total wichtig, eine Vision vor Augen zu haben und eine Perspektive, in die sich Gesellschaft entwickeln kann.
Ich ganz persönlich (in Bezug auf mein eigenes Leben) empfinde Migration z.B. weder als Vor- noch als Nachteil, ich halte nichts davon, Menschen als nützlich oder als belastend einzustufen, deswegen kann ich auch mit dem Argument, dass wir Migration wegen des demografischen Wandels brauchen, nur bedingt etwas anfangen. Auf der Sachebene stimmt das, aber für mich ist es nicht stimmig, so auf Menschen und Lebenswege zu schauen. Ich finde in erster Linie einfach absolut falsch, wenn sich Staaten abschotten, wenn das Schicksal von Menschen an Nationalität hängt, wenn die eine Person hier sein darf und Anrecht auf ein halbwegs gutes Leben hat und die andere nicht, weil sie im "falschen" Land geboren wurde.
Ich verstehe zwar, wieso Parteien Kompromisse eingehen, sich Sachzwängen ausgesetzt sehen, usw. und ich finde auch gut, wie offen einige Politiker*innen der Grünen darüber sprechen und reflektieren, aber noch wichtiger finde ich den Glauben an eine bessere Welt und mehr Gerechtigkeit für alle, ich kann und will nicht akzeptieren, dass es eben einfach nicht besser geht, die Welt ungerecht ist, usw., man kennt diese Aussagen ja.

Ich finde, @Kareena hat es schön ausgedrückt, bei all dem geht es für mich auch um Empathie, um den Gedanken, dass man selbst auch an der Stelle der anderen Person sein könnte und für mich auch um den Gedanken, dass wir Menschen miteinander verbunden sind, Einfluss aufeinander haben, dass niemand besser oder schlechter ist, nur weil er mehr oder weniger Glück im Leben hatte.
ja, genauso sehe/handhabe ich das auch.
Und ja: natürlich ist es in letzter Konsequenz auch eine Entscheidung: In welcher Gesellschaft möchte ich leben?
Und eine Gesellschaft sollte für alle Lebenswert sein: Dazu gehören dann meiner Meinung nach eben auch Dinge, die für mich persönlich jetzt keinen Mehrwert haben oder sogar eher kontraproduktiv sind. Aber ich denke, es ist wichtig, aus dem eigenen Dunstkreis herauszutreten und eben -wie Du sagst- eine Vision vor Augen zu haben- eine Perspektive für möglichst viele Menschen.
Ich finde, @Kareena hat es schön ausgedrückt, bei all dem geht es für mich auch um Empathie, um den Gedanken, dass man selbst auch an der Stelle der anderen Person sein könnte und für mich auch um den Gedanken, dass wir Menschen miteinander verbunden sind, Einfluss aufeinander haben, dass niemand besser oder schlechter ist, nur weil er mehr oder weniger Glück im Leben hatte.
Absolut!!!!
ich denke, das ist generell (nicht nur beim Wahlverhalten sondern auch im Alltag: Sei es im Privatleben, innerhalb einer familie, in der Arbeit oder eben auf die gesamte Gesellschaft bezogen) einer der wichtigsten Grundsätze nach denen man sein Leben gestalten sollte.
Vielleicht ist das aus der Mode gekommen- ich weiß es nicht.
Aber für mich zählen da auch so "altmodische" Werte wie Höflichkeit, Respekt und eben Miteinander dazu.
Ich meine...theoretishc kann es mir egal sein, ob ich eine öffentliche Toilette total versifft hinterlasse: die Putzfrau kann mir egal sein und der typ der nach mir geht auch.
Aber WILL man eine Gesellschaft mit so einer Haltung?

MIR persönlich könnte es zb total egal sein, ob queere Menschen Rechte haben oder nicht.
Ich bin nicht queer, in meiner Familie ist das auch keiner- ich lebe eher so ein total klassisches Familienleben, wie es konservativen Parteien gefallen würde und wie sie es wohl auch am liebsten fördern.
Vielleicht würde ich sogar davon finanziell profitieren, wenn eine Partei an die Macht käme, die nur solche Familienbilder wie meins fördern würde, aber wie könnte ich das wollen?
ich würde mich da schämen, zu wissen, dass Menschen, die genauso viel wert und wichtig sind wie ich, Nachteile bekommen, nur weil sie anders leben als ich.
 
Es soll doch nicht so sein, dass die Leute die erste Monatshälfte zu McDonald und Co. rennen und am Ende de Monats, wenn das Geld fast aus ist, zur Tafel.

Das ist aber halt auch wieder so ein absolut klassistisches Vorurteil, das mit der Realität ganz vieler Menschen nichts zu tun hat.
Manche Menschen (...) können sich scheinbar wirklich nicht vorstellen, dass es in Deutschland Armut gibt, dass Menschen zB von ihrem geringen Einkommen noch Schulden abbezahlen (und nein, auch daran sind nicht alle selbst Schuld), chronische Krankheiten haben für die sie Hilfsmittel brauchen, für die die Krankenkasse nicht aufkommt oder anderweitige Verpflichtungen und Themen, die zu großen Existenzängsten führen.
Es wäre so, so wichtig, mal über den Tellerrand zu schauen und eigene Vorurteile zu hinterfragen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielleicht würde ich sogar davon finanziell profitieren, wenn eine Partei an die Macht käme, die nur solche Familienbilder wie meins fördern würde, aber wie könnte ich das wollen?
ich würde mich da schämen, zu wissen, dass Menschen, die genauso viel wert und wichtig sind wie ich, Nachteile bekommen, nur weil sie anders leben als ich.
Und vor allen Dingen muss jeder hier damit rechnen, ganz plötzlich doch in eine solche Familienkonstellation zu kommen. Was wollt ihr dagegen tun, wenn plötzlich die geliebte Tochter oder der geliebte Sohn ( oder Nichte, Neffe, Enkel, Enkelin oder sogar Elternteile) vor einem stehen und offenbaren ''ich bin lesbisch, schwul oder im falschen Körper'' ? Kommt in den besten Familien vor und hat auch nichts mit Erziehung zu tun. Wollt ihr euren Kindern oder anderen das ''rausprügeln'' oder den Kontakt zu ihnen abbrechen oder was? Die Wahrscheinlichkeit ist gar nicht mal sooo gering, dass sowas vorkommen kann. Dann steht man da mit seinem tollen Familienbild von Papa, Mama, Kind...
 
Das denke ich auch. Hier im Thread wurde ja schon öfter geschrieben, dass jede*r die Partei wählt, die für einen selbst quasi das beste rausholt und da gehe ich nur bedingt mit. Ich selbst wähle eher wertegeleitet, das kann man als Idealismus abtun, empfinde ich aber selbst als den richtigen Weg, denn ich finde total wichtig, eine Vision vor Augen zu haben und eine Perspektive, in die sich Gesellschaft entwickeln kann.
Ich ganz persönlich (in Bezug auf mein eigenes Leben) empfinde Migration z.B. weder als Vor- noch als Nachteil, ich halte nichts davon, Menschen als nützlich oder als belastend einzustufen, deswegen kann ich auch mit dem Argument, dass wir Migration wegen des demografischen Wandels brauchen, nur bedingt etwas anfangen. Auf der Sachebene stimmt das, aber für mich ist es nicht stimmig, so auf Menschen und Lebenswege zu schauen. Ich finde in erster Linie einfach absolut falsch, wenn sich Staaten abschotten, wenn das Schicksal von Menschen an Nationalität hängt, wenn die eine Person hier sein darf und Anrecht auf ein halbwegs gutes Leben hat und die andere nicht, weil sie im "falschen" Land geboren wurde.
Ich verstehe zwar, wieso Parteien Kompromisse eingehen, sich Sachzwängen ausgesetzt sehen, usw. und ich finde auch gut, wie offen einige Politiker*innen der Grünen darüber sprechen und reflektieren, aber noch wichtiger finde ich den Glauben an eine bessere Welt und mehr Gerechtigkeit für alle, ich kann und will nicht akzeptieren, dass es eben einfach nicht besser geht, die Welt ungerecht ist, usw., man kennt diese Aussagen ja.

Ich finde, @Kareena hat es schön ausgedrückt, bei all dem geht es für mich auch um Empathie, um den Gedanken, dass man selbst auch an der Stelle der anderen Person sein könnte und für mich auch um den Gedanken, dass wir Menschen miteinander verbunden sind, Einfluss aufeinander haben, dass niemand besser oder schlechter ist, nur weil er mehr oder weniger Glück im Leben hatte.


Ich sage mir immer: Ich finde die Realität nicht so attraktiv dass ihr ein Kreuz gebe. Ich habe nichts gegen Realismus, aber ich finde man braucht auch Veränderungen.

Ich habe auch Momente in denen ich zurückfalle, weil ich dann denke es kommt nichts besseres. Bei mir schwankt es so. Ich kann einfach kein Leid sehen. Mir geht es dadurch immer schlechter.
 
Hier die heutige Kolumne von Jan Fleischhauer zu dem Thema, das die ganzen Täter mit Migrationshintergrund psychische Probleme haben und wie realistisch es ist diese entsprechend zu behandeln und zu versorgen.
Sehr lesenswert wie ich finde...

Ein sehr guter Artikel, vielen Dank! 👍 Es ist wirklich vollkommen logisch und offensichtlich, dass unser Staat nicht sämtlichen bereits im Land befindlichen und zukünftig weiterhin ungebremst einwandernden Migranten eine adäquate und umfassende psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung zukommen lassen kann. Völlig utopisch, sowas. Über solche naiven Ideen kann ich mich nur wundern.

Und besonders berührend und nachdenklich machend, finde ich:

"Bei „Markus Lanz“ saß neulich Michael Kyrath, der vor zwei Jahren bei der Messerattacke von Brokstedt seine 17-jährige Tochter verlor. Man sei inzwischen mit weit über 300 Elternpaaren im Kontakt, die das Schicksal teilten, sagte er. Und er fuhr dann fort: „Was uns alle eint, es ist immer dasselbe Täterprofil, es ist dasselbe Tatwerkzeug, es ist nahezu derselbe Tathergang, es sind nahezu dieselben Tatmotive und es sind am Ende einer Tat dieselben Floskeln, die wir seit Jahren hören, die Versprechungen der Politiker ‚wir machen, wir tun‘ – geschehen ist überhaupt gar nichts. Wir werden die nächsten Fälle wieder erleben. Und wir werden wieder erleben, dass die üblichen politischen Verantwortlichen an der nächsten Tatstelle stehen und wieder Bedauern bekunden, wie schrecklich das doch ist, und wieder versprechen, was sie nicht alles in Bewegung setzen wollen, und danach wird wieder nichts passieren.“

Ich will nicht zu pathetisch werden, aber am 23. Februar geht es auch um die Frage, ob Herr Kyrath Recht behält oder nicht."
 
Das denke ich auch. Hier im Thread wurde ja schon öfter geschrieben, dass jede*r die Partei wählt, die für einen selbst quasi das beste rausholt und da gehe ich nur bedingt mit. Ich selbst wähle eher wertegeleitet, das kann man als Idealismus abtun, empfinde ich aber selbst als den richtigen Weg, denn ich finde total wichtig, eine Vision vor Augen zu haben und eine Perspektive, in die sich Gesellschaft entwickeln kann.
Ich ganz persönlich (in Bezug auf mein eigenes Leben) empfinde Migration z.B. weder als Vor- noch als Nachteil, ich halte nichts davon, Menschen als nützlich oder als belastend einzustufen, deswegen kann ich auch mit dem Argument, dass wir Migration wegen des demografischen Wandels brauchen, nur bedingt etwas anfangen. Auf der Sachebene stimmt das, aber für mich ist es nicht stimmig, so auf Menschen und Lebenswege zu schauen. Ich finde in erster Linie einfach absolut falsch, wenn sich Staaten abschotten, wenn das Schicksal von Menschen an Nationalität hängt, wenn die eine Person hier sein darf und Anrecht auf ein halbwegs gutes Leben hat und die andere nicht, weil sie im "falschen" Land geboren wurde.
Ich verstehe zwar, wieso Parteien Kompromisse eingehen, sich Sachzwängen ausgesetzt sehen, usw. und ich finde auch gut, wie offen einige Politiker*innen der Grünen darüber sprechen und reflektieren, aber noch wichtiger finde ich den Glauben an eine bessere Welt und mehr Gerechtigkeit für alle, ich kann und will nicht akzeptieren, dass es eben einfach nicht besser geht, die Welt ungerecht ist, usw., man kennt diese Aussagen ja.

Ich finde, @Kareena hat es schön ausgedrückt, bei all dem geht es für mich auch um Empathie, um den Gedanken, dass man selbst auch an der Stelle der anderen Person sein könnte und für mich auch um den Gedanken, dass wir Menschen miteinander verbunden sind, Einfluss aufeinander haben, dass niemand besser oder schlechter ist, nur weil er mehr oder weniger Glück im Leben hatte.
ja, genauso sehe/handhabe ich das auch.
Und ja: natürlich ist es in letzter Konsequenz auch eine Entscheidung: In welcher Gesellschaft möchte ich leben?
Und eine Gesellschaft sollte für alle Lebenswert sein: Dazu gehören dann meiner Meinung nach eben auch Dinge, die für mich persönlich jetzt keinen Mehrwert haben oder sogar eher kontraproduktiv sind. Aber ich denke, es ist wichtig, aus dem eigenen Dunstkreis herauszutreten und eben -wie Du sagst- eine Vision vor Augen zu haben- eine Perspektive für möglichst viele Menschen.

Absolut!!!!
ich denke, das ist generell (nicht nur beim Wahlverhalten sondern auch im Alltag: Sei es im Privatleben, innerhalb einer familie, in der Arbeit oder eben auf die gesamte Gesellschaft bezogen) einer der wichtigsten Grundsätze nach denen man sein Leben gestalten sollte.
Vielleicht ist das aus der Mode gekommen- ich weiß es nicht.
Aber für mich zählen da auch so "altmodische" Werte wie Höflichkeit, Respekt und eben Miteinander dazu.
Ich meine...theoretishc kann es mir egal sein, ob ich eine öffentliche Toilette total versifft hinterlasse: die Putzfrau kann mir egal sein und der typ der nach mir geht auch.
Aber WILL man eine Gesellschaft mit so einer Haltung?

MIR persönlich könnte es zb total egal sein, ob queere Menschen Rechte haben oder nicht.
Ich bin nicht queer, in meiner Familie ist das auch keiner- ich lebe eher so ein total klassisches Familienleben, wie es konservativen Parteien gefallen würde und wie sie es wohl auch am liebsten fördern.
Vielleicht würde ich sogar davon finanziell profitieren, wenn eine Partei an die Macht käme, die nur solche Familienbilder wie meins fördern würde, aber wie könnte ich das wollen?
ich würde mich da schämen, zu wissen, dass Menschen, die genauso viel wert und wichtig sind wie ich, Nachteile bekommen, nur weil sie anders leben als ich.
Damit beschreibt ihr ja genau eure Interessen. 🙂
 
Ich finde, @Kareena hat es schön ausgedrückt, bei all dem geht es für mich auch um Empathie, um den Gedanken, dass man selbst auch an der Stelle der anderen Person sein könnte und für mich auch um den Gedanken, dass wir Menschen miteinander verbunden sind, Einfluss aufeinander haben, dass niemand besser oder schlechter ist, nur weil er mehr oder weniger Glück im Leben hatte.

So zu wählen dass wir uns statistisch gesehen mehr Kriminalität ins Land holen und dann von Empathie zu sprechen ist für mich so irreführend, dass ich es mal stehen lasse.

Ich persönlich bin für konkrete Themen die mein Leben und das Leben meiner Mitbürger positiv beeinflusst. Eine höhere Rente. Gute Schulen. Gut ausgestattete Krankenhäuser.

Eine gerechte Welt, die Klimaerwärmung stoppen…jeder hat weltweit alle Rechte und es wird ganz schön…sowas finde ich prima. Nur völlig illusorisch. Es klingt immer schön, es sind aber unerreichbare Phrasen.

Hier im Kleinen vor Ort etwas besser zu machen, das motiviert mich. Und so haben auch Parteien zu handeln, die dem Volk in Deutschland dienen. Wie in jedem Land.
 

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