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Welches Gehalt ist eigentlich in D "Durchschnitt"?

  • Starter*in Starter*in Helbram
  • Datum Start Datum Start
Hallo Gast. Habe eben hier auch etwas mitgelesen. Das klingt interessant. Kannst du deine Umstände etwas näher beschreiben? Du redest von Stress und dass du sogar was anderes für weniger Geld machen würdest. Bei mir ist es so, dass ich meine mit aller Kraft dort hin zu müssen wo du jetzt grade bist.
Im Prinzip beschreibt das für mich auch den typischen erfolgreichen Deutschen: üppiges Gehalt (3500 sind für mich Luxus), Firmenwagen, wahrscheinlich immer schön mit Anzug und und und...
 
Es gibt natürlich Statistiken, demnach hat der deutsche Berufstätige einen Durchschnittsverdienst von 3.000 €, 50.000 € gespart u.s.w. (die Summen habe ich mir ausgedacht)

Wie wenig das aussagekräftig ist, wird einem klar, wenn man in dieser Statistik eine Handvoll Großverdiener mit deren Einkünften von zig-Millionen mit den Heerscharen mit einem Einkommen von knapp 1.000 € brutto vergleicht.

Die hier bereits zitierten regionalen und branchentypischen Unterschiede brauche ich nicht zu wiederholen.


Ärgerlich ist es, wenn Dich die Protzereien beschäftigen,


aber wichtiger ist doch, das Du Dir mit Deinem Einkommen den Lebensstandard


leisten kannst, den Du Dir wünscht,

sonst musst Du noch mehr ranklotzen oder einen Zweitjob annehmen, dann kannst Du Dir auch nen Daimler vor der Tür stellen,

nur, ob Du die neidischen Blicke Deiner Nachbarn noch genießen kannst, wenn Du tagein-tagaus nur noch irgendwo Geld verdienen gehst?
 
Hallo Maite,

das kann ich leicht erklären.
Im Moment arbeite ich in der Wirtschaft, habe eine 40 Std. Woche die meistens aber aus einer 50 Std. Woche besteht. Überstunden werden nicht bezahlt und können nicht abgefeiert werden.
Ca. 1-2 mal die Woche bin ich quer in Deutschland unterwegs, schlafe wenn die Stecke nach Hause zu weit ist in Hotels.
Wenn ich Abends nach Hause komme bin ich innerlich total ausgebrannt und habe zu nichts mehr Lust.
Ich bin nicht verheiratet, lebe aber mit meiner Partnerin zusammen und wir haben ein Kind.
Das heißt, in der Woche kann man mich abends nicht mehr gebrauchen und ich liege nur noch am Sofa.
Das Familienleben leidet also sehr darunter. Im Moment lebe ich also um zu Arbeiten.
Als Junggeselle beleiben von den 3500 € Brutto leider auch nicht mehr soviel übrig.
Mein Wunsch ist es aber mein Familienleben zu genießen, etwas mit der Familie zu unternehmen etc.
Also arbeiten um zu leben. Das kann ich im Moment nicht.
Was möchtest du für deine Zukunft? Arbeiten um zu leben oder Leben um zu Arbeiten?
Letzte Woche hatte ich ein Vorstellungsgespräch und mir hat man dort nach kurzen Verhandlungen um die 4000 € Brutto zugesagt. Ich habe abgesagt, da die Arbeit wohl wieder nur stressig und nicht nach meiner Vorstellung war.

Jetzt habe ich die andere Stelle noch in Aussicht, wo ich dann < 2500 € verdiene. Die Stellenbeschreibung hört sich interessant an und nach meinen Vorstellungen. Überstunden können abgefeiert werden und das Aufgabengebiet gefällt mir.
Ich denke ich kann bei dieser Stelle dann noch nebenbei LEBEN.
 
Hallo Gast. Ich weiß gar nicht was ich drauf nun sagen soll. Auf der einen Seite habe ich deine Worte mit Ernüchterung gelesen. Wie es aussieht ist Erfolg und guter Verdienst gleichzusetzen mit Ausgebranntheit und einem Minimum an Freizeit.

Mein Vater war auch beruflich erfolgreich, und zwar so erfolgreich dass ich in meiner Kindheit so gut wie nichts von ihm hatte. Wenn er Abends um halb 10 mal noch kurz Zeit hatte bevor ich ins Bett ging, das hats echt nicht gebracht. Am Wochenende lag er nur auf der Couch weil er ausgepowert war. Heute hat er zwar Geld auf der Seite, steht aber mit seinen 68 Jahren ohne Frau da und vegetiert mehr oder weniger vor sich hin. Viel Geld aber unglücklich.

Ich seh schon die Sinnfrage wäre hier angebrachter, und ich wüsste auch nicht ob ich nicht für 1000 weniger dafür mein Familienleben so gut es geht geniesen würde. Gleichzeitig finde ich es aber auch irgendwo traurig dass es heutzutage so ist, früher konnte sich ein einfacher Arbeiter auch einiges leisten ohne sich derart verausgaben zu müssen. Heute wird alles teurer, und um sich seinen Lebensstandard zu erhalten bzw. auf einen gewissen Lebensstandard hinzuarbeiten muss man permament unter Strom stehen hab ich so den Eindruck.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Maite2,

ich meine das ist vielleicht nicht der Regelfall und es gibt mit Sicherheit auch Jobs die gut bezahlt sind ohne sich kaputt zu machen. Aber bei mir ist es so.
Dabei bin ich kein Überflieger, oder jemand der sich in die erste Reihe drängt und um Anerkennung buhlt.
Ich habe einen normalen Job.
Da ich diesen aber wohl recht gut mache habe ich auch dementsprechend viel um die Ohren. Soviel, dass es mir zuviel geworden ist.

Wie bei dir ist es mit meinem Vater genau so. Ich hatte im Prinzip nichts von ihm als Vater und da ich im Moment auf dem gleichen Weg dahin bin, (ohne es zu merken) will ich jetzt die Notbremse ziehen.
Und nur mal so nebenbei. 1000 € Brutto als Junggeselle sind 500 € Netto. Ich denke das ist zu verschmerzen, bzw. irgendwie zu verkraften.
Wenn nicht, bin ich danach schlauer und kann mir wieder einen neuen Job suchen bei dem ich besser bezahlt werde.
 
Entweder habe ich im Freundeskreis zu viele Großverdiener oder es ist wirklich so, dass die Mehrheit über 3000 brutto im Monat verdient ?
.....
Wie sieht die Realität da draußen aus?

Hallo Gast,

Das mittlere Einkommen lag in Deutschland (2008) bei 1.252 Euro, das
Durchschnittseinkommen war mit 2.706 Euro mehr als doppelt so hoch.

Weiterlesen: Wikipedia/Einkommen

Gruß John
 
Interessant ist folgender Abschnitt:

Das mittlere Einkommen bildet die gesellschaftliche Situation von Armut und Reichtum in einer Gesellschaft besser ab als das Durchschnittseinkommen, das gerne herangezogen wird, um gesellschaftliche Missstände zu verdecken.
 
Das heißt also mehr oder weniger es ist für viele zu wenig. Manchmal ist es aber auch immer eine Gradwanderung, viele sagen was brauch ich all die materiellen Dinge, mir gehts auch so gut wenn die Sonne scheint, ob das aber nicht insgeheim Trotzreaktionen sind ...

Ich glaube zu viel oder zu wenig definieren die meisten unterschiedlich. Für mich sind 3000 EUR viel Geld, andere werden da fast überheblich indem sie es als Nasenwasser abtun.
 

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