Hey auchBekanntals,
da ich mich selbst schon öfter in einer ähnlichen Gefühlslage befunden habe, versuche ich mal zu schildern, was ich daraus für mich lernen konnte. Vielleicht hilft dir das ein oder andere ja weiter.
Von deinem Alter schließe ich einfach mal darauf, dass die Schulzeit bei dir (so wie bei mir) noch nicht ewig lange zurückliegt. Das Bequeme dort ist natürlich immer, dass sämtliches Lernen, was unmittelbar für (Berufs)Schule oder Uni stattfindet, durch Prüfsituationen und Bewertungen einen gewissen "Sinn" erhält, der einem erstmal unmittelbarer erscheint, als der eigentliche Mehrwert, den einem das Gelernte für's weitere Leben einbringen könnte.
Bin 23. Gelernt habe ich nie für die langweilige Schule, da schlägt man doch ein. Sinn hat die Schule nie gemacht wenn ich jetzt darüber nachdenke.
Das kann blöd sein, da man so eventuell genötigt ist, Dinge zu lernen, die einen nicht interessieren und auch nicht weiterbringen; es kann aber auch gut sein, da es einem die Frage des "Warum?" und nach der Motivation erstmal abnimmt. Wenn in einem Monat eine Prüfung zu Thema X ansteht, dann pauke ich halt Thema X; die Sinnfrage beschäftigt mich da erstmal nicht weiter.
Nimmt man sich nun etwas vor, was man selbstständig, ganz für sich lernen will, ohne dass dies in direktem Zusammenhang mit Schule und co. steht, dann fällt diese bequeme Eigenschaft natürlich erstmal weg. Man lernt ein Weilchen, und schon geht die Motivation flöten, schließlich steht hinter einem Abbruch ja keine negative Konsequenz, die man an ein Datum wie etwa eine Prüfung, oder etwa eine Note knüpfen kann. Damit musst du selbstverständlich lernen umzugehen.
Lernen macht nicht immer Spaß, führt nicht immer schnell zu Fortschritt und Erfolg und ist mitunter viel Arbeit. Das Talent besteht in meinen Augen darin, TROTZDEM dran zu bleiben. Was hierzu hilft, kann man sich dann eventuell doch aus der Schul- oder Studienzeit herleiten. Beispielsweise:
Integriere das Lernen in deinen Wochenplan. Nehme dir beispielsweise täglich eine Stunde zu einer festen Uhrzeit, um Programmieren zu lernen. Frag dich nicht, ob du Lust dazu hast, oder nicht; tu's einfach! Oftmals kommt die Motivation dann nach den ersten fünf Minuten von allein. Stell dir am besten einen Timer auf 60 Minuten und hör unmittelbar auf, wenn dieser klingelt.
Lerne nicht mehr, als du dir vorgenommen hast. Oft neigen Leute dazu, wenn sie etwas unbedingt können wollen, gleich jeden Tag mehrere Stunden damit zu verbringen, nur um dann frustriert festzustellen, dass das den Fortschritt nicht wirklich beschleunigt. Lerne lieber in kleineren Intervallen über einen großen Zeitraum.
Und, als letzter Tipp, kann ich nur raten, kleinschrittig zu denken. Oft neigt man dazu, sich gleich am Ende der Karriereleiter zu sehen, wenn man anfängt, etwas zu lernen. Man beginnt gerade ein Instrument zu lernen und sieht sich in Gedanken schon als erfolgreicher Musiker und entsprechend schnell bricht dann die Motivation ab, wenn man merkt, wie schwer einem das alles zu Beginn fällt. Wenn du also Programmieren lernst, dann bitte nicht nur aus dem Grund, weil du dir Hoffnung machst, der nächste Markus Persson zu werden, sondern weil du weißt, dass dir das beruflich weiterhelfen wird und dir eventuell die Fähigkeit näher bringt, dich mit Spieleentwicklung zu beschäftigen.
Ich soll versuchen weniger zu lernen am Tag? 😀 Das wird scher hart? Was soll ich den Rest des Tages machen? Außer du meinst das wie folgt als Beispiel: 1h Biologie lernen, dann 1h Programmieren, dann eine Stunde Game Theory, etc? So? Dann hätte ich genug am Tag zu tun.
Wenn das alles nicht hilft, kann ich dir empfehlen, im Internet mal ein bisschen zu den Themen Selbst- und Zeitmanagement zu googlen. Es gibt im Internet einige Tools, die es einem erheblich erleichtern können, so einen Plan umzusetzen.
Gruß,
Vannay