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Weiß nicht weiter / Bin für nichts geeignet

  • Starter*in Starter*in Gast
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Üben kann ich mit niemanden. Freunde hatte ich noch nie und Familie auch nicht mehr. Die haben sich alle leider alle von mir abgewendet. Naja kein Wunder, so komisch wie ich bin.
Du bist nicht komisch. Unsere Gesellschaft ist es.
Einen Menschen, der ein Problem hat und leidet, sollte man auffangen und nicht im Stich lassen.
Ich meine...Du hast lediglich eine Sozialphobie und niemanden überfallen, verletzt, oder gar umgebracht. 🙄 Natürlich kenne ich Deine Familie nicht und weiß nicht, warum sie nicht für Dich da sind und ob dort etwas vorgefallen ist. Aber generell sollte man in einer Familie füreinander da sein. :herz:

Es sieht so aus, als ob sich bei Dir ein schwieriger Kreislauf eingeschlichen hätte: Sozialphobie -> Einsamkeit -> mangelnde Unterstützung von Mitmenschen und fehlende Wärme -> Essstörungen -> das Selbstvertrauen sinkt noch mehr -> Probleme bei Bewerbungen und im Arbeitsleben -> das Selbstvertrauen sinkt -> die Phobie wird nicht besser.
Außer dieser einen kleinen Schwäche (Sozialphobie) ist alles mit Dir in Ordnung. Wir haben alle Schwächen. Nur leider gibt es kaum eine Schwäche, die in unserer Leistungsgesellschaft ein so großer Nachteil ist, wie eine Sozialphobie. 🙁 Ich habe selber unter einer SP gelitten. Vor allem im Teenager-Alter. Glaube mir: man kann das heilen. 🙂 Es ist manchmal ein langer, steiniger Weg, aber kein in Stein gemeißeltes Schicksal. Und Du bist noch so jung.
Der Zug ist keineswegs abgefahren! Vielleicht wirst Du Dich mit 27, 30 oder 35 fangen und kannst dann mit einer Ausbildung loslegen. Was wäre so schlimm daran, wenn es nicht bereits jetzt oder in einem Jahr klappt?

Ich glaube, den Kreislauf, in dem Du im Moment steckst, durchbrichst Du nicht indem Du Dich in einen Job hinein quälst. Außer vielleicht, wenn Du in die Reha-Abteilung des Arbeitsamtes hinein kommst, wie 'Gast' hier im Forum geschrieben hat.
Vielleicht hast Du Glück und findest einen Job mit sehr netten Menschen. Kann alles passieren. Aber verbeiße Dich bitte nicht so sehr in dieses Job-Thema. Denn Dein Wohlbefinden und Deine Gesundheit sind auch wichtig.
Deine SP scheint so stark zu sein wie damals bei mir in der Schule (wo ich gemobbt wurde). Damals hätte ich unter keinen Umständen berufstätig sein können. Viele Menschen sind leider nicht nett, wenn jemand anders sind, sondern können ganz schön gemein sein und lassen ihren Frust gerne an Leuten, die sie als anders wahrnehmen, aus. Ich möchte nun nicht sagen, dass Du nicht arbeiten kannst oder dass glückliche Umstände im Job ein Ding der Unmöglichkeit sind. Vieles hängt einfach vom Glück ab. Ich finde nur, Du bist wichtiger als ein Job. Und Deine Gesundheit ist es auch.

Wenn es mehr Mitgefühl unter uns Menschen gebe, gebe es bestimmt weniger Leute mit SP und denen, die daran leiden, würde es besser gehen.
Mache Dir bitte nicht soviel Druck, dass es jetzt beruflich unbedingt mit etwas klappen muss. Es ist völlig in Ordnung Hartz IV anzunehmen, damit Du Zeit gewinnst Dich selber zu stabilisieren.
Den problematischen Kreislauf, in dem Du steckst, kannst Du dauerhaft am besten dadurch durchbrechen, dass Du lernst Dich selber anzunehmen. Wenn Du das geschafft hast, wird auch Dein selbstschädigendes Verhalten aufhören (man sagt nicht umsonst Kummerspeck) und irgendwann kann dann auch ein Job kommen.
Kein Mensch sollte seine gesamte Identität von einem Job abhängig machen.
In der Zwischenzeit könntest Du eine Sprache erlernen (geht auch über Bücher und das Internet) oder Fähigkeiten wie Buchhaltung (von potentiellen Arbeitgebern oft gerne gesehen) oder irgendein anderes Wissen oder Fertigkeit.
Gibt es eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Sozialphobie in Deiner Stadt?
Vielleicht könntest Du dort hin gehen? Oder, falls Dir das zu schwer fällt, erst einmal über das Internet Freundschaften schließen. Vielleicht würdest Du eine Freundschaft über Hilferuf finden oder ein anderes Internet-Forum? Eventuell sogar eine Freundschaft im "realen" Leben mit Treffen & co und wenn nicht, dann vielleicht erst einmal eine reine Email-Freundschaft.
Zweitens: Hast Du einen Glauben? Spirituell oder religiös? Meine Erfahrung (natürlich subjektiv) ist, dass Menschen, die in einem Glauben verwurzelt sind, andere nicht so schnell mobben oder drangsalieren. Hartz IV ermöglicht Dir finanziell sicher keine großen Sprünge, aber vielleicht wäre mal ein Kurzurlaub in einem Kloster drin. Ich habe mal einen Bericht über ein Kloster gesehen im TV, wo die Nonnen Wellness und Massagen anboten. Und vielleicht gehört auch Seelsorge zu den Angeboten einiger Klöster. Viele Menschen, Therapeuten oft eingeschlossen, sind in unserer materialistischen Gesellschaft (Leistungsdenken und/oder wenig Mitgefühl) sehr verwurzelt. Vielleicht wäre es gut, mal etwas anderes auszuprobieren.
Auch wenn Du vielleicht keinen Glauben hast oder Dein Glauben ein anderer ist, könnte Dir ein Aufenthalt unter Menschen, die andere nicht nur danach beurteilen wie viel sie leisten (beruflich, soziale Fitness, Redegewandtheit, Selbstbewusstsein) bestimmt gut tun.
Telefonseelsorger tun das meist auch nicht. Also, andere nach Oberflächlichkeiten (Erscheinungsbild, Auftreten) beurteilen.
Es gibt glücklicherweise noch immer ein paar mitfühlende Menschen, die einen anderen nicht einfach verurteilen, wenn er ein Problem mit sich und der Welt hat und man das merkt (zB am Verhalten) und sieht. Versuche am besten Dich auf die Suche nach diesen Menschen zu machen.

Beim Arbeitsamt meinten die sie können mir nicht helfen, weil... Naja selbst dort saß ich mit hochroten Kopf, am schwitzen wie Sau (und nein, nicht wegen meinem Gewicht, sondern wegen der Angst) und konnte keinen in die Augen schauen (das kann ich generell nicht, selbst bei meinen Eltern konnte ich es nie).
Waren Deine Eltern liebevoll zu Dir? Oder haben Sie Dir weh getan? Konntest Du ihnen nie in die Augen schauen, oder war das als früher als Kind anders?

Zum Arbeiten hast Du noch so viel Zeit. Wichtig ist es, dass Du Menschen findest, die Dich annehmen und dass Du es selber lernst Dich mit Deiner Schwäche zu akzeptieren. Eine Sozialphobie ist leider eine Sache, die in unserer Ego-betonten Gesellschaft große Folgen hat, aber sie macht Dich in keinster Weise als Mensch weniger wertvoll. Und wenn Du es lernst Dich selber etwas mehr anzunehmen, wird die Sozialphobie meist auch geringer. Habe bitte etwas Geduld mit Dir.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wow, vielen Danke für die vielen Worte. Das muss ich mir später nochmal durchlesen. ^^

Also an einen Gott oder so glaube ich nicht. Habe ich aber noch nie und in der Familie war es auch kein großes Thema. Wegen so ein Kloster werde ich mich dennoch mal erkundigen.
Soweit ich mich erinnern kann, habe ich noch nie jemanden in die Augen schauen können. Also weiß ich nicht woher das kommt.
Nichts desto trotz haben mir meine Eltern auch sehr oft weh getan. Sowohl körperlich als auch psychisch. Jetzt eigentlich nichts dramatisches - also anderen Kindern geht es sehr viel schlechter als es mir ergangen ist.

Was so schlimm ist wenn ich jetzt keinen Job bekomme? Je länger ich nicht arbeiten gehe, d.h. je größer die Lücke im Lebenslauf wird, desto geringer ist die Chance das mich überhaupt noch jemand einstellt (Ängste hin oder her... das wäre wohl auch so, wenn ich ganz "normal" wäre). Und jünger werde ich schließlich auch nicht. Und auf Verständnis zu stoßen kann man dann auch komplett vergessen. Ich weiß das die Nachbarn hier sich auch über mich das Maul zerreißen. Von wegen zu faul zum arbeiten, Schmarotzer usw. (habe ich bereits im Treppenhaus mit gehört). Die geben sich ja auch nichtmal die Mühe das hinterm Rücken zu machen - d.h. die wollen das ich das alles höre. Jaja, ich weiß, ich sollte mich nicht drum scheren was andere denken.

Wieso hat mir das Arbeitsamt dieses Reha-Programm denn nicht mal vorgeschlagen? Die haben ja schließlich gesehen, das ich so "da draußen" keinen Job/Ausbildung bekommen würde. Stattdessen haben sie mich ja quasi "rausgeschmissen".

Und mitfühlende Menschen finden? Also im Internet mag man die ja vielleicht finden, aber in der Realität glaube ich da nicht mehr dran. Ich habe mich mal mit jemanden aus den Internet getroffen, nachdem wir 3-4 Monate geschrieben hatten. Ich war da immer ehrlich, auch mit meinem Gewicht usw. Und dennoch, nach diesen einen treffen, kam gar nichts mehr. Keine Antworten mehr auf meine Mails. Also so im Internet surfen, ab und zu mal chatten, das ist ja okay. Aber auf diese Art will ich niemanden mehr kennen lernen für die "Realität".
 
Also an einen Gott oder so glaube ich nicht. Habe ich aber noch nie und in der Familie war es auch kein großes Thema. Wegen so ein Kloster werde ich mich dennoch mal erkundigen.
ich möchte hier nun niemanden bekehren oder missionieren, aber ich glaube Du brauchst wirklich eine Umgebung, in der man Dir Mitgefühl entgegen bringt.
"Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" ist die Zentralbotschaft des christlichen Glaubens. Deshalb meine Idee mit dem Kloster.🙂 Ich drücke Dir auf jeden Fall die Daumen, dass Du einen Ort finden wirst, in dem man Dich aufnimmt, egal wie schwer es Dir fällt jemanden in die Augen zu schauen oder ob Du rot wirst. Das sind doch alles keine Verbrechen. 🙄 Vielleicht wirst Du im Internet eine Weile lang suchen müssen nach einem guten Ort und mitfühlenden Menschen. Ich wünsche Dir viel Glück!
Und nehme Dich bitte in Acht vor Seelenfängern (Sekten & co).
Soweit ich mich erinnern kann, habe ich noch nie jemanden in die Augen schauen können. Also weiß ich nicht woher das kommt.
Das macht doch nichts. Ich glaube, es bringt im Moment auch nicht viel herum zu grübeln, woher das kommt. Du bist im Moment eben so. Meiner Meinung nach gibt es wesentlich größere menschliche Schwächen als jemandem nicht in die Augen schauen zu können. Natürlich geht es einem besser, wenn man das kann. Aber Du hast noch viel Zeit Dich zu entwickeln. In Deinem Alter sind die Wenigsten in ihrer inneren Mitte angekommen, wie man oft sagt. Nach Außen hin wirken viele zwar erfolgreich und selbstbewusst, doch tief in ihrem Inneren sind sie nicht selten voller Selbstzweifel oder Schwächen, die weitaus schwerer zu heilen sind als Schüchternheit, wie zum Beispiel Egoismus oder fehlendes Mitgefühl.
Nichts desto trotz haben mir meine Eltern auch sehr oft weh getan. Sowohl körperlich als auch psychisch. Jetzt eigentlich nichts dramatisches - also anderen Kindern geht es sehr viel schlechter als es mir ergangen ist.
Das tut mir Leid! 🙁 Und hier liegt sicher auch eine der Ursachen für Dein momentanes Leben. Natürlich gibt es fast immer noch ein "schlimmer", aber dennoch: Deine Eltern haben Dich verletzt.
Dass manche Anderen vielleicht noch schwerere Umstände hatten, mag sein. Die Fähigkeiten Verletzungen aus der Kindheit zu verarbeiten variieren von Person zu Person. Du bist offensichtlich sehr sensibel und verletzbar. Ich glaube, es ist wichtig, dass man sich eingesteht wie sehr die Menschen aus der Vergangenheit einem weh getan haben. Es geht ja nicht darum, die anderen zu verurteilen. Sondern einfach darum seinen Schmerz zuzulassen und am besten auch einem anderen, verständnisvollen Menschen mitzuteilen.
Alles mit Zwang hinter sich lassen zu wollen nach dem Motto "Schwamm drüber" funktioniert meiner Erfahrung nach nicht.
Was so schlimm ist wenn ich jetzt keinen Job bekomme? Je länger ich nicht arbeiten gehe, d.h. je größer die Lücke im Lebenslauf wird, desto geringer ist die Chance das mich überhaupt noch jemand einstellt (Ängste hin oder her... das wäre wohl auch so, wenn ich ganz "normal" wäre).
Deine Ängste kann ich gut nachempfinden. Ich hatte solche Ängste jahrelang auch.
Aber versuche es doch bitte mal etwas entspannter zu sehen: Du kannst in unserem Land nicht verhungern. Höchstens emotional, aber das ist etwas anderes.
Es bringt nicht viel, wenn Du Dich nun in eine Arbeit und einen Kollegenkreis hinein quälst, der so gemein ist wie Deine Nachbarn. Ich wünsche Dir natürlich von Herzen, dass Du einen Job mit netten Kollegen findest. Und dass Du dort Erfolgserlebnisse hast, die Deinem Selbstwertgefühl helfen.
Doch dieser Druck, den Du im Moment auf Dich ausübst...ich glaube, das ist nicht gut.

Und die Lücke im Lebenslauf? Die haben viele Menschen. Sei es durch Krankheit oder Kindererziehung. Bei Bewerbungen spielt es oft viel mehr eine Rolle, wie lange die Ausbildung her ist als dass sich die Berufstätigkeit wie ein roter Faden durchs Leben zog. Ich war selber für eine lange Zeit krank, hatte gigantische Lücken in meinem Lebenslauf und hätte trotzdem im Alter von 30plus eine Ausbildungsstelle gefunden. Letzten Endes habe ich mich anders entschieden, aber es wäre möglich gewesen. Und frisch nach der Ausbildung sind die Chancen auf einen Job auch gar nicht so schlecht. Klar...viele Arbeitgeber bevorzugen Bewerber, die 20 Jahre alt sind und zehn Jahre an Arbeitserfahrung haben. Aber das ist nicht bei allen so.
Manche machen im Alter von 40plus eine Ausbildung und werden danach in ein Arbeitsverhältnis übernommen.
Und ich glaube -trotz allem- nach wie vor an das Gute im Menschen.
Wenn Du einem Arbeitgeber erzählst "ich hatte eine Sozialphobie und brauchte bis zu meinem 29. oder 32. Lebensjahr um mich zu fangen, und jetzt will ich wirklich loslegen", dann wirst Du ganz bestimmt auch Menschen finden, die Dich einstellen wollen. Vor allem wenn Du vorher durch ein Praktikum überzeugst. Nur um das zu schaffen, also als Praktikantin zu überzeugen, ist es wichtig, dass Deine Sozialphobie weniger schwer wird.
Und jünger werde ich schließlich auch nicht.
Viele Arbeitgeber wollen junge Bewerber. Das stimmt leider.
Doch der eine oder andere weiß Lebenserfahrung durchaus zu schätzen. Aufgrund Deiner eigenen Lebenserfahrung wirst Du selber bestimmt niemals jemand anderen mobben. Das ist doch schon mal ein großes Plus. Schon alleine fürs Betriebsklima.
Ich möchte nun nicht sagen, dass alles wundervoll und einfach ist. Aber fast jeder hat irgendwann mal Glück und trifft auf ein Licht im Dunkeln. 🙂
Und falls doch nicht?
Wie gesagt, man kann in unserem Land nicht verhungern. Und Du bist nicht die Einzige ohne Job. Wenn Du lernst Dich zu öffnen, kannst Du Dich mit anderen Leuten, die es im Berufsleben auch schwer haben, zusammen tun. Viele Hartz IV Empfänger sind Menschen mit Bildung und Ambitionen, die einfach nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren.
Und auf Verständnis zu stoßen kann man dann auch komplett vergessen.
Ich stimme Dir zu. Nur in einem Wort nicht. Nämlich dem Wort "komplett".
Ich weiß das die Nachbarn hier sich auch über mich das Maul zerreißen. Von wegen zu faul zum arbeiten, Schmarotzer usw. (habe ich bereits im Treppenhaus mit gehört). Die geben sich ja auch nichtmal die Mühe das hinterm Rücken zu machen - d.h. die wollen das ich das alles höre. Jaja, ich weiß, ich sollte mich nicht drum scheren was andere denken.
Deine Nachbarn waren offensichtlich zur richtigen Zeit am richtigen Ort und hatten Glück im Leben. Auch in der Hinsicht, dass sie keine Schwächen hatten, die ihnen das Leben schwerer gemacht haben als anderen, wie zum Beispiel Sozialphobie. Eigentlich sollten sie dankbar dafür sein. Doch sie sind es nicht. "Hohlbirnen" war das erste Wort, das mir dazu einfiel. Vielleicht sind diese Menschen frustriert mit ihrem Leben und suchen durch das Lästern ein Ventil. Oder sie haben Ängste (beispielsweise vor einem Jobverlust) und suchen dafür ein Ventil. Mit Dir selber hat das nichts zu tun.
Wärst Du nicht dort, würden sie über jemand Anderen lästern.
Das, was Deine Nachbarn tun, ist gemein und menschenverachtend. Sie sind Sklaven unseres kapitalistischen Systems, das einem suggeriert, dass man Menschen nur dann mit Respekt zu begegnen braucht, wenn sie etwas darstellen, sprich einen Job haben (und am besten noch viel Kohle, einen Porsche und Urlaube auf den Malediven). Deine Nachbarn sind Sklaven eines falschen Denksystems.
Hättest Du vielleicht die Möglichkeit woanders hinzuziehen? Zum Beispiel in einen anonymeren Wohnblock? In manchen Lebensphasen haben anonyme Hochhäuser durchaus ihre Vorteile.
Vielleicht gibt es für Menschen mit starker Sozialphobie auch betreutes Wohnen, wo man regelmäßig Besuch von einem Sozialarbeiter bekommt, mit dem man reden kann. Ich weiß es nicht. Vielleicht lohnt es sich mal im Internet danach zu forschen? 😉
Wieso hat mir das Arbeitsamt dieses Reha-Programm denn nicht mal vorgeschlagen? Die haben ja schließlich gesehen, das ich so "da draußen" keinen Job/Ausbildung bekommen würde. Stattdessen haben sie mich ja quasi "rausgeschmissen".
Wohnst Du in einer Großstadt oder eher einer Kleinstadt? Ich glaube (weiß es aber nicht), dass die Arbeitsämter in größeren Städten mehr Angebote haben. Das, was einem angeboten wird, liegt sicher unter anderem auch an der Größe des Arbeitsamtes und der Stadt.😕
Und mitfühlende Menschen finden? Also im Internet mag man die ja vielleicht finden, aber in der Realität glaube ich da nicht mehr dran.
Es gibt im Internet Foren für Menschen mit Sozialphobie. Die Menschen, die dort aktiv sind, kennen oft auch Selbsthilfegruppen oder wissen, wo Du in Deiner Stadt eine finden kannst. In solchen Gruppen darfst Du ruhig rot werden oder wenig/nichts sagen. Oft spielt man Gesellschaftsspiele, ist sozusagen ohne Redezwang aktiv. Dort findest Du Menschen, die unter demselben Problem leiden wie Du. Vielleicht dauert die Suche. Wichtig ist halt, dass Du so nach und nach ein wenig Anschluss an andere Menschen findest.
Manche von uns werden vielleicht als Eremiten geboren, die meisten aber nicht. Teil einer (Selbsthilfe)Gruppe zu sein, hilft dem eigenen Selbstwertgefühl.
Ich habe mich mal mit jemanden aus den Internet getroffen, nachdem wir 3-4 Monate geschrieben hatten. Ich war da immer ehrlich, auch mit meinem Gewicht usw. Und dennoch, nach diesen einen treffen, kam gar nichts mehr. Keine Antworten mehr auf meine Mails. Also so im Internet surfen, ab und zu mal chatten, das ist ja okay. Aber auf diese Art will ich niemanden mehr kennen lernen für die "Realität".
Oh je. Das tut mir Leid, dass Dir das passiert ist!🙁 Und das sagt tausendmal mehr über den Menschen, den Du getroffen hast, aus als über Dich.
Es kann passieren, dass man sich lange Emails schickt, sich mitteilt und dann im real life springt der Funke einfach nicht über. Doch man sollte dann wenigstens den Anstand und Respekt haben, dem anderen Menschen zu sagen (oder zu schreiben), dass man sich nicht mehr treffen möchte und eine ganz kurze Begründung zu geben. "Die Chemie passt für mich nicht" reicht ja.
Die meisten Treffen mit Internet-Bekanntschaften enden so wie Deine. Schau Dir mal die Stories auf Dating Foren an.
Du und der andere Mensch habt offensichtlich nicht zusammen gepasst. Früher habe ich mich auch oft nicht getraut jemand anderem zu sagen, dass ich ihn oder sie nicht mehr treffen will und weshalb nicht. Das war auch nicht in Ordnung oder anständig von mir. Wir Menschen sind nun einmal fehlerhafte Exemplare.
Heutzutage spreche ich es aus, wenn ich das Gefühl habe, dass ein Kontakt nichts bringt. Mit vielen Menschen harmoniert man einfach nicht genug, um eine Freundschaft im realen Leben zu haben. Wenn man das so empfindet und ausspricht, hat das ja nichts mit dem jeweils Anderen zu tun, sondern nur einfach mit der Chemie oder der Kompatibilität....oder wie auch immer.
Man sollte aber jeden Menschen mit Anstand behandeln.
Sorry, dass Dir das passiert ist!
Wir Menschen sind voller Macken und Fehler, aber eines Tages wirst Du ganz bestimmt Menschen finden, mit denen Dich viel verbinden wird.🙂
 
Wenn es Dir nun so schlecht geht wie Du es beschreibst, magst Du Dich nicht mal mit Deinem Arzt ernsthaft zusammensetzen und überlegen ob eine psychosomatische Klinik für Dich in Frage kommt? Als Reha oder Akutklinik. Es gibt dort zwar auch Wartezeiten, aber die Therapie ist sehr viel intensiver und umfangreicher und die Mitpatienten (die ja auch alle Probleme haben) können eine große Stütze sein. So würdest Du auch mal von Deinem negativen Umfeld wegkommen und erlangst vielleicht neue Perspektiven?
Es gibt ganz unterschiedliche Kliniken, Du könntest Dich im Internet ja mal informieren ob es eine gibt die für Dich in Frage käme. Mit Deinem Übergewicht können die Dich vielleicht auch unterstützen, wie gesagt, es gibt die unterschiedlichsten Kliniken, informier Dich doch mal...
LG
 
Zu Psychotherapien kann ich nur sagen, dass sie nur bei "Krankheiten" eingesetzt werden (z.B. schwere Depression, Traumata, extreme Identitätsstörungen, etc.). Man kann und sollte sich den Luxus auf jeden Fall gönnen, wenn man "nur" eine vorübergehende Krise hat oder generell Selbstbewusstsein braucht, aber dafür reichen die Konzepte der Therapien nicht automatisch aus. Und die meisten Leute verstehen dann nicht, wenn die magischen Ergebnisse ausbleiben. Auch Medikamente und Diagnosen werden heutzutage bewusst selten eingesetzt, was eine postive Entwicklung ist. Also an sich würde ich die Verhaltenstherapie empfehlen. Die tiefenpsychologischen Sachen bringen eher etwas bei Traumata und so. Ansonsten bist du eventuell eher für ein Coaching und Training geeignet..? Auch Beratungsstellen zu speziellen Themen können helfen, in Berlin gibt es beispielsweise die Lernläden (kostenlose Berufsberatung). Und ich würde dir dringend eine Selbsthilfegruppe ans Herz legen! So ähnlich funktionieren auch Tageskliniken, aber da sind die Leute noch etwas... niedergeschlagen.

Bei dieser Sozialphobie wirst du sicherlich extrem auf Menschen reagieren. Da du aber ein soziales Abi hast, scheint doch etwas Mut dabei zu sein, auch wenn es nur wegen den Noten gewesen sein könnte. Diese vermeidende Persönlichkeit würde ich nicht als Störung betrachten, ist auch etwas umstritten. Soviel also zu deiner Diagnose.

Was mir so auffällt ist, dass du vielleicht deine Ziele finden musst. Dir wurde viel vorgegeben: Schule, Abi, Berufseinstieg. Aber das wirkte alles eher erzwungen. Wenn du dich zum Beispiel in deinem Körper nicht wohlfühlst, könntest du ja ein kleines Nebenprojekt starten, in dem du jede Woche Kleinziele für deine Gesundheit erreichst. Vielleicht kannst du ja auch einen Zielepartner finden. Außerdem könntest du vielleicht auch mal etwas Entspannung vertragen? Meine Therapeutinnen haben damals immer viel Wert darauf gelegt, dass ich bei der ganzen Grübelei auch mal Freizeit habe und zum Beispiel spazieren gehe oder in den Urlaub fahre. Außerdem sind Hobbys sinnvoll. Wenn du klare Ziele hast, statt einen Berg von Problemen, sieht es auch ganz anders mit deiner Willenskraft aus.

Bis du 28 bist, kannst du noch ein bisschen experimentieren. Auch danach noch, aber nur bis zum 27. Lj. erhält man noch mehr finanzielle Unterstützung.Du kannst dir unter anderem Zuschüsse für eine Ausbildung oder ein Studium besorgen. Da das Studium aber scheinbar nicht dein Ding ist, wäre eine Ausbildung sinnvoller und sicherer. Längere Praktika (ab 3 Monaten) empfehle ich auch dringend, denn da lernst du dich und deine Wunschrichtung kennen. Im Praktikum darf man vieles ausprobieren, auch wenn es stressig ist. Du hast dann auch Arbeitserfahrung und bekommst über das Zeugnis gutes Feedback, dass dir zeigt, wo deine Talente sind. Ich habe eine lange Auszeit gehabt und dann wieder mit Praktika angefangen. Das war besser als gleich weiter zu studieren oder zu arbeiten. Du kannst ja wie in einem Job 5 Stunden täglich für die Recherche aufbringen und die restliche Zeit freimachen.

Für Kontakte gibt es übrigens auch so Seiten wie groops.de, new-in-town, meet-up.com, etc. Auch Diskussionsforen haben Lokalgruppen (Vorsicht vor Treffen, wo du mit einer Person allein bist!). Und in Bibliotheken findet man viele Aushänge und kann selbst etwas aushängen. Wenn du nur ab und zu Menschen treffen willst, dann geh in die Bibliothek oder zur Volkshochschule.
 

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